Wie tritt er in diese Vorgänge ein: Ich stach nach ihm, ich
vergiftete
tötete
ihn, ich sprach zu ihm, ich stellte mir ihn vor, ich erwartete ihn, ich
ehre
fürchte
ihn.
¤ 233/1,2 232/1,2,3 231 229 215/1 188/3 177/3 159/1 90/1,2 22/3 18/2 11/2 7/1 5/3 1/1 2/2

  Sprache eine Institution


 
  
 
Ich, wiel alle Menschen welche ich kenne, finde es so viel leichter nicht zu denken, als zu denken. Llain Nantgaredig
Carmarthen

¤
284/1 282/1,2 281/1 2 3 279/4 269/2 268/1 267/1,2,3 238/1 237/1,4 236/3 235/2

2


 
  
 
¤    1 Fuß = 12 Zoll. Erfahrungssatz? Regel & Erfahrungssatz.
Z 7/3 8/1,2 9/1,2,3 10/1,2 11/1,2 13/1,2

  Es ist oft schwer zu unterscheiden, was Grenzen sind, die die Erfahrung zieht, & welche Grenzen die Betrachtungsweise zieht.

 
  
 

Ich könnte
auch
ähnlich
im Verlauf einer Beschäftigung so handeln, daß man etwa von mir sagen
könnte
wird
ich habe ˇohne Worte gedacht “sind zwei [g|G]rößen einer dritten gleich so sind sie untereinander gleich.” Aber was dabei vor sich geht ist nicht etwas was
diese
jene
3.
Worte begleitet wenn sie nicht papageienhaft ausgesprochen werden.


 
  
 
  Aber wie “kein körperperlicher Vorgang”? So gibt es unkörperliche Vorgange & das Denk[t|e]n ist nicht einer von ihnen? Nein; das Wort ‘unkörperlicher Vorgang” nahm ich nur zu Hilfe, in meiner Verlegenheit, da ich dem Wort denken seine Bedeutung ˇauf primitive Weise beilegen geben wollte. & ihm Freilich könnte man sagen das Denken,
sei
ist
ein unkörperlicher Vorgang wenn man die Grammatik des Wortes denken z.B.
4.


 
  
 
¤ Wer einen math Satz weiß soll noch nichts wissen.

Z. 11/3



 
  
 
von dem des Wortes “essen” unterscheiden will. Aber der Fehler ist hier, daß der Unterschied ˇder Bedeutungen dadurch dann viel zu gering erscheint. Ähnlich
wie
ist es
wenn man sagt: die Zahlzeichen seien wirkliche, die Zahlen nicht wirkliche Gegenstände. Eine schlechte Ausdrucksweise ist das
sicherste
beste
Mittel in einer Konfusion steckenzubleiben festzulaufen.
  Sie verriegelt gleichsam den Ausweg aus ihr.
5.

  Aber ist es nicht
unser
das
Meinen, das dem Satz Sinn gibt? (Und dazu gehört natürlich: sinnlose Wortreihen kann man nicht meinen.) Und das Meinen ist etwas im Reich der Seele. // im seelischen Bereich. // Aber es ist auch etwas Privates! Es ist das ungreifbare Etwas; vergleichbar (nurc) dem Bewußtseins selbst.
  Wie könnte man das lächerlich machen; es ist ja gleichsam ein Traum unserer Sprache.
Das Ungreifbare als Gegenstand.
Der ungreifbare Gegenstand. // Das Unerfaßbare als Gegenstand. //
Man könnte es einen Traum unserer Sprache nennen: das unfaßbare als Gegenstand. // unserer Sprache; sie habe das
6.
⌊⌊Unerfaßbare zum Gegenstand. // ⌋⌋
 
  
 
¤   Wie kann die bloße Umformung des Ausdrucks von praktischer Bedeutung sein.
     Z. 12/1,2 14/1,2,3,4           15/1,2,3 16/1,2


 
  
 
Ich könnte mir denken, daß [e|E]iner
spräche
sagte
: Eigentlich redet Jeder nur
für
zu
sich selber. Denn auch nur er weiß was er was er meint. – Aber dann hätte er eigentlich sagen sollen // hätte er eigentlich sagen sollen // es doch heißen müssen: “Eigentlich redet Jeder nur
für mich
zu mir
. Denn nur ich weiß, was wie ich Worte bedeuten verstehen. Aber warum sollte mich so eine Erscheinung interessieren?

7.


 
  
 
  Denk Dir, statt in einen Stein würdest Du in ein Grammop[f|h]on verwandelt.

 
  
 
  Aber wenn dem Satz mein Meinen
den
seinen
Sinn gibt, – so muß es ihm natürlich
besonderen
diesen
Sinn geben, einen von mehreren möglichen.


 
  
 
  Der Sinn
ist hier
ist
das Leben des Satzes; ohne ihn wäre er tot. Ein ˇbloßer Leichnam.

 
  
 
  Aber hier mache ich einen seltsamen Fehler. Ich rede vom Toten als von dem, dem etwas
8.
¤
  Rechensatz & Vorhersage

Z. 17/1 18/1,3 24/1 25/2 26/– 27/– 28/1,2 29/1,3,4


fehlt. Ich sehe das Leben unbedingt als etwas dem Toten addiertes an. // Ich sehe das Leben unbedingt als Zugabe an. //

 
  
 
  Wenn ich den Satz meine, so muß ich ihm doch einen bestimmten Sinn geben, nicht einfach Sinn. Und der bestimmte Sinn des Satzes muß doch mit seiner Verwendung zusammenhängen. D.h. Wenn ich
9.
den Satz meine, so blase ich ihm nicht einfach Seele ein, erwecke ihn nicht bloß zum Leben, sondern gebe ihm ein ganz bestimmtes Leben.


 
  
 
  Hat der Satz nicht Sinn weil ich [b|B]ewußtsein habe & ihn meine? (Und eine sinnlose Wortzusammenstellung kann ich natürlich nicht meinen.) Und dieses Meinen ist natürlich etwas [s|S]eelisches. Und es ist etwas Privates. Es ist der ungreifbare Gegenstand.

10.
 
  
 
  Was geschieht, wenn ich einen Satz meine. Ich sage z.B. “Ich fühle mich nicht sehr wohl” & meine es. Dieses Meinen sollte eigentlich die Verbindung herstellen zwischen den bloßen Worten & der Tatsache. Aber so kann es doch nicht sein; denn könnte ich den Satz nicht meinen auch wenn er eine Lüge wäre? Ich werde z.B. wenn ich ihn meine ein dem Sinn entsprechendes Gesicht machen. Aber wir können ja annehmen, er sei wahr, & dann erscheint das
11.
Meinen wie ein Pfeil ˇoder wie Pfeile, die der vom Satz auf etwas zeigt weisen. Was ist das für ein seltsames Phänomen (beinahe wie ein Fieber // wie eine Fieberphantasie // )?
  Nun, es ist nicht unverständlich: Das Zeigen spielt ja bei der Erklärung jedes Ausdrucks eine
bedeutende
große
Rolle.
  Wir sagen, wir meinen einen Satz im Gegensatz zu dem Fall, wenn wir ihn
z.B.
etwa
als bloße Sprachübung hersagen. oder ◇ Ich sage also z.B. “Ich fühle mich nicht wohl” als Überstzung
12.
 
  
 
¤ Anmerkungen über Regeln

Z. 23/1


 
  
 
eines französischen Satzes ins Deutsche; & ein andermal als ˇwahre oder erlogene [m|M]itteilung über mein Befinden. Was geht nun in den beiden letzten Fällen vor was sie vom ersten unterscheidet? – Die Umgebung des Satzes ist verschieden. Aber das allein ist es nicht. Ich könnte nämlich in mitten einer Sprachübung sagen ich fühle mich noch nicht wohl & zwar unter solchen Umständen, daß der
13.
Andre nicht weiß, ob ich übersetze oder ihm eine Mitteilung machen w[o|i]lle. Während ich definitiv eine Mitteilung intendire // beabsichtige // .
  Nun, geht, wenn
dieser
der
Satz als Mitteilung gemeint ist immer dasselbe vor? Und wie begleitet es den Satz? Hüllt es ihn ein, wie eine Wolke, oder mein ich jedes Wort besonders. Ich bin zur ersteren Ansicht geneigt & daß da ein bestimmtes Gefühl ist das den Satz gleichsam gehaltvoll macht.

  Mach denm Versuch
14.
¤
Bemerkungen über die Philosophie: Z. 28/3,4 30/2

mit dem Satz “Es ist fünf Uhr”.
    Es ist gewiß ein Unterschied nicht nur der Umgebung in welcher der Satz ausgesprochen wird, sondern auch in verschiedenen Begleitumständen. Aber es ist nicht ein seelischer Vorgang den wir den Satz so meinen nennen vergleichbar etwa dem des Schmerzes. So wird das Wort meinen nicht gebraucht.

15.


 
  
 
  Ich erwarte jeden Augenblick eine Explosion. Ich bin nicht im Stande irgend einer andern Sache meine Aufmerksamkeit zuzuwenden; schaue in meine Zeitung aber ohne zu lesen. Fragt mich Einer, warum ich so ˇgespannt & nervös scheine so sage ich, ich erwarte jeden Augenblick die Explosion.
  Wie war es nun: Beschriebschreibt dieser Satz eben jenes Verhalten? Aber wie unterscheidet sich dann die Erwartung
16.
¤

Kann einer Regel Folgen ein einmaliger Vorgang sein.

Z. 44/1
der Explosion von der eines ganz andern Ereignisses. Z.B. von der Erwartung eines bestimmten Signals (3 Trompetenstöße)? Oder war die Handlungsweise nicht
die Erwartung
das Erwarten
sondern nur die Nebenerscheinungen der Erwartung; während diese selbst ein geistiger Vorgang war? Aber wie weiß dann der in welchem er vorgeht die Erwartung welches Ereignisses er ist? E[s|r] scheint nämlich
17.
nicht darüber im Ungewissen. Es ist nicht als konstatierte er einen
seelischen oder andern Zustand
Seelenzustand
& machte eine spräche eine Vermutung über ˇdie Ursache ihre seine[n|s] dieses Zustands aus.
  Er mag wohl sagen: “Ich weiß nicht ist es nur diese Erwartung die mich heute so nervös macht”, aber er wird nicht sagen “Ich weiß nicht, ist
mein
dieser
Seelenzustand eine Erwartung einer Explosion oder von etwas anderm”.
  Die Satz Aussage “Ich erwarte jeden Moment einen Knall” ist
18.
eine Äußerung der Erwartung. Diese Wortreaktion ist der Ausschlag des Zeigers der die Art der Erwartung anzeigt.


 
  
 
  Und ähnlich ist es mit der Äußerung des Wunsches. Zu sagen “ich habe Lust auf einen Apfel”
heißt
sagt
nicht: “Ich glaube ein Apfel wird mein Gefühl der Unbefriedigung zur Stillen.” Auch diesen Satz können wir benützen aber er ist keine Äußerung des Wunsches. sondern einer Unbefriedigung.


 
  
 
  Wir sind an durch eine
19.
bestimmte Abrichtung, Erziehung, so
Eingestellt
konditioniert
, daß wir unter bestimmten Umstanden Wunschäußerungen von uns geben. Eine Fra (Ein solcher ‘Umstand’ ist natürlich nicht der Wunsch) Eine Frage ob ich weiß was ich wünsche ehe mein Wunsch erfüllt ist kann in diesem Spiele gar nicht auftreten. Und daß mir ein Ereignis meinen Wunsch zum Schweigen bringt
bedeutet
ist
in diesem Sinne nicht daß es den Wunsch erfüllt hat. Ich kann z.B. sagen: [E|I]ch bin jetzt befriedigt, aber wäre
20.
mein Wunsch befriedigt worden,
so
ich
wäre ˇich nicht befriedigt.
  Anderseits wird auch das Wort Wünschen so gebraucht: Man sagt “[i|I]ch weiß selbst nicht, was ich mir wünsche”. Und bei (Goethe sagt cheißt es ˇeinmal ˇH. & D: “Denn die Wünsche verhüllen uns selbst das Gewünschte”. Hermann & Dorothea)

 
  
 
  Wie ein Wort funktioniert kann man nicht erraten. Man muß
dies
es
beobachten
ansehen
& daraus lernen. Die ˇgroße Schwierigkeit ˇaber ist, die das Vorurteil zu besei-
21.
tigen, das diesem Lernen entgegensteht. // das sich diesem Lernen entgegenstellt. // (Und dies ist kein dummes Vorurteil.)


 
  
 
  Dadurch, daß ich den Satz meine, erhält er Leben.
  Aber ich muß ihm ja ein ganz bestimmtes Leben geben, – nicht nur Leben. Einen Sinn & nicht einen anderen.
  Wenn ich ihn meinen, ˇso muß ich ihn so meinen. Die Worte müssen auf ihre Bedeutungen Zeigen
hinblicken.
blicken.
Aber den lebendige Blick des Wortes der Worte auf seine ihre Bedeutung beruht auf (den) steten Bewe-
22.
gungen im Felde der Anwendung.


 
  
 
  Wie denke ich an Jemanden? Wie ziele ich auf ihn mit einem Gewehr? Ist hier eine Ähnlichkeit? Was ist die Beziehung dieses
Denkvorgangs
Denkens
, dieser Worte zu ihm? Ich gebrauche seinen Namen. Aber dies kann der Name andrer Menschen sein & doch denke ich nur an einen. Gefragt ˇwelchen meinst Du, gebe ich eine Antwort. Die Antwort bestimmt dem Namen eine Anwendung. Sie wird auch vielleicht
diese
die
Gedanken begreiflich machen & Handlungen zu denen sie führen. Das Bild drängt
23.
sich uns auf, daß der Name auf diesen Menschen (der in Raum & Zeit von mir getrennt ist)
hinzeigt
zeigt
. Und vielleicht wird man sagen das
geschehe
geschieht
indem der Name das Bild des Menschen vor meine Seele führt. Aber ist dies Bild wirklich so gut getroffen? Erkenne ich das Vorstellungsbild als sein Bildnis? Und was soll das heißen??
  Worin besteht es daß ich an ihn denke? Frage Dich: “Worin besteht es daß ich an ihn schreibe?” (Und ich könnte natürlich an ihn schreiben ohne daß
24.
der Brief je abgeschickt würde.)


