| |
Dieses Schreibbuch enthält fast nur schlechte Sätze. Manche von ihnen aber können zu bessern Sätzen Anregung geben. Die meißten sind bloßer Abfall.
1 |
| ∕∕ |
“Ich habe mich in meinem Herzen dazu
entschlossen.” Und man ist dabei auch geneigt auf
die Brust zu zeigen. Diese Redeweise ist psychologisch
ernst zu nehmen.
Luther: “Der Glaube ist unter der linken
Brustzitze.” ⌊⌊ˇWarum sollte dies weniger
ernst zu nehmen sein, als die Aussage, der Glaube sei ein Zustand der
Seele?⌋⌋ |
| ∕∕ | “Ich
bin auf dem Weg zu ihm.” Der Ausdruck einer
Intention. Der Ausdruck eines Seelenzustandes?
|
| ∫ | Im
Gerichtssaal: “Hattestn Du
Sie die
Absicht, zu ihm zu gehen? , oder gingst
Du nur zufällig an seinem Hause vorbei?”
Wann hatte ich nun die Absicht? Auf dem ganzen Wege? Oder als ich mir sagte ‘ich will zu ihm gehen’? – Und als ich mir's sagte, was geschah da in meinem Innern? Oder geschah nichts? – Wie sieht das aus, wenn nichts geschieht?
2 |
| ∫ |
Und wie weiß ich, daß immer das Gleiche geschieht, wenn ich
meine, was ich sage? |
| |
Es beschreiben; das Relevante, nicht
Nebenerscheinungen, beschreiben, scheint unmöglich.
‘Es ist vielmehr durch die Worte
benannt.’ Mit andern Worten:
Wer mich hört, weiß was ich meine.
Ich habe gehört, was, er sagte & wußte, daß er es meinte. |
| ∕∕ | Wir
sagen “der Ausdruck seiner Stimme war
echt”. War er unecht, so denken wir uns
quasi hinter ihm einen anderen stehen. Er macht nach außen dieses Gesicht, im Innern aber ein anderes. Das heißt aber nicht, daß,
3 wenn sein Ausdruck
echt ist, er zwei gleiche Gesichter macht. |
| | Das Gefühl der dunkeln
Atmosphäre der gemeinten Worte. – Woher
dies Gefühl? – Woher das Gefühl, daß
ich etwas in meinem Herzen meine?! |
| | Ich wende mich gegen die
pneumatische Auffassung. Nämlich insofern es die
Auffassung von der Gasförmigkeit der Seele ist.
Der Gegensatz der pneumatischen Auffassung ist die behaviouristische; & sie sind beide schlecht. |
| | “Du sagst, er
sagt es bloß, es gehe nichts dabei in ihm
vor.” Ich antworte:
“[d|D]as Wort ‘bloß’
ist irreführend & auch das Reden vom begleitenden innern
Vorgang.”
4 |
| ∕∕ |
“Wie unterscheidet sich aber, daß
er's
meint, , davon, daß
er's nicht
meint?” – Das zu beantworten, muß ich
Dich lehren, was ‘meinen’
heißt. Kann ich das tun, indem ich sage, es sei etwas
was in mir & Dir vorgeht?
Vielleicht! – aber die Frage
ist, : w⌊i⌋e zeigt es sich, daß
Einer es begriffen hat? Es könnte doch sein, daß
jemand die Bedeutung des Ausdrucks “was man sagt
meinen” durch ein Zeigen auf das Herz
ler verstehen lernt. Aber nun muß
man fragen: “Was hat er gelernt; wie zeigt
sich's, daß er
|
| | Du kannst, wenn Du willst,
den Gebrauch gewisser Wörter ‘pneumatisch’
nennen. Aber
5 dann heißt es nicht, daß sie ein Pneuma
bezeichnen. |
| |
Beschreibt “Ich will ihn heute besuchen”
einen Seelenzustand? Wann soll dieser
Zustand existieren? Vergleiche ˇmit ihm den Ernst
als Seelenzustand! |
| |
Was geschieht, wenn ich denke:
“Das Spiel Karten ist auf dem
Tisch”? Da möchte man zwischen dem
vollen Denken dieses Satzes und dem halb automatischen
Reden desselben unterscheiden. |
| ∕∕ |
“Aber die Worte, sinnvoll ausgesprochen, haben doch
nicht nur Fläche, sondern auch eine
Tiefendimension!” Es findet eben doch etwas
anderes statt wenn sie sinnvoll ausgesprochen
6 werden, als wenn sie
bloß ausgesprochen werden. Wie ich das ausdrücke,
darauf kommts nicht
an. Ob ich sage sie haben im ersten Fall Tiefe, oder es
geht dabei etwas in Mir, in meinem Inneren, vor, oder sie haben
eine Atmosphäre, es kommt immer
auf's Gleiche
hinaus. Wenn wir nun alle hierin übereinstimmen, wird es da nicht wahr sein? |
| |
Zu sagen: “Der Geber ist
Gott, das Geben ist
Gott & die Gabe ist
Gott” heißt
eigentlich: Gott gibt nicht in
dem Sinne wie ein Mensch gibt & die Gabe ist dies nicht im
gewöhnlichen Sinn (& der Geber natürlich auch
nicht). Wir sind nur versucht, oder
7 etc. zu
gebrauchen. |
| ∕∕ | Gott kannst Du nicht mit
einem Andern reden hören, sondern nur, wenn Du der Angeredete
bist. Das ist eine grammatische Bemerkung.
|
| ∕∕ | Es ist
nicht von vornherein absurd, zu sagen, daß ˇdas ein Mensch
niederer Art ist, der nicht immer wieder dazu getrieben ist,
Sätze zu bilden, die keinen Sinn haben. Das ist ein
Ethisches Urteil. Man könnte
sagen: Diese Art von Unsinn zu reden, das ist
eine Leidenschaft, ohne welche der Mensch nur ein Krämer
ist. Das ist nicht meine Ansicht, aber ich kann
sie verstehen. Wie man auch sagen kann: Wer
sich hier nicht irrt, ist ein
8 armer Tropf. |
| ∕∕ |
“Die Überzeugung Gewißheit,
daß ich weiter werde fortsetzen können, nachdem ich dies
Erlebnis gehabt habe – z.B. diese
Formel gesehen habe – gründet sich einfach auf
Induktion.” Was heißt das? –
“Die Gewißheit, daß das Feuer mich brennen
wird, gründet sich auf Induktion.” Heißt
das, daß ich mir sage: “Ich habe mich immer an
einer Flamme verbrannt, also wird es auch jetzt
geschehen”? Oder ist die frühere
Erfahrung die Ursache meiner Gewißheit, nicht ihr
Grund. Ist die frühere Erfahrung die Ursache
der Gewißheit – das kommt auf das System von Hypothesen,
Naturgesetzen an, in wel-
9 chem wir das Phänomen der Gewißheit
betrachten. |
| ∕∕ | Das
Gefühl der Zuversicht. Wie äußert es sich im
Benehmen? |
| ∕∕ | Ist die
Zuversicht gerechtfertigt? |
| ∕∕ | Was die Menschen als
Rechtfertigung gelten lassen, zeigt
|
| |
Frage: Inwiefern
|
| |
In der Theologie spielt, soviel ich sehe, der Begriff der
Kausalität
10 eine verheerende Rolle. Wenn man
Und doch: – Wenn dies Dummheiten sind, warum haben dann gescheite Menschen so geredet? Und waren sie schlechter, weil sie so geredet haben? Wären sie besser gewesen, wenn sie so nicht gesprochen hätten? Ich bin doch nicht besser, weil ich nicht so rede wie sie! |
| | Sie
sprechen von Ursache & Wirkung; in Wirklichkeit aber nur von
einem Bild (
11
Zusammenhänge nicht bestehen, das aber solche
Zusammenhänge nachahmt. |
| |
Nehmen wir an, die Andern denken falsch & ich
denke richtig – warum muß ich sie zu meinem Denken
bekehren? Sind sie unbedingt besser daran, wenn sie, in
einem Sinne, richtiger denken? Kann der Religiöse nicht irreligiös werden, dadurch daß man ihn auf einen Fehler seines Denkens aufmerksam macht & er nun diesen Fehler nicht religiös verdauen kann? |
| ∕∕ |
Welchem praktischen Zweck kann
Russell's Theorie der Typen dienen? –
R. macht uns drauf aufmerksam, daß wir manchmal
den Ausdruck der Allge-
12 meinheit einschränken müssen, um zu vermeiden,
daß unerwünschte Konsequenzen aus ihm gezogen
werden. |
| ∕∕ | Die
[F|f]undamentale Tatsache ist hier: daß wir
Regeln, eine Technik, ⌊für⌋ ein Spiel festlegen, &
daß es dann, wenn wir den Regeln folgen, ganz anders geht als wir
vorausgesehen hatten. Daß wir uns also gleichsam in
unsern eigenen Regeln verfangen. |
| ∕∕ |
Dieses
Verfangen in unsern Regeln ist, was wir verstehen wollen.
Es wirft ein Licht auf unsern Begriff des Meinens. Denn es kommt also in jenen Fällen anders, als wir es gemeint, hatten vorausgesehen, hatten. Wir sagen eben, wenn, z.B., der Wieder-
13 spruch auftritt: “So
hab'
ich's nicht
gemeint.” |
| ∕∕ |
Ein Widerspruch
verhindert mich zu im Sprachspiel zur Tat zu
kommen. |
| ∕∕ | Nehmen wir
aber an, das Sprachspiel bestünde ˇeben darin, mich
fortwährend von einem Entschluß in den entgegengesetzten zu
werfen! |
| ∕∕ | Der
Widerspruch ist nicht als Katastrophe aufzufassen, sondern als eine
Mauer, die uns anzeigt, daß wir hier nicht weiter können.
|
| ∕∕ |
Die bürgerliche Stellung des Widerspruchs, oder
seine Stellung in der bürgerlichen
14 Welt: das ist das philosophischec
Problem. |
| ∕∕ | Ich
möchte nicht so sehr fragen “Was müssen
wir tun, um einen Widerspruch zu vermeiden”, als
“Was sollen wir tun, wenn wir zu einem Widerspruch gelangt
sind.” |
| ∕∕ | Warum ist
ein Widerspruch mehr zu fürchten, als eine Tautologie?
|
| ∕∕ |
Unser Motto könnte sein: “Lassen wir uns
nicht
|
| ∕∕ | Zu meiner
Bemerkung: “die Philosophie lasse alles,
wie es ist, sie lasse auch die Mathematik, wie sie ist:
Die Philos Es ist nicht Sache der
Philosophie, den Widerspruch durch eine
mathe-
15 matische, logisch-mathematische, Entdeckung zu
lösen. Sondern den Zustand zu beschreiben
der Mathematik, der uns beunruhigt, den Zustand
vor der Lösung des Widerspruchs, übersehbar
zu machen. (Und damit geht man nicht etwa einer
Schwierigkeit aus dem Wege.) |
| ∕∕ | Erinnere Dich daran,
daß es gewisse Kriterien des Benehmens dafür gibt, daß
Einer ein Wort nicht versteht, : daß
es ihm nichts sagt, daß er nichts damit anzufangen
weiß. Und Kriterien dafür, daß er das Wort
‘zu verstehen glaubt, eine
Bedeutung mit ihm verbindet, aber nicht die richtige.
Und endlich Kriterien dafür, daß er das
16 Wort richti
versteht. Im zweiten Falle konnte man von einem
subjektiven Verstehen reden. Und eine
“private Sprache” könnte man Laute nennen die
kein Andrer versteht ich aber ‘zu verstehen
scheine’. |
| ∕∕ | Das Meinen
stellt man sich ˇhier als eine Art geistiges Zeigen,
Hinweisen, vor. |
| ∕∕ | Statt
“Ich habe ihn gemeint” kann man freilich
manchmal sagen “Ich habe an ihn
gedacht”; manchmal auch “Ja, wir haben von ihm
geredet”. Also frag Dich worin es besteht
‘von ihm reden’! |
| ∕∕ | Man
könnte auch manchmal antworten: “Ja
ich habe
17 dabei auf ihn geschaut”.
Nein d[as|er] Wort Ausdruck “
|
| ∕∕ | Es ist
falsch zu sagen: Ich meinte Ihn, indem ich
auf ihn sa[g|h] // ihn
ansah // . “Meinen”
bezeichnet keine Tätigkeit // wird
nicht als Bezeichnung einer Tätigkeit
benützt // , die ganz oder teilweise, in den
‘Äußerungen’ des Meinens besteht.
|
| ∕∕ |
“Ich meinte mit dem Wort dies”
18 ist eine Mitteilung, die
|
| ∕∕ |
Ein ‘innerer Vorgang’ bedarf
äußerer Kriterien. |
| ∕∕ |
⇒[Zu XII
187/1] Worin besteht dieses Meinen
(der Schmerzen oder de[r|s] Musik
Klavierspielens). Es kommt keine Antwort –
denn jede, die sich uns etwa zuerst anbietet,
19 dem ja niemand
widersprochen hat. // |
| ∕∕ |
“Kannst Du aber zweifeln, daß [d|D]u
das gemeint
|
| ∕∕ |
“Daß Du das Klavierspiel meintest, bestand darin,
daß Du an's Klavierspiel
dachtest.”
“Daß Du in diesem Brief diesen Menschen mit dem Wort ‘Du’ meintest, bestand darin, daß Du an ihn schriebst.” ¤ |
| |
“Weißt du aber auch wirklich, daß Du dies &
nicht das
“Weißt Du wirklich, daß Du an N, der jetzt in Süd Amerika ist, schreibst?” Und wie
20 weißt Du es? Wie weißt Du daß Du den Brief an diesen Menschen schreibst & wie weißt Du daß mit dem Gewehr auf ihn zielst. |
| ∕∕ |
¤ ⋎ [Zur
vorigen Seite.] Der Irrtum ist: daß Meinen nicht in etwas besteht. |
| ∕∕ | Es
wäre daher dumm, Meinen eine ‘geistige
Tätigkeit’ zu nennen. Weil man damit eine
falsche Vorstellung von der Funktion des Wortes
“meinen” hervorruft. |
| | “Mit dieser Bemerkung hab ich
auf ihn gezielt.” – Also vergleicht
man das Meinen mit dem Zielen. |
| ∕∕ | Vergleiche
das Phänomen des Denkens mit dem Phänomen des
21 Brennens!
Und wie soll nun das Rätsel des Denkens aufgelöst werden? – Wie das der Flamme? |
| ∕∕ | Ist die
Flamme nicht rätselhaft, weil sie ungreifbar ist?
Wohl
|
| | Es gibt freilich
charakteristische Situationen dafür, daß man den Schmerz
& nicht das
Klavierspielen meint. Eine
22 solche ist, daß man
sich nur mit
|
| | So ist also dieses Buch
eigentlich nur ein Album.
⇒[Ins Vorwort] |
| |
| |
| ∕∕ |
Stell Dir Menschen vor, die nur laut denken könnten!
(Wie es Menschen gibt, die nur laut lesen können.)
|
| | Ein bestimmtes
Ideal einer Beschreibung sitzt uns im Kopf. Etwa
⌊das⌋ einer Beschreibung durch Zusammensetzung des
Aromas aus winzigen Quantitäten von unteilbaren
Ingredienzien.
24 |
| |
Verstehen, Meinen: eine Begleitung des
gemeinten Zeichens? |
| |
Gegensatz: Mit einem Zeichen etwas
meinen – Ein Zeichen meinen
|
| | Können wir immer
wissen, ob wir ein Zeichen
|
| | “Wenn ich mir etwas dabei
vorstellen kann, muß es doch Sinn haben.”
|
| | Ist Meinen eine
geistige Tätigkeit? |
| |
ˇKriterien der Identität des inneren
Erlebnisses. |
| |
Sich eine Erfahrung ˇdie wir nicht haben vorstellen
können. |
| |
Ist verstehen denken? |
| |
Die Empfindung benennen.
25 |
| |
Das [a|A]etherische der
psychologischen Erscheinungen. |
| |
Behaviourim
|
| | Erklärung
& Abrichtung |
| |
Nominalismus “Ich sage doch
nicht bloß …!” |
| | Verstehen eines Bildes, eines
m⌊u⌋sikalischen Themas, einer Geste. |
| | Was geht da vor, wenn man versteht,
denkt, fühlt, sich erinnert? |
| | Um philosophische Probleme zu
lösen, muß man das Feld einer Aussage
betrachten, nicht sie selbst anstarren. |
| | Sinn &
Unsinn |
| |
Der Gedanke, die Erwartung etc
26 scheinen die Tatsache
vorauszunehmen. |
| |
Die grammatische
Haluzination. |
| | Die Idee vom Schatten der Tatsache,
Befolgung, etc. |
| |
Wie verbürgt ‘sich etwas vorstellen
können’ den Sinn einer Aussage? |
| | Die Negation enthält den
Schatten der negierten Tatsache. |
| | Wie macht man es, jemand in einem Satz
meinen? von ihm reden etc? |
| |
Behauptung |
| |
Die Vorstellung ist kein Bild
27 aber ein Bild kann ihr
entsprechen. |
| |
Wichtigkeit des Sprachspiels. Die Sprache ein
Instrument im Sprachspiel. |
| |
Wollen |
| |
Beabsichtigen, Intention. |
| | Wie lernt man: sich das &
das vorstellen? |
| |
Bedeutung des Wortes: sein Gebrauch. |
| | Die Bedeutung des
Wortes: die Erfahrung die es begleitet. |
| | Rechtfertigung der Worte.
|
| |
Sprache: eine Vorrichtung |
| | Ich & hier nicht Namen
28 |
| | Das Gesetz vom
ausgeschl. Dritten.
|
| | Die Verwendung von
Ich im Gegensatz zum Eigennamen. |
| | Konzentrieren der
Aufmerksamkeit beim Zeigen. |
| |
Introspection. |
| | Grund, Motiv, Ursache |
| | Allgemeine Bemerkgen
über Philosophie |
| |
Glauben |
| | Erwarten
|
| | Hoffen |
| | Die Vorgänge im Bild & in
dem was das Bild darstellt. |
| |
Kriterien für das Vorstellen
etc
29 |
| |
Kopfrechnen,
|
| | ‘Du kannst doch nicht leugnen, daß
ein innerer Vorgang stattfindet.’ |
| | Was ist Sprache. |
| | Meinen ist nicht denken, fühlen
etc |
| | Etwas
als [e|E]twa sehen |
| | Wesen der Regel |
| | Einer Regel folgen & Intuition
|
| | Schau auf die
Umgebung des Ausdrucks der seelischen Erscheinung!
|
| | Grammatik &
Realität. |
| | Die Annahme
eines ‘Gefühls’ als Mittel der philosophischen
Erklärung |
| |
“Der Gedanke dieses seltsame Wesen!”