 
  
 
  Ich erwarte zwei Leute A & B. Ich sage: “Wenn er doch nur käme!” Jemand fragt mich. “Wen meinst Du?” Ich sage, “Ich habe an den A gedacht”. Und diese Worte selber haben eine Brücke hergestellt. Oder er fragt “Wen meinst Du & ich antworte: “Ich habe an … gedacht”, ein Gedicht in dem dieser Satz vorkommt. Die
Verbindungen
Anknüpfungen
dessen was ich sage mit der Realität mache ich im Laufe meiner Gedanken &
25.
Handlungen. (Diese Betrachtung hängt mit dem zusammen was W. James “the stream of thought nennt”. Der Fehler in
seiner
James's
Darstellung ist daß darin a priori & a posteriori ˇGrammatisches & Erfahrungsgemaßes durcheinander gemischt
werden
sind
// nicht unterschieden werden // . So redet er von der Kontinuität des Gedankenstroms & vergleicht sie mit der des Raums, nicht mit der eines Wasserstrahles etwa.)

 
  
 
  ‒ ‒ ‒ Und wie weiß ich also, wenn ich die Mitteilung meine, daß ich sie meine? Gefragt
wie
ob
ich
den Satz
sie
meinte werde ich's sagen. Und natürlich
26.
nicht auf die Beobachtung eines bestimmten Gefühls hin.


 
  
 
  Denke das Gefühl wäre das, daß ich mich bei der Mitteilung an den Andern richte, was ich bei der Sprachübung nicht tue.
  Und nehmen wir nun an ich hätte ein solches Gefühl; wie es natürlich existiert, denn wenn ich mich an [f|i]hn richte handle ich ja anders: drehe mich zu ihm, schaue ihn an, spreche in anderm Tonfall etc. Aber kann mich dieses Gefühl nicht auch täuschen, wenn meine Außerungen ihn täuschen
27.
können? Erkenne ich wirklich, daß ich mich an ihn richten wollte? Ist es nicht daß ich in einer gewissen Richtung weitergehe, wenn ich nun sage, ich habe mich an ihn richten wollen?


 
  
 
   Ich(Ƒ) kann mich z.B. einer kleinen Kopfbewegung erinnern; aber dies an sich beweist natürlich nicht daß ich mich an den Andern habe wenden wollen. Aber ich
fasse
deute
diese Kopfbewegung jetzt so auf; für mich ist sie ein Ausdruck dieser Tendenz.
  Wir sagen z.B. “Ich erinn-
28.
ere mich genau, daß ich im Begriff war zu ihm zu reden, ich erinnere mich meinen Kopf ˇzu ihm hin gedreht zu haben. Aber dies wäre ja nicht beweisend. Ich sehe es aber jetzt als den Anfang einer bestimmten Handlung

 
  
 
  ‘Aber wie weiß ich, daß meinen nicht eine Empfindung ist?’, die den Satz begleitet?’

 
  
 
  Ich will sagen: Durch meine Antwort setze ich die angefangene Bewegung fort &
mache sie
beweise
also zum Anfang einer Bewegung von bestimm-
29.
tem Charakter.


30.


 
  
 
⌊⌊Plan⌋⌋

Wie kann die Regel bestimmen was ich zu tun habe?

 
  
 
  Einer Regel folgen setzt Übereinstimmung voraus.

 
  
 
  Es ist dem Phänomen der Sprache wesentlich daß wir über gewisse Dinge nicht streiten.

 
  
 
  Wie kann Übereinstimmung Bedingung der Sprache sein? Wo wir uns [ü|Ü]bereinst. denken können können wir uns doch Nicht-Übereinst. denken.


31.


 
  
 
  Denke also es bräche Nichtübereinstimmg. über die Farben der meisten Dinge aus.

 
  
 
  Wie wüßten wir dann was wir mit den Farbwörtern meinten?

 
  
 
  Aber weiß es ◇◇◇ nicht jeder für sich? Nein.

 
  
 
  Ebenso im Fall des Handelns nach der Regel. Fehlte die Übersinst. d.h.
könnten wir unsere
32.
Ausdrücke nicht zur Übereinst. bringen, so hörte damit das Phanomen der verständigung & der Sprache auf.

 
  
 
  Worin besteht die Unerbittlichkeit der Mathematik.

 
  
/
 
  Weg, von dem was nicht unerbittlich ist zur Unerbittlichkeit. OBEN hat 4 Laute

 
  
 
  Ist ein math. Beweis ein Experiment.


33.


 
  
 
  Was ich an einer Regel verstehe ist wie ein Zeichen. Wie kann denn ein Zeichen uns zeigen was ich zu tun habe? Was immer, als Deutung, ich dem Zeichen hinzusetzte verschmilzt mit dem Zeichen. Also hilft eine Deutung prinzipiell nicht. Die Deutungen & Erklärungen dienen am Schluß nur der Praxis.

34.


 
  
 
  Warum? Warum? – Ich tue es!

 
  
/
 
  Siehst Du die Regelmäßigkeit in diesen Reihen? Siehst Du die, die ich so ausdrucke? Dann fahre so fort! (Das könnte ein Tapetenmaler seinem Gehilfen sagen.)

 
  
/ ?
 
  Der Gehilfe zeigt einem Andern wie er hier der Regel folgt, warum er es gerade so macht.

 
  
/ ?
 
  Könnte kein Streit zwischen ihm & dem
35.
Meister ausbrechen? Gl Freilich. So ein Streit kann verschieden ausschauen. Sie können sich nicht verständigen. Ich könnte, was sie sagen Wort für Wort beschreiben.

 
  
 
  Spricht die Drossel eine Sprache? Soll ich sagen: “Vielleicht”?

 
  
 
  Die ungeheure Schwierigkeit ist hier zu sehen, wo sich der Ring geschlossen hat. Wo ich aufhören muß Erklärungen
36.
zu geben.

 
  
/
 
  Ich kann die Sprache nicht anders beschreiben als das Nähen, Kochen, Exerzieren. Ich kann auch ‘einer Regel folgen’ nicht anders beschreiben.

 
  
 
  “Wie führt mich eine Regel?” – Was soll ich da beschreiben?
  Eines ist: ich könnte ein Beispiel geben. Ich könnte vielle Es wäre ˇauch denkbar daß ich genau beschriebe wie ein Kind
37.
zuerst Regeln folgen lernt, genau beschriebe, was der Lehrer & Schüler ˇdabei sagen & tun.
    ⋎ genau beschreiben, was ich beim Handeln nach einer bestimmten Regel überlege, sage, tue. Nun, so eine Beschreibunk könnte ja ihren Zweck haben.

 
  
 
Das eine
Beisp
Beispiele könnte mich zeigen einerseits daran erinnern wie ich in einem bestimmten Falle verfahre; anderseits
38.
das andere könnte jemand lehren wie beim Lehren & Lernen vorgegangen wird & verschiedenes was daraus folgt. Einem der das deutsche [w|W]ort “Regel” nicht verstünde könnte das erste Beispiel es erklären, wenn er die übrigen Worte des Beispiels versteht.
  Aber das alles [ist|war] nicht der Zweck der Frage. Näher diesem Zweck wäre es zu sagen daß ich für meine Handlungen, wenn ich
39.
der Regel folge Gründe angeben kann aber daß die Gründe endlich auslassen & es dann auf die Frage “wie weißt Du daß Du so handeln sollst”, oder “warum handelst Du so” keine Antwort gibt. nur die Antwort gibt: ich handle so ohne Grund.

 
  
 
  Wenn ich aber was ich tue nicht rechtfertigen kann; wie wenn die Andern etwas andres
40.
täten jeder von uns etwas anderes täte & sagte er folge der Regel?

 
  
∕∕
 
  Wie folge ich einer Regel? Wie führt mich eine Regel? [w|W]ie weiß ich was ich auf jeder Stufe zu tun habe?
Ich folge der Regel nicht anders, als der Anweisung “Schlage zwei Eier in eine Pfanne”. Und gehörte dieser Satz
keiner
nicht einer
Sprache an, oder einer, die ich nicht verstehe, so folgte ich diesen Worten nicht, was immer ich täte.
41.
 
  
∕∕
 
  Ein Mensch kann sich nicht ˇnur einmal etwas vornehmen, denn hier könnte man sagen: Wie weiß er was er sich vorgenommen hat?


42.


 
  
 
2 mehr könnten wir nicht sagen. Aber “haben” & “etwas” sind wiederum Wörter der allgemeinen Sprache. – So gelangt der Philosoph manchmal dahin ˇam Ende nur einen unartikulierten Laut ausstoßen zu wollen. Und das
muß
sollte
er auch noch bleiben lassen.


 
  
 
Und welchen Grund haben wir hier E
das Zeichen
die Bezeichnung
einer
für eine
Empfindung zu nennen? Vielleicht Die Art & Weise wie es in diesem Sprachspiel
verwendet
gebraucht
wird. – Und
43.
warum ‘eine bestimmte Empfindung’
d.h. jedesmal
also immer
die Gleiche? Nur den, daß ich jedesmal das gleiche Zeichen verwende.


 
  
 
Es hilft uns natürlich nichts … zu sagen “es bezieht sich auf … ” statt “es bezeichnet” Aber es ist der psychologisch
treffendere
richtigere
Ausdruck für ein bestimmtes Erlebnis beim Philosophieren.


 
  
 
Es hilft uns natürlich nichts zum Begreifen der Funktion des Wortes
44.
“rot”, zu sagen, ‘es beziehe sich auf’, etwas aus Privates, statt, ‘es bezeichne’, das Private. Aber es ist der psychol. treffendere Ausdruck für ein bestimmtes Erlebnis beim Philosophieren. Es ist als
werfe ich
würfen wir
beim Aussprechen des Wortests einen Seitenblick auf die eigene Empfindung, gleichsam um mir zu sagen, ich wisse schon was ich damit meine.
 
  
 
  

Bl.B.

Gr.B.
240/2
245/1
246/2
284/2
19/1
242/1
Zu einem Stein erstarren




3
45.


 
  
 
  “Es glaubt der Mensch, wenn er nur Wörte hört …” Das heißt
:
,
man kann sich an das Naturspiel nicht gewöhnen, daß ein guter deutscher Satz keine Verwendung
haben soll.
◇◇◇
in das Leben nicht eingreifen solle. // : man kann sich
an das Naturspiel eines Satzes nicht gewöhnen, der nicht in das Getriebe der Sprache & des Lebens eingreift.
nicht an das Naturspiel eines Satzes gewöhnen, der keine Verwendung hat.
//
  Und das heißt daß hier etwas in uns ingrained ist. // Und das heißt, daß hier etwas tief in uns eingepflanzt ist. //

 
  
 
  Und so scheint auch
46.
ein Leichnam
der Empfindung
dem Schmerz
ganzlich
unverwandt
inkommensurabel
.


 
  
/
 
  
Ich
Man
will sagen: “Es ist da ein Etwas”. Aber warum willst Du so bescheiden sein & nicht gleich sagen es sei ein Schmerz. Es ist nicht leichter dies Etwas als Etwas zu erkennen als als Schmerz.
Das ist wirklich falsche Bescheidenheit. Warum nicht gleich sagen es sei ein Schmerz? Er ist nicht schwerer
zu erkennen
wiederzuerkennen
als das Etwas.


47.
 
  
 
  ⌊⌊Kopfrechnen⌋⌋
247/3, 248/1, 249/1 250/1 251/1 252/1, 2 272/3
 
  
 
  ‒ ‒ ‒ daß die Andern es hören, sich danach richten etc. sei nicht mehr die wahre Mitteilung. – Aber dann hätte er eigentlich sagen müssen: “Eigentlich redet Jeder nur für mich, denn ich allein kann verstehen.”


48.
 
  
 
  ⌊⌊Kluft zwischen körperli. & geistigen⌋⌋
264/1 266/1 275/1, 2 276/1 277/1, 2, 3, 285/2


49.
 
  
 
  Hülfe es statt “Ich habe diese Rechnung im Kopf gemacht” zu sagen “Ich glaube ich habe diese Rechnung im Kopf gemacht”? Unsinn! Und doch, was kann man dagegen sagen?! Wenn Einer vorsichtig sein wollte, so könnte er es sagen. Aber inwiefern wäre er vorsichtig? Nun, er würde betonen, daß er nur in der Vorstellung gerechnet habe.

 
  
 
   Man macht hier leicht einen Fehler: Erst
wählen wir
wählt man
Gegenstände nach einer gewissen Eigenschaft einem bestimmten Prinzip
50.
aus; dann
finden wir's
findet man's
merkwürdig, daß alle die
so umschriebenen
ausgewählten
Gegenstände diese Eigenschaft haben.
c

 
  
 
  Man sagt nur dann Einer rechne im Kopf wenn er herausbringt was beim schriftlichen Rechnen herauskommt.

 
  
 
⌊⌊Nein,⌋⌋ [E|e]s nützt nichts, zu sagen: “Es kommt ihm vor … ”, [D|d]as kann ˇhier nur ˇdasselbe heißen wie er rechne in der Vorstellung. Es ist als sagte man immer statt ich träumte “es kommt mir vor, ich sah …”


51.


 
  
 
  Wenn ich Dich die Reihe … lehre, meine ich doch Du sollest an der … Stelle … schreiben. Ganz richtig, Du meinst es. Und offenbar ohne notwendiger Weise auch nur daran zu denken. Das zeigt Dir wie verschieden die Grammatik des Wortes // Verbums // “meinen” von der des Wortes “denken” ist. Und nichts Verfehlteres könnte es geben als “meinen” eine geistige Tätigkeit zu nennen. Ich meine wenn man
52.
nicht darauf ausgeht Konfusion zu erzeugen.
  (Man könnte natürlich auch das teurer werden des Käses eine Tätigkeit des Käses nennen & diese Dummheit wäre harmlos solange durch sie keine Probleme erzeugt würden.)


 
  
 
  Wenn es einmal klar geworden ist daß die verschiedenen Verben, auch
die psychologischen
die solche
wie meinen, denken, fürchten, erschrecken, erwarten etc
ganz unvergleichbare
kategorisch verschiedene
Verwendungen haben (Werkzeugkasten)
53.
so wird uns
die
ein besonderer
Untersuchung eines besondern Falles nicht mehr furchtbare Schwierigkeiten bereiten.


 
  
 
  ‒ ‒ ‒ Ich schaue [e|E]inen an & sage ˇmir “Das muß schwer sein zu lachen, wenn man solche Schmerzen hat”, oder ich nicke mit dem Kopf ˇvor mich hin als wollte ich sagen: “Ich weiß schon, wie's Euch zu mute ist” & dergl. mehr.
D.h.
Mit einen Wort
: ich ˇspiele eine Rolle,
‘tue’
benehme mich hier
, als hättenc die Andern Schmerzen. ich spiele eine Rolle. // Schmerzen,
54.


 
  
 
  Und
will
wollte
man jemanden unterweisen wie er eine Rolle auf dem Theater zu spielen hat, würde so sagt man ihm wirklich sagen : “Du mußt Dir vorstellen, daß er …”.

 
  
 
  Diese Anmerkung ist lehrreich, denn sie beschreibt ein bestimmtes Sprachspiel mit dem Worte vorstellen.