30 |
| |
“Wir sind geneigt zu sagen …”
|
| | Die Rolle des
Widerspruchs |
| | Die
Erinnerung an die Absicht. |
| | Die ‘Atmosphäre’.
|
| | Gebrauch von
“denken” |
| |
Begleitet denken das Sprechen. |
| | Jedes Zeichen allein tot.
31 |
| ⌇ |
Wenn in zwei Notationen einander
Punkt für Punkt entsprechen, ,
& sich ˇganz in einander
übersetzen lassen, & … außerdem ˇdie
eine sich natürlich in einen Teil der andern abbilden
läßt, so wird man immer fühlen, die
beiden Notationen können nicht das Gleiche
besagen. Denn man verbindet nun mit den Sätzen der
einen nicht nur den Sinn der homologen Sätze der andern, sondern
es ist immer auch der Sinn im Hintergrund, der der zweiten
Abbildung entspräche. Es ist ein Unterschied: ob ich
32 |
| |
| |
Die Vorstellung ist kein Bild. Aber ein
Bild kann ihr entsprechen. |
| |
“Wie lernt man: sich diese Farbe
vorstellen?” |
| |
Rechtfertigung der Worte die ich
gebrauche. |
| |
“Ich” &,
“hier”, nicht Namen “dieses” nicht Namen. |
| | Ist die Verwendung des Worts seine
Bedeutung, so kann “[i|I]ch” nicht
bedeuten, was ein Eigenname bedeutet. |
| | Introspektion, ein Schauen. Was
sind die Kriterien dafür, daß es
vor⌊s⌋ichgeht. |
| | Konzentrieren der Aufmerksamkeit,
ein inneres Zeigen? Worauf zeigen wir, indem wir auf
etwas schauen?
34 |
| | D[as|er]
Gesetz Satz vom [A|a]usgeschlossenen Dritten kann ein
philosophisches Problem verstecken. |
| | Ist die Sprache als Vorrichtung für einen
bestimmten Zweck zu definieren. |
| | Nicht alles was das
Verstehen verursacht ist eine Erklärung.
|
| |
Bedeutung: das, weshalb was
de[r|n] Ausdruck ˇbedeutungsvoll,
d.h wichtig ist
macht. |
| | Bedeutung: das Gefühl,
|
| | Ist
[v|V]erstehen, Meinen, Denken eine Begleitung des
Redens? |
| | Wie
wird ˇdas Wort “wollen” wirklich
gebraucht? (Das) Vorurteil
& (die) Wahr-
35 heit über seinen Gebrauch. |
| | Es ist eines eine Technik
beherrschen, ein andres sie beschreiben
können. Vorurteile die der richtigen
Beschreibung entgegenstehen. |
| |
Die Härte des logischen Muß |
| | Philosophischer Superlativ. |
| | Die Annahme eines
‘Gefühls’ zur Beseitigung eines philosophischen
Problems. |
| |
Philosophische Probleme werden nicht durch Erklärung,
sondern nur durch Beschreibung gelöst. |
| |
‘Undefinierbarkeit’ benützt, ein
philosophisches Problem kurz zu schließen.
36 |
| |
37 |
| |
Die mathematische Lösung eines Problems der
mathematischen Logik löst kein philosophisches
Problem. |
| |
Die
Philosophie bezieht sich auf den gegenwärtigen Stand der
mathematischen Dinge. Enthält dieser ein
ungelöstes mathematisches Problem, so stört das die
Philosophie nicht. |
| |
“Du kannst doch nicht leugnen, daß da ein
innerer Vorgang stattfindet!” |
| | Ist die Grammatik durch die Tatsachen
gerechtfertigt, die die Sprache beschreiben soll?
|
| | Nominalismus
“Ich sage doch
38 nicht bloß!” |
| | Verstehen eines Bildes, eines
Musikalst Musikstücks, einer Fassade, einer
Gebärde. |
| |
“Was geht das vor sich, wenn man
versteht, denkt, fühlt, sich etwas vorstellt, sich an etwas
erinnert etc.?” |
| / | Um ein
philosophisches Problem zu lösen, muß man sich von der
|
| | “Wie macht man
es, ⌊:⌋ jemand
|
| | Wie macht man das: einen Satz
negieren?
39 |
| | “Die
Negation ˇeines Satzes enthält den Schatten der negierten
Tatsache.” |
| |
Wie verbürgt, daß man sich etwas vorstellen
kann, den Sinn einer Aussage? |
| | Der Gedanke, die Erwartung, der Wunsch,
etc. scheinen die Tatsachen vorauszunehmen.
|
| | Der Schatten der
Tatsache im Gedanken. |
| | Folgt man einer Regel durch
Intuition. |
| |
Können wir immer wissen, ob wir ein Zeichen
Verstehen, uns etwas bei ihm denken?
|
| | “Wie
sähe es aus, wenn's
anders
40
wäre?” |
| |
Meinen: eine geistige Tätigkeit.
|
| | Kriterien der
Identität der inneren
Erlebnisse[?|.] |
| | Die Empfindung
benennen. |
| | Das
Ätherische der psych seelischen
Erscheinungen. |
| |
“Der Gedanke, dieses seltsame Wesen!”
|
| | Die Atmosphäre
einer Erfahrung. |
| |
“Jedes Zeichen ˇist allein tot.”
|
| | Die Harmonie zwischen
Denken & Wirklichkeit. |
| |
“Wiedererkennen”
41 |
| | Einen Satz
in einem Sinne verstehen, in einem andern nicht
verstehen |
| |
Die private Sprache, die ich nur mit mir selbst sprechen kann.
|
| | Die private
hinweisende Definition, die ˇman nur sich selbst geben
& verstehen kann. |
| |
“Mitteilung” |
| |
“Beschreibung” |
| | Analogien von:
‘Wissen’, ‘Können’,
‘Verstehen’. |
| |
“Ich weiß doch, was ich
beabsichtige, fühle, wünsche
etc.!” |
| | “Empfindungen sind
privat.”
42 |
| | “Die
Einzelnheiten des Meinens, des Beabsichtigens
etc.” |
| |
Schlägt “ich meine” eine Verbindung,
oder beschreibt es eine? |
| |
“Weiter wissen”
|
| | “Ist Wollen eine
Erfahrung?” |
| |
“Der Ausdruck ist nur ein Symptom des innern
Vorgang, kann also immer
täuschen.” |
| |
Ist einer Regel folgen ein bestimmtes
Erlebnis? |
| |
Die Rolle des Bildes beim Verstehen. |
| |
Oberflächengrammatik & Tiefengrammatik
43 |
| |
Die Bedeutung eines Wortes charakterisiert
durch ein Bild. |
| |
Die wichtige Rolle der hinweisenden
Defini Erklärung. |
| | Die Bedeutung: der
Witz des Wortes. |
| |
Inwiefern kann man sagen das Wort
“ist” habe zwei Arten des Gebrauchs?
|
| | Wie unterscheidet man
zwei Arten des Gebrauchs von einer Art des Gebrauchs? |
| | Die private hinweisende
Definition & die Frage: “Was geschieht
da, wenn man denkt?” |
| | “Wie machen wir es:
einer Regel folgen?”
44 |
| |
“ “Wer die
Absicht sähe, müßte sehen, was beabsichtigt
wird.” // “Wer das
Beabsichtigen sähe, … |
| | Um den Gebrauch eines Worts zu erkennen muß man ihn ansehen, nicht
über ihn spekulieren. |
| | Der tiefe Aspekt
entschlüpft leicht. |
| |
| |
⌊⌊58⌋⌋ “Wir sind geneigt zu
sagen:” |
| |
“Das Wort kommt auf eine besondere
Weise.” Auf welche Weise?
45 |
| | Worte sind Taten.
|
| | Schau auf die Umgebung des
Ausdrucks der seelischen Erscheinungen! |
| | Denk an verschiedenartige
Beispiele! |
| |
“ein ganz bestimmter
Gesichtsausdruck”, “[E|e]ine ganz
bestimmte Atmosphäre”. Wie werden diese Worte
Aus wirklich angewendet? |
| |
“Ein⌊en⌋ Wort Ausdruck in dieser Bedeutung
hören.” Diese Diese Akkordfolge als Schluß empfinden, hören.
|
| | Die
“Ungreifbarkeit” gewisser Erlebnisse. |
| |
⇒70
|
| | Das Bild, wodurch ein Wort
46 erklärt wird, ein schlechter Führer, wenn man
die Funktion des Worts kennenlernen will. |
| |
Die Sprache ein Instrument im Sprachspiel |
| | Das Bild vom inneren Vorgang. |
| | Wie macht man es: dies, &
nicht jenes meinen? |
| | Um zu
wissen was denken ist beobachte ich mich beim Denken. |
| | ⇒98
|
| | “Das Aroma ist
unbeschreiblich. Unsre Sprache hat keine Worte, es zu
beschreiben.” |
| | ⇒115
47 |
| | ⇒123
Es folgt aus… |
| |
Die Philosophie läßt alles, wie es ist.
|
| | Wesentliche
& unwesentliche Regeln eines Spiels. Der Witz des
Spiels? |
| |
“Das würde den Charakter des Spiels vollständig
ändern.” |
| |
| | “Wenn ich
etwas damit meine, muß es doch Sinn haben!”
|
| | “Meinen”
& “eine Technik
beherrschen”. “Ich bin sicher,
daß ich Schach spielen kann.” |
| | Die Vorstellung ein
Über-Bild |
| | “Ich
kann mir das Gegenteil davon nicht vorstellen.”
48 |
| | ⇒215
… wird? |
| | ⇒239
… gemacht” |
| |
| |
“Die Regel gibt mir an, wie ich
gehen soll.” |
| | ⇒276
… nütze? Denkt er, weil denken sich
bewährt hat? |
| |
| |
| |
| |
Auch Lügen ist ein Sprachspiel das gelernt sein
will. |
| |
Rolle des Zeigens im Sprachspiel. |
| | Ist Verstehen ein Deuten?
|
| | Ist die Erinnerung ein Bild, das ich
als Bild des Vergangenen deute? |
| | “Was zeigt mir die Erinnerung,
wenn ich sie mir eine vergangene Absicht zeigt? ich
mich erinnere, eine Absicht gehabt zu haben?” |
| | Wie ein Wort gebraucht wird,
läßt sich nicht erraten.
Du mußt nachsehen.
50 |
| |
| | Was nennen
wir einen Zustand? Gewicht,
|
| |
| | Sind “ich
wünsche …”, “ich hoffe …”,
“ich erwarte” …”
etc. Beschreibungen von Zuständen der Seele
oder Äußerungen dieser Zustände? |
| |
“Ich werde jetzt
meinen Arm heben”, eine Vorhersage.
51 |
| | ⇒539
〰 |
| | Ein prinzip unsrer Untersuchung: Konstruiere den Beschreibe in ˇpraktischen Einzelheiten & sachlich, wie eine Wirklichkeit aussähe aussieht, die der allgemeinen Weltbeschreibung des Philosophen entspricht. Du siehst dann zugleich ˇklar, daß so die Welt nicht aussieht, & welcher Teil der Welt wirklich so aussieht. |
| | Nimm das
|
| |
⇒S. 16.
Z. 3,4 |
| | Die Analogie der Grammatik von:
“Können”, eine Technik
beherrschen”, “Wissen” &
“[v|V]erstehen”. |
| |
52 Gebrauch des Wortes
beschreibt, klärt uns über den Begriff auf. |
| | “Das Wort
“Sprache” bezeichnet, was allen Sprachen
gemeinsam ist.” // “Wir müssen das suchen, was allen diesen Erscheinungen gemeinsam ist!” |
| |
Ideale Sprache im Gcegensatz zu
unsrer gewöhnlichen. |
| |
| | Die Vagheit eines Begriffs. |
| | “Wenn man mich nicht fragt,
so weiß ich
|
| |
Aber ich weiß doch, wa[ß|s] ich unter
‘Sprache’ verstehe!
53 |
| |
Die pneumatische Auffassung der seelischen
Vorgänge. |
| |
“Nur was Sinn hat, kann ich
[D|d]enken.” |
| | Der Sinn kann nicht schlechtweg
unbestimmt sein. Ist er in einem Sinne unbestimmt, so
muß seine Unbestimmtheit bestimmt sein. |
| | “Es muß sich doch so
verhalten” ist kein Satz der Philosophie.
Dogmatismus. |
| |
Der Übergang von einigen zu allen; von der
Ausnahme zur Regel und umgekehrt. |
| | “Wie kann etwas der
Ausdruck eines Gefühls sein?”
|
| |
“Wann kann ich Schach
spielen?”
54 |
| | “Ich
kann mir doch vorstellen …!” |
| | Das Bewußtsein, eine Welt.
|
| | Das Bewußtsein,
eine [S|s]uper-ätherische Welt.
|
| | “Die wahren Gegenstände, die das Universum
|
| |
“dasselbe jetzt tun, was ich
früher meinte.” |
| | Wir
erklären eine Bedeutung durch eine Situation statt
durch einen Vorgang. Die Situation ist
leicht einprägbar, nicht aber der Vorgang. |
| | “Ich
habe doch etwas, wenn ich Schmerzen
habe!”
55 |
| | (In dem
Folgenden veröffentliche ich Gedanken, den Niederschlag
philosophischer Untersuchungen, die mich in den letzten 16 Jahren
beschaftigt haben.) |
| | “
|
| ✢ | “Es kommt
darauf an, wie man das Wort “ist”
meint. Man kann es als so
meinen, oder auch so.” |
| | Warum ist es schwer ein Gesicht genau
zu beschreiben? Fehlen uns die Worte? –
Was wäre ˇdazu nötig, um
so solche Worte einzuführen? // W Was wäre dazu
nötig, daß man Worte für eine genauere
Beschreibung einführen konnte. // Welche
Reaktionen? (Wiedererkennen.)
56 |
| | Die
erste & die dritte Person. |
| | Schachpartie & Fußballmatch im Kopf
gespielt. |
| |
Diese
|
| | Zusammenhang zwischen
Widerspruch & der Verwendung von Mustern in
Sätzen |
| |
Sagt uns ein Gefühl, wie wir uns jetzt halten
etc. (Es muß
doch …!) |
| |
Diese Variation ist unendlich vielsagend.
Will ich sagen, was sie uns sagt, so
mache ich eine gewisse Geste, die etwas ausdrückt, es
werde hier eine Moral ausgesprochen. Ich glaube
es müßte muß [w|W]orte
57 geben, die ich als die der
musikalischen Phrase entsprechenden anerkennen
würde. Das was ich wirklich von ihr sage, oder meine
Gebärde, sind offenbar ganz ungenügend. Sie
mögen, wenn sie von der Musik begleitet sind, passend erscheinen,
würden aber niemand, der die Musik nicht kennt eine Ahnung von
ihrem Charakter geben. |
| |
Wie ist es aber wenn jemand es
etwas einen Satz in sehr ausdrucksvoller Weise
sagt. Wenn etwa
58 wiedergeben?
|
| | Aber es ist doch ein
ganz bestimmter Ausdruck! Er drückt doch etwas ganz
bestimmtes aus! – Aber was er ausdrückt, ist
nun nicht
|
| ∕∕ |
Der Traum fordert uns zu einer Deutung auf.
Warum? – Das muß sich irgendwie
erklären lassen.
59 – Warum? – Warum soll ich es
nicht als die wichtige
|
| |
Nicht daß es wertlos ist zu fragen
‘Warum?’. Aber diese Frage
spiegelt uns eine Methode der Antwort vor, wo wir noch keine haben,
was eine Erklärung dieser Tatsache ˇzu nennen wäre,
wissen wir vorerst noch nicht. Die Frage sagt uns:
“Bleib nicht hier stehen, geh (in dieser
Richtung) weiter!” Aber wir bilden uns
nur ein zu wissen, in welcher Richtung
60 |
| | Auch, daß
eine musikalische Wendung [A|a]usdrucksvoll ist, beruht nur
auf ihrer Umgebung in der ganzen musikalischen Sprache, zu der
sie gehört. |
| |
Ich denke hier immer an den Schluß des Allegretto ˇder
7ten Symphonie, die letzte Variation des
Hauptthemas, & zwar an die ˇ4 Takte 9 bis 12.
Sie sind wie ein ˇschließendes Kopfnicken, oder
wurden könnten von einem begleitet
werden. Sie sind ungeheuer
ausdrucksvoll. Gleichsam: unvergeßliche
Worte. Aber doch natürlich nur im Zusammenhang:
einmal dieser ganzen Variation; dann aber des ganzen Satzes;
& das doch auch nur für den, der unsere musikalische
Sprache versteht. Und worin dies besteht, das
überlege Dir. (Eine Melodie als Melodie
61 erkennen; einen Schluß
als Schluß etc.) Die Wirkung dieser Takte ˇals ein schnelles Zueilen auf den Schluß läßt sich natürlich harmonisch erklären, aber nicht der Ernst, die Bedeutsamkeit dieser Gebärde. |
| |
Was ist nun daran, wenn ich sage,
|
| | Ich will etwas beschreiben,
finde aber, ich bin stumm & kann nur eine Gebärde
machen. |
| | Und
eine Gebärde wird auch nur
62 der verstehen, der z.B. weiß,
daß dies die letzte Variation eines viel hin & her
gewendeten Themas ist. Und auch nur der, der den
eigentümlichen Ton des Ernstes dieser Musik
versteht. sieht. Und über
diesen Ton ließe sich wieder viel sagen; er läßt sich auch
wieder nur in einer weiten Umgebung verstehen. |
| | Diese Töne reizen mich
zu einer Beschreibung. Nun kann ich nicht sagen, daß
sich so eine Beschreibung nicht geben läßt. Es
ließen sich vielleicht in einem Gedicht eine Wendung
finden, die diesem Ausdruck der Tonsprache entspricht. Und
das gäbe mir gewiß große Befriedigung. |
| | Ist mein Gefühl nicht
ähnlich wie das, was man dadurch so
63 ausdrückt:
“es liegt mir ⌊⌊ˇ“Der Ausdruck
liegt mir⌋⌋ auf der Zunge”. Hier ist
auch ein Haschen, Suchen. |
| ∕∕ | Ich sage mir: “Was ist
das? Was sagt nur diese Phrase?
Was drückt sie nur aus?” – Es
ist mir als müßte es noch ein viel
klareres Verstehen von ihr geben, als das, was ich
habe. Und dieses Verstehen würde ˇdadurch
erreicht, daß man eine Menge über die Umgebung der Phrase
sagt. So als wollte man eine
[A|a]usdrucksvolle Geste in einer Zeremonie
verstehen. Und zur Erklärung mußte ich die
Zeremonie gleichsam analysieren. Z.B.
sie abändern & zeigen, wie das die Rolle jener Geste
beeinflussen würde. |
| |
Ich könnte auch sagen: Es
ist
64 [m|M]ir ist, als müßte es zu
diesem musikalischen Ersch Ausdruck
Parallelen auf anderen Gebieten geben. |
| ∫ | Es ist als
ließe sich hier noch ungeheuer viel verstehen.
|
| ?/ |
Die Frage ist eigentlich:
Is Sind diese Töne nicht der
beste Ausdruck für das, was hier
ausgedrückt ist?
Wohl[;| .] [a|A]ber das heißt nicht, daß sie
nicht durch ein Bearbeiten ihrer Umgebung zu erklären sind.
|
| ?/ |
Ist es ein Widerspruch, wenn ich sage:
“Dies ist schön & dies ist nicht
schön” (wobei ich auf verschiedene
Gegenstände zeige)? Und soll man sagen
es das sei kein Widerspruch, weil die beiden
Wörter “dies” verschiedenes
bedeuten? Nein; wir haben das
e die
65 beiden “dies” haben die
gleiche Bedeutung. “heute” hat heute die
gleiche Bedeutung die es gestern hatte, “hier” die
gleiche Bedeutung hier & dort. Es ist hier nicht
wie im Satz “Herr Weiß wurde
weiß” Und “Dies ist schön & dies ist nicht schön” ist ein Widerspruch, aber er hat eine Verwendung. |
| ∕∕ |
Das
Grundübel in der Russells
schen Logik
sowie auch das Grundübel der meinen in der
L. Ph. Abh.
ist, daß, was ein Satz ist mit als ein paar
gemeinplätzigen Beispielen illustriert & dann als
allgemein verstanden vorausgesetzt wird. |
| / | Aber
ist es nicht klar, daß die beiden “dies”
verschiedene Bedeutungen haben, da ich sie doch durch
verschiedene Eigennamen
66 ersetzen kann? – Ersetzen?
“Dies” heißt ja nicht einmal
“A” das andre mal
“B”. –
Freilich
nicht allein[. A| ; a]ber
zusammen mit der zeigenden Gebärde. –
Wohl; aber das sagt nur, daß “dies” mit
der einen Gebärde ein Zeichen, bestehend aus ˇdem
Wort “dies” & einer Gebärde
eine andere Bedeutung hat als ein Zeichen bestehend aus
“dies” & einer andern
Gebärde. Aber das ist ja bloße Wortklauberei: Was Du sagst ja also, daß Dein Satz “Dies ist schön & dies ist nicht schön” ˇeigentlich kein vollständiger Satz ist, weil zum den Worten ˇhier noch die Gebärden gehör[t|e]n. – Aber warum ist es denn kein vollständiger Satz? Es ist ein Satz ˇeiner anderen Art als etwa “Die Sonne geht auf”, die Art seiner Verwendung ist ˇsehr verschieden. Aber solche Verschiedenheiten gibt
67 es eben die Hülle
& Fülle im Reich der Sätze. |
| ∫ | Wenn der Leser
glaubt, ich sei verrückt geworden, oder gänzlich verdummt,
ˇso daß ich auch das Einfachste nicht sehe, so
|
| ?/?/?/ |
“R.
Schweizer
ist kein
Schweizer”. Das Wenn ich das
sage meine ich das erste S. als Eigenname das zweite als
Gattungsname. So geht Verschiedenes in meinem Geiste vor,
wenn ich die beiden Wörter “S.”
ausspreche? – Das Wort funktioniert im Satz
beidemale auf in
verschiedener Weise. Das hieße, das Wort mit
einem Maschinenteil vergleichen & den Satz mit
68 der Maschinenteil.
69 ausdenken. –
“Aber Du kannst ihn eben nicht so verwenden,
70 einem Sinn zusammenstellen & das geht
nicht. (Zigsaw puzzle) |
| | “Begriff ist ein
Begriff, aber Löwe ist kein Löwe.”
“Löwe ist ein Begriff, aber kein Löwe.” “Löwe ist ein Begriff & ein Löwe.” |
| ?/ | Aber
ist der Widerspruch nicht durch das Gesetz vom Widerspruch
verboten? –
“~‘ (p
∙ ~ p)” verbietet
jedenfalls nichts. Es ist eine Tautologie.
Verbieten wir aber einen Widerspruch, so schließen wir
Widerspruchsformen aus unsrer Sprache aus. Wir beseitigen
diese Formen. |
| ?/ | Man
kann denken: “Wie merkwürdig, daß
die eine Bedeutung des Wortes “empfinden”
(& der andern psychologischen Verben)
zusammengesetzt ist aus den het⌊e⌋[t|r]ogenen
Bestandteilen
71 |
| ?/ |
Aber was kann verschiedener sein als das Profil
& das en face eines
|
| ?/ |
Wenn
die Begriffsbildung sich aus Naturtat
Naturtatsachen (psychologischen & physikalischen)
begründen läßt, ist dann die Beschreibung unsrer
Begriffsbildungen nicht ˇeigentlich eine Art
ˇverkappte Naturwissenschaft; sollten wir uns ˇdann
nicht, statt für die
72 Grammatik
Uns interessiert allerdings auchc die Entsprechung unsrer
73 |
| |
Es interessiert uns,
Laß mich noch einige solche Beispiele hinzufügen. Es ist z.B. wichtig, daß wir gewohnt sind, mit ˇirgendeiner Art Stift, ˇFeder oder dergl. zu zeichnen & daß daher die Elemente unserer Darstellung Striche &
74 Punkte (im Sinne von
Sähen wir
75 Farben, käme etwa rot
nirgends vor als an der Spitze der Blätter gewisser Bäume,
die sich im Herbst nach & nach aus grün in rot
verwandelten, so wäre nichts natürlicher als
Denke an die Umstände, unter denen uns weiß & schwarz als Farben & anderseits als
Es ist uns leichter, ein reines Rot, Grün etc. aus dem Gedächtnis zu reproduzieren & wiederzuerkennen als einen Ton von Braunrot etwa. |
| |
Wären nicht beinahe alle Menschen
76 verschieden so
verlöre unsere Namengebung ihren Witz. |
| ?/ |
Ich sage nur: Wenn Du glaubst diese Begriffe wären die einzig richtigen, die einzigen hochentwickelter Menschen würdigen, dann stelle Dir vor die Natur wäre anders als sie ist & ˇganz andere Begriffsbildungen werden Dir nicht mehr unnatürlich erscheinen. |
| ? / | Aber Begriffe erscheinen uns auch
als natürlich, die wir gewohnt sind, für die wir keine
‘Erklärungc’
77 haben.
Hat denn alles was wir tun einen Zweck? Und wenn es keinen hat, ist es denn ein Fehler. Befriedigt uns nur was einen Zweck hat? |
| ∕∕ | /Ich
sage aber nicht: Wären die Naturtatsachen anders so
hatten wir andere Begriffe. Dies
ist eine Hypothese. Ich habe für sie keine Verwendung,
& sie interessiert mich nicht. Ich sage nur: Wenn Du glaubst unsre Begriffe seien die richtigen, die intelligenten Menschen gemäßen, wer andere hätte sähe eben etwas nicht ein, was wir einsehen, dann stelle Dir
78 lich scheinen. |
| / |
‘Natürlich’, nicht
‘notwendig’. Ist ˇdenn alles was wir tun zweckmäßig? Ist alles, was
|
| ∫ |
“Diese Wand hat einen ganz bestimmten
Charakter.” Welchen Charakter? Ich
kann es nicht sagen. Nun welche Wand hätte
keinen bestimmten Charakter? Etwa eine, die
keine bestimmten, mir verständlichen, vertrauten, Züge
besäße; eine deren Anblick mich nur verwirrte; eine die ich
z.B. nicht nach längerer Zeit
wiedererkennen könnte. |
| ∫ |
Arvid sagte mir
einmal als wir eine Beete von Stiefmütterchen
79 stellungen, :
|
| |
“Ein Gesicht
|
| ∫?/ |
Ich habe manchem Gedanken, der über meinen
Kopf ˇhinweggeflogen ist, // Kopf
weggeflogen ist, // einen Zipfel vom Kleid
gerissen. |
| ?/ | Ich
nehme dies Gesicht in meine Gallerie der
Also nicht: “dieses Gesicht ist eines aus meiner Sammlung von Charakteren”,
80 sondern: “ich will dies Gesicht in meine
Sammlung von Charakteren einverleiben”. |
| ??/ |
Bei welchen Gelegenheiten aber sagt
man, : “Dieses Ornament
sagt etwas”? – Man kann es einem Andern
mitteilen.
Einem, der auf solche Äußerungen
vorbereitet ist. Der ein
‘Verständnis’ für Ornamente hat, ein
Gefühl dafür, ˇz.B., wohin sie
passen, & nicht passen etc. |
| ?/ |
“Gartenblumen & wilde Blumen kann man nicht
mischen, sie haben ganz verschiedenen Charakter.”
Hätte ich statt dessen nicht sagen können:
“Misch nicht Gartenblumen & diese
B nicht Gartenblumen & wilde Blumen; siehst Du
nicht, daß sie nicht zusammenpassen?”
Ich hätte aber auch
81 so etwas sagen können, wie: Gartenblumen sind
strotzender, sozusagen fetter, als wilde Blumen. Diese
magerer, härter. |
| ?/ | Wer
durch seine Regeln,
|
| / | Der König
sagt zum Henker: “Hänge
nur den ˇnicht, der nicht richtig errät, was wir mit
unsern Gefangenen tun.” Der Gefangene sagt nun zum
Henker: “Ich werde gehenkt
werden.” Etc. Er hat den
Henker mit dieser Antwort ˇüberrascht & verwirrt
(confounded). Der Henker weiß nicht, wie
er den Königs Befehl ausführen soll.
82 |
| |
Ähnlich wäre aber dieser Fall: Der König
sagt: “Hänge den nicht, der seine Unschuld
beweisen kann.” Der Dieb beweist nun, daß
1000 = 1 ist
& daß er also nicht 1000 Münzen, sondern nur eine
gestohlen hat. |
| |
There are people who are intrigued by a
mathematical proof, although they see, or believe, that the proof is
completely in order. |
| |
Das Ergebnis einer philosophischen Untersuchung
ist manchmal ein neues
‘filing-system’. |
| | Verstehen wir den Satz
“‘Heteronomisch’ ist
heteronomisch”? [Zu:
‘Wissen wir immer, ob wir einen Satz
verstehen?’] Und hier ist das merkwürdige
84 Phänomen, daß es uns ist, als könnten wir den
Satz auf zweierlei Art verstehen. |
| | Wir haben es in der Philosophie mit
Versuchungen zu tun. |
| |
Wenn ich definiere: ~ξ(ξ) = F(ξ) so muß ich verstehen, daß das ‘F’ nicht ‘~ξ’ ersetzt: so daß also ~ξ(η) = F(η) wäre. – Wo steht das nun? Nun, ich kann es erklären, ˇso wie ich es eben getan habe, & durch die Praxis
|
| | Wenn mir ein Satz
gegeben wird “f(f)”,
wie weiß ich, daß die beiden “f” die
gleiche Bedeutung haben? Wie Wenn man
mich versichter sie
hätten die gleiche Bedeutung; was heißt das?
85 Es wäre doch nur
so möglich, daß man mir ein Sprachspiel mit diesem Ausdruck
zeigt, anal das ich als analog anerkennte mit
einem Sprachspiel mit φ(a),
φ(b). Denn wie mache ich es nur im Satze “Grün ist grün”, dem wa “ist” die Bedeutung der Kopula & dem ersten & letzten Wort die Bedeutung des Eigenschaftsworts “grün” zu geben? Heißt denn das etwas? |
| | ~ξ(“ξ”) ≝ H(“ξ”) [m|M]it dieser Definition kann man den Ausdruck H(“H”) nicht erklären. Denn die Definition so sagt nur, daß H(“H”) so viel heißt, wie ~H(“H”). Aber die Definition lehrt doch eben die Bedeutung von “H”, & so
86 dung von “H” &
nicht die welche wir in “H(“H”)”
neu machen erklärt, lehrt dadurch die Bedeutung ˇden
Gebrauch von ‘H(“ξ”)’,
wenn die Bedeutung von ‘ξ(“ξ”)’
bekannt ist. Setzen wir aber
“H”
|
| | Mit andern Worten: Ohne jene
Definition hätte man das Paradox gar nicht hinschreiben
können. |
| |
| | Aber ist es wahr, daß das
Paradox ohne die jene Definition nicht
hingeschrieben werden könnte? Warum soll ich nicht
schreiben: “Die Eigenschaft einer
87 Eigenschaft, sich nicht
selbst zu besitzen, ˇdie besitzt sich selbst & besitzt
sich nicht selbst”? Dies ist freilich
sonderbares merkwürdiges
Deutsch; aber es ist doch, zur Not, ein
deutscher Satz ; aber doch zur Not ein deutscher
Satz. Und was soll ich nun sagen: “Da die beiden Sätze deren logisches Produkt den Widerspruch bildet gibt die einander hier widersprechen zu nichts zu brauchen sind, so schadet der Widerspruch nicht” – oder: “Daß diese beiden Sätze auseinander folgen & sich widersprechen, zeigt, daß sie zu nichts zu brauchen, also
Kann man sagen: “Wäre dieser Satz in einem Sprachspiel zu gebrauchen, so würde er zu einem Widerspruch führen”? Oder so: “Wäre dieser Satz
88 brauchbar, so hätte
man freilich Grund, sich über den Widerspruch
aufzuregen; da er aber ohnehin unnütz ist, so schadet ja der
Widerspruch nichts.” Oder auch: “Da wir ja nicht wissen, wie dieser Satz, oder was so ausschaut, wie ein Satz, zu verifizieren wäre, so braucht uns der Widerspruch nicht zu bekümmern.” |
| | Wie aber, wenn wir
nun dieser Struktur einen Sinn,
Verwendung
gäben? Nun, dann müßten wir
den Widerspruch verhindern; etwa durch &
wie, das würde der Sinn ergeben. |
| ∫/ |
Das
89 sondern sie seien
(gleichsam) Bilder ihrer Bedeutungen,
ˇ daß sie ihre Bedeutungen gleichsam in sich
aufgenommen haben – es kann eine Sprache geben in
deren Gebrauch, der alles das [F|f]remd ist. Und
wie zeigen drück[e|t]en sich diese
‘Empfindungen’
|
| ∕∕ |
Das
Vertraute Gesicht eines Wortes; die Empfindung,
// Es ist wichtig, daß wir uns eine Sprache denken können, in der alles
90 das keine Rolle spielt der alles das fremd ist. Die mit ihren Worten
|
| / |
Die Fälle, in denen wir mit Recht sagen, wir denken,
was wir sehen, als das & das, sind leicht zu
|
| / |
Wenn wir
deuten, stellen wir eine Vermutung an, sprechen eine Hypothese aus,
die sich nachträglich als falsch erweisen kann.
Sagen wir “Ich sehe diese Figur
als ein F”, so kann das so wenig verifiziert oder
falsifiziert werden wie der Satz “Ich sehe eine
rotes Kreuz leuchtendes
Rot”. Hier
Hier ist besteht also eine
Ähnlichkeit der Verwendungen des Wortes “sehen”
im einen & im andern Zusammenhang. (Nicht eine
Ähnlichkeit die
ich
91 wir durch Introspektion sehen
wahrnehmen. uns zeigt.)
// Sagen wir
“Ich sehe diese Figur als ein
F // ”, so gibt es dafür,
Im dazugehörigen Text
92 w
einmal von einem Glaswürfel
Aber merkwürdigerweise wir können wir auch sagen, daß wir die Illustration einmal als das eine, einmal das andere dieser Dinge sehen. – Wie merkwürdig nun, daß wir die Worte der Deutung auch als zur Beschreibung des unmittelbar Wahrgenommenen verwenden können! Da möchten wir zuerst so antworten: Jene Beschreibung der unmittelbaren Erfahrung mittels einer Deutung ist nur eine indirekte Beschreibung. Die Wahrheit
93 C geben;
& es gibt nun auch drei direkte
Erfahrungen –
|
| |
| | Nehmen
wir an, jemand mache die folgende
Entdeckung[:| .] Er untersucht die
Vorgänge in der Retina wenn eines
Menschen der Menschen Subjekt, der
das ˇdie
ˇetc, & er findet, daß diese
Vorgänge ähnlich denjenigen sind, welche er
beobachtet, wenn das Subjekt einmal einen Glaswürfel
anschaut, einmal ein
Aber mit welchem Recht? Wie kann denn das Experiment etwas über die Natur der unmittelbaren Erfahrung aussagen? – Es reiht sie in eine bestimmte Klasse von Phänomenen ein. |
| |
Wie identifiziert man die Erfahrung
A'? Wie kommt es, daß ich überhaupt von
dieser Erfahrung ˇetwas weiß?