 
  
 
  ‒ ‒ ‒ Was geht also da vor ‒ ‒ ‒

 
  
 
  Unter was für Umständen würden wir fragen: Was ist in Dir vorgegangen als
55.
Du Dir dies vorgestellt hast. Was für eine Antwort erwartet man sich da?


 
  
 
  Der erste Irrtum auf den wir in der philos. Untersuchung stoßen ist hier, wie immer, die (philos.) Frage, selbst.

 
  
 
  Hier ist, wie immer, der erste Irrtum auf den wir bei einer Philos.Unters. stoßen, die Frage selbst.

 
  
 
Der erste Fehler, den wir in einer Philos.Unters. machen, ist hier, wie immer, die Frage selbst. // ist hier, so wie immer …. //
56.
 
  
 
… Hier ist, wie immer, der erste Fehler, den wir in
der
einer
Philos.Unters. machen, die Frage
selber.
selbst.



 
  
 
  Aber hat nicht Spinoza gesagt, wenn ein Stein Bewußtsein hätte würdec wäre er der [m|M]einung glauben er fiele zur Erde weil er fallen
wolle
will
? Das ist die Art Fiktion
, die in der Phil. zu gar nichts führt.
in der Philosophie die zu gar nichts führt.
Erstens: wie wäre das, wenn der Stein Bewußtsein hätte? Zweitens: welchen Grund haben wir zu der Hypotese er würde dieser Meinung sein. Drittens:
57.
Wenn wir ˇdie doch Bewußtsein haben von einer Höhe herunter
sturzen
fallen
, sind wir der Meinung wir fallen, weil wir fallen wollen? // Das ist die Art Fiktion die in der Philosophie zu gar nichts führt // // Das ist die Art von Fiktion die in einer Fabel am Platz sein
könnte
kann
, aber in der Philosophie
gar nichts leistet
gänzlich wertlos ist.
// Erstens: Wie haben wir uns das vorzustellen daß ein Stein Bewußtsein hat? Zweitens: Welchen Grund haben wir zur Annahme ein Stein, wenn er ˇetwas glauben könnte würde die & nicht eher dies als das andere glauben? Drittens:
58.
Wenn wir, die wir doch Bewußtsein haben, von einer Höhe herabstürzen, sind wir der Meinung wir fallen, weil wir fallen wollen?

 
  
 
  Man begegnet in der Philosophie öfters einem solchen unverbindlichen Fabeln. Ein heutiges Beispiel ist (J.B.S. Haldane der schrieb einmal er könne wenn. er selbst zu viel Calcium enthält sich vorstellen wie es einem Kalkgebirge zu Mute ist., (!) // einem solchen

 
  
 
  Aber sagen wir nicht, der Mensch & das Tier habe Bewußtsein, Pflanzen & Steine hätten es nicht? Wie wäre es, wenn's anders wäre?
59.
Wäre alle Menschen & Tiere bewußtlos? Nun, nicht im gewöhnlichen Sinne.


 
  
/ \
 
  Könnte man sich vorstellen, daß ein Stein bewußtsein hätte? Und wenn nun Einer sagt, er kann's, warum // Und wenn's Einer kann – warum // soll das nicht bloß beweisen daß diese dieses Vorstellereistellens für uns keinen Wert hat?

 
  
 
  Ist denken nicht eine Art sprechen?
  Man möchte sagen, es ist das, was das
60.
nicht gedankenlose denkende [s|S]prechen Reden vom gedankenlosen unterscheidet. – Und also scheint es hier eine Begleitung des Redens zu sein. Eine die vielleicht auch Ein Vorgang also, der vielleicht auch etwas andres b[l|e]gleiten, kann oder selbständig ablaufen kann.
  Sag also den Satz: “Die Feder ist wohl stumpf. Nun, nun sie geht” erst denkend, dann gedankenlos; endlich denke' nur den Gedanken ˇaber ohne
die Worte
zu reden
. Wie hast Du's gemacht?
Nun, ich konnte
Ich habe
etwa eine die Spitze
61.
meiner Feder wortlos geprüfen, ein Gesicht geschneiden wie Einer der sagt sie sei nicht besonders gut & habe dann mit einer Gebärde der Resignation weitergeschreiben.


 
  
 

Denken ⋎ [Anfang d. Buches]
  Denken ist kein unkörperlicher Vorgang, der dem Reden [l|L]eben & Sinn leiht & den man vom Reden ablösen könnte wie der
Böse
Teufel
den Schatten
Peter
Schlemils
aufrollt
Schatten vom Boden
. Denken ist ein Operieren mit Zeichen & andern Ge-
62.
genständen unter bestimmten Umständen.


 
  
/ \
 
  Aber eine Maschine kann doch nicht denken! – Ist dies ein Erfahrungssatz?
  Nein. Wir sagen nur von Menschen & von Menschenähnlichem es denke. Wir sagen es auch von Puppen & wohl auch von Geistern.
  Sieh' das Wort Denken als Instrument an!


 
  
 
  Denkt der welcher [E|e]rwartet? So wird das Wort erwarten nicht gebraucht. “Erwarten” bezeichnet keine
63.
Tätigkeit. wie “laufen” & “essen”. ⌊⌊Sage ich: “Ich kann heute meine
Gedanken nicht bei meiner Arbeit halten;
Aufmerksamkeit nicht auf meine Arbeit lenken;
ich denke die ganze Zeit an sein Kommen” so wird man das eine Beschr. meines Seelenzustands nennen⌋⌋. Ich kann jemand erwarten ohne an ihn zu denken, aber in meinem Sessel sitzend & schlafend. Aber es gibt allerlei Tätigkeiten & Gedanken die für eine (bestimmte) Erwartung
charakterisieren
charakteristisch
sind. Ebenso wie Gefühle: die Unruhe der Erwartung die Qual der Erwartung.


 
  
 
  Bezeichnet “hoffen” ein denken? Nein. Die Hoffnung wie die Erwartung hat ihren charakteristischen Ausdruck in Worten in Handlun-
64.
gen. ⌊⌊ Ich kann es z.B. zu mir selbst sagen. Und mir mache ich doch keine Mitteilung. Es kann ein Seufzer sein; aber muß kein Seufzer sein. Es kann eine Mitteilung sein. ⌋⌋ Ich pfeife ein Lied & jemand fragt mich warum ich so
guter Dinge
lustig
bin. Ich antworte: ˇIch hoffe N.N. wird heute kommen. – Aber während ich pfiff dachte ich nicht an ihn. Und doch sag ich. “Ich hoffte den ganzen Tag er werde kommen”.

 
  
 
  Wenn Einer sagt “Ich hoffe er wird kommen”– ist das ein Bericht über seinen Seelenzustand oder ein Ausdruck
des Gemütszusandes
der Hoffnung
?


 
  
 
  Ähnlich ist es mit “ich glaube”.

65.


 
  
 
  Glauben heißt nicht denken: “Ich sage: Ich glaubte niemand werde mich stören”. Ich dachte gar nicht daran daß ich gestört werden könnte. Daß ich es glaubte lag in der Situation & dem was zu geschehen pflegt. Dagegen aber reden wir von einem leidenschaftlichen Glauben. Nun es gibt nur eines: sich fragen wie das Wort wirklich gebraucht wird.
  Ist glauben ein bestimmtes Gefühl?
  So wenig wie eine
66.
bestimmte Miene & Gebärde.


 
  
 
  Ist “ich wunsche. –” ein Bericht oder ein Ausdruck?

 
  
 
  Meinen.


 
  
 
  Heucheln. Schmerzen heucheln. “Das heißt doch sagen man habe eine Empfindung, wenn man keine hat.”

 
  
 
  Wir können einen Hund auch nicht Schmerz heucheln lehren. Wir können ihm vielleicht
67.
beibringen daß er bei gewissen Gelegenheiten ohne Schmerz zu fühlen schreit wie im Schmerz. Aber zum
eigentlichen
rechten
Heucheln fehlte diesem Benehmen noch immer die richtige Umgebung.


 
  
 
  Eine Schwierigkeit wenn man philosophieren will ist die, offen mit sich selbst zu reden. Sich daran zu gewöhnen,
zu
auch das Dümmste zu
sagen, was man gerne sagen möchte, sei es auch noch so dumm. Zum Gescheiten kannst Du nur durch die Tiefen der Dummheit kommen.


68.


 
  
 
  Wie weiß er was er zu tun hat? – Er tut etwas. – So ist das schon der Regel Folgen? Nein! – Er tut es ohne zu zweifeln ‒ ‒ ‒ ist das der Regel folgen? Nein.

 
  
 
  Er könnte die Regel anders verstehen als wir, aber er müßte im Stande sein sie so wie wir aufzufassen. Wir müssen uns mit ihm verständigen können.

 
  
 
  Ist es richtig zu sagen: Einer folgt einer Regel nur
69.
dann, wenn er bestimmte Dinge tun kann. (Und diese Klausel bezieht sich natürlich auf eine Zeitdauer.)

 
  
 
  Die Umstände unter welchen wir sagen jemand folge einer Regel, sind schwer zu beschreiben.

 
  
 
  Wenn eine ‘Sprachverwirrung’ einträte hörte das Handeln nach einer Regel auf.


70.


 
  
 
  Damit er der Regel folgt muß die Regel irgend etwas von ihm verlangen.

 
  
 
  Ich sage: “Die Regel verlangt das”. Unter welchen Umständen werden wir das bloße Einbildung nennen? Wenn wir nicht verstehen, warum er es sagt. Wenn er es uns nicht erklären kann. Aber die Erklärung kann von verschiedener Art sein. – Sie wird zu einer Übeinstimmung
71.
führen müssen.

 
  
 
  Aber könnten wir uns nicht Übeinst. denken, wo sie uns absurd erschiene & wir nicht sagen würden, die Leute folgen einer Regel.

 
  
 
  Wenn ich beschreiben will was einer Regel folgen ist, muß ich da nicht genau das beschreiben was wir so nennen. Muß z.B. was wir eine einfache Regel nennen nicht auch der Andere so nennen?
72.


 
  
 
  Ich sage nur dann von jemand er folgt einer Regel wenn ich diese Regel verstehe, d.h. ihr folgen kann. Es sei denn daß ich es auf Autrität hinnehme.

 
  
 
  Und ob ich die Regel verstehe wie er sehe ich daran ob wir bei der Anwendung übereinstimmen.

 
  
 
  Was nenne ich denn “übereinstimmen” was wurde mir denn
73.
gelehrt, so zu nennen?


 
  
 
  Ich lehre ihn zählen. Dann setzt er einmal so fort & ich anders. Wer hat recht? Wer entscheidet, wer recht hat?

 
  
 
  Wenn es nur zwei Menschen gäbe & der eine lehrt den andern Zählen; ließe es sich entscheiden.


 
  
 
  Es kann doch

74.
gewiß ein Mensch einen andern Algebra lehren & sie können auf einer Insel allein leben.

 
  
 
  Wann machen A & B ‘das gleiche’? Wie kann ich das beantworten? Durch Beispiele.

 
  
 
  Versteht denn der [e|E]ine die Regel besser als der Andere?

 
  
 
Es kommt Dir wieder viel zu wahrscheinlich selbstverständ-
75.
lich vor daß wir Handlungen mit Worten begleiten?



 
  
 
  Versteht der Lehrer besser als der Schüler, was die nächste Stufe sein soll?

 
  
 
  Was ist denn da zu verstehen?

 
  
 
  Daß die Regel diesen Schritt verlangt kann eine psychologische Tatsache sein. Daß wir
76.
nämlich ohne Bedenken & Zweifel so vorgehen. Es kann aber auch darin liegen, daß wir uns mit einander verstandigen können & alle gleich so vorgehen.

 
  
 
  “Ein Mann ist plötzlich (durch Erleuchtung) zum Verständnis einer Regel gekommen. Jetzt weiß er immer weiter.” Müßte man darauf nicht antworten: Eine Erleuchtung ist nicht genug; er muß bei jenem Schritt
77.
von neuem erleuchtet werden?

 
  
 
  Dieser hat nun einen andern die der Regel ˇfolgen gelehrt. Aber der andere braucht doch nun auch Erleuchtungen.

 
  
 
  Wenn sie nun aber verschiedene Erleuchtungen haben so daß ihre Handlungen nicht übereinstimmen? Nun offenbar ist das nicht “einer Regel folgen”.


78.


 
  
/
 
  Von wem sagen wir, er nimmt sich etwas vor?

 
  
/
 
  Was für eine Technik muß er beherrschen, daß wir das von ihm sagen können.

 
  
 
  Würden wir von einem sagen er folge einer Regel der nur dieser Regel folgen kann?

 
  
/
 
  Die Regel ist nicht die Exten[t|s]ion. Einer Regel folgen heißt eine Extension bilden nach einem ‘allgemeinen’
79.
Ausdruck.

 
  
/
 
  Wenn ich nun eine Extension bilde, was heißt es ich bilde sie nach
diesem
jenem
allgemeinen Ausdruck?

 
  
/
 
  Das ist wie wenn man fragt: wie gehorcht man einem – ( oder diesem – Befehl?
  Wie ist, was ich tue, mit diesen Worten
verbunden
verknüpft
? (Ich meine aber nicht kausal verbunden). Nun doch nur durch eine allgemeine Praxis.

80.


 
  
/
 
  Wann sagen wir: [d|D]ies ist der Befehl & diese Handlung ist die Befolgung des Befehls? Oder: “Jetzt handelt er nach diesem Befehl”? Diese Festellungen haben doch nur innerhalb einer gewissen Praxis Sinn.
  Nicht aber, als wäre könnte ich nur dann den Befehl als Befehl erkennen.
  Sondern was wir mit “Befehl” meinen ist

81.


 
  
 
  Kann ich sagen: “Nur in einer bestimmten Lebensweise kann ich sagen, daß das damit gemeint sei”?

 
  
/
 
Es ist mit dem Begriff des Befehls wohl vereinbar daß Befehle nicht befolgt werden, aber nicht daß nie oder fast nie ein Befehl befolgt wurde.

 
  
/
 
  Einem Befehl nicht gehorchen hat wieder mehr oder
82.
weniger charakteristische Begleiterscheinungen.

 
  
 
  Nicht die Deutung schlägt die Brücke zwischen dem Zeichen & dem Bezeichneten // gemeinten // . Nur die Praxis tut das.

 
  
∫ ?
 
  Soll ich nun sagen daß die Bedeutung des Wortes “rot” auf der Übereinst. der Menschen beruht? Daß nämlich die Praxis auf der Übereinst. beruht?

 
  
 
  Wenn Du den nächsten Schritt nach dieser
83.
Regel machst, mußt Du dorthin kommen. Das heißt natürlich, daß Jeder der den Schritt ˇnach dieser Regel macht dahin kommen muß. Das heißt, es wird sozusagen das persönliche Element ausgeschaltet. Wir folgen der Regel wie der Eisenbahnzug der Schi der Schiene; wenn er nicht entgleist.