Wie lehrt man jemand den Ausdruck dieser Erfahrung “Ich sehe die Figur jetzt als Drahtgestell”? Viele haben das Wort “sehen” gelernt & nie einen derartigen Gebrauch von
Wenn ich nun so einem
|
| / | Es ist also
die Neigung, jenen Wortaudruck zu gebrauchen eine
charakteristische Äußerung des Erlebnisses. (Und
eine Äußerung ist kein
Symptom.)
|
| | Sollen wir nun sagen, er
habe die Figur als Drahtgestell gesehen, obwohl er die
Erfahrung, sie einmal als das, einmal als etwas andres zu sehen
|
| | Denken wir es fragte
[e|E]iner: Sehen wir alle ein Druck
F auf die gleiche
Weise? Nun man könnte folgenden Versuch
Mancher Oder wir fragen: “Wenn Du ein F mit einem Gesicht im Profil vergleichen solltest, wo würde die Nase wo wäre vorne, wo hinten?” Mancher würde diese Fragen einfach nicht verstehen. Sie sind analog Fragen der Art “Welche Farbe hat für Dich der Laut a?” oder “Kommt Dir a gelb, oder weiß vor?” etc. Wenn Einer diese Frage nicht verstünde, wenn er erklärte sie
Im Gegenteil: Wenn er diese Worte verstehen gelernt hat dann kann er auf jene Frage ‘mit Verständnis’ oder anders
|
| | “Sehen wir
Alle ein F auf die gleiche
Weise?” – Das heißt vor allem
noch gar nichts, solange nicht festgelegt ist, wie wir erfahren,
‘auf welche Weise’ Einer es sieht. Aber
wenn ich nun z.B. auch sage
“Für mich schaut ein F nach rechts &
ein J nach links”
|
| |
Nehmen wir an, die Frage wäre nie gestellt worden:
“In welcher Richtung schaut ein
F?”
– sondern nur die: “Wenn Du einem
F ˇ& einem
J ein
Aug & eine Nase malen solltest
würden
|
| | Eine Verwendung des Begriffs
“in dieser Richtung schauen” ist
z.B. die: Man kann
sagt einem Architekten sagen
“Mit dieser Verteilung der
Verteil die Fenster schaut die der
Facade ˇso daß sie in dieser Richtung
schaut! // “Du mußt
Die Frage, ob es sich (hier) um ein Sehen oder um ein Deuten handelt,
|
| | Warum aber sehen wir das
nicht sogleich, sondern denken, es müßte hier einen
unmittelbarern Ausdruck geben, & das Phänomen sei nur zu
ungreifbar, nicht recht zu beschreiben, & wir
mü[ß|ss]en jedenfalls zur Verständigung mit
Andern zur indirekten Darstellung greifen?
Wir sagen uns: Es ist unmöglich, daß wir, ohne eine etwas ˇder Figur in der
Phantasie
hinzuzucfügen, ein
Erlebnis haben,
Man könnte z.B. sagen: “Du
|
| | Denken wir uns aber
nun diese Art von Erklärung: Wenn man sich ˇbeim
Essen die Nase zuhält, & sagt während
u verlieren die Speisen jeden Geschmack außer dem
der Süße, Bitterkeit, Salzigkeit & Säure.
Also, ˇwollen wir einmal sagen, besteht der besondere
Geschmack, des Brotes, z.B., aus diesem
‘Geschmack’, im engern Sinne, &
dem Aroma, das ˇeben verlorengeht, wenn wir nicht durch
die Nase [A|a]tmen. Warum soll es nun beim Sehen
von etwas als etwas nicht ähnlich
Denk z.B. an gewisse unwillkürliche Deutungen musikalischer
Nun, sagen wir: diese Deutung drängt sich uns auf. (Das ist doch ein Erlebnis.) Und die Deutung kann aus gewissen rein musikalischen Beziehungen erklärt werden. – Wohl, aber
|
| |
Sieh das Dreieck so,
daß c die Basis & C die Spitze ist; &
jetzt so, daß b die Basis & B die Spitze
ist. Was tust Du? – Vor allem:
– weißt Du, was Du tust? Nein.
“Nun vielleicht ist es der Blick, der erst auf der ‘Basis’ haftet, dann zur ‘Spitze’ geht.” Aber kannst Du sagen, ˇdaß in einem anderen Zusammenhang der Blick nicht ganz ebenso wandern könnte, ohne daß Du das Dreieck in dieser Weise
Mach auch diesen Versuch: Sieh das Dreieck so, daß es (wie eine Pfeilspitze) einmal in der Richtung A, einmal in der Richtung B zeigt.
|
| |
Von wem sagt man, er sehe das Dreieck als Pfeil, der
nach rechts zeigt? Von dem der ˇeinfach es
ˇeinfach als solchen ˇzu gebrauchen gelernt hat,
& es immer so gebraucht hat? Nein. Das
heißt natürlich nicht, man sage von so einem, er sehe es
anders, oder wir
|
| | Wir
sagen von dem, er sehe das Dreieck einmal so, einmal so, der
|
| ∫ | Wie ist es nun, wenn ich
ˇdas, was ich
Der sprachliche Ausdruck & die Konsequenzen sind hier andere als im Fall des Dreiecks. |
| / |
Wenn eine philosophische Frage sich kalt & unbehaglich
anfühlt, dann erinnere Dich, daß die rechte
Frage noch nicht gestellt ist. // erinnere Dich
daran:
|
| | Wenn ich sage ich halte,
eine Zeichnung etwa, für einen Würfel, – was heißt
das? – Ich reagiere i[m|n] bestimmter
[w|W]eise auf sie. Einer hält die gemalte
Fliege für eine wirkliche Fliege & will sie
verscheuchen. Etwas, was in
wirklichkeit konvex ist, halte ich für
konkav & will etwas in seine Höhlung
hineinlegen. Soll ich denn von dem, der das tut
nicht sagen: er sehe den Körper konkav? – Wenn er
|
| / |
|
| | ∣ Er ging,
& dieser geht? Ich dachte sie
täten das Gleiche! ∣ |
| |
Das etwas seltsame
Phänomen des so oder anders
Sehens
erscheint doch erst, wenn Einer erkennt, daß das Gesichtsbild in
einem Sinne gleichbleibt & etwas
ˇanders, was man “Auffassung” nennen
Oder fragen wir so: Welche Reaktion interessiert mich? Die, welche zeigt, daß einer eine Schale für eine Schale hält (also auch die, daß er eine Schale für etwas anderes hält)? oder die, daß er einen Wechsel beobachtet
|
| | Es ist auch möglich, daß ich
sage: “Ich habe das immer für eine Schale
gehalten, jetzt sehe ich, daß es keine ist” – ohne
daß ich mir eines Wechsels des ‘Aspekts’
bewußt bin. Ich meine einfach: ich sehe
jetzt etwas anderes, habe jetzt einen anderen
Gesichtseindruck. Nehmen wir an, Einer zeigte mir etwas & fragt, was das sei. Ich sage “Es ist ein Würfel.”, – [d|D]arauf er: “Also so siehst Du es⌊.⌋”. – Müßte ich
|
| ∕∕ | Ich bin
mir, wenn ich die Gegenstände um mich her betrachte, nicht
bewußt, daß es so etwas wie eine visuelle Auffassung
gibt.
|
| | ∣
Die Stelle in der
6ten Symphonie, bei der man die Sonne
durchscheinen sieht, während es noch regnet.
Es ist
Wenn ich sage: “Das würde außerhalb dem Zusammenhang der Symphonie nicht geschehen”, so ist daran etwas unklar. Man kann fragen: “Wie weißt Du das?” – Ich meine aber: Es wäre freilich denkbar, daß jemand, der nur jene Takte kennte, fände, sie seien irgendwie jenem Naturvorgang zu
|
| ∕∕ |
Aber wenn Dir jemand sagt “Ich sehe diese
Figur als
|
| | Äußert, wer über Schmerzen
klagt, einen Gedanken?(!) |
| |
¤ // Aber, was er sagte, ist ein zeitlicher Satz. Nicht einer über das Wesen dieses Phänomens; sondern der sagt: das
|
| | Die Äußerung des
Erlebnisses ist: “Ich sehe das jetzt als
Pyramide; jetzt als ˇein Quadrat mit denc
Diagonalen.”
Was ist nun
das ‘das’, welches ich einmal so, einmal so
sehe? Ist es die Zeichnung? Und wie
weiß ich, daß es beidemale dieselbe
Zeichnung ist? Weiß ich es nur, oder sehe
ich's auch? –
Wie wäre es, wenn nachgewiesen würde die Zeichnung habe
sich immer ein wenig geändert, wenn man sie als etwas
anderes sieht; oder das Gesichtsbild sei dann ein wenig
anders. Es sehe, z.B.,
|
| |
| ∕∕ |
Es scheint sich hier etwas an der Figur // am Gesichtsbild der Figur // zu
ändern; & ändert sich doch wieder nichts.
Und ich kann nicht sagen: “es fällt mir immer
wieder eine neue Deutung ein”. Ja, es ist wohl
das; aber sie verkörpert sich auch gleich im Gesehenen.
Es fällt mir ˇimmer wieder ein neuer Aspekt der
Zeichnung, – die ich gleich bleiben sehe
– auf. Es ist als ob ihr immer wieder ein neues Kleid
angezogen würde, & als ob doch ˇbeim genauen
Hinsehen jedes Kleid ˇwieder gleich sei dem
andern.
|
| | Man könnte auch sagen:
“Ich deute die Figur nicht nur, sondern ich
ziehe ihr auch die Deutung an.” |
| / | Wenn man
|
| | ∣ Dieser Bemerkung, wie
|
| / | Wie wird
“wollen” wirklich gebraucht? Man ist
sich in der Philosophie nicht dessen bewußt daß man
einen ganz neuen Gebrauch des Wortes für die
Philosophie erfunden hat indem man ihn dem des Wortes
“wünschen” z.B.
ange-
“Wollen” wird manchmal in der Bedeutung von versuchen verwendet. “Ich wollte aufstehen, war aber zu schwach.” Anderseits will man sagen daß wo immer eine willkürliche Bewegung gemacht wird gewollt werde. Wenn ich also gehe, spreche, esse etc. etc. so soll ich nun wollen eben das tun wollen. Und hier kann es nun nicht versuchen heißen. Denn wenn ich gehe so heißt das nicht ich versuche zu gehen &
|
| / | Die
Philosophie hat
|
| ∫ |
“Ich kann meinen Arm heben wenn ich
will” heißt einfach: “Ich kann meinen Arm
heben”, oder “wenn ich meinen Arm heben
|
| / |
‘Das Wort
“X” hat zwei Bedeutungen’
heißt: es hat zwei Arten desr Gebrauchs
Verwendung. |
| |
Soll ich sagen: “Wenn Du die
Verwendung dieses Wortes in unsrer Sprache beschreibst, wirst Du
sehen, daß es zwei Verwendungen & nicht nur eine
hat”? |
| / | Könnten
wir uns nicht denken, daß Leute erklärten, das Wort
“Bank”
|
| ⨯ |
Grammatik & Realität. Vier
primäre Farben. Muß man Farben & Formen
trennen? |
| ⨯ |
Art der
Verwendung des Worts. Fragen:
“Wird dieses Wort nicht eigentlich in zwei
Bedeutungen verwendet?”
(z.B. Schmerzen)
Anderseits: “Das Wort wird auch in einer
andern Bedeutung gebraucht, nämlich so:
…” “Das Wort … hat im Englischen
zwei verschiedene Bedeutungen, so wie im
Deutschen”. |
| ⨯ | “Ich
muß wissen wo ich Schmerzen habe, ehe ich darauf den
Ort zeigen
kann”. Damit
|
| |
Motto: “Natur hat weder
Kern noch Schale. Du frage Dich …” |
| | Haben die Worte
“gehen” & “ging” die
gleiche Bedeutung? Haben die Worte “gehe” & “gehst” die gleiche Bedeutung? Hat das Wort “go” in “I go” & in “you go” die gleiche Bedeutung? |
| / | Soll ich
sagen: “Zu zwei verschiedenen Bedeutungen
gehören zwei verschiedene Erklärungen der
Bedeutung”? |
| / | Denk Dir
ˇin einer Sprache eine Gruppe von Sätzen von je drei
So ein Satz könnte nun lauten “a a a”, wenn nämlich “a” der Name einer Person, eines Werkstücks & einer Tätigkeit ist. |
| / | Was
heißt es nun: “Das
Denk Dir das Schachspiel mit lauter gleichgestalteten Steinen gespielt. Man müßte sich dann
|
| / |
| ∫ | Denken
wir uns menschliche Arbeit würde von Gesang
begleitet. Sie wird nach dem
Rhytmus des Gesangs ausgeführt // Es wird nach dem Rhytmus des Gesangs
gearbeitet // , der Gesang inspiriert die
einzelnen Tätigkeiten. Eine Änderung in den
Gesängen macht tiefgreifende Änderungen im Resultat
der Arbeit. So könnte der Philosoph die Arbeit der
Menschen beeinflussen. Er singt eine bestimmte Melodie, die
das Denken der Menschen lenkt. |
| / | ∣ Man
sucht, hat noch nicht
|
| ∫ | ∣
Man könnte von “funktionalen
Zuständen” reden.
(Z.B.: dieses Ding
reagiert Ich bin heute sehr reizbar. Wenn man
mir ˇheute das & das sagt reagiere ich immer so
& so.) Dem entgegengesetzt:
Ich habe den ganzen Tag
Kopfschmerzen.) ∣ |
| ∫ | Unter welchen
Umständen sagen wir daß eine Behauptung gemacht wurde? – Es gibt Sprachspiele, die einen Satz
Aussage als
Behauptung
cha-
|
| / | Wie ist man je
dazu gekommen, einen Ausdruck wie “ich
glaube …” zu gebrauchen? Ist man etwa
plötzlich auf ein Phänomen, das des Glaubens,
aufmerksam geworden? // Wurde man etwa auf
ein Phänomen, das des Glaubens,
aufmerksam? // |
| / | Hatte man sich
beobachtet & fand so dies Phänomen? |
| | Hatte man sich selbst & die
andern Menschen beobachtet & fand so d[as|ie]
Erscheinung des Glaubens. |
| / | Es könnte
|
| |
| |
| ∫/ |
Wie würden sich Menschen, die das Dreieck nicht, wie wir,
einmal so, einmal so sehen könnten von uns
unterscheiden? – Wenn wir zu einem Stamm kämen
der diese Erlebnisse nicht hat, wie würden wir es
merken? |
| / |
Wie
würden wir es merken, wenn die Leute Tiefe nicht sehen
könnten? Wenn sie also so wären wie
Berkeley glaubte, daß
wir seien. |
| ∫ | Kann man denn
fragen: “Wenn Du die Figur einmal als das, einmal
als das siehst, – siehst Du da wirklich jedesmal etwas
anderes?” – Und was sagt der, der dies
bejaht? // bejahen
|
| ∫ |
| ∫ | “Irgend
etwas geht in meinem Gesichtsraum vor. Wie kann ich es
beschreiben? Am besten indem ich sage durch
eine Bewegung.” |
| ∫ | “Ich
sehe in diesen Linien ein Gesicht mit einem komischen
Ausdruck”, drum lächle ich es an. |
| / |
| / |
“Der Ausdruck ähnlich dem
Gefühl”. Die bittere Speise ähnlich dem
bitteren Gram. “Zum Verwechseln
ähnlich” – Wie wäre es wenn sie nicht
nur ähnlich, sondern gleich wären? |
| / |
“Gram & Sorge sind ähnliche
Gefühle”: ist das eine
Erfahrungstatsache? |
| ∕∕ |
Soll ich
sagen: “Ein Hase kann ausschauen wie eine
Ente”? |
| / |
Wäre es
denkbar, daß jemand,
noch anders, obwohl ich für die den zweiten Aspekt
kein Wort habe”. Später lernt er eine Ente
kennen & sagt: “Als das habe
ich damals die Zeichnung gesehen!” –
Warum ist das nicht möglich? |
| / | Oder denk, jemand sagte
“Dieser Hase hat einen selbstgefälligen
Ausdruck” – Wenn nun Einer von einem
selbstgefälligen Ausdruck nichts wüßte,–
könnte ihm da etwas auffallen, & er
später,
|
| / | Das
treffende Wort. Wie wird es gefunden?
Beschreibe es // das // !
Als Gegensatz dazu: ich finde die richtige Bezeichnung
für eine Kurve, nachdem ich bestimmte Messungen an ihr
vorgenommen habe. |
| / | Ich sehe,
daß das Wort treffend ist, noch ehe ich weiß, & auch
wenn ich niemals weiß, warum es treffend ist.
|
| / |
Ich würde den nicht verstehen, der
sagte; : er hätte das Bild als das
eines Hasen gesehen, dies aber nicht sagen können, da er damals
von der Existenz eines solchen Wesens nichts gewußt habe.
|
| ∕∕ |
Soll ich also sagen: “Der
Bildhase & die Bildente schauen ganz gleich
aus”?! – Dagegen sträubt
|
| / | Denk Dir das
zweidoppeldeutige
Bild in einer Bildergeschichte verwendet:
[d|D]ann ist es, zum Beispiel, nicht möglich
daß ein anderes Tier der Ente begegnet & sie für
einen Hasen
|
| / |
“Ich
kann so wenig zugleich den Hasen & die Ente sehen, wie
zugleich die Worte “Weiche
Wotan, weiche!” in
ihren zwei Bedeutungen meinen.” – Aber das
wäre nicht richtig; wohl aber, daß es uns
|
| / | Die
Fakten der menschlichen Naturgeschichte, die auf unser Problem
Licht werfen, sind ˇuns schwer uns zu
|
| ∫ |
Wenn ich nun
immer frage “Was sind die Reaktionen Eines, der die
Figur einmal so, einmal so sieht, – sage ich
damit daß ich nicht an einen innern Vorgang, oder Zustand, des
Sehens glaube? Der Arzt fragt den Patienten “Hast Du starke Schmerzen”; ich frage den Arzt “Willst Du eine Antwort haben?”; der Arzt sagt “Ja”. [i|I]ch sage: “So interessieren Dich also nur Worte!”
|
| / |
Glaube ich
nicht an einen innern Zustand des Sehens & der Andre sagt
“Ich sehe …”, so glaube ich, daß er
nicht Deutsch kann, oder lügt. |
| / | Was hat der
gesagt der
Und was tut der, der zugibt, daß ich jedesmal etwas ganz verschiedenes sehe? |
| ∕∕ |
“Wie weiß ich, daß ich über diesen
Gesichtsausdruck lächle?” |
| / | “Ich
habe einen ganz bestimmten Gesichtseindruck, den ich den des
Hasen nenne & einen ˇganz anderen, den ich den der Ente
nenne.” Laß mich ihn einmal bloß
“A” & den andern
“B” nennen: Wie könnte ich
nun, ohne auf einen Hasen & eine Ente Bezug zu nehmen, Einem
erklären die Bedeutung von
“A” & “B”
erklären?
Es wäre z.B. so möglich: Ich sage ihm “A” & ahme dabei mit meinem Gesicht das Gesicht eines Hasen nach; & bei “B” das Gesicht einer Ente. |
| / |
“‘Das
sehen’, heißt nicht: so reagieren
– denn ich kann sehen, ohne zu reagieren.”
Natürlich. Denn weder heißt “ich
sehe”: ich reagiere, noch “er
sieht”: er reagiert, noch “ich
sah”: ich reagierte, etc..
Und wenn ich auch immer, wenn ich sehe, sagte “ich sehe”, so würden diese Worte doch nicht sagen: “ich sage ‘ich sehe’”. |
| / | Ich deute auf
einen bestimmten Fleck des Bildes & sage “das ist das
Auge des Hasen oder der Ente”. Wie kann denn etwas
in dieser Zeichnung ein Auge sein?
|
| ∫/ |
Welche Reaktion ist für das Sehen
charakteristisch? Das kann man fragen. Wenn
|
| ∫ |
“Welche
|
| / |
“Kann man die Tiefe wirklich
sehen?” – “Warum soll man nicht
Tiefe sehen können, wenn man Farben
|
| / | Eine
Bemerkung, daß die ˇAnordnung in die Tiefendimension eine
Eigenschaft des ‘Gesehenen’ ist wie jede andere,
hilft nicht. |
| / | Was heißt
es, daß die Höhlung
|
| / | Wenn ich sage,
was ich weiß, – wie sage ich das, was ich
weiß // wußte // ?
|
| ∕∕ |
Was ist die Beschreibung dessen, was ich
sehe? (Das heißt nicht nur: Mit welchen
Worten
|
| ∫ | Wie
merkwürdig, daß es so etwas gibt: Die Beschreibung
meiner Erfahrung // dessen, was ich
|
| / | Das
eigentümliche Gefühl, das uns das Wiederkehren eines
Refrains gibt. Ich möchte eine Geste machen.
Aber die Geste ist eigentlich gar nicht charakteristisch für
gerade das Wiederkehren eines Refrains. Vielleicht
könnte ich ein Wort finden, das die
Situa-
Ich könnte z.B. vor den Refrain die Worte “wie gesagt” setzen. Und das wäre gewiß treffend; aber es erklärt nicht, warum der Refrain mir einen stark komischen Eindruck macht. Denn ich lache doch nicht immer, wenn ein “wie gesagt” am Platz ist.
|
| ∫ |
“… dann ist mein Herz in ihrer
Mitte.” Das könnte ich jedem erwidern,
der sagt, man fühle, der Ausdruck der Empfindung deute auf etwas
außer sich, etc. // Das
könnte ich dem antworten, der mir sagt: man
fühle, daß der Ausdruck des Erlebnisses auf etwas
außerhalb seiner selbst deute. // |
| | 26.5.46.
Der ‘Inhalt’ der Erfahrung, des
Erlebnisses: Ich weiß wie Zahnschmerzen sind, ich kenne
Zahnschmerzen, ich kenne I know what
it's like to see, red, green, blue, yellow, I know what
it's like to feel sorrow, hope, fear, joy, affection, to
wish to do something, to remember having done something, to
know intend doing something, to see a drawing
|
| / | Der
Begriff ‘Wort’ in der Linguistik. Wie
gebraucht man “dasselbe Wort”?
‘“habe” & “hatte”
sind dasselbe Wort.’ ‘Er sagte zweimal
dasselbe Wort,
‘Sind “Bank” (plur. “die Banken”) & “Bank” (plur. “die Bänke”) das gleiche Wort?’ ‘Sie sind ethymologisch das gleiche Wort.’ ‘Ist es beidemal das gleiche Wort “habe”, wenn man sagt “Ich habe ein Haus” & “Ich habe ein Haus gebaut”?’ |
| |
Betrachtung: Ein Stamm den wir
unterjocht haben, den wir ˇetwa zu einem Sklavenstamm machen
wollen. Das Benehmen, Verhalten, dieser Leute ist uns eben
deshalb interessant. Wir wollen es beschreiben,
verschiedene Aspekte dieses Benehmens beschreiben.
Wir betrachten & beobachten z.B.
Schmerzbenehmen, Freudebenehmen etc. Zu ihrem
Benehmen gehört auch der Gebrauch einer Sprache.
Ich nehme nun an, daß die Leute Ausdrücke besitzen, wie die folgenden: “Ich habe schwarzes Haar”, “Er hat schwarzes Haar”; “Ich habe Geld”, “Er hat Geld”; “Ich habe eine Wunde”, “Er hat eine Wunde”. Und nun benützen sie diese Grammatische Konstruktion in psychologischen Aussagen.
|
| ∫ |
Sieh die Sprache nicht als etwas Homogenes
an! D.h.: [r|R]ichte
Das ist der Grund, warum uns die Aristotelische Logik so wenig beschäftigt. |
| |
“Als ich ‘Bank’
hörte, schwebte mir die Bedeutung Geldbank vor.”
Es ist, als wäre ein Keim der Bedeutung erlebt
worden & dann interpretiert worden.
Nun, ist das ein Erlebnis? |
| / | Man könnte geradezu
sagen: “Ich hatte ein Erlebnis, das der Keim zu
dieser Verwendung war”. Das könnte die uns
natürliche Ausdrucksweise
|
| ∫ | Ist das Gefühl
wichtig
|
| ∫ | Ich sage mir
in Gedanken das Wort Bank vor – &
meine es in der Bedeutung von Geldbank, nicht
Sitzbank. |
| ∫ | “Aber er kann
doch dies meinen, ohne es zu sagen!” // “Aber er kann es doch auch meinen, ohne
dies je zu sagen!” // |
| ∫ | Das
heißt: es hat Sinn von Einem zu sagen, er habe das &
das gemeint,
Fragen wir uns auch: Welchen
Denken wir uns, einen Volksstamm wir beobachten die Rede eines Volksstamms;
|
| ∫ | Und diese
Frage, selbst angenommen, daß sie einen klaren Sinn hat, ist
nicht zur Sache, möchte man glauben. Was geht
uns der Nutzen einer Äußerung an? Eine
Mitteilung hat doch einen Sinn, auch wenn sie Keinem etwas
nützt. Und
|
| ∫ | Wohl,
aber was ist dann das
Problem? Was die Äußerung
mitteilt? – Verstehen wir es denn nicht? – Oder verstehen wir es vielleicht wirklich nicht, wenn wir
nicht wissen, wie so eine Äußerung angewandt
wird? // Äußerung im Verkehr Verwendung
findet? |
| ∫ | “Als ich das Wort in
Gedanken aussprach, meinte ich …” Wie ging das
nun vor sich? Was ging vor sich? – “Nichts”, möchte man
antworten. – Und doch eben das.
|
| |
O! Möwe
Gott mir Zuriedenheit mit
meinem Schicksahl geben! Es ist im
Leben wie in der Philosophie:
[Gewinnen Sie's dem stolzen Herzen ab!] |
| / | Vorliebnehmen ist auch
etwas, was man lernen kann. // Vorliebnehmen
ist auch
|
| / | Ein Stamm, den wir
versklaven wollen. Die Regierung & die
Wissenschaftler geben aus, daß die Leute dieses Stammes keine
Seelen haben; man könne sie also ohne Skrupel
|
| / | Diese Wesen
lernen nun, z.B.,
|
| / | Wir spielen auch mit diesen
Wesen das Spiel: “Denk Dir eine
Zahl! – Multiplizier sie mit 5! –
…” – Beweist, das, daß
doch etwas in ihnen vorgegangen ist? –
|
| / | Und
nun beobachten wir ein Phänomen, – das wir als den Ausdruck
des Erlebnisses interpretieren könnten: eine Figur einmal
als das, einmal als jenes sehen. Wir zeigen ihnen
|
| / |
Welches Interesse, welche
Wichtigkeit hat dieses Phänomen, diese Reaktion?
[Es|Sie] mag ganz unwichtig, ganz uninteressant
sein, oder auch wichtig & interessant. Ich,
wie Manche Leute assoziieren mit
|
| / |
Die Sklaven sagen auch: “Als ich das Wort Bank
hörte, bedeutete es für mich …”
Frage: Auf dem Hintergrund welcher
|
| / | Wir fragen uns:
“Was interessiert uns an den
psychologischen Äußerungen der
Menschen?” –
Sieh''s es
nicht als so selbstverständlich
an, daß uns diese Wortreaktionen interessieren. |
| / | Warum
interessiert uns die chemische Formel
|
| / | “Du wirst doch
nicht läugnen, daß Rost & Wasser
&
|
| / | Ist nun das
Auffassen MeinenˇHören oder Denken eines Worts in der oder der
Bedeutung eine echte Erfahrung? – Wie ist
das zu beurteilen? – – Was spricht dagegen?
Nun, daß man keinen Inhalt dieser Erfahrung entdecken
kann. Es ist als äußerte man eine Erfahrung,
könne sich dann aber nicht besinnen, was die Erfahrung
eigentlich war. Als könnte man ˇsich
zwar manchmal ˇauf eine Erfahrung
(z.B. Vorstellungen) besinnen
die mit der, die wir suchen,
Und ist es so nur mit der Erfahrung des Meinens? Nicht auch, z.B., mit der des Erinnerns. Wenn man mich fragt, was ich
|
| / | Es könnte
Eeinen fast
wundernehmen, daß man die Frage “Was hast Du
heute morgens getan?” beantworten kann
– ohne in Dokumente Einsicht zu nehmen oder dergleichen // ohne ˇhistorische Spuren meiner Tätigkeit
aufzusuchen oder dergleichen // . Ja ich
antworte, & wußte nicht einmal, daß dies nur durch einen
besonderen seelischen Vorgang, das Erinnern, möglich ist, wenn es
nur nicht gesagt würde. |
| / | Aber es gibt natürlich
ein “Ich glaube mich daran zu erinnern” –
ob nun richtig oder falsch – & hier kommt
das Subjektive des Psychologischen heraus // zum Vorschein // . //
& hier haben wir das Subjektive … // |
| ∫ |
Es sind natürlich diese
|
| / | Sage ich
nun,ˇ das Erlebnis des Erinnerns & das
Erlebnis der Schmerzen, z.B., sind von
verschiedener Art, so ist das irreleitend, da man bei
“Erlebnissen verschiedener Art” etwa
vielleicht an eine Verschiedenheiten wie
die zwischen einems Schmerz⌊es⌋,
einems Kitzel⌊s⌋ & einems
Gefühl der Übligkeit
denkt. Während die Verschiedenheit, von der wir reden
eben vergleichbar ist, der der Zahlen
1
& i //
1 &
√‒1 // . |
| / | Woher nimmt
man nun den Begriff des ‘Inhalts’ eines
Erlebnisses // einer
Erfahrung // . Nun,
|
| / | Warum, wenn ich meine
subjektive Erinnerung mitteile,
|
| / | Ja, wenn ich
sage: “Erinnerungen an jene Tage tauchten in mir
auf”, so scheint es anders. Da bin ich geneigt,
von einem Inhalt der Erfahrung zu reden & denke mir etwas wie
Worte & Bilder, die vor meiner Seele auftauchen. |
| / | Ich kann
Einem zeigen, wie ein
|
| / |
Wenn
|
| / |
Und so könnte man auch
wirklich von einem Gefühl “Lang, lang
ist's
her!”
sprechen & diese Worte sind ein Ausdruck der Empfindung aber
nicht: “Ich erinnere mich daran, ihn oft
begegnet zu haben”. |
| ∫ | Der spontane
Ausdruck der Empfindung.
|
| / |
“Wenn sie
Wir haben das Wort “Liebe” & geben diesen Titel nun dem Wichtigsten. (Wie wir den Titel “Philosophie” eine[m|r] bestimmten geistigen Tätigkeit verleihen.) |
| / | Wir
verleihen Wörter wie wir, bereits vorhandene, Titel
verleihen.
|
| / | “Ein neugeborenes
Kind hat keine Zähne”. – “Eine
Gans hat keine Zähne”. – “Eine
Rose hat keine Zähne”. “Eine Rose hat keine Zähne” – das ist doch offenbar wahr! Sicherer sogar, als daß eine Gans keine hat. Und doch ist es nicht so klar. Denn wo sollte eine Rose Zähne haben. Die Gans hat keine in ihren Kiefern. Und sie hat natürlich auch keine in ihren den Flügeln, aber da[ß|s] meint niemand, der sagt, sie habe keine Zähne. Ja, wie, wenn man sagte: Die Kuh kaut Gras mit ihren Zähnen & düngt dann die Rose damit, also hat die Rose Zähne im Mund eines Tiers. Das ist darum nicht absurd, weil man von vornherein gar nicht wüßte, wo man nach Zähnen bei der Rose zu suchen hat. [Dies hängt irgendwie
|
| / | “Siehst Du, so ist
das, wenn man sich an etwas erinnert.”
So? Wie? – Kann man sich
denken, daß Einer sagte: “Ich werde
diese Erfahrung [nämlich das Erinnern] nie
vergessen!”? |
| /∫ | Ist die
Erinnerung eine Erfahrung?
|
| / |
Und
ist es eine Erfahrung, wenn das Wort “Bank” das eine
oder andere für mich bedeutet?
Wieder: Was erfahre ich? – Man ist geneigt zu antworten: Ich habe das & das vor mir gesehen, mir vorgestellt. So sag ich es also nur – daß das Wort dies für mich bedeutet hat – & es ist nichts geschehen? Es waren bloße Worte? – Bloße Worte nicht; & man kann auch sagen, daß etwas geschehen ist, was ihnen entsprach – aber man kann, daß es nicht bloße Worte waren, nicht damit erklären, daß etwas vor sich ging [d|w]aß ihnen entsprach. Denn die beiden Ausdrücke bedeuten einfach dasselbe.
|
| ∫ |
“Aber diese Worte waren doch auch nicht nur
gesagt!” – Sie waren nicht von
Gefühllosigkeit begleitet. Gefragt, ob sie
bloße Worte wären, werde ich antworten
“nein”. Eine Erklärung, oder
Fortsetzung geben. Oder sie hatten eine
Fortsetzung. Es ist, wie wenn ich eine Schachpartie zu
spielen anfinge: auch wenn ich unterbrochen werde, werde
ich auf die Frage, ob ich bloß automatisch Steine gerückt
habe, sagen, ich hätte eine Schachpartie spielen wollen, zu
spielen beabsichtigt. Ich werde auch erklären
können, was für ein Spiel Schach ist, die Regeln angeben
können & allerlei darüber aussagen
können. Ich war auch zur Zeit als
ich die Partie anfing
|
| / | Das
Gefühl, man sei schon früher einmal in eben derselben
Situation gewesen: Ich habe dies Gefühl nie
gehabt. Wenn ich einen guten Bekannten sehe, so ist mir sein Gesicht wohl bekannt, es ist mir viel vertrauter, als wenn es mir bloß ‘bekannt vorkommt’. Aber worin besteht die Wohlvertrautheit? Habe ich, während ich ihn sehe die ganze Zeit das Gefühl der Wohlvertrautheit? Und warum will man das nicht sagen? Man möchte sagen: “Ich habe gar kein besonderes Gefühl der Vertrautheit, kein besonderes Gefühl, daß meiner Vertrautheit mit ihm entspricht.”
Ich sehe einen guten Bekannten, & jemand fragt mich, ob mir sein Gesicht bekannt vorkommt. Ich werde sagen: nein. Das Gesicht sei das eines Menschen, den ich tausendmal gesehen habe. “Und da
Wie zeigt es sich, daß ich kein Gefühl ausdrücke, wenn ich sage: freilich sei mir das Gesicht bekannt, & höchst genau? // bekannt, ja so wohlbekannt, wie nur möglich? // |
| / | Warum ist es
lächerlich, hier von einem fortwährenden Gefühl
der Wohlvertrautheit zu reden? – “Nun weil
Du keines hast // spürst // .” Aber
ist das die Antwort? |
| / | Ein Gefühl der
Wohlvertrautheit, das wäre ˇso etwas
ähnliches, wie ein Gefühl des
Wohlbehagens. Warum scheint es richtig, hier von dem
letzten einem Gefühl zu reden,
|
| / | Und kann ich mir nicht auch
einen Fall vorstellen, in dem ich sagen würde, es hat Einer ein
ständiges Gefühl der
Wohlbekanntheit // Wohlvertrautheit mit einem
Objekt? Denke, es geht Einer in dem Zimmer umher,
|
| / | Ich denke
mir, daß alle seine Handlungen einen vertrauten Ton haben. – Aber wie werde ich das wissen? – Nur
dadurch, daß er mir es sagt. Er muß also gewisse
Worte gebrauchen, z.B. sagen
“Alles fühlt sich so vertraut an”, oder
einen anderen,
|
| | Gefühl der
Aber warum wähle ich gerade das Wort ‘unreality’ zum Ausdruck? Wegen seines Klangs doch nicht. (Ein Wort mit sehr ähnlichem Klang, aber ganz andrer Bedeutung würde es nicht tun.) Es ist wegen seiner Bedeutung. Aber ich habe doch nicht gelernt, dies Wort in der Bedeutung eines Gefühls zu gebrauchen! Nein; aber ich habe es in einer bestimmten Bedeutung gelernt, & nun verwende ich es spontan so. Man könnte sagen – obwohl das irreführen kann –: Wenn ich das Wort in seiner gewöhnlichen Bedeutung gelernt habe, so wähle ich sie nun zum Gleichnis für mein Gefühl // Erlebnis // . Aber
|
| / | Die Tatsache ist einfach,
daß ich ein Wort, in einer bestimmten Technik verwendet, als
Gefühlsausdruck gebrauche verwende. In einer neuen Art
gebrauche. Und worin besteht diese neue Art der
Verwendung? Nun, eines ist, daß ich
sage: ich habe ein Gefühl der
“unreality” –
nachdem ich nämlich die Verwendung des Worts
“Gefühl” auf die gewöhnliche Weise gelernt
habe. Auch: das Gefühl ist ein Zustand.
|
| / |
Zorn. “Ich hasse …” ist
oft der Ausdruck des Hasses, “Ich bin zornig”,
selten der Ausdruck
|
| / | So ist
also der Zorn kein Erlebnis? – Ist es eins, wenn
ich, sagen wir, meine Faust balle? , oder
einen Satz ausspreche oder niederschreibe? |
| / | Nimm die
verschiedenen psychologischen Phänomene:
|
| / | Ist das nicht; als sagte
man: “Vergleiche verschiedene Zustände des
Wassers” – & meint damit seine Temperatur, die
Geschwindigkeit, mit der es fließt, &
die Farbe, etc.? |
| / | Zu dem Benehmen der Menschen
|
| ∫ | Ich
glaube, ich treibe eine Art Mathematik ohne
|
| ∫ | 22.7.46.