 
  
/
 
  Man richtet ein Kind ab, daß es einer Regel folgt: aber lehrt sagt man ihm auch: “wenn
84.
Du der Regel folgst, so mußt Du dahin kommen // Du das schreiben // ?

 
  
/
 
  “Wenn Du etwas andres schreibst so hast Du die Regel nicht verstanden oder mißverstanden.” Ist das ein Erfahrungssatz?

 
  
 
  Du lehrst einen Mensch eine Regel, Du richtest ihn ab auf einen bestimmten Befehl so & so zu handeln. ‒ ‒ ‒

 
  
/
 
  Das “Muß” sagt, was
85.
anerkannt wird.

 
  
 
  Wie kann die Regel bestimmen, was ich auf der 1000sten Stufe zu tun habe? Die Antwort darauf sind Gründe. –

 
  
 
  Ich fühle aber doch, wenn ich die Regel verstanden habe, so & so aufgefaßt habe, daß sie mir unzweideutig sagt, was ich zu tun habe.

 
  
/
 
  Dieses Muster, so aufgefaßt ist nur so fortzusetzen.
86.

  Ja, das heißt schon etwas.

 
  
/
 
  Man könnte manchmal sagen: dieses Muster, so gesehen, muß diese [f|F]ortsetzung haben // hat diese Fortsetzung. //

 
  
/
 
  Ich will aber eine ‘Auffassung’ statuieren, (etwa wie die alte ‘Proposition’) die eine Reihe so bestimmt, wie eine ˇunfehlbare Maschine, durch die ein Band läuft.

 
  
/
 
  So also daß nur diese Fortsetzung zu
87.
dieser Auffassung paßt.
  In Wirklichkeit aber sind es nicht zwei Dinge die hier zusammenpassen. Man könnte aber sagen: Du bist durch Deine Erziehung so
eingestellt
konditioniert
, daß Du immer, ohne Bedenken etwas bestimmtes als das Passende erklärst. Etwas, was mit dem übereinstimmt was Andere für das Passende erklären.


88.
 
  
 
   Aber wie kann eine Regel für einen Menschen bestimmen was er lehren, was er auf einer bestimmten Stufe zu tun hat

 
  
 
  Aber wie kann ˇmich eine Regel mich lehren, was ich auf der & der Stufe zu tun habe? Was immer ich tue ist ja, auf irgend eine Weise, mit ihr verträglich?. – Aber das hieße doch es gäbe
gar kein
nicht
‘einer Regel folgen’.

Was immer ich tue ist ja durch irgend eine Deutung mit ihr zu vereinbaren.
  Nein. Was immer ich
89.
tue & wie immer ich die Regel gedeutet habe
  Nein. So sollte ich nicht reden. Sondern so: Jede Deutung hängt mit dem Gedeuteten, in der Luft, & kann dieses also nicht festhalten. // & kann diesem also nicht einen Platz bestimmen. //

 
  
 
  Wie kann ich einer Regel folgen? Wie kann sie mir zeigen, wie sie mich zu führen hat? Wenn ich sie so, oder so auffasse –
90.
wie kann ich die Auffassung festhalten, wie kann ich sicher sein, daß sie sich mir nicht unversehens verändert entschlüpft.

 
  
 
  Wie kann ich einer Regel folgen? Das könnte nur eine Frage nach de[n|r] Ursachen sein, die ◇◇◇ dass Folgen bewirken; z.B. die, ich ˇeine Frage so der Regel ⌊⌊so⌋⌋ folge ˇ(Abrichtung). Oder
eine Frage der Begründung
nach den Gründen
, die ich dafür angeben kann so nach der Regel zu handeln.


 
  
 
  Habe ich die Begrün-
91.
dung erschöpft, so bin ich nun auf felsigem Grunde angelangt & mein Spaten
krümmt sich nach oben.
biegt sich nach oben um.
Ich bin dann geneigt, zu sagen: “[s|S]o handle ich eben!”


 
  
 
Aber wie, wenn nun die Handlungen der verschiedene ˇverschiedener Menschen nach
einer
der
Regel nicht übereinstimmen? Wer ist im Recht, wer im Unrecht? ⌊⌊⌋⌋ Es Da gibt es lassen sich verschiedene Fälle
vorstellen
denken
.
Der, z.B., der, in daß welchem Einer zum Andern ˇam Ende sagt: “Ach
92.
so hast Du die Regel aufgefaßt” ich & daß sie sich nun verständigen. Wie aber, wenn sie sich nicht vereinigen können? Nun da könnte es vorkommen daß der Eine gleichsam wie ein Farbenblinder behandelt wird; oder wie ein Schwachsinniger. Wir würden
vielleicht
viellei etwa
von ihm sagen, das mehrfache Vorkommen des gleichen Zahlzeichens in derselben Formel verwirre ihn.

 
  
 
  Wenn aber der Mangel der Übereinst. nicht Aus-
93.
nahme wäre, sondern Regel? – Wie hätten wir uns das zu denken?
  Nun, eine Regel kann mich nur in dem Sinn Sätze zu einer Handlung führen, wie etwa irgend eine Anleitung in Worten, etwa ein Befehl. Und wenn Menschen in ihrem Handeln nach Regeln nicht übereinstimmten & sich nicht verständigen könnten, so wäre das so wie wenn sie sich über den Sinn von Befehlen oder Beschreibungen nicht miteinander vereini-
94.
gen könnten. Man könnte [e|E]s dies ˇwäre eine ‘Sprachverwirrung’ nennen & sagen, daß nun sich ◇◇◇ jeder zwei
seine
seine
Handlungen ˇallerdings mit dem Ausstoßen von Lauten begleitete,
das
diese
aber noch keine Sprache ⌊⌊er⌋⌋gibt.

 
  
 
  Mit anderen Worten: es werden keine Sprachspiele mehr gespielt. Und das bringt mich auf die Frage: Wie muß denn die Verknüpfung zwischen Handlungen & Zeichen sein damit ich es
95.
ein Sprachspiel nennen darf? Habe ich mir's etwa in № 2 zu leicht gemacht indem ich ˇsolche Umstände annahm (das Bauen errichten eines Baues, seine Bestandteile etc.) die denen die wir gewohnt sind unseres Lebens (so) ähnlich sind? – Nein. Die Sprache ist eine Erscheinung im Teil des menschlichen Lebens, & was diesem ähnlich ist. Und wenn im Märchen Töpfe & Pfannen ˇmit einander reden, so gibt das Märchen ˇihnen auch noch andre ˇmenschliche Attribute.
96.
Ebenso
So
wie ein Topf auch nicht lächeln kann, wenn
er
wir ihm
kein Gesicht geben hat.

 
  
 
  Wenn wir uns Wesen denken, die, wie wir sagen würden, lauter gänzlich ungereimte Handlungen vollzögen,
& diese Handlungen
die sie
mit Lauten begleiteten, etwa mit Sätzen der deutschen Sprache, so hätten diese Wesen keine Sprache.

 
  
 
  Man könnte das auch so ausdrücken: Wenn ein Forscher
97.
in ein Land kommt in welchem eine ihm gänzlich unbekannte Sprache gesprochen wird, so kann er sie nur durch den Zusammenhang mit dem übrigen Leben der Bewohner verstehen lernen. Was wir z.B. “Befehl” nennen ist mit “Unterrichten” nennen oder “Befehlen”, “Fragen” “Antworten” “Beschreiben” u.s.w. ist alles mit ganz bestimmten menschlichen Handlungen verbunden; & ein Befehl ist als Befehl
98.
nur kenntlich durch die Umstände die ˇihn begleiten ihm vorhergehen oder folgen, oder

 
  
 
  “Aber machst Du hier nicht einen Fehler?! Verwechselst Du nicht Diese äußeren Anzeichen sind freilich für den Andern d nötig um zu erkennen, daß ein Befehl gegeben wurde; aber doch nicht für den Befehlenden! Der könnte doch befehlen auch wenn der Andere es nicht merkte.”
99.


 
  
 
  Nun, es gibt im unseren Spra Deutschen (z.B.) eine “Befehlsform”. ˇDie Worte “Geh aus dem Zimmer kann man einen Befehl nennen wie & bei welcher Gelegenheit immer sie ausgesprochen wurden. Das kommt Die ‘Befehlsform’ aber gibt es nur, weil es eine bestimmte Handlungsweise (Familie von Handlungsweisen) das Befehlen gibt.
  Es ist geschieht z.B. daß der Befehlende Befehl ohne
jeden
jeglichen
befehlenden Audruck gegeben wirdc, da[s|ß] er nicht befolgt
100.
wird, & daß die Nichtbefolgung nicht geahndet wird. Und wenn das einmal geschehen kann, warum nicht immer? Wenn das immer geschähe, wie immer das aussähe, die Erscheinung des Befehlens gäbe es nun nicht.

 
  
 
  Du sagst: “Der Befehlende könnte doch wissen daß er befiet”. Aber was weiß er denn, wenn er das weiß? Gewiß es kann vorkommen daß Einer sagt: “Ich hatte das als einen
101.
Befehl gemeint, es wurde aber nicht so aufgefaßt”. Aber wie hat er denn gelernt was ein Befehl war, was es heißt, etwas als Befehl meinen? Das sind ja Worte der Sprache, Mittel der Verständigung; nicht ein Stöhnen, oder Grunzen.

 
  
 
  Und hier sind wir am Rande einer Diskussion, über die Sprache in der Einer nur zu sich, nur ˇfür ih[m|n] selber verständlich über seine privaten Erlebnisse
102.
spricht. In diese Diskussion, die
zu den
in die
Problemen des Idealismus & Solipsismus gehört werde ich
an dieser Stelle
hier
nicht eintreten. Nur
soviel
das
will ich sagen daß
hier gar
wir nur glauben
keine Sprache beschrieben
wurde
zu haben
obwohl es so schient als hätten wirs getan. Es verbürgt uns nämlich nichts daß ein Wort dieser Sprache zweimal in der gleichen Bedeutung verwendet wird. Denn sagst Du, die Gegenstände
sind hier
ist den
, wenn sie
mir
der
gleich schein[t|en],
103.
so frage ich: “wenn sie Dir wie schein[t|en]?” “Gleich” ist ja ein Wort der allgemeinen Sprache.

 
  
 
  In einem andern Sinn gibt es freilich eine private Sprache. Etwa die eines Robinson Crusoe der zu sich selbst spricht. Zuerst
diese
eine
Bemerkung: zu sich selbst sprechen heißt nicht ˇallein sein & sprechen &.
  Man
kann
könnte
sich also einen Menschen denken der sich selbst durch Worte
104.
zur Tat aufmuntert, sich selbst eine Frage stellt & beantwortet sich selbst Vorwürfe macht. Nun wir würden so ein Phänomen nur dann [s|S]pache nennen, wenn die Handlungsweise dieses Menschen der menschlichen überhaupt ähnlich wäre & wenn wir insbesondere seine Gebärden– & Mienensprache der Trauer des Unwillens, der Freude etc. verstünden.
  Man könnte das eine Sprache oder ein sprachähnliches Phänomen nennen.
105.

  Man kann sich doch einen Menschen vorstellen der allein lebt & Bilder von den Gegenständen um ihn her zeichnet (etwa an die Wände seiner Höhle) & so eine Bildersprache l ließe sich leicht verstehen.

 
  
 
  Aber wer sich selbst aufmuntert der beherrscht darum noch nicht das Sprachspiel einen [a|A]ndern aufzumuntern. Wer zu sich sprechen kann kann damit noch nicht zu
106.
Andern sprechen.
  Wenn einer
Patience legen kann
ein Spiel beherrscht das man allein spielen
so kann er damit noch nicht mit Andern [k|K]artenspielen.

 
  
 
Sowie es ein sprachähnliches Phänomen geben kann,: eine Sprache die jeder nur zu sich selber redet, in der einer sich etwa Handlungsweisen überlegt

 
  
 
Sprachen: das sind vor allem die Sprachen die die Völker der Erde sprechen. Und
107.
dann nennen wir Sprache eine Phänomene welche
mit jenen
diese
diese
Sprachen ◇◇◇ ähnlich sind verwandt, ähnlich sind. Ahnlichkeit haben.


108.


 
  
/ ?
 
  Ein Befehlen ist eine Technik unsrer Sprache.
  Wer in ein fremdes Land käme dessen Sprache er nicht versteht wird im allgemeinen unschwer herausfinden, wann ein Befehl gegeben wurde.

 
  
 
  Man kann sich aber doch auch selbst etwas befehlen. Wenn wir aber einen Robinson beobachteten der sich in einer uns fremden Sprache einen Befehl gäbe, so wäre dies
109.
schon viel schwerer zu erkennen.

 
  
 
  Ist es aber genug daß Einer etwas sagt & ein andrer irgend etwas tut, daß ein Befehl befolgt werde? Worin besteht das Phanomen des Befehlens & gehorchens?
  Nun [e|E]s ist eine Technik des menschlichen Lebens & unserer Sprache. Es ist schwer oder unmöglich eine allgemeine Beschreibung, dieser Technik zu geben aber leicht, Beispiele dieser Tech-
110.
nik zu geben.

 
  
 
  Kämen wir in ein fremdes Land mit fremder ˇSprache & fremden Sitten, so wäre es
in manchen Fällen
manchmal
leicht eine Sprach- & Lebensform zu
sehen
finden
die wir Befehlen & [b|B]efolgen zu nennen hätten, vielleicht aber besäßen sie keine Sprach- & Lebensform die ganz unserm Befehlen etc entsprächen. So wie es vielleicht ein Volk gibt, das
keine
nichts
unserm Gruß entsprechenden Lebensform besitzt. // das nichts unserm Grüßen ent-
111.
sprechendes besitzt //

 
  
 
  (Häuptling)

 
  
∕∕
 
Die gemeinsame menschliche Handlungsweise ist das Bezugssystem, mittels welche[m|s] wir ˇuns eine fremde Sprache in die unsere übersetzen. // mittels welchem wir uns eine fremde Sprache deuten. //

 
  
∫ ?
 
  Denken wir uns die Menschen eines Stammes gebrauchten zu ihrer Verstandi-
112.
gung eine Gebarden- & Mienensprache & diese wäre uns wenigstens in groben Zügen lei verstandlich. Sie begleiteten aber das Gebärden- & Mienenspiel mit [l|L]auten & Lautreihen die auf den ersten Blick unserer Lautsprache zu entsprechen schienen. Es wäre uns aber unmöglich Wörter für diesen oder jenen Gegenstand für oder für Tätigkeiten zu etc., zu fixieren. Vielmehr hätte es den Anschein als dienten jene
113.
Lautreihen als klangliche Bilder der Gegenstände. Diese Leute hätten eine Kultur, bauten lebten in bauten sich Hütten trieben Viehzucht etc., gäben dabei offenbar Befehle erhielten Berichte fragten, antworteten u.s.w. Was läßt uns hier sagen dieser Mann gäbe jenem jetzt eine Antwort auf seine Frage? Doch nur die durchgreifende Ähnlichkeit ihrer ganzen Lebensweise mit
114.
der unsern.

 
  
 
  Aber weiß nicht, wer einen Befehl gibt, daß er einen Befehl gibt ob wir's ◇◇◇ merken können oder nicht, also auch wenn seine Leben noch so verschieden von dem unsrigen ausschaut? Wenn wir ihn fragten, oder fragen könnten, würde er ja oder nein
antworten
sagen
? – In welcher Sprache? Nun, entweder in der seinen wenn wir sie gelernt hätte oder in der unsern.
115.

  Aber wenn er in seiner Sprache anscheinend ein Wort für eine bestimmte Handlungsweise benützt – mit welchem Recht
können
sollen
wir es in unser Wort “befehlen” übersetzen. Und wenn er unsre Sprache lernt, was berechtigt ihn mit welcher Berechtigung sagt er auch er ‘befehle’ ˇbei sich zuhause nur schaue es ganz anders aus.

 
  
 
  Würden wirs Befehlen nennen wenn nur einmal isoliert gebraucht würde.
116.


 
  
 
  Sollten wir sagen wir wissen ˇdann nicht ob es ein Befehlen war weil wir nicht in des Andern Seele schauen könnten?

 
  
 
  Wie wenn ein Mensch (ein Höhlenmensch etwa) immer nur zu sich allein spräche. Denk Dir einen Fall in welchem wir sagen könnten: “Jetzt überlegt er ob er so oder so handeln soll. Jetzt faßt er einen Entschluß. Jetzt
117.
befielt er sich selbst eine Handlung”. Es ist möglich sich so etwas vorzustellen wenn er sich etwa einfacher Zeichnungen bedient die wir deuten können.

 
  
/
 
Befehle werden manchmal nicht befolgt. Aber wie würde es aussehen wenn Befehle nie befolgt würden?

 
  
 
  Ich kann heute ein Spiel erfinden das weder ich noch
118.
ein Anderer je spielen wird. Wie sehe es aber aus wenn nie Spiele gespielt sondern nur erfunden worden wären.

 
  
∫ ?
 
  Nun kann ich mir das nicht vorstellen? Von Zeit zu Zeit nimmt jemand Papier & Bleistift zur Hand & entwirft den Plan zu dem was wir ein Spiel nennen würden (etwa zum Tennisspiel) & schreibt die Regeln des Spiels dazu. Er
119.
setzt vielleicht dazu: es wäre hübsch wenn wir so handeln würden. Nun, [w|W]arum sagte ich also dieser Zustand ließe sich nicht ˇ◇◇◇ vorstellen? Nun, wenn es ihn gäbe & wir sähen ihn, so ist die Frage ob wir ihn mit unserem Begriff des Spiels in Zusammenhang bringen würden. Besonders, wenn die die Spiele die jenen Plänen entsprächen sehr verschieden ˇwären von denen die bei uns gebräuchlichen
sind
wären
. Wenn
120.
sie schon auf gewisse Weise ausgeführt
  “Übergang von der Quantität zur Qualität”


 
  
 
  “Es ist
etwas
folgendes
geschehen: – er hat sich vorgestellt daß ‒ ‒ ‒ geschehen ist.
Aber man könnte natürlich sagen: Es ist fogendes in seinem Geist vorgegangen: –


 
  
∫ ?
 
  Wenn Einer schreibt, könnte man sagen, er spricht auf dem Papier. Ist es
121.
nun ähnlich wenn wir sagen “er spricht in der Vorstellung”? Kann man sagen es geschieht da etwas im Geist was dem Sprechen analog ist & in Sprache übersetzt werden kann. Erklärt es irgendetwas das zu sagen. Ist es nicht nur ein Bild das uns gar nichts nützt // zu keinem Verständnis verhilft // uns irreführt. Denn vergleichen wir in der Vorstellung
122.
sprechen mit einem Vorgang den wir in Sprache übertragen können, so könnte dies ein ganz beliebiger Vorgang sein & die Übertragung brauchte nicht nach einer Regel geschehen.

 
  
/
 
  Du kannst doch in der Vorstellung sprechen. Ist es also
undenkbar
unmöglich
, daß Du Einer nur in der Vorstellung sprechen könntest e. Nun freilich niemand andrer wüßte es aber das macht ja nichts.
123.


 
  
/
 
  Wenn einer zu sich selbst in der Vorstellung spricht so tut er ˇdamit nichts das dem Sprechen in irgendeiner Weise analog wäre oder sich in Sprache übersetzen ließe.

 
  
/ ∫
 
  Es ist nicht leicht philosophische Schlüssel zu finden, aber die Schlösser zu den Schlüsseln zu finden ist das schwerste.

 
  
/
 
  Es ist nicht leicht philosophische Schlüs-
124.
sel zu finden, die viele Schlösser eröffnen. Aber die Schlösser zu
den
diesen
Schlüsseln finden, ˇdas ist das schwerste.

 
  
∕∕
 
  Wer uns die Sprache eines Volkes beschreibt beschreibt eine Gleichförmigkeit ihres Benehmens. Und wer eine Sprache beschreibt die Einer mit sich allein spricht, der beschreibt eine Gleichförmigkeit seines Benehmens & nicht etwas was sich einmal zugetragen hat.
  Aber “ˇeine Sprache sprechen” werde ich nur ein Verhal-
125.
ten nennen daß unserem wenn wir unsre Sprache sprechen analog ist.


 
  
∕∕
 
  Ein Schrei entringt sich ihm. Worte entringen sich ihm.

 
  
∕∕
 
  Ist der Schrei wahr, oder falsch? Wie, wenn ich sagte, er sei echt, oder nicht echt?

 
  
∕∕
 
  Nicht, natürlich, als sei das Wort “echt” richtiger als “wahr”! Es erinnert nur an einen grammati-
126.
schen Unterschied, der übersehen, oder nicht verstanden wird.


 
  
 
  Aber kann sich der nichts vorstellen, der keine Sprache gelernt hat? Das heißt wohl: hat es keinen Sinn ˇvon einem zu sagen er stelle sich etwas vor, der keinen Ausdruck der Vorstellung besitzt?
  Nun hat es Sinn von einer Füllfeder zu sagen sie stelle sich etwas vor? Und
127.
wenn nicht, warum? Im Märchen aber könnte man dennoch davon reden wie sich eine Füllfeder sich in dies & jenes vorgestellt hat.

 
  
∕∕
 
  Wenn ich mir etwas vorstelle, so geschieht doch wohl etwas!! Nun, es geschieht etwas ‒ ‒ ‒ & wozu mache ich dann einen Lärm? Wohl dazu, was geschieht mitzuteilen. – Aber wie teilt man denn überhaupt etwas mit? Wann sagt man
128.
denn, etwas werde mitgeteilt? Was ist denn, sozusagen, der Mechanismus einer Mitteilung? Wie schaut das Spiel des Mitteilens aus? Und was die Technik des Mitteilens // Technik einer Mitteilung // // Wie wird das Spiel des Mitteilens gespielt? // Ist es das gleiche, ˇSpiel ob ich nun einen physikalischen
Vorgang
Tatsache
mitteile oder einen seelischen?


 
  
∕∕
 
  Und das was man erlebt davon sagt man noch dazu ja, daß es sich nicht mitteilen lasse. Und wenn Du sagst
129.
“Ich sage es eben mir selbst” so frage ich wieder, was das heißt, & was der Lärm mit dem zu tun hat was “geschieht”. ⌊⌊Wie meint man denn mit dem Wort was geschieht⌋⌋


 
  
∕∕
 
  Denk[st|e] Dir folgendes: Du gibst jemand ein Signal, wenn Du Dir etwas vorstellst & Du benutzt verschiedene Signale für verschiedene Vorstellungen. Wie vereinbart ihr nun was jedes Signal bedeuten soll?
130.


 
  
 
  Aber wenn ich z.B. mit mir selbst rede so geht dort doch etwas vor! Du willst sagen es geht da etwas wie eine Lautbewegung vor sich.

 
  
 
  Bezieht sich der Schrei auf den Schmerz?

 
  
 
  Wer laut liest, liest nicht
sowohl leise als laut.
leise & laut.
Wer laut spricht, spricht nicht laut & ˇzugleich unhörbar zu sich selbst.


131.


 
  
∕∕
 
Wie lehrt & lernt man, leise für sich selbst lesen?

 
  
 
  Wenn ich ein Gedicht auswendig lerne, indem ich es wieder & wieder für mich leise lese & hersage, verrichte ich doch eine Arbeit & vielleicht eine anstrengende.

 
  
∕∕
 
Was ist das Kriterium der Gleichheit zweier Vorstellungen D.h.: wie vergleicht man Vorstellungen // wie werden Vorstellungen verglichen // ?
132.


 
  
/ ?
 
  So war also in Deinem Geist eine Leere? Gott bewahre!
  Was ich sagte bedeutete ja das Gegenteil davon. // Ich sagte ja davon das Gegenteil. //

 
  
/ ?
 
  Aber ich bin geneigt, zu sagen, es ist hier etwas ganz bestimmtes geschehen worauf sich meine Worte beziehen. Ein Vorgang analog einem äußern Vorgang den meine Worte beschreiben. Nun, es ist interessant, daß wir geneigt
133.
sind das zu sagen.

 
  
∕∕
 
  Ich stelle mir vor daß der Baum umfällt, ich sehe es deutlich vor mir. ˇIch sehe es vor meinem [G|g]eistigen Auge. Ich Ich habe ein klares Bild vor meinem geistigen Auge. Warum ein Bild?! Wenn ein Bild, warum nicht den Baum?

 
  
∕∕
 
  [Gegen Ende dieses Notizbuches] Könnte man es sich nicht denken daß Leute immer nur unhörbar, & zu sich
134.
selbst, sprächen (&) nie laut. Sie könnten das freilich nicht gelernt haben könnten es ab[l|e]r dennoch tun. Sie brauchten ja eben nur das immer so ausschließlich tun was sie sonst so zu reden wie sie sonst zu Zeiten reden.
  Warum soll nicht das was manchmal geschieht immer geschehen?


 
  
/ ?
 
  Nehme ich an daß diese Leute die vorgestellte Sprache in
135.
ein wirkliches Sprechen übertragen könnten, oder daß sie es nicht könnten? & Und könnten sie es, wenn sie es nie täten?

 
  
∕∕
 
Gedankenlos & gedankenvoll Musik machen.

 
  
 
  Eine Linie könnte genug sein um eine ganze Symphonie zu
fixieren
bestimmen
, wenn die [v|V]orarbeiten getan sind. Die Linie sehen könnte uns veranlassen zu sagen wir sähen das
136.
ganze Werk vor uns weil wir gewiß sind es nun schreiben zu können.
  Wir könnten auch sagen: “aus dieser Linie muß mir alles folgen.” Und ob ich mit dieser Gewißheit recht hätte würde sich beim Ausarbeiten zeigen.
  Wir sind manchmal gewiß etwas zu können; & in einer großen Mehrzahl von Fällen können wir es dann auch.

 
  
 
  Ich bin z.B. gewiß
137.
eine die & die Melodie auswendig pfeifen zu können wenn mir nur jemand die Anfangstakte angibt.
  Was gibt mir die Berechtigung zu dieser Gewißheit? Ist es daß ich die Melodie bisher immer habe pfeifen können & sie mir nie entfallen ist? Das wäre Induktion. Eines ist sich Tatsache: ich bin gewiß; nichts würde mich mehr verblüffen, als wenn ich in mitten der Melo-
138.
die stecken bliebe ohne eine besondere & offenbare Ursache; & bis jetzt habe ich eine solche Überraschung selten oder nie erlebt.

 
  
 
  Ich habe eine walisische Stimme gehört. Ich finde etwas
auffalliges
seltsames
in Intonation, der Art des Sprechens. Was es ist, könnte ich aber nicht sagen. Später, wenn ich mehrere diese Sprechweise ˇan Anderen öfter gehört habe, kann ich sie nachahmen & beschreiben, & nun weiß ich
139.
wie der gesprochen hat von dem ich sie zuerst gehört habe. – Wußte ich also damals, als ich
jenen Menschen
ihn
sprechen hörte, nicht, wie er sprach, & jetzt –, in der Erinnerung, – weiß ich's?
  es? Ähnlich könnte es geschehen, daß ich ein Gesicht sehe & erst später, wenn ich es nicht mehr sehen kann, zeichnen lerne, & nun im nachhinein genauer weiß, wie ˇsich das Gesicht ausgesehen hat, als zu der Zeit, da ich es lebendig vor mir hatte.
140.


 
  
 
Ich erstarre zu Stein & meine Schmerzen dauern
an.
weiter.
Und wenn ich mich nun irrte, & es nicht mehr Schmerzen wären! – Aber ich kann mich doch hier nicht irren –! es heißt doch nichts, zu zweifeln, ob ich Schmerzen habe! – [W|D].h. wenn Einer sagte “[i|I]ch weiß nicht, habe ich jetzt Schmerzen oder sind ist das ˇein Schmerzen, was ich habe; oder ist es etwas anderes?” S so würden wir uns etwa denken, er wisse nicht
141.
was das Wort Schmerz bedeute, & wir würden's ihm nun erklären. Wie?
Vielleicht
Nun
durch Gebärden oder ˇetwa indem wir ihn mit einer Nadel stächen & sagten “Siehst Du das sind Schmerzen”. Er könnte diese Worterklärung, wie jede andere, richtig, falsch, oder gar nicht verstehen; & sein Verständnis würde sich im Gebrauch des Worts zeigen, wie auch sonst. – Wenn er nun z.B. sagte “Oh, ich weiß, was ‘Schmerz’
142.
heißt; aber ob das Schmerzen sind, was ich jetzt hier
habe
fühle
, das weiß ich nicht”– da könnte würden wir bloß die Köpfe schütteln & müßten seine Worte für eine seltsame Reaktion ansehen, mit der wir nichts anzufangen wissen.