[Ich bin furchtbar bedrückt. Über meine
Zukunft ganz & gar unklar. Meine
Liebesgeschichte mit
R. hat mich ganz entkräftet. Sie hat mich
während der letzten 9 Monate, wie ein Wahnsinn beinahe,
festgehalten. Es ist, als wäre ich mit meiner ganzen
Kraft einem Phänomen nachgerannt; manchmal mit der Hoffnung
es zu erhaschen, öfter noch in ˇFurcht oder
Verzweiflung. Ich kann mir aber keinen Vorwurf machen,
d.h., ich mache mir keinen darüber.
War es gut, war es schlecht? Ich weiß es
nicht. Ich möchte nur sagen: es war ein
schreckliches Verhängnis.]
|
| ∫ |
“Aber geht nichts in meinem Geiste vor, wenn ich eine
Mitteilung mache, eine Frage stelle,
|
| / |
“Aber kann er sich nicht fürchten, auch wenn
er's nie
äußert?” – Was bedeutet dieses
“Kann”? Soll es heißen:
“Kommt es vor, daß Einer sich fürchtet, ohne es
je zu sagen?” – Nein.
Eher: “Hat es Sinn,
ˇz.B. diese Frage zu
stellen?” – Oder: hat es Sinn, wenn
uns ein Novelist erzählt,
|
| / | “Aber
|
| / |
Meine Schwierigkeit ist ganz
ähnlich der eines Menschen, der einen neuen Kalkül erfindet
(die Differentialrechnung etwa) & einen Symbolismus
sucht. |
| |
[And may God have mercy
on my soul.] |
| / | Die Bedrückung ist kein
Körpergefühl: denn wir lernen den
Ausdruck “ich fühle mich bedrückt”
nicht unter den Umständen, die ein bestimmtes
Körpergefühl kennzeichnen // auszeichnen // .
|
| / |
“Aber die Bedrückung, der Zorn,
etc, ist doch ein bestimmtes
|
| / |
Die
Unsicherheit
Aber warum soll es notwendig sein, daß er sich verstellt; denn Verstellung ist ja ˇnur ein ganz spezieller Fall davon, daß Einer Schmerz äußert & nicht fühlt. Ein bestimmtes Gift könnte ihn in einen Zustand versetzen, in welchem er ‘als Automat handelt’, sich nicht verstellt, aber nichts fühlt, obgleich er Gefühle äußert. Ich denke mir etwa, dies Gift bewirke es, daß er einige Zeit nach einer wirklichen Krankheit d alle Handlungen seiner Krankheitszeit genau, der Reihe nach, wiederholt, während die objektive Krankheit, die Schmerzursachen z.B., aufgehört haben, zu existieren.
|
| ∫ | Ungewißheit.
Einmal bin ich geneigt, das zu sagen, einmal wieder das
Gegenteil. – “Er weiß, ob er Schmerzen hat
ˇoder nicht, – ich weiß es
nicht”.2
Nun, das erste Glied der Disjunktion ist
|
| //✝ |
“Ich kann nie wissen, was in
|
| / | Das Bild
“Er weiß es, – ich weiß es
nicht.” ist eins, das
|
| / | “Jeder Mensch
weiß,
|
| / | Die Unsicherheit
der Aussage “Er hat Schmerzen” könnte man
eine konstitutionelle nennen. |
| |
[Die Schrecknisse des Lebens erleidet der Eine bei vollem
Bewußtsein, der Andere mehr oder weniger unter Narkose.]
|
| / | Das Kind, das sprechen
lernt, lernt den Gebrauch der Worte “Schmerzen
haben” & lernt auch, daß man Schmerzen
heucheln kann. // & lernt auch Schmerzen
heucheln. // Dies gehört zu dem
Sprachspiel, das es lernt. Oder auch: Es lernt nicht nur den Gebrauch von “Er hat Schmerzen”, sondern auch von “Ich glaube, er hat Schmerzen”. (Aber natürlich nicht von “Ich glaube, ich habe Schmerzen”.) |
| ∫/ |
Warum hat “Ich glaube, ich habe Schmerzen”
keinen Sinn? – Weil die Begriffe in diesem Satz
nicht zusammenpassen? – Soll ich sagen:
Wer einmal die Bedeutungen dieser Worte begriffen hat,
|
| | Denke,
statt “Er hat Schmerzen”, sagte man
immer: “Ich glaube, er hat
…”. Das Kind lernt also gleich diesen
Ausdruck. |
| ∫ |
Wenn Einer sagt “Man kann nie sicher sein, ob der
Andre das & das fühlt”, so scheint das
den [G|g]egenständlichen Charakter des
Gefühls zu betonen. Er hat eben etwas, & ich
weiß nicht, was er hat: & diese Worte haben doch nur
ihren bestimmten
|
| ∫ | “Ich weiß nicht,
ob er Schmerzen hat” – was soll das
heißen?? Welches Hokuspokus sind
|
| / | “Er kann auch
Schmerzen heucheln” – das heißt doch: er kann
sich benehmen als hätte er sie; ohne sie zu haben.
Gewiß; & so ein Satz unterstreicht natürlich ein
bestimmtes Bild; aber wird dadurch die Verwendung von
“Er hat Schmerzen”
|
| / | Wie aber, wenn Einer sagen
würde: “Schmerzen haben & Schmerzen
heucheln sind von-
|
| / | So hat also geheuchelter
Schmerz & wahrer Schmerz den gleichen Ausdruck?
Und wie unterscheidet man sie also? Wie weiß ich,
daß das Kind, welches ich den Gebrauch des Wortes
“Schmerz” lehre, mich nicht
mißversteht, & also immer das
“Schmerz” nennt, was ich “geheuchelten
Schmerz” nenne? |
| / | Angenommen, es erklärt
Einer das Lehren des Gebrauchs des Wortes “Schmerz”
in dieser Weise: Wenn das Kind sich bei bestimmten
Anlässen so & so benimmt, denke ich,
Diese Erklärung ist wohl richtig, aber was erklärt sie? Oder: Welche Art der Unwissenheit behebt sie? – Sie sagt uns z.B., daß der Mensch dies Wort nicht mit einem Benehmen, oder einem ‘Anlaß’ assoziiert. Wer also nicht wüßte,
|
| / | Die Erklärung sagt,
daß ich das Wort falsch gebrauche, wenn ich es später für
ein anderes Gefühl gebrauche. |
| ∫ | “Wenn
|
| ∫ | Was ich
|
| ∫ | Schließt man den
Ausdruck “Er hat Schmerzen” aus &
setzt dafür immer “Es scheint, er hat
Schmerzen”, so wird der Aspekt, den ich bekämpfen will,
noch verstärkt. Aber welcher Aspekt ist das?
|
| / |
|
| / | Warum
sollten die Worte “Ich glaube er hat
Schmerzen” nicht bloßer Wahnsinn sein?
Etwas als sagte Einer “Ich glaube meine
Zähne sind in seinem Mund”. |
| / | Ein Stamm: sie
verstellen sich oft, tun liegen auf einem Weg anscheinend
krank & in Schmerzen; kommt man ihnen zu Hilfe so
fallen sie den Helfenden an. Für dies
|
| ∫✝ | “Aber
ich kann mir doch vorstellen, daß der Andre Schmerz
fühlt!” – Vor allem kann
ich's sagen.
In einer Sprache sagen. |
| ∫/ | Wie bringt man
dem Kind d[en|ie] G Bedeutung der Worte bei
“Es ist unsicher, ob er Schmerzen hat”;
& wie kommt es, daß das Kind
sie ihre die Bedeutung ˇnicht
für die der Worte “Er hat Schmerzen”
hält? |
| / |
Statt “Es ist
unsicher, ob er Schmerzen hat” könnte man auch sagen
“Sei gegen seine Schmerzäußerungen
mißtrauisch!” – Und wie
|
| ∫ |
|
| / | Glauben,
daß der Andre Schmerzen hat, zweifeln, ob er sie hat, sind so viele
natürliche
|
| ∫ | Das Geisterhafte ist
der Gebrauch des Wortes “Schmerz”. |
| ∫/ | Aber,
wenn ich mir Schmerz
Was ich male ist auch die Farbe, die das Wort “rot” bezeichnet; aber die Tätigkeit des Malens ˇdieser Farbe, z.B., kann nicht
|
| / | “Ich
|
| / | Er hat also
den wahren Schmerz; & der Besitz
|
| | [Wenn man einmal im Leben
sterben muß, warum nicht mehreremale?!] |
| / | Er hat also den
|
| / | Es wäre
eben so unrichtig den Begriff des Verstehens der Bedeutung durch ein
Erlebnis der Bedeutung zu erklären, als den der Wirklichkeit
&
Unwirk-
|
| / |
“Aber man kann doch die Figur als Pfeil & als
Vogelfuß sehen, auch wenn man es nie jemandem
mitteilt.” Und das wieder heißt: es hat
Sinn zu sagen, ⌊:⌋ jemand
sähe die Figur einmal so, einmal so, ohne es je jemandem
mitzuteilen. – Ich will nicht sagen, es habe
keinen Sinn, aber der Sinn ist nicht so ohne weiteres
klar. – Ich weiß z.B., daß
Leute von einem Gefühl der Unwirklichkeit reden, sie sagen, es
scheine ihnen
|
| / |
D.h., : wenn
Einer einen Seelenzustand äußert, so kann er ihn auch
gehabt haben, ohne ihn zu äußern. Das ist eine
Regel. Aber was ist der Zweck eines Satzes, der sagt,
N. habe vielleicht das Erlebnis E gehabt, aber es nie
geäußert? Nun eine Anwendung des Satzes
kann man sich jedenfalls denken. Angenommen
z.B. man fände eine Spur des Erlebnisses im
Gehirn & sagt nun es zeige sich er habe vor seinem Tode noch
das & das gedacht, oder gesehen, etc.
Man könnte eine solche Anwendung für künstlich & weithergeholt halten; es ist aber wichtig, daß sie möglich ist. |
| ∫ | “Was
wir verstehen, muß doch Sinn haben; & den Satz
[“| ‘]vielleicht
hat er dies damals
erlebt, ohne es je auszusprechen[”| ’]
verstehen wir doch!” – Aber ist es nicht
merkwürdig, daß wir ihn verstehen? Ist es
nicht merkwürdig, daß man das
|
| ∫✝ |
“Vielleicht hat Napoléon vor seinem Tode noch an …
gedacht” Das hat doch Sinn!
Ja; aber welchen Sinn? Wozu läßt sich so ein
Satz verwenden? Denn das ist die
Frage!
|
| ∫ | 28.7.46.
Wenn man aber nun sagte: “Wenn einmal die
Schwierigkeit überwunden ist, was ich in mir
‘denken’ nenne, auf den Andern zu projizieren, ist
in dieser Annahme, oder Vermutung keine Schwierigkeit
mehr”[!| .] – |
| / | Wenn es eine Versuchung
gibt, die Differentialrechnung als Kalkül mit unendlich
kleinen Größen anzusehen, so ist es begreiflich, daß
in einem andern Fall d eine
|
| / | Ich habe Zahnschmerzen
gehabt; wenn ich das sage, so erinnere
|
| / |
Aber das Wort spezifisch
(oder ein analoges) das man hier
Was wir wissen, ˇübersehen wollen, ist der Gebrauch des “gut”, & ebenso der des Worts
Denn man kann nicht sagen: “Du
|
| / | Daß es Sinn hat
zu sagen, Einer habe ein Gefühl gehabt, ohne es je mitzuteilen,
hängt damit zusammen, daß es Sinn hat zu sagen:
“Ich habe damals das
Den Zusammenhang könnte man so erklären: Man wird doch nicht sagen: “Wenn ich
|
| ∫ | Man sagt:
“Hätte ich damals ihn nicht gefragt,
|
| /✝ |
Jene Erklärung will natürlich nicht das sagen,
daß mein Schwe⌊i⌋gen, meine Empfindung nicht
ungeschehen machen
|
| ∫ |
Betrachte aber den Satz: “Ich sage Dir nicht,
daß ich Schmerzen habe.” |
| / | “Ich
weiß doch, was es heißt ‘Er hatte
Schmerzen’”. Heißt das, daß ich
mir's vorstellen
kann? Und worin läge die Wichtigkeit des
Vorstellens? Daß ich zur Erklärung dieses Satzes jederzeit zur Erinnerung an meine eigenen Schmerzen, oder dazu übergehen kann in mir jetzt Schmerzen hervorzurufen, etc., ist allerdings wichtig. |
| ∫ | “Ich hatte
Schmerzen” ist eine Reaktion, eine
Gedächtnisreaktion. Worin liegt ihre
Wichtigkeit?
|
| ∫ |
““‘Vielleicht hat er noch
kurz vor seinem Tod an … gedacht’ – nun das
heißt einfach: vielleicht ist damals das in ihm
ˇdas vorgegangen, was jetzt in mir
vorgeht.” – Das ist wirklich eine wichtige
Erklärung; denn mehr versteht man wirklich dabei nicht,
als eben das, als diese Übertragung des Bildes.
|
| | “Wie Du das Wort
‘Nagel’ gehört hast, was hat es für Dich
bedeutet?” Wenn man das Wort allein
außer jedem Zusammenhang gehört hat, kann man nicht
antworten: “Ich war im Begriffe, es so &
so zu gebrauchen”. – Muß das Wort
aber, wenn ich seine Bedeutungen kenne, so gehört, für mich
etwas bedeuten? Könnte einer
|
| ∫✝ |
| |
| ∫ | Das ‘Erlebnis der
Bedeutung’: Vergiß nicht, daß wir nicht
eine Erscheinung zu erklären haben, sondern bloß zu
beschreiben! Unser Feind ist die Idee
einer ‘philosophischen
Theorie’. // Das was wir
nicht suchen ist eine ‘philosophische
Theorie’. // |
| ∫ | Worin liegt aber die
Schwierigkeit der Aufgabe, zu beschreiben?
Warum
Eine gänzlich ungeordnete Beschreibung hat für uns keinen Wert. Aber
|
| ∫∫ | 29.7.46.
Wir kennen natürlich Alle die Sprachspiele, in denen die
psychologischen Beschreibungen verwendet werden;
nichts könnte uns bekannter sein. Aber in unsere
Beschreibung drängen sich immer Sätze ein, deren
Verwendung wir nicht übersehen, obwohl wir sie
beherrschen. // obwohl wir sie in der
Praxis der Sprache
beherrschen. // // , wenn wir
sie auch natürlich beherrschen. |
| ∫?/ | “Ich
dachte an diese Verwendung des Worts.”
– ‘Schnelligkeit des Gedankens.’
Heißt “Ich dachte an diese
Verwendung”: es schwebte mir das & das Bild
vor, das diese Verwendung
|
| ∫ | “Ich dachte
an diese Verwendung”
(“[i|I]ch beabsichtigte diese
Verwendung”) – ‘Wie war das
möglich’, möchte man fragen. Und doch,
welche seltsame Frage! Sie beruht auf einem
tiefen Mißverständnis. |
| ∫ | Man denkt
sich: “Es wird hier doch eine
Geistestätigkeit, oder ein Geisteszustand beschrieben
– – wie schaut der nur aus?”
|
| / |
“Beschreibung” – Man denkt da an
einen geistigen Raum, dessen Füllung man beschreibt.
Wie man beschreibt, was in einem Zimmer steht & was in ihm
vorgeht. |
| /✝ | Wie
lernt einer die Worte ˇgebrauchen: “Das
Wort … hat für mich, als Du es aussprachst, das
bedeutet”? gebrauchen oder
“Ich habe bei dem Wort an …
gedacht”? |
| / | 30.7.46.
Wie lernt Einer ein Stück Zucker “Zucker”
benennen? Wie der Aufforderung “Gib mir
ein Stück Zucker” folgen? Wie die Worte
“Bitte um ein St.
Z.” – also den Ausdruck
des Wunsches?! Wie den Ausdruck Befehl “Wirf!” verstehen;
& wie den Ausdruck der Absicht
“Ich werde
|
| / | Das neue
(spontane, ‘spezifische’) ist ein
neues Sprachspiel. |
| / | “Aber hat es denn
alle diese Erscheinungen – des Schmerzes, ˇdes Wunsches,
der Absicht, der Erinnerung,
|
| ∫✝ | Wie ist
es aber: – Wenn Einer sagt “Als Du das
Wort … sagtest, dachte ich an …”, da muß er
sich nicht auf ein Erlebnis im Augenblick des
Hörens beziehen. Es hat ihm Einer den Befehl
gegeben “Geh zur Bank”, & er
befolgt ihn i[m|n]
|
| ∫/ | Man kann
auch
|
| ∫/ | Nun es gibt
aber das Phänomen, daß ein außer jedem Zusammenhang
gehörtes Wort – z.B. – für
einen ˇflüchtigen Augenblick
|
| | Was
würden wir von Menschen sagen, die die Worte “Ich
sehe diese Figur jetzt als …, jetzt als …”
nicht verstünden? Würde ihnen ein
wichtiger Sinn fehlen, ˇist es ähnlich, als wären sie
ˇblind; oder [F|f]arbenblind; oder ohne absolutes
Gehör? |
| / | Nun es ist leicht
sich Menschen zu denken, die Zeichnungen nicht ˇso & so
‘phrasieren’ können; aber würden sie nicht
dennoch eine Zeichnung einmal für das, einmal für
etwas anders halten? Oder soll ich
an-
einmal so,
einmal so erscheint, glauben, die Zeichnung die Striche haben ˇihre Lage sich
verändert? |
| ∫✝ | Frage
Dich: Warum ist der Ausdruck des Erlebnisses
“Ich wollte war schon im Begriffe
… zu sagen” nicht phantastisch, –
wie etwa der des Gefühls der Unwirklichkeit oder
d einer
‘Gegenwart’? : Warum ist das
Erlebnis “Ich war schon im Begriffe … zu
sagen” nicht phantastisch? – wie etwa der des
Gefühls der Unwirklichkeit, ˇoder einer unsichtbaren
Gegenwart? //
|
| ∫ |
Der ‘Gestaltblinde’ – soll ich annehmen,
daß er das Bild eines Hauses, z.B., nicht
erkennt; oder es für ein wirkliches Haus
hält? Oder daß er es nur insofern als
Haus erkennt wie ich etwa Spiegelschrift lesen kann, indem ich mir
überlege, wie dies Zeichen ausschauen müßte wenn man es
umkehrt? (Darstellende Geometrie ohne
Raumvorstellung.) Soll der Gestaltblinde z.B. ein Vexierbild verstehen, die Lösung finden können? |
| ∫ | Wenn es uns so schwer
fällt zu beschreiben, warum beschreiben wir dann auch noch solche
|
| ∫ |
Wenn Einer Hunderassen ˇzu beschreiben hätte,
würde der daran denken, auch (noch) Rassen zu beschreiben,
die es nie gegeben hat? Wenn er Naturgeschichte betriebe,
gewiß nicht. Wie aber, wenn es sich um die Geometrie der Hundeprofile handelte[?|.]?? Oder um die Definition des ‘Hundes’? Da könnte man doch fragen: “Wenn Du diese Form sähest, würdest Du sie auch die eines Hundes nennen? (Nicht, natürlich, um zu zeigen, daß der Begriff verschwommene Ränder hat & darum nichts [W|w]ert sei, oder darum keine
|
| / | 31.7.46.