 
  
 
Ein Ausdruck des Zweifels gehört hier nicht zum diesem Sprachspiel // zur Sprache // Aber wenn nun der Ausdruck ˇdes Schmerzes, das Schmerzbenehmen, ausgeschlossen ist, dann scheint es,
143.
ich dürfe ˇwieder zweifeln. Denn ich bin aus der Praxis der Sprache herausgetreten.
  Der Satz “Also Wenn ich mich nun, irrte & es gar nicht Schmerzen wären”
war
ist
Unsinn, weil (hier da) ein Kriterium der
Identität
Gleichheit
der Empfindungen
gefordert
erdichtet
ˇvorgespiegelt wird, das es gar nicht gibt. (
Ähnlich wie im Satz:
Erinnere Dich an Sätze wie
“Ein Andrer kann nicht diese identischen Schmerzen haben, die ich jetzt habe.”) Aber daß ich
versucht bin zu sagen
hier vorgebe
, man könne die eine Empfindung verkennen verwechseln // die Empfindung für
etwas
was
andres
144.
halten, als was sie ist // ,
kommt daher:
dies bedeutet
heißt nur daß
[w|W]enn ich das bestehende Sprachspiel mit
dem Ausdruck der Empfindung
diesen Worten
abgeschaff[e|t] ˇdenke, muß brauche ich nun ein Kriterium der Identität, denken muß & dann ˇbesteht (auch) die Möglichkeit des Irrtums.

 
  
 
  Es liegt schon ein Mißverständnis
in meinem
im
Begriff des ‘Andauerns’ der Empfindung. Denn was ist unser Kriterium dafür, daß eine Empfindung sich nicht ändert, dieselbe bleibt?


145.


 
  
 
  Nimm an, ich kann aus meinen Empfindungen (z.B. Schmerzen), auf gewisse Vorgänge in meinen Nerven &, Gehirn ˇ& andern Organen schließen – wie es ja tatsächlich der Fall ist; : so kann ich also in gewissem Sinne unmittelbar auf körperliche Vorgänge schließen, solche voraussagen. Das ist der Sinn der Worte meine Bewußtseinszustände seien nur eine andre Seite der Gehirnvorgänge, seien diese, ‘von innen gesehen’.

146.


 
  
∕∕
 
  Wenn Du Schmerzen hast & daraus auf hohen Blutdruck schließt, wirst Du doch nicht sagen wollen, Du habest aus nichts auf hohen Blutdruck geschlossen.
  Und wie ist das Experiment zu beschreiben: Wenn immer Du Schmerzen fühlst Du beobachtest Deinen Blutdruck & siehst zu wie er von [d|D]einem Schmerzzustand abhängt. Dabei aber rufst Du nicht durch außere Mittel die
147.
Schmerzen hervor sondern vergleichst nur ihren Verlauf mit dem des Blutdrucks. Denk Dir nun, statt Kreuzchen in einen Kalender einzutragen wenn er Schmerzen hat mache er dies Experiment! Ist das kein Experiment? Wird es nun dadurch zu einem daß er einen Ausdruck des Schmerzes hat? Kann er nicht eben die Veränderung des Blutdrucks richtig voraus für [j|J]eden sichtbar voraussagen?

148.
 
  
∕∕
 
  Und hier spielt wieder das ‘richtige’ Wiedererkennen seiner Empfindung gar keine Rolle. Denn esc ist genügt daß er sie wiederzuerkennen glaubt, da das wichtige Resultat das richtige Voraussagen der körperlichen Erscheinung ist. Und daher muß es auch falsch sein wenn ich sage, er glaube die Empfindung wieder zu erkennen.

 
  
 
  Wie kann ich mir einbilden so uralte
149.
Probleme lösen zu können?! Für immer werde ich sie gewiß nicht lösen können, sonst wären sie nicht so uralt geworden. Es sei denn, daß jetzt die Zeit sie löst & das Ende dieser Probleme gekommen ist. – Wenn ich sie lösen kann, dann nur dadurch daß ich sie auf ein andres Geleise schiebe, sie für unsre [G|g]egenwärtige Denkweises aus dem Weg räume.


150.


 
  
∕∕
 
  Der Unsinn gegen den ich kämpfe ist der halbe Solipsismus, der immer sagt die Empfindung kenne ich intim daher, daß ich sie habe & nun veralgemeinerte ich
meinen
auf diese Kenntnis hin.


 
  
∕∕
 
  Den Begriff ‘Schmerzen’ hast Du mit der Sprache gelernt.

 
  
 
  Wie nötig die Arbeit der Philosophie ist zeigt James' Psychologie. Die Psychologie, sagt er, sei eine Wissenschaft bespricht aber beinahe
151.
keine wissenschaftlichen Fragen. Seine Bewegungen sind
so viele
lauter
Versuche sich vom Spinnennetz der Meaphysik, zu befreien in dem er gefangen ist, zu befreien. He cannot yet walk, or fly at all he only wiggles. Nicht, daß das nicht interessant ist,. [e|E]s ist nur nicht Wiss eine wissenschaftliche Tätigkeit

 
  
 
  Wie kann ich denn, von dem Begriff der Empfindung, den ich gelernt habe, dahin kommen zu wissen, daß eine
152.
Empfindung fortbestehen kann ohne Träger? Das muß doch auf einem Mißverständnisstehen dieses Begriffs beruhen.

 
  
 
  To smell a rat is ˇever so much easier than to trap it.

 
  
∕∕
 
Ich sitze in einem Sessel & mache de habe die Augen geschlossen. Ich fühle Schmerzen, ich fühle mich atmen, ich fühle den Druck des Sessels gegen meinen Körper. Nun, nennen wir das einmal eine Erfahrung. Und nun sage ich,: wie weiß
153.
ich, daß ich nicht zu einem Stein
erstarrt
geworden
bin? (Oder auch: daß mein [k|K]örper nicht ganz verschwunden ist? Denn das eine ist doch eigentlich so gut, wie das andre.) Die Erfahrung ist also da, auch wenn
mein
der
Körper nicht mehr

// wäre //
. ‘Die Erfahrung’– aber welche Erfahrung? [n|N]un die, die ich jetzt gerade habe. Aber damit das Sinn hat, brauche ich doch ein Kriterium des Andauerns der gleichen Empfindung.
Es geht nicht an zu sagen
154.

“Nun eben diese!” & auf etwas zu zeigen. – Kann ich hier sagen: “Ich
muss
musste
doch im Einklang mit den Andern bleiben & “Empfindung” & “gleiche Empfindung”
nur das nennen, was auch sie so nennen”? Nun, das heißt schon etwas (& es ist wahr), aber was es heißt, ist leicht mißzuverstehen.

 
  
/
 
  Ich kann mir doch vorstellen, daß mein Bewußtseinszustand andauert & mein
155.
Körper verschwindet. Kann ich mir auch vorstellen, daß sein Schmerz andauert & sein Körper verschwindet? – Doch; man hat sich ja solche Dinge oft vorgestellt. – Aber ist nicht ein merkwürdiger Unterschied zwischen dem Vorstellen dieser B beiden Fälle?! Im zweiten scheine ich mir etwas, wie ein Gespenst vorzustellen; im ersten nicht. Und “eine Empfindung haben muß, wie wir
156.
es gebrauchen für mich & alle Andern den gleichen Sinn haben.

 
  
∕∕
 
“Ich brauche ein Kriterium des Andauerns de[s|r] gleichen Empfindung”, sagte ich. – Warum aber? Weil weil ich habe ja auch jetzt heute keinen. – Weil der Ausdruck für die Empfindung, so wie er aus
seinem
den
Sprachspiel herausgelöst ist, völlig in der Luft hängt.


 
  
/
 
  Könnte man das auch so sagen: “Wenn
157.
die Empfindung mich zu nichts mehr bringt, so kann ich sie nicht mehr identifizieren.

 
  
/
 
  Das hängt mit dem Begriff der ‘Geschichte
einen
der
Empfindungen’ zusammen. Unsere ‘Bewußtseinszustände’ haben eine Geschichte. D.h. Sie sind gleichzeitig mit Geschehnissen in der Körperwelt. Und das heißt auch unsre Erinnerungszustände haben diese Geschichte. Daher
enthält
zeigt
der Erinnerungszustand
158.
nicht unfehlbar was diese Geschichte der bestehenden Seelenzustände ⌊⌊seine geschichtliche Vergangenheit nicht,⌋⌋ & es muß andere [k|Z]eugnisse für sie geben.

 
  
∕∕
 
  Es scheint paradox daß wir in
einem Bericht
der Geschichte
Körper- & Bewußtseinszustände kunterbunt durcheinander mischen: “Er litt große Qualen & warf sich unruhig umher,
dann
später
wurde er ruhiger
& schien seinen Schmerz zu verbeißen.
& verbiss seinen Schmerz.
” Das ist ganz gewöhnlich; warum erscheint es also paradox? Weil wir sagen
159.
wollen, der Satz handle von greifbarem & ungreifbarem. – Aber findest Du etwas dabei, wenn ich sage: “Diese 3 Stützen geben dem Hause Festigkeit”? (
Sind
Ist
die 3 & die Festigkeit greifbar?) Sieh den Satz als Instrument an & seinen Sinn als
seine Verwendung
seinen Gebrauch
!
(“Als ich wieder in den Laden kam, war der Käse inzwischen teurer geworden”)

 
  
/
 
  Kann es aber nicht eine Geschichte ohne
160.
Zeugnisse geben? Wir wissen dann freilich nicht, ob sie wahr, oder falsch ist, aber sie ist wahr, oder falsch.

 
  
? ∕∕
 
Ich identifiziere meine Empfindung freilich nicht, sondern ich gebrauche das die gleichen Worte // den gleichen Ausdruck // Aber damit endet ja das Sprachspiel nicht, damit fängt es (erst) an.
  Aber fängt
es
das Sprachspiel
nicht mit der Empfindung an – die ich beschreibe? – Das Wort “beschreiben” hat uns
161.
vielleicht da zum besten. Ich sage “Ich beschreibe meinen Seelenzustand” & “Ich beschreibe die
einen Wohnraum
mein Zimmer
”. Hier muß man sich die Verschiedenheiten der Sprachspiele ins Gedächtnis rufen.


 
  
/
 
  Wenn ich nun aber einen Wohnraum beschreibe,
& je sehen werde
// den tatsächlich nur ich gesehen habe //
, kommt das nicht auf's Gleiche hinaus als beschriebe ich
162.
etwas, was nur ich sehen kann?

 
  
∕∕
 
  Könnte der das Wort “Schmerz” verstehen, der nie Schmerz gefühlt hat? – Was ist das für eine Frage? Soll die Erfahrung mich lehren, wie es sich verhält? Und wenn Du sagst “Einer kann sich Schmerzen nicht vorstellen, außer er hat sie einmal gefühlt” – woher weißt Du das? Wie läßt ˇes sich entscheiden, ob das wahr ist?

 
  
∕∕
 
  “Aber Du wirst doch
163.
zugeben, daß ein Unterschied ist zwischen Schmerzbenehmen mit Schmerzen & Schmerzbenehmen ohne Schmerzen. – Zugeben? Welcher Unterschied könnte größer sein! – Und doch gelangst Du immer wieder zum Ergebnis der Schmerz selbst sei ein Nichts. – Nicht doch! Es ist kein Etwas, aber auch nicht ein Nichts! Das
Unser
Jenes
Ergebnis war nur, daß ein Nichts [g|d]ie gleichen Dienste
täte
tut
, wie ein Etwas, worüber sicht nichts aussagen läßt. D.h., wir verwarfen die
164.
Grammatik, die sich uns aufdrängte. // aufzudrängen schien. // c
  Und das [p|P]aradox verschwindet, nur wenn & es verschwindet nur dann, wenn wir Du ganz radikal mit dem Gedanken der Idee bricht brechen, die Grammatik der Empfindungsäußerung sei Sprache funktioniere immer auf
eine
gleiche
Weise, diene immer dem gleichen Zweck:, Gedanken zu übertragen – seien diese Nun nun Gedanken über Häuser, Schmerzen, Gut & Böse, oder was immer.
165.


 
  
? /
 
  Aber was ist das nun für ein Satz: “Welcher Unterschied könnte größer sein!”
  Nun, Ein Ein Ausruf. Aber ist er wahr, oder falsch? (Denn der Ausruf “Es regnet schon wieder!” kann wahr, ˇoder falsch sein.)

 
  
 
  Ein Gedanke gehört zu einer Gruppe von Gedanken, die ˇwenn er da ist auf den leisesten Wink kommen. // die, wenn ich ihn denke, auf den leisesten … // Und das ist nicht ein Fall von Assozia-
166.
tion; sondern man könnte sagen: was ich der Satz, den ich ausspreche ist gar kein kompletter Gedanke, sondern nur ein Teil. Der Gedanke sei die ganze Geschichte zu nennen, von der ich ˇjetzt nur einen Satz benütze. Ich meine: es ist beinahe als zitierte ich einen Satz aus der Szene eines Romans, z.B. etwa. Wobei ich z.B. beim Hörer die ‘Kenntnis’ des ganzen Zusammenhangs voraussetze. Also eine Fähigkeit von diesem Satz auf
167.
andere, die zu der Geschichte gehören, ohne Nachdenken überzugehen. In diesem Sinne könnte man den ausgesprochenen Satz eine Andeutung nennen.

 
  
/
 
  Das französische “ne … pas”. Man kann doch hier sagen, daß jedes Bewußtsein dafür verloren gegangen ist, daß “pas” Schritt heißt & daher die Redeform ˇeigentlich also heißt: nicht ˇeinmal einc Schritt (wie: “nicht ein Härchen”). Aber
168.
man kann auch sagen, daß nicht nur die Vorstellung eines Schrittes hier nicht hervorgerufen wird sondern das ˇ‘ne pas’ auch nicht mehr so empfunden wird wie : “nicht einmal

pas
” also als eine [V|v]erstärkter Negation. Wohl; aber was heißt das nun? Das erinnert ja an das Jamessche
feeling of if
if-feeling
etc. Soll ich also sagen es gäbe ein bestimmtes Gefühl, das das Wort ‘pas’
zu einem
zum verstarkenden
die Negation verstärkenden Substantiv stempelt?
169.


 
  
 
  Nun es handelt sich wieder um die von dieser Redeweise aus leicht zugängliche Umgebung.
  Ich gebrauche das Wort “ein bißchen” ohne im entferntesten an einen Bissen zu denken. Und das heißt z.B., daß ich micht nicht wie sonst in acht nehmen werde keine unpassende Metapher mit der des kleinen Bissens zu vermischen.

 
  
 
Die Schwierigkeit in die ich mich mit
170.
meinen Ideen von der Schmerzäußerung verwickle könnte man so darstellen: Wenn “Ich habe Schmerzen” für den


 
  
? /
 
  Betrachte den Satz: “
Ich stelle mich nur so, als
Ich tue nur, als
hätte ich Schmerzen”. In was für Fällen würde man dies sagen? – Seltsamerweise auch in dem Fall, in welchem
Einer
man
sich auf sehr raffinierte Art so stellt, als hätte er Schmerzen, die er zu verbergen sucht.

 
  
∕∕
 
  Ich sage jemandem,
171.
ich habe Schmerzen. Es wird dann bei ihm eine
gegen mich
Attitude
des Glaubens, oder des Unglaubens, geben des Mißtrauens geben. // Seine Einstellung zu mir wird
nun
dann
die des Glaubens sein; des Unglaubens; oder des Mißtrauens; sein. etc..

 
  
∕∕
 
  Nehmen wir an er sagt: “Es wird nicht so schlimm sein”. Ist das nicht der Beweis dafür, daß er an etwas glaubt, das hinter der Äu-
172.
ßerung
des Schmerzes Schmerzäußerung steht? Seine Einstellung ist nur ein Beweis seiner Einstellung.
  Denke Dir nicht nur den Satz “Ich habe Schmerzen” sondern auch den: “Es wird nicht so schlimm sein”, durch Naturlaute & Gebärden ersetzt!


 
  
 
  Welche Rolle spielt die Wahrheit, oder Falschheit eines Berichts in andern Sprachspielen? – Ich sehe zum Fenster hinaus & sage ihm: “Der Wind hat den Baum umge-
173.
worfen”. Er eilt hinzu, sieht, daß ich ihn zum besten gehabt, – habe oder die Wahrheit gesprochen habe.

 
  
∕∕
 
  “Welcher Unterschied könnte größer sein!” – Im Fall der Schmerzen glaube ich, ich könne mir diesen Unterschied privat vorführen. Im Fall des umgeworfenen Baumes kann ich ihn jedem fo vorführen. Aber diese private Vorführung ist eine Illusion & Du brauchst ˇDir zu ihr auch gar nicht
174.
Schmerzen hervorrufen, sondern es genügt z.B., wenn Du Dir sie vorstellst, z.B. etwas das Gesicht verziehst. Und wie weißt Du, daß, was Du Dir da vorstellst, Schmerzen sind & nicht ein Ausdruck des Schmerzes? Diese Vorführung ist eine Illusion.
  Wie weißt Du auch, was Du Dir vorführen sollst, ehe Du Dir's fo vorführst?
  (Du mußt Dich an den Gedanken gewöhnen daß Sprach-Reaktionen, wie andere, oft
geschehen
vor sich
// auftreten //
gehen
, wenn sie keinen
175.
Zweck haben. Und es wäre gar zu merkwürdig, wenn es nicht so wäre.)


 
  
∕∕
 
  “Häufe das Benehmen, wie Du willst, – es gibt immer noch keine Schmerzen!”

 
  
∕∕
 
Aber
sind
ist
die Fälle des Baumes & der der Schmerzen nicht doch ganz ähnlich? Denn dem Gesichtsbild im einen entspricht die Schmerzempfindung im andern.
Die Gesichtsempfindung kann ich mir so wenig vorführen, oder

176.
ebenso sehr wie die Schmerzempfindung.
  Denk Dir diesen Fall die Oberfläche von Körpern hatte (Steinen, Pflanzen, Knochen etc) hatte bestimmte Punkte welche unserem Finger bei der [b|B]erührung Schmerzen verursachten , ohne daß uns bekannte Ursache. (Man könnte sich etwa vorstellen daß wir bei der Berührung gewisser Punkte einen elektrischen Schlag empfingen, ohne daß uns von Elektrizität etwas bekannt wäre.) Wir
177.
könnten dann, so wie wir heute von einem rotgefleckten Stein reden von einem mit Schmerzflecken reden. D.h. die Schmerzempfindlichkeit könnte zum Erkennen der Außenwelt auf ähnliche Weise gebraucht werden wie die Tastempfindung.

 
  
∕∕
 
Wir [S|s]agen dieser Stein ist heiß, oder kalt, aber nicht, er sei ist
schmerzend
schmerzhaft
.


 
  
∕∕
 
  Man könnte sagen “dieser Stein brennt”.
178.


 
  
∕∕
 
  Ich kann Schmerzen vorführen, wie ich rot vorführe, & wie ich gerade & krumm, & Baum & Stein vorführe. –
Das
Und das
nennen wir eben “vorführen”.


 
  
∕∕
 
  Wie ist es nun mit dem Worte “blau” z.B. – soll ich sagen, dies bezeichne etwas ˇder Erkenntnis alle[n|r], oder de[n|r] meisten, Menschen gemeinsames & jeder sollte eigentlich außer diesem Wort noch ein anderes haben zur Bezeichnung seiner eigenen Empfindung von
179.
[b|B]lau? Oder ist es so: [d|D]as Wort “blau” bezeichnet für den Andern (& vielleicht manchmal auch für mich) das gemeinsame Blau; für mich aber bezeichnet es außerdem etwas privates; oder vielleicht besser: es bezieht sich auf etwas privates?


 
  
∕∕
 
  Hier muß ich sagen, daß das wesentliche am ‘privaten’ nicht das ist, daß es jeder allein besitzt, sondern eigentlich, daß [k|K]einer weiß, ob der Andere auch dies hat, oder
180.
etwas anderes. Es wären also solche Annahmen möglich wie, die, daß alle Menschen tatsächlich, ohne es zu wissen, die gleiche Empfindung von blau haben, oder daß jeder eine andere hat, oder daß 50% der Menschen eine, & 50% eine andere haben.

 
  
∕∕
∕∕
 
  Natürlich, wie & wozu man das Private bezeichnen soll ist ganz unklar. Sagt man aber: das Wort bezieht sich auf die eigene Empfindung, so entspricht
181.
dieser psychologisch genauere Ausdruck auf einem bestimmten Erlebnis beim Philosophieren. Dieses Erlebnis ist vielleicht am ähnlichsten dem, wenn
man sage zu sich selbst
jemand zu sich, oder zu einem Andern sagt
: “Wie herrlich blau der Himmel ist!”
Schau auf das [b|B]laues des Himmels, sage zu Dir selbstc: “Wie her blau der Himmel ist!” – Wenn Du es sponan tust,nicht mit philosophischen Absichten, – so denkst Du nicht dran, daß dieser Farbenˇeindruck, den Du eintrinkst // Farbeneindruck in
182.
dem Du ˇgleichsam aufgehst // nur Dir gehöre. ⌊⌊ James ist eine Fundgrube der Psychologie des Philosophen.

⌋⌋
Und Du hast kein(e) Bedenken diesen Ausruf
an den
für den
ˇeinen Freund zu
richten
machen
, der mit Dir ist. Und wenn Du bei den Worten auf etwas zeigst, so ist es der Himmel; ich meine: Du hast nicht das Gefühl des in-sich-selbst-Zeigens, das oft das ‘Benennen der Empfindung’ begleitet, wenn wir über die ‘private Sprache’ nachdenken. Du denkst
183.
auch nicht, Du
solltest
dürfest
eigentlich nicht mit der Hand, sondern nur mit der Aufmerksamkeit zeigen. // auf das Blau zeigen. //


 
  
∕∕
 
  Aber wie ist es überhaupt möglich, daß wir in (der) Versuchung sind, zu denken, wir meinten manchmal
mit der Erklärung
wenn wir erklären
[d|D]ies heißt ‘rot’” die Farbe, die Jeder sehen kann, manchmal aber, ˇdasjenige, was ich den “visuellen Eindruck” nennen möchte? & was mir – ja vielleicht
184.
mir & dem Moment – eigen ist? Ich gebe der Farbe jedenfalls in diesen Fällen verschiedene Aufmerksamkeit. Im zweiten Falle vertiefe ich mich, sozusagen, in sie, wie ich es tue wenn ich mich an einer Farbe nicht satt sehen kann. Daher Es ist es leichter die Empfindung dieses Falles zu
haben
erhalten
, wenn die Farbe kräftig & leicht einprägbar ist.
// Aber wie ist es überhaupt möglich, daß man ˇauch nur in Versuchung
gerät
ist
zu glauben, man
185.
meine einmal die Farbe, die Jeder sehen kann, einmal (aber) den ‘visuellen Eindruck’, den ich jetzt erhalte. Wie kommt man auch nur in
diese
die
Versuchung, geraten so etwas anzunehmen? //
// Aber wie ist es überhaupt möglich, daß man in Versuchung ist, zu glauben, man meine einmal ˇmit einem Wort die Farbe, die Jeder sehen kann, einmal den ‘visuellen Eindruck’, den ich jetzt erhalte? Wie kann man auch nur in diese Versuchung geraten? – Es ist eine
186.
andere Aufmerksamkeit, die ich in den beiden Fällen der Farbe zuwende. Im zweiten Fall vertiefe ich mich in den Farbeindruck, wie ich es mache wenn ich mich an einer Farbe nicht satt sehen kann. Dah[r|e]r ist es leichter das entsprechende Gefühl zu erzeugen, wenn man auf eine leuchtende & leicht einprägbare Farbe sieht. //


 
  
/
 
  Jemand kommt in ein Land, das, wie es scheint nicht von Menschen bevölkert ist. Aber da hört er
187.
Stimmen um sich her & eine Sprache, die er kennt. Es ist leicht zu hören daß die jede Stimmen von einem andern Ort herkommt, ganz als käme jede aus dem Munde eines Menschen. (Ƒ) Diese Unsichtbaren reden nun über allerhand Sinneseindrücke & klagen auch ˇmanchmal über Schmerzen.
  Ist es unmöglich, daß der, der sie hört glaube, sie hätten Schmerzen. Er kann doch z.B. von Mitleid für sie erfüllt
188.
sein & also glauben, daß sie leiden.
  Nun wir denken uns einen Fall, der von dem tatsächlichen nicht ganz losgelöst ist.

 
  
∕∕
 
  Wie bin ich von Mitleid für diesen Menschen erfüllt? Wie zeigt es sich, welches Objekt das Mitleid hat?

 
  
? ∕∕
 
  Ja, ich kann von Leblosem, z.B.
im Spiel mit Puppen
von einem Stück Holz
, sagen, es habe Schmerzen. Aber wie wäre es, wenn ich dies nur von Leblosem
189.
sagte? Wenn also das Puppenspiel nicht eine Nachahmung der menschlichen Tätigkeiten wäre.
  Wenn Kinder ‘Eisenbahn’ spielen, so hängt ihr Spiel auf
mannigfache
alle mögliche
Weise mit ˇihrer Kenntnis der wirklichen Eisenbahn zusammen. Man könnte sich
aber
nun
denken, daß Kinder eines Volksstammes, der keine Eisenbahnen kennt, das Eisenbahnspiel von [E|e]uropäischen andern Kindern übernommen hätten & daß es sie unterhielte, obwohl sie
190.
ˇgar nichts von einer wirklichen Eisenbahn wüßten. Man könnte sagen, dieses Spiel habe bei ihnen einen andern Sinn als bei uns.

 
  
 
  Wenn einmal ein Gedanke sich am ˇfernen Horizont erschienent ˇist, so
kommt
nähert
er sich oft mit unerwarteter Schnelligkeit nahe.

 
  
 
  Gefragt, welche Farbe ich mir vorgestellt habe, zeige ich auf sie, oder
beschreibe
nenne
sie – : aber wie kommt es, daß ich das ohne weiteres tun kann;? [D|d]
191.
mir
das Abbilden
die Abbildung
der Vorstellung in die Wirklichkeit so wenig Schwierigkeit macht Sehen sich ˇdenn Vorstellung & Wirklichkeit zum Verwechseln ähnlich? – Aber so kann ich
ja
doch
auch ohne weiteres einen Menschen nach einer Photographie wiedererkennen.
  [Handelt sich's aber hier wirklich um eine Abbildung??]


 
  
 
  Wenn also die Vorstellung
ein Abbild
eine Abbildung
der Wirklichkeit ist, kann ich da fragen: “Wie muß
192.
eine ˇrichtige gute Vorstellung dieser Farbe aussehen?”? ⌊⌊ // “Wie schaut eine richtige Vorstellung dieser Farbe aus?”, // oder: “wie ist sie beschaffen?”⌋⌋
  Kann ich das lernen?


 
  
∕∕
 
  “Wenn die Menschen immer nur ˇin der Vorstellung zu sich selbst sprächen // “Wenn die Menschen immer nur unhörbar in ihrem Innern zu sich selbst sprächen, so täten sie
bloß
nur
dasjenige
beständig,
ständig,
was sie heute manchmal tun.” Es ist also ganz leicht sich dies vorzustellen. (Damit zu [v|V]ergleichen damit: “[e|E]ine unendlich lange Baumreihe ist einfach eine, die nicht ein Ende hat.”)
193.


 
  
 
  Aber unser Kriterium dafür, daß Leute der Andre zu sich selbst sprechenspricht, ist, ◇◇◇ daß sie manchmal er auch laut sprechen spricht. Wir sagen nicht, ein Hund spreche vielleicht unhörbar zu sich selbst, in einer der [E|e]uropäischen Sprache. Und wenn Du sagst, es ist eben ˇim höchsten Grade unwahrscheinlich, so
ist
kann ich nur sagen, daß
das ein Mißbrauch des Worts “unwahrscheinlich”. ist. // Wer nicht sprechen gelernt hat, von dem sagen wir nicht er spreche zu sich selbst.
194.

  Aber ich
weiß
kenne
doch von mir selbst, was es heißt “zu sich sprechen”. Und verlernte ich jetzt gänzlich laut zu sprechen, würde ich der Organe des
hörbaren
lauten
Sprechens beraubt, so könnte ich dennoch unhörbar Selbstgespräche führen. Ich könnte? Es wäre denkbar? Es hat ˇjedenfalls Sinn, dies zu sagen?

 
  
∕∕
 
  Weiß ich's nur von mir selbst, dann weiß ich nur, was ich so nenne, nicht, was ein Andrer so nennt.

195.


 
  
 
  “Er sprach in seinem Herzen zu sich”

 
  
 
  Wenn ich einen Entschluß fasse spreche ich in meinem Herzen zu mir, aber nicht, ˇz.B., wenn ich philosophiere.

 
  
? ∕∕
 
  Zitat bei James aus den Schriften eines Taubstummen ˇBallard, der erzählt wie er als Knabe, ehe er noch sprechen konnte, über Gott & die Welt philosophierte. Meine Reaktion ist: “Was das wohl heißen mag?!” D.h. ich nehme seine Erzählung als eine seltsame, &
196.
vielleicht interessante, Wortreaktion, , aus der ich keinerlei Schlüsse auf das Knabenalter dieses Menschen ˇzu ziehen geneigt bin. – Willst Du also sagen, es täusche ihn seine Gedächtnis? – Ich weiß nicht ˇeinmal, ob ich sogar das sagen würde.
    “It was during those delightful rides, some 2 or 3 years before my initiation into the rudiments of written language, that I began to ask myself the question: How came the world into being?”– of all questions! Are you sure that this is a correct translation from your ⌊⌊ˇwordless thoughts into words?⌋⌋
197.
 