Denk Dir jemanden, der eine Zeichnung oder
Photographie ungern sähe, weil er sagt,
Denk an unsere Reaktion gegen eine gute Photographie, gegen den Gesichtsausdruck der Photographie. Und Es könnte Menschen geben, die in einer Photographie höchstens eine Art von Diagram seähen, wie wir etwa die eine Landkarte betrachten; wir können daraus verschiedenes über die Landschaft entnehmen, aber nicht z.B. die Landschaft beim Ansehen der Karte bewundern, oder ausrufen “Welche herrliche Aussicht!”.
|
| / | Der
‘Gestaltblinde’ muß abnorm in dieser
Art sein. |
| | Wie kann das
Ausbleiben eines Erlebnisses beim Hören des Wortes mit
dem das Rechnen mit Worten in Konflikt
kommen hindern?, oder beeinflussen?
|
| / | Ist die
‘Blitzesschnelle’ des Gedankens eine psychologische
Eigenschaft, eine Eigenschaft des Denkens
|
| ∫/ | Kann
man die⌊se⌋ Schnelligkeit des Denkens wissen? Und
warum nicht? |
| ∫/ | Denk
Dir wieder Menschen, die nur
Sie könnten sagen “[i|I]ch habe, wie Du den Namen genannt hast, ein Bild vor mir gesehen, da[ß|s] ihm ähnlich sah”. |
| ∫ |
Unsere Gefahr ist
(natürlich) nicht, daß unsre
|
| / | Denk Dir Leute, die nur laut
denken & nur zeichnend vorstellen. Oder
vielleicht wäre es richtiger zu sagen: die dort zeichnen
wo wir uns etwas vorstellen. Der Fall wo ich mir
meinen Freund ⌊N⌋ vorstelle
|
| ∫ | Wie wäre es nun, wenn
Leute die Zeichnung nur wie eine
Landkarte deuteten? , sie nicht als
Würfel sähen? Wie aber dann, wenn sie die
Zeichnung für einen Würfel
hielten?! Müßten
|
| | In
einem Sinne ist “wie hast Du das Wort
gemeint” = “wie ist meinst Du das
Wort”, oder auch gleich “erkläre mir das
Wort!”. Aber auch wenn ich
“meinen” so gebrauche, – kann ich
nicht meine Absicht ändern, & daher fragen
“was war damals Deine Absicht”?
Oder könnte ich mir auch denken, daß Leute
d eine solche Frage nicht verstehen
könnten? |
| / |
Vergleiche
James's
Idee, der Gedanke sei schon bei Beginn des Satzes fertig, mit der der
Blitzesschnelligkeit des Gedankens & dem Begriff der
Absicht, das & das zu sagen. Zu
sagen:
|
| / | Nun
|
| ∫ |
Das erinnert mich an gewisse
Bemerkungen Köhlers, wenn er das Benehmen seiner Affen
beschreibt. Er macht offenbar richtige psychologische
Bemerkungen, ohne doch zu betonen, daß man eben auf die
feineren Unterschiede des Benehmens sehen
müsse. Daß es, z.B., nicht
genug sei, zu berichten, welche Tätigkeiten das Tier
ausführt, sondern ˇz.B. auch
ˇwesentlich, welche es in einem Zuge
ausführt. |
| ∫/ | Ich sage Einem
das Wort “Bank”; nach einiger Zeit frage ich:
“Wenn ich Dir früher befohlen hätte, einen
Satz mit dem Wort zu
Diese Frage ist ähnlich der, nach einer vergangenen Absicht. |
| ∫/ |
“Sondern” – Worin lag es, daß
Du's als Bindewort,
nicht als Zeitwort, meintest? – Ich schien es etwas
anders auszusprechen – mit einem höheren Ton auf der zweiten
Silbe. – – Ja, so möchte man die
Erfahrung
|
| ∫ |
“Ich sage Einem das Wort
“Bank” & frage “Was hast Du
Dir dabei gedacht?” – Er antwortet:
“Gar nichts”, oder “Was wird er
nur damit anfangen?” So als hätte ich ein
Stück Holz vor ihn gelegt & er hätte nun einfach
abgewartet, ob ich etwas, & was ich, damit anfangen
werde.
|
| ∫ | Soll der
‘Bedeutungsblinde’ nicht sagen können:
“Als ich den Satz anfing, wollte ich sagen …;
dann besann ich mich ˇeines bessern & sagte
…”? Und wenn er nun zu Anfang das
& das sagen wollte, war das ein Erleben einer
Bedeutung? – – Soll ich denn sagen, der
Bedeutungsblinde verstehe die menschliche Sprache nicht?
|
| ∫/ | 1.8.46.
“Als ich
den Satz anfing, meinte ich das mit dem Wort, später
aber das andere.” Hier handelt
sich's nicht so sehr um ein
Erlebnis während des Aussprechens des Wortes, als um eine
Absicht. Und wann hatte ich die
Absicht? Erinnere ich mich wirklich an ein Erlebnis der
Absicht? – Nun, – möchte ich sagen
– die Worte des Satzes waren eben in diesem Sinn
ausgesprochen. Sozusagen, in dieser
Atmosphäre. Wie wichtig ist aber diese
Atmos-
|
| / | Wer sagt
“Als ich das Wort hörte, bedeutete es für
mich …” bezieht sich damit auf einen
Zeitpunkt & auf eine Verwendung des Worts. – Das Merkwürdige daran ist natürlich die
Beziehung auf den Zeitpunkt // auf den
Zeitpunkt & auf eine
Technik // . Die würde der ‘Bedeutungsblinde’ verlieren. |
| | ∣ Eine
Sprache, die nur ein Wort für Kugel & Kreis
hat. ∣ |
| / | Und wer sagt
“Ich wollte damals fortsetzen:
‘ …’”, der bezieht sich auch
auf einen Zeitpunkt & auf eine
Handlung. |
| | ∣
Je weniger sich Einer
selbst kennt & versteht um so weniger groß ist er, wie
groß auch sein
|
| ∫/ |
Der verliert nicht viel, der die Bedeutung nicht eine
‘Atmosphäre’ zu nennen geneigt ist.
|
| / |
Wenn ich von den wesentlichen Bezügen der
Äußerung rede, so geschieht es; weil dadurch die
unwesentlichen Ausdrücke unserer
besondern Sprache in den Hintergrund treten.
Und ˇder Äußerung wesentlich sind die Bezüge, wenn sie uns veranlassen würden, einen uns ˇim übrigen ungewohnten Ausdruck in den (bei uns) gebräuchlichen zu übersetzen. |
| / | Wie, wenn
nun Einer nie sagte “Ich wollte damals dies
tun” &
|
| / | Ist es aber nicht sonderbar,
daß wir solche Menschen dann nicht begegnen,
bei der großen Varietät der
Menschen⌊?⌋ , die es
gibt? Oder finden sich diese Leute eben unter den
Geistesschwachen; & es wird nur nicht genügend
beobachtet, welcher Sprachspiele diese fähig sind, welcher
nicht? |
| ∫ | Ob eine Reaktion
(Sprachreaktion) richtig ist, oder phantastisch, das hängt
von ihrer Umgebung ab. |
| ∫/ | Beschreibe
Menschen, die nicht mit Blitzesschnelle denken. Die es
lächerlich fänden, wenn man sagte, der Gedanke sei schon zu
Anfang des Satzes fertig. |
| / |
Plato sagt, das Denken sei
ein Gespräch. Wäre es wirklich ein Gespräch,
so könnte man nur
Aber könnte ich mir nicht denken, daß er nun dennoch auf bestimmte Weise fortsetzen will; so daß ich ihn fragen kann “Und wen meinst Du nun jemand mit diesem Namen, & wen?” Und angenommen, er könnte nun für gewöhnlich fortsetzen, seine Worte erklären, – worin läge der Unterschied zwischen ihm & uns? – Er
|
| ∫ | Wird aber ein
Unterschied sein zwischen Einem, der sagt “Ich
habe sein Bild im Geiste gesehen” & einem, der sagt
“Ich habe ein Bild im Geiste gesehen & bin nun
geneigt zu sagen, es sei das seine”?
|
| / |
“Ich habe an ihn gedacht” –
“Ich habe von ihm gesprochen” –
“[i|I]ch habe an ihn
geschrieben” – |
| / | Wie, wenn man sagte,
die Idee “Ich habe an ihn gedacht”
sei eine Art Traum?
|
| / | Jemand, der mir sagt
“N. hat mir geschrieben” kann ich
doch fragen “Welchen N. meinst
Du?”. Und muß er, um mir antworten zu
können, sich auf ein Erlebnis beziehen, beim
Aussprechen des Namens?? – Und wenn er
nun bloß den Namen “N” ausspräche
– vielleicht als Einleitung zu einer Aussage über
N –, kann ich ihn nicht ebenso fragen “Wen
meinst Du?” & er ebenso
antworten? |
| / | Man spricht ja wirklich oft
bloß den Namen eines Menschen aus; etwa in einem
Seufzer. Und der Andre fragt nun “Wen
hast Du gemeint?” Und wie wird nun unser Bedeutungsblinder handeln? Wird er nicht so seufzen; oder nichts auf die Frage antworten können;
|
| ∫/ | Denke man
sagte statt “Wen hast Du
gemeint?”:
“Erkläre!”, oder
“Setz fort!”, oder dergleichen. – Aber der Antwort auf die Aufforderung
“Setz fort!” fehlt eben die
Beziehung // der Bezug // auf
den vergangenen od (oder sonst
einen) Zeitpunkt, die das Wesentliche an der Äußerung
des Erlebnisses ist. |
| ∫ | Nun könnte man aber
sagen: Es ist ein Unterschied, ob ich seufze & um
eine Erklärung gefragt werde, – oder ob der Andre mir
den Namen sagt & mich dann, sozusagen, um eine
Erklärung
|
| ∫ | Ist der Bedeutungsblinde also
nur nicht geneigt, von einem Erleben der Bedeutung beim
Hören des Wortes zu reden?! Oder tritt der Unterschied da auf, wenn Einer sagt “Wie Du von N.
|
| ∫ | Nimm
an, Jemand spreche
Aber ich hätte dem auch so Ausdruck geben können, indem
|
| ∫ | Denke, man
fragte: “Welche Erklärung knüpft
sich Dir
|
| / | Stelle Dir irgendeinen
Bekannten vor! Nun sag, wer es war! –
Manchmal kommt das Bild zuerst & der Name
später. Aber heißt das, daß ich den Namen nach
der Ähnlichkeit des Bildes errate? – Und wenn
nun der Name erst später folgt, soll ich sagen, die
Vorstellung ˇdes Bekannten war schon mit dem Bild da,
oder sie war erst mit dem Namen
|
| ∫ |
Aber da könnte man fragen: “Wenn Einer
nun, ehe er sich den Namen genannt hat, stürbe,
– hat er die Vorstellung eines bestimmten Menschen gehabt, oder
nur die Vorstellung
|
| /∫ |
“Wie Du das Wort ‘Bank’ gesagt hast, da
hat es zuerst gar nichts für mich bedeutet, dann Geldbank, dann
Sitzbank.” Das ist doch gewiß die Beschreibung
eines
|
| ∫/ | 2.8.46.
Diese
Aussage ist natürlich charakteristisch für
eine psychologisches Experiment. Aber auch
Die Aussage ist nämlich nicht: “Ich reagierte zuerst so, dann so”. Anderseits aber könnte man sie doch so auffassen: “Ich hätte, wenn Du mich etwa gefragt hättest, zuerst so, dann so reagiert”. |
| ∫ | Ja, kann man sagen, daß
sich jede Aussage “[d|D]as Wort … hat
für mich, als ich es hörte, das bedeutet”
durch einen Konditional ausdrücken ließe?
|
| / | “Ich muß zur
Bank gehen & Geld holen.” – Wie hast
Du diesen Satz verstanden? Muß diese Frage etwas
anderes heißen als: “Wie würdest Du
diesen Satz erklären, welche Handlung auf ihn
erwarten, etc? Wenn der Satz unter verschiedenen Umständen ausgesprochen wird, so daß das Wort ‘Bank’ einmal offenbar das, einmal etwas anderes bedeutet, – muß da etwas besonderes beim Hören des Satzes vorgehen, damit Du ihn verstehst? Werden hier nicht alle Erlebnisse des Verstehens vom Gebrauch, von der Praxis der Sprache // des Sprachspiels // zugedeckt?! Und das heißt nur: Solche Erlebnisse interessieren uns hier gar nicht. |
| / |
Wenn ich den Milchmann kommen sehe, hole ich meinen Krug
|
| |
“Wenn ich nun z.B. sage
“Ich bin aufgestanden, um zum Milchwagen zu
gehen”, – soll man das die Beschreibung eines
Erlebnisses des Beabsichtigens nennen? Und
warum ist das irreleitend? Darum, weil
ˇes hier keinen ‘Ausdruck’ eines Erlebnisses
gab? |
| / |
Wenn ich aber sage “Ich bin aufgestanden um
…, dann aber besann ich mich & …”,
– wo liegt hier das Erlebnis, & wann geschah
es? War das Erlebnis
|
| / | Ich nehme den Milchkrug,
gehe ein paar [s|S]chritte, dann sehe ich, daß er nicht
rein ist, sage “Nein!” & gehe
wieder zurück zur
Wasserleitung. Dann beschreibe ich, was vorging,
& nenne meine Absichten. Hatte ich sie
nun nicht? Freilich! Aber nochmals:
ist es nicht irreführend sie “Erlebnisse” zu
nennen, – ? wenn man nämlich,
was ich zu mir ˇselbst sagte, mir vorstellte,
etc, auch
“Erlebnisse” nennt! // auch so nennt! //
(Es wäre eben auch irreführend, die Absicht ein
“Gefühl” zu nennen.) |
| / | Und es fragt sich
nun, ob, aus demselben Grunde, es nicht gänzlich irreführend
war,
|
| / |
| ∫/ | “Was
geht im Geist eines Schwachsinnigen vor, wenn er den Satz
… ausspricht? Dasselbe, wie in meinem? – Oder sind seine Gedanken trüber?”
|
| / | 3.8.46.
“Ich zweifle nicht, daß das
oft
|
| / | Gegen die
Annahme Fiktion von Menschen, die nur laut
denken könnte man diesen Einwand machen wollen:
Angenommen so einer sagte “Als ich von
Hause wegging, sagte ich mir, ‘ich
|
| / |
Man will freilich sagen,
daß wer sich daran erinnert, diese Worte
gemeint zu haben, ˇerinnere sich an ein
das Erlebnis einer gewissen Tiefe
erinnert, einer Resonanz. (Hätte
er's nicht gemeint, so
hätte er diese Resonanz nicht gehabt.)
Aber ist das nicht bloß eine Täuschung[;| (]nicht ganz unähnlich der, wenn [e|E]iner
glaubt, er spüre das Denken im Kopf.)?
Man macht sich ein Bild der Vorgänge
mittels ungeeigneter Begriffe.
(Vergl. James.) |
| ∫ | “Aber woran
erinnert man sich, wenn man sich ˇdran erinnert,
die Worte ‘Ich muß zum Bäcker gehen’
gemeint zu haben?”
|
| / | Mach
diesen Versuch: Sag Dir ein mehrdeutiges Wort
z.B.
(“sondern”). Wenn Du es nun
z.B. als Verbum erlebst, so versuch
diese Erlebnis festzuhalten, so daß es andauert. – Sagst Du das Wort öfter vor Dich hin so verliert es
seine Bedeutung für Dich; & nun frag Dich ob, wenn
Du' es
|
| / | Es ist ganz
gleichgültig, ob man sagt, man projiziere erst später die
Deutung von “sondern” in das Erlebnis während
des
|
| / | 4.8.46.
Man kann eine Zeichnung für
einen wirklichen Würfel halten; aber auch, im selben Sinne, ein
Dreieck für liegend oder stehend? “Als ich
näher kam, sah ich daß es nur eine Zeichnung
war.” Aber nicht: “Als ich
genauer hinblickte, sah ich, daß dies die
Grundlinie & dies die Spitze war.”
|
| ∫/ |
“Als Du ˇvom N zu reden anfingst, dachte ich,
Du meintest den N. M. & erst
später nachher habe ich gesehen, daß Du
den N. O. meinst.” –
Wie dachte ich, der N. M. sei
gemeint? Ich hatte vielleicht ein Bild, –
aber das mußte erst gedeutet werden; & als mir der Andere
N. einfiel sagte ich mir vielleicht “Ach
so!” oder dergleichen, aber das könnte auch
|
| / |
Meine Worte, “Als Du zu reden anfingst, dachte ich,
Du meintest …”, knüpfen an den Anfang seiner Rede an
& an eine Vorstellung, die ich dabei hatte. –
Und es ist natürlich möglich, daß jemand
|
| / | Aber es ist wahr: wir
haben bei Geistesschwachen oft das Gefühl als redeten sie mehr
automatisch
|
| ∫ | Wie wäre
es, wenn Einer den ersten Teil meiner Erzählung wiederholte
& statt “N” “N.