  
∕∕
 
  “Was manchmal geschieht, könnte immer geschehen.” – Was wäre das für ein Satz? Ein ähnlicher, wie dieser: Wenn “φ(a)” Sinn hat, hat “(x) ∙ φ(x)” Sinn. – Es müßte also eigentlich heißen: Wenn es Sinn hat, zu sagen, das & das geschehe manchmal – also auch, wenn es nie geschieht – hat es Sinn, zu sagen, es geschehe immer. “Wenn es vorkommen kann, daß Einer einen falschen Zug in einem Spiel
falsch zieht
macht
, so könnte es sein, daß
die
Alle
Menschen ˇin allen Spielen immer nur falsche Züge
198.
Spielen machten.” Das zeigt, daß wir die Logik dieser Ausdrücke, nicht den Gebrauch unsrer Worte, nicht recht verstehen.


 
  
 
  “Kann ich mir vorstellen, wie es wäre, wenn alle Menschen blind wären?” – Wie, wenn ich sagte: “Mach die Augen zu, dann siehst Du's”?

 
  
∕∕
 
  Jemand sagte “Diese Taubstummen haben alle nur eine Gebärdensprache gelernt, jeder ˇaber spricht zu sich selbst eine Lautsprache.” – Nun, verstehst
199.
Du das nicht? – Wie weiß ich nur, ob ich's verstehe? –Was kann ich mit dieser Mitteilung (wenn ich's so nennen darf) anfangen? Die ganze Idee des Verstehens wird hier zweifelhaft. // wird hier anrüchig. // Ich weiß nicht, ob ich sagen soll, ich versteh's oder ich versteh's nicht. Ich möchte anworten “Es ist ein deutscher Satz; scheinbar ganz in Ordnung – ehe man nämlich mit ihm arbeiten will; er ist mit andern Sätzen so
verwandt
verbunden
, daß es schwer fällt, zu sagen, man wisse
200.
eigentlich nicht, was
er uns mitteilt
er sagt
; jeder Mensch der nicht
durch's Philosophieren
philosophisch
anaesthesiert ist, merkt, daß hier etwas nicht stimmt.”


 
  
 
Ob es eine unerfüllte Sehnsucht ist, die einen Menschen eahnsinnig macht? (Ich dachte an Schumann, aber auch an mich.)

 
  
∕∕
 
  Wir sagen nicht ein Hund spreche
möglicherweise
vielleicht
zu sich selber, obwohl wir nichts davon [wissen|wüßten] . Ist das, weil wir seine Seele so genau kennen? Nun, man könnte so
201.
sagen. – Nur vom Menschen sagen wir, er spreche zu sich selbst – & nur vom sprechenden Menschen. Nur von dem,
der
was
sich so & so benimmt. – Aber sage ich's auch von mir nur, weil ich mich so & so benehme? Ich sage es nicht auf die Beobachtung meines Benehmens hin; aber wenn ich's sage, hat es nur Sinn, weil ich mich so & so benehme. – So hat es also nicht darum Sinn, weil ich es meine?

202.
 
  
 
  Ein Gramophon spricht ja; & könntest Du nicht annehmen, es habe eine Seele & meine mit ihr, was es spricht? Ich verstehe wohl: es ist schwer
eine
die
Seele mit
einer Maschine
einem Gramophon
zur [d|D]eckung zu bringen,. & ˇUnd nun noch garc das Denken dieser Seele mit dem Sprechen
der Maschine
des Gramophons
! Es ist schwer; aber ist es unmöglich?


 
  
∕∕
 
  Wie weiß ich, was
das
es
heißt “zu mir selber (im Innern) sprechen”? Es ist doch kein
203.
ganz
eindeutiger
einfacher
Übergang von der Bedeutung des Wortes “sprechen”, wenn
dies
es
heißt wenn damit gemeint ist: Laute hervorzubringen – zu einer ˇBedeutung, in der es das nicht heißt. Wenn ich jemand zumute
einen solchen
diesen
Übergang zu machen, wie weiß ich da, wozu er übergehen ˇwird. Wenn ich Einem sagte: Verwende das [w|W]ort “Zucker” für etwas, was
so
dem ähnlich
ist, wie Zucker, aber
weder
nicht
süß
, noch
, nicht
eßbar; so ist nicht klar, was er nun “Zucker” nennen
204.
wird.


 
  
 
Revolutionär wird der sein, der sich selbst revolutionieren kann.

 
  
∕∕
 
  Der Sessel spricht zu sich selbst “ …”. Wo spricht er es? zu In Irgendwo In sein einem seiner Teile? Oder außerhalb seiner selbst, in der Luft um ihn? Oder gar nicht irgendwo? Aber was ist dann der Unterschied zwischen dem Sprechen dieses Sessels & dem eines andern Dings? – Aber wie ist es dann
205.
mit dem Menschen, : wo spricht er zu sich selbst? Oder nirgends? Wie kommt es, daß diese Frage irrelevant erscheintc scheint, eine weitere Ortsbestimmung ˇunnötig, außer der, daß eben dieser Mensch zu sich selbst spricht, nicht unnötig ist– während die Frage, wo der Sessel zu sich selbst spreche, eine Antwort zu verlangen
scheint
schien
? Ich glaube, der Grund ist: denn wir wollen wissen, wie der Sessel einem Menschen entsprechen soll; ob der Kopf am
206.
obern Ende der Lehne zu denken ist, etc.. // , ob der Kopf am obern Ende der Lehne ist; usw.. //


 
  
∕∕
 
  “Kann man denken, ohne zu reden?” – Und was ist Denken? Nun, denkst Du nie? Kannst Du Dich nicht beobachten & sehen, was vorgeht // sehen, wie's vor sich geht // ? Das sollte doch einfach sein. Du mußt ja darauf nicht wie auf gewisse, astronomische Ereignisse ˇjahrelang warten & dann in
kurzer Zeit
wenigen Minuten
Eile Deine Beobachtungen
207.
machen.


 
  
 
  Wenn ich aber denke ohne zu reden & dann in Worten sage, was ich gedacht habe, wie weiß man daß meine Übertragung in die Sprache richtig ist?

 
  
∕∕
 
  Was nennt man noch “denken”? Wie hat man das Wort benützen gelernt? – Wenn ich sage, ich
hätte
habe
gedacht, muß ich da recht haben? Und wie ist es zu entscheiden, ob ich recht habe?
  Hat man das Wort “denken” so
zu benützen
gebrauchen
208.
gelernt daß man sich fragt: “War, was ich getan habe, wirklich ein Denken?”?


 
  
 
  Was ist das
Sprachspiel
Spiel
des Mitteilens. Was ist der Mechanismus des Mitteilens


 
  
 
  Was ist das Sprachspiel des Mitteilens

 
  
 
  Wie ist das, wenn man zu sich (im Innern) redet; was geht da vor?

 
  
 
  Erfindungen von Sprachspielen die ich hier benütze mögen Menschen
209.
p[f|h]antastisch erscheinen; – aber was würden Menschen,
// die Philosophie nicht kennten //
die nicht philosophieren denen Philosophiec unbekannt ist
, sagen, wenn
man
Einer
ihnen (von dem) erzählen wollte, was Philosophen geschrieben haben! Würden sie es für möglich halten?


 
  
 
  Wir sagen von einem Papagei nicht, er spreche zu sich selbst; so wenig wie von einem Gramophon. Aber könnten wir uns nicht vorstellen, daß Gott einem Papagei (ˇplötzlich) [v|V]erstand schenkte,
210.
& daß
dieser
er
nun zu sich selbst redete? – Aber es ist wichtig, daß ich zu dieser Vorstellung Gott zu Hilfe nahm.


 
  
 
  Unser Kriterium dafür, daß Einer zu sich selbst spricht, ist das was er ˇlaut sagt, was schreibt, u.a.. Und wir sagen nur von dem er spreche zu sich selbst, der, (im gewöhnlichen Sinne), sprechen kann. Und wir sagen es auch nicht von einem Papagei so wenig wie von einem Gramophon.

211.


 
  
 
  Ist es nicht merkwürdig, daß man nicht sagt: “und dann sprach ich lange Zeit nicht mit mir,” oder: “und dann als ich das zu mir gesagt hatte, schwieg ich eine lange Zeit”?

 
  
 
  Oder habe ich etwas übersehen?

 
  
 
  Wie soll ich's erklären? Nun, nur so wie Du jemand die Bedeutung des Ausdrucks “zu sich selber sprechen”
lehren
erklären
kannst. Und diese
212.
Bedeutung ◇◇◇ lernt ja z.B. ein Kind. Nur, daß niemand sagen wird, wer d Eeinenm // jemand // die Bedeutung dieses Ausdrucks lehrt sage ihm ‘was da vorgeht’ wenn Einer zu sich selbst spricht.
  Vielmehr scheint es uns
als ob
daß
der Lehrer in diesem Fall dem Schüler die Bedeutung gleichsam schonend beibringt, ohne ihm dies zu sagen, daß aber der Schüler ˇdurch den Unterricht dazu gebracht wird den Ausdruck zu verstehen, das heiße: sich selbst eine Hinweisende Definition zu geben. Und hierin
213.
liegt die Illusion.


 
  
 
  Ich habe nämlich in der Vorstellung nicht einfach einen Übergang von einem Ort zum ˇeinem andern zu machen. Wie von Schmerzen in der Hand zu Schmerzen im Arm. Denn ich soll mir nicht vorstellen, daß ich an einem Ort seines Körpers Schmerz empfinde (was auch möglich wäre.).

 
  
∕∕
 
  “Sieh' 50 + 50 gibt 100” – hier ist die Technik des Addierens schon bekannt.
  S Die Frage kann schon
214.
gestellt werden: “Wieviel ist 50 + 50?” –
  “Sieh so gibt 50 + 50 100” – dies ist eine Erklärung des Sinnes der Addition überhaupt. Es ist etwa die Antwort auf die Frage: “Was heißt es 50 + 50 addieren; was heißt es, es komme dabei 100 heraus?” Als Antwort lehrt man ihn addieren.

 
  
 
  Der Beweis macht einen Zusammenhang der Technik. Dieser kann im Hintergrunde unserer Verwendung des Satzes
bestehen
weiter bestehen
.

215.


 
  
 
  Er ist eine Bahn die nur manchmal begangen wird. Aber bereitliegt.

 
  
 
  Wann aber liegt sie bereit? Nicht nur wenn der Beweis wirklich geliefert worden ist, irgendwo aufgeschrieben steht, und dergleichen? Wenn er uns, in irgend einem Sinne, leicht zugänglich ist?
  Und wann, wozu, beschreiben wir die Bahn?
  Nun, – zu einer Rechtfertigung. Und was wollen wir rechtfertigen? – Die Verwendung dieses Satzes. Dieser Zeichenverbindung, dieser Struktur.
216.

  Denk Dir die Struktur wäre aus Holz, ein Gerüst.
  Was könnte die Verwendung
dieses
eines
Gerüstes rechtfertigen? – Der praktische Erfolg, etwa. Aber auch anderes! (Ich meine nicht, daß dieses Andere nicht im Zusammenhang mit
einem
dem
praktischen Erfolg steht.) Ich zeige z.B.
zur
zu seiner
Rechtfertigung, daß es Rechtwinklig ist, oder bestimmte Proporzionen hat.

 
  
 
  Eine bestimmte Konstruktion dient dazu, einen rechten Winkel zu liefern. Euklid beweist, daß
217.
sie einen rechten Winkel gibt. Der praktische Wert dieses Beweises
sollte
soll
also eine Vorhersage sein.

 
  
 
  Nun wohl; es ist eine Vorhersage mittels eines Beweises. (
Vermittels
Mittels
eines Bildes.)

 
  
 
  Den Beweis vom bewiesenen Satz getrennt. –
  Du mußt Dich also überzeugen können, daß dieser Satz
dieselbe Struktur
der selbe
ist, wie
die
der
am Ende des Beweises.

 
  
∕∕
 
  Wenn es nun nur
218.
Dummheit wäre, was uns den Beweis als Rechtfertigung unsrer Handlungsweise
annehmen
erscheinen
ließe! Nun, was weiter? Das ist eben, was wir Rechtfertigung nennen. So handeln wir eben!

 
  
∕∕
 
  Warum soll ich nicht sagen: “Es ist seltsam, daß wir rechnen”? Aber wir rechnen eben.

 
  
 
  “Wenn Du der Regel folgen wirst, so wirst Du das herauskriegen.” – Eine echte Voraussage. – Wie aber ist das damit zu vereinbaren, daß man sagen kann: “Wenn
219.
Du der Regel folgst, so mußt Du das erhalten”?

 
  
 
  Hätte es Sinn zu sagen: “Wenn Du der Regel folgen wirst, so wirst Du das erhalten – denn Du mußt es erhalten.”? Das läßt den Sinn des Satzes in einem Zwielicht erscheinen. Der Sinn scheint zu wackeln, wie die Zeichnungen die ich einmal als konkav, einmal als konvex sehe.

 
  
/
 
  Ich kann Schmerzen beschreiben; ich kann die Sprache beschreiben. Aber wie beschreibe ich nun die Schmerzen, die ˇzu einem
220.
Ausdruck der Sprache gehörenc? – Da scheint ˇuns ja ein Zirkel
zu drohen.
herauszukommen!
Weich' dem, was Du da siehst, nicht aus.

 
  
 
  … könnte ich etwas für Denken halten was keins war?

 
  
 
  Kannst Du beobachten, : ob Du ‘denkst, während Du nicht sprichst’? Kannst Du beobachten ob, was Du tust Denken ist?

 
  
 
  … vorstelle,
wie mache ich es?
sehe ich
Ich schaue die Leute mitleidsvoll an, sage mir “es muß schwer sein zu lachen wenn man solche
221.
⌊⌊Schmerzen hat”, & viel der gleichen.⌋⌋


 
  
 
  Warum bist Du so froh? – Ich freue mich auf sein Kommen.

 
  
 
  “Ich hoffe daß er kommen wird” kann ein Bericht sein, oder auch ein Ausdruck der Hoffnung.

 
  
 
Der Schrei “Er ist da!” muß nicht als Mitteilung dienen. Und nicht als Mitteilung gemeint sein. & Und das heißt hier: es schaut ganz anders aus, wenn
ich's
wir's
Andern zurufe & wenn es einfach der
222.
Schrei der Freude ist.

 
  
 
  “Ich hoffe er wird kommen” kann ich vor mich hin sagen in der ängstlichen Erwartung er werde kommen. Und ich kann es einem Andern sagen um ihm zu erklären, warum ich gewisse Anstalten treffe. Aber es kann auch beides sein & keins von beiden.
  Es kommt also hier auf die Absicht an.

 
  
 
  So bestimmt also die Absicht den Sinn jedes Satzes? Wie aber, wenn
223.
ich sagen