M.” setzt, & dann den zweiten mit einer
andern Substitution? Diese Methode könnte auch
verwendet werden, um zu fragen: “Hast
Du mit ‘N’ den …
gemeint?” |
| / | Es könnte sein,
daß Menschen, wenn man ihnen ein isoliertes Wort
sagt(e), gleich irgend einen Satz mit diesem Wort
bildeten; , (&) daß
andere es nicht täten; (&) daß jenes
ein Zeichen von Intelligenz, dieses von Stumpfheit
wäre. |
| ∫/ |
Unsere ‘Bedeutungsblinden’, wenn man im
Experiment ein isoliertes Wort ausspricht können nicht sagen
welche seiner Bedeutungen
|
| / | Was läßt sich
gegen den Ausdruck “spezifische psychologische
Erscheinung”, oder “unreduzierbares
Phänomen” vorbringen? Sie sind
irreführend, aber woher sind sie eigentlich
genommen. Man will natürlich etwa
sagen: “Wer süß, bitter, rot, grün,
Töne & Schmerzen nicht kennte, dem kann man, was diese
Worte heißen, nicht begreiflich machen.” Wer
dagegen noch keinen
|
| / | 4.8.
Ist das (am Ende)
eine Täuschung, wenn
|
| / |
Als ich ˇden Fall
eine[m|s]
‘Bedeutungsblinden’ annahm, war es, weil das
Erleben der Bedeutung im Gebrauch der Sprache keine Rolle zu
spielen scheint // keine Wichtigkeit zu haben
scheint // . Weil es also
|
| | ∣ Kinder sind
[E|e]rwachsene
ˇMenschen! ∣ |
| | • Damit aber ist in Konflikt, daß
wir manchmal äußern, in einer Mitteilung habe ein Wort
für uns eines bedeutet, bis wir gesehen hätten, es
bedeutete etwas anderes. Erstens aber fühlen wir in
diesem Falle nicht, das Erleben der Bedeutung habe beim
Hören des Wortes stattgefunden. Zweitens
könnte man hier eher von einem Erleben des
|
| / | Das Bild, das man
etwa mit dem Aussprechen des Satzes ˇ“Die Bank ist
weit weg” verbindet ist nun eine Illustration zu
ihm & nicht zu einem seiner Worte. |
| ∫ | Ist es nun
notwendig, einen Satz, den man sagt, wenn man ihn
‘meint’, zu erleben? Ist es nötig
eine Rechnung Addition, die man macht, zu
erleben? – Und kann man einen Satz, den man in einem
bestimmten Sinn gebraucht, nicht auf verschiedene Weise
erleben? & ist eine solche Weise
vorgeschrieben? Und doch scheint das Erlebnis eine Rolle zu spielen, wenn man sagt: “Im Anfang
|
| ∫ | Das Wort
“Erlebnis” scheint mich hier in die Irre zu
führen. |
| / | Wenn Einer fest darauf
bestünde, er erlebe meißt gar
nichts, wenn er einen Satz Wort Befehl, eine
Mitteilung, u.s.w.,
Nun, es könnte eine bestimmte Reaktion seinerseits erklären. Er hörte z.B., N sei gestorben, & glaubte sein Freund N sei gemeint, dann kommt er drauf, daß es nicht so ist. Er schaut erst bestürzt; dann erleichtert. – Und, was so eine Erklärung für eine Funktion // für ein Interesse // haben kann, ist leicht zu sehen. |
| / | Was
soll ich nun sagen: – daß der Bedeutungsblinde nicht
im Stande ist, so zu reagieren? oder,
daß er
|
| / | Ist der
Bedeutungsblinde also der, der nicht sagt:
“Der
Ist damit aber gesagt, daß er nicht sagen kann “Jetzt hab ich's!”? |
| / | 5.8.
“Es war dort kein Baum
& kein Strauch” – wie funktioniert dieser
Satz? Nun, “Baum” steht für ein
Ding das so ausschaut. Gewiß
ja, : so schaut ein Baum aus; aber ist die
Idee der Vertretung des Dings durch das Wort wirklich so leicht zu
verstehen? Wenn ich einen Garten plane, so kann ich einen
Baum dort durch einen Pflock vertreten lassen. Wo der
Pflock jetzt steht wird später der Baum gesetzt werden. – Man könnte aber doch sagen, das Wort
“Baum” im Satz vertrete ˇdort das Bild eines
Baums (& als solches kann natürlich auch
”
ein Haus? Doch nur insofern, als ein Haus auch als
Zeichen dienen könnte! Aber
doch das Zeichen vertritt doch nicht das Haus, wofür
es steht. – “Nun, es entspricht
ihm.” – Wenn ich also mit dem Plan in der
Hand gehe & komme zu diesem Haus, zeige ich auf die Stelle im
Plan & sage “Das
|
| ∫/ | Eine
falsche Idee, während sie noch lebt, beseitigen, ist sehr schwer,
& nicht einmal gut; denn
|
| ∫ | Die Liebe zur
Grausamkeit schließt auch eine beinahe künstlerische Liebe
zum zur Uunheimlichen,
ˇgleichsam [P|p]aradoxen, Form der Tat ein. Was [G|g]rauenhaft
ist, erhält z.B. einen Anstrich des
Lächerlichen. Und erhält dadurch sozusagen noch
ein metaphysisches Grauen, das Unheimliche. Ein Mord, der mit Ironie be-
|
| ∫ | Die Worte
“Als Du zu reden anfingst, glaub[e|te] ich,
Du meintest …” können uns eine Reaktion, die
damals auftrat, erklären – – wenn das aber nicht der Fall
wäre, – wie wüßte man, daß sich, der dies sagt,
nicht irrt, daß ihn in so einem Fall sein Gedächtnis
nicht immer täuscht? Warum sollte man das
nicht annehmen
|
| ∫/ | Aber Du
findest doch, daß im übrigen sein Gedächtnis ihn
|
| / |
Niemand kümmert sich darum, ob etwas, noch darum, was in mir
vorgeht, wenn man zu mir spricht. Man fragt auch
ˇfür gewöhnlich nicht,
|
| ?∫/ | Du
arbeitest beim [P|p]hilosophischen Nachdenken
nicht mit ˇDeinen Erlebnissen, sondern mit den Begriffen, mittels
|
| / | Fühle
ich, während ich schreibe, etwas in der
Hand? , oder im Handgelenk?
Im allgemeinen nicht. Würde es sich aber nicht doch
anders anfühlen, wenn meine Hand anästhesiert
wäre? Ja. Und ist das nun ein
Beweis, ˇdafür, daß ich dennoch
etwas spüre, wenn ich ˇnormalerweise die Hand
bewege? Ich glaube: nein. |
| //\ | “Ich
schenke Dir mein volles Vertrauen.” Wenn,
[w|d]er das sagt, nach
|
| / | Oder denk Dir dieses
Gespräch! Er: “Ich schenke Dir
–.” Ich: “Ich
weiß. Aber in diesem Fall vertraust Du mir
doch nicht.” Ich habe ihn unterbrochen,
weil ich wußte, was er sagen wollte. Aber habe ich mir
die Fortsetzung notwendigerweise in Gedanken ergänzt?
Ergänze ich eine Skitze in der
Vorstellung?
|
| ∫/ | 5.8.
Weil es für den
innern Vorgang, oder Zustand, keine hinweisende Erklärung
geben kann // gibt // , so kann man
auch nicht einfach sagen
|
| ∫/ | Denn
beim Philosophieren scheint es nun, daß man zweierlei beim
während des Hören s der Worte
erlebt: Vorstellungsbilder & dergleichen;
& etwas ganz Ungreifbares, das eigentliche
Verstehen.
|
| | An dieses letztere erinnern wir uns
eigentlich nicht; wir erschließen es eben﹖, da wir
doch zugeben müssen, wir hätten den Satz ˇdamals
so &, & nicht anders,
aufgefaßt. – Es ist, als ob dies ganz
[f|F]eine, das Verstehen, uns unsichtbar würde,
wenn wir den Blick auf die andern Erlebnisse einstellen;
|
| ∫ / |
Aber liegt der Unterschied nicht eben darin, daß wir
uns wohl an Bi Vorstellungen // Bilder // erinnern aber
nicht an etwas anderes? |
| ∫ | In der Philosophie ist
oft die Schwierigkeit die, zu sehen, daß man das als einen
Schluß // als ein Ende // betonen
müsse, was wir bloß als
Durch-
|
| ∫/ | – –
Oder es ist, als wäre das Verstehen (gleichsam) ein
außerordentlich feiner Farbton den man Schwierigkeit hat zu
sehen. Als sagte mir jemand, das Weiß dieses Papiers sei
leicht grünlich, & ich könne es nicht sehen, bis er
dann ein rein weißes Stück dazulegt. –
Aber was soll ich nun in so einem Fall sagen:
Das [i|I]ch hätte einen
grünlichen Ton gesehen, auch ehe ich ihn als solchen erkannt
habe? Nun ich kann mich ausdrücken, wie ich
will. Man wird sagen: ‘In
einem Sinne’ sehe ich jetzt was ich früher
nicht gesehen habe; in einem
|
| ∫– |
–Als sehe man nun plötzlich den Farbton, der früher
nicht zu
|
| / |
“I found myself going.
…” saying. …”
etc. Diese Worte Beschreibung trifft nicht immer zu, wenn ich etwas
sage, einen Weg mache, etc. |
| / | Introspektion
kann nie zu einer Definition führen. Sie kann nur zu
einer psychologischen Aussage über den führen, der
introspiziert. Sagt z.B. Einer:
“Ich glaube beim Hören eines Wortes, das ich
verstehe, immer etwas zu fühlen, was ich nicht fühle wenn
ich das Wort nicht verstehe” – so ist das eine Aussage
über
|
| ∫/ |
Eine Auffassung festhalten & eine andere
fernhalten ist oft sehr schwer. Das ist, was man
bei⌊m⌋ der Philosophie⌊ren⌋ zu tun trachtet.
|
| ∫/ |
Ja; es ist, als ob der Sinn (des Satzes) einen Schein
über das Ganze // über den
Satz // würfe. Man sucht ihn aber
vergebens zu erhaschen. Und worin könnte nun seine
Wichtigkeit liegen?! Und
angenommen Einer fühlte dies nicht,
sagte, er sähe keinen solchen Schein, – können wir mit
dem nicht reden? (Wenn
|
| / | Wie müßte man
denn den nennen, der den Begriff ‘Gott’ nicht verstehen kann, nicht sehen, wie
ein vernünftiger Mensch dies Wort im Ernst gebrauchen
kann? Sollen wir denn sagen, er habe eine
Blindheit? |
| ∫/ | Es gibt
eine Unfähigkeit die Erfahrungen, die man hat, vernünftig in
Fächer zu ordnen. Man will sie
|
| ∫ |
Schubert ist irreligiös &
schwermütig. |
| / | “I heard what you said, but I didn't take it in.” “I hadn't realized what you had said.” Oder man wiederholt plötzlich ein Wort das der Andere gesagt hat. Er sagt mir “Es ist 7 Uhr”; ich reagiere zuerst nicht; dann ˇplötzlich rufe ich aus “Sieben Uhr?!” Da bin ich ja schon zu spät …” Es kam mir erst zum Bewußtsein, was er gesagt hatte. Aber was geschah nun, als ich die Worte “7 Uhr” wiederholte? Darauf kann ich nichts antworten, was
|
| / | Geschieht etwas,
wenn ich das Wort verstehe, ˇdas & das
intendiere? Geschieht nichts? – Aber inwiefern
ist, was geschieht, interessant?! // Geschieht etwas, wenn ich dies Wort verstehe, wenn
ich das & das beabsichtige – geschieht
nichts? Nicht darum handelt es sich; sondern darum: warum
soll mich, was in Dir geschieht,
interessieren?
(
|
| / | Ein
Schwachsinniger wird gewiß nicht sagen:
“Als Du zu reden anfingst, dachte ich, Du
meintest. …”. – Nun wird man fragen:
Ist das, weil er immer gleich richtig
ver-
|
| ?/ | “Als Du zu reden
anfingst, dachte ich, Du wolltest …. Darum habe ich auch
die Bewegung gemacht …” Man erklärt
also, was man tat, mit dem Gedanken, den man damals hatte.
Denke ich mir nun diese Erklärung wirklich erst
|
| ∫ | Wie unterschiede sich der
Fall, in welchem man wirklich so handelte weil man dachte …,
von dem in welchem mir nur später vorkommt, ich habe so
gehandelt, weil …
|
| |
“There was an idea in the back of my
head …” Man macht eine Geste als zeige
“Der Name ist mir auf der Zungenspitze.” Was ist das für ein Gefühl? “I had an idea all the time at the back of my head …” “
|
| | 8.8.
Ich bin sehr traurig, sehr oft traurig. Ich
fuhle mich so, als sei das jetzt das Ende
meines Lebens. Und doch ist es möglich
das mein Leben
noch Jahrelang geitergeht;
wie? weiß Gott. Das
Eine was die Liebe zu B. für mich
getan hat ist: sie hat die übrigen kleinlichen
Sorgen, jene Stellung & Arbeig
betreffend, in den Hintergrund gejagt; wenigstens auf kurze
Zeit. Ich sehe manchmal, [w|d]aß es wichtiger
ist, zu leben, als die & die Stellung zu
h[b|a]ben. |
| ∫ | Jeder anständige Mensch
trachtet
|
| ∫/ |
“Ich hab im Anfang nicht verstanden, was Du
meinst.” Das Erlebnis der Unsicherheit kann
sich im Gesicht äußern. – In
wiefern ist ‘glauben, der N
sei gemeint’ kein Erlebnis? (Ein
mathematisches Problem.) Was ist nun der kathegorische Unterschied zwischen diesem Auffassen & einem Erlebnis? – Wie ist es
|
| /∫ | Wie weiß
man, daß er die ersten Worte
|
| ∫/ | Die
Schwierigkeit ist, zu merken, was wir doch die ganze Zeit
vor Augen haben. Nur dort einen Punkt
zu setzen, wo wir immer einen Beistrich setzen wollen. Wo
wir einen Beistrich gewohnt sind. |
| / | “Ich werde
Dir erklären, warum ich aufgestanden bin; ich dachte
nämlich, Du meintest …” – Ja, jetzt
versteh ich's! –
Aber worin liegt die Wichtigkeit dieses Verstehens? Nun, z.B.: Wäre
die Erklärung eine andere gewesen, so müßte ich nun
anders mit Worten, oder Handlungen reagieren. Sein Gedanke
ist insofern wie eine Handlung oder ein Vorgang in seinem
Körper. ˇDer Bericht über seinen Gedanken, wie
der über solche Vorgänge. – Welches
Interesse haben die Worte: “Ich dachte
zuerst, Du meintest …”? Oft gar
keins. Man kann sagen, sie enthüllen uns
|
| / |
Man könnte
(natürlich) den Bericht über so eine Auffassung den
Bericht über eine Tendenz nennen.
(James.)
Aber hier darf man nun nicht das Erlebnis einer Tendenz unter dem
Bild eines (sozusagen) nicht ganz fertigen
Erlebnisses sehen! Als gäben die Erlebnisse ein
ˇfarbiges Bild, & gewisse Farben daraufc
wären in ihrer vollen Stärke aufgetragen, andere nur
angedeutet, d.h., viel zarter
An sich aber ist eine zarte Farbe nicht die Andeutung einer stärkeren. |
| / | Ein Ereignis
läßt eine Spur im Gedächtnis: das denkt man
|
| ∫/∫ |
Wenn man den Organismus mit einer Diktaphonrolle vergleicht,
so ist entspricht der Eindruck, die Spur, &
die der Veränderung, die das die der
Stimme
im auf der Rolle zurückläßt. Kann
man nun sagen, das Diktaphon (oder die Rolle) erinnere sich
wieder des Gesprochenen, wenn es das Aufgenommene
wieder-
|
| | 9.8.
Voller Angst. ‘Das Gefühl der
Abhängigkeit.’ Es hängt nicht nur
nicht von mir ab, ob ich erhalten werde, worum ich bitte, sondern
auch, ob ich werde bitten können. Das ist die Art von
Überlegung, die jedes religiöse Gleichnis ˇals
Erklärung wertlos macht. Weil eben, ob etwas im
gewöhnlichen Sinne, eine Bitte, ein Lohn, eine Strafe,
u.s.f., ist nicht nur von dem Bild
abhängt, das uns eine gewisse Situation darbietet.
Darum nennen wir auch ein abgekartetes Spiel kein Spiel.
(Der Spiegel, auf dessen Fläche das
‘Spiegelbild’ gemalt wäre.) |
| | Sind alle
Leute große Menschen? Nein. – Nur, wie
kannst du dann hoffen, ein großer Mensch zu
sein! Warum soll mir etwas zuteil werden, was deinen
Nachbarn nicht zu teil wird?
Wofür?! – Wenn es nicht
|
| / | Das Gefühl der
Abhängigkeit. Wie kann man fühlen, man
sei abhängig? Wie kann man
fühlen: ‘Es hängt nicht von
mir ab’. Aber was ˇist das überhaupt
für ein seltsamer Ausdruck eines Gefühls, anyhow! Aber
wenn man z.B. jeden morgen
zuerst Schwierigkeiten hätte, gewisse Bewegungen zu machen, den
Arm zu heben u. dergl.,
& warten müßte bis die Lähmung vergeht &
das brauchte manchmal lange, manchmal kurze
Ist es nicht das Ausbleiben des Regelmäßigen, oder die lebhafte Vorstellung davon, das dem Bewußtsein zu Grunde liegt? Es ist doch das Bewußtsein: “Es müßte nicht so gehen!” Wenn ich von dem Sessel aufstehe, sage ich mir für gewöhnlich nicht: “Also ich kann aufstehen.” Ich sage es vielleicht nach einer Krankheit. Wer es ˇsich aber für gewöhnlich sagte, oder ˇdanach sagte “Also ich konnte es diesmal tun” // “Also es ist diesmal gegangen” // , der nähme zum Leben eine andere Stellung als ich. // , von dem könnte man sagen, er hätte eine besondere Einstellung zum Leben. //
|
1) There is a line connecting this remark with the following one.
2) There is a line connecting this sentence with the following one.
3) There is an arrow connecting this section with section "Damit aber ist in Konflikt ...".
To cite this element you can use the following URL:
BOXVIEW: http://wittgensteinsource.org/BTE/Ms-130_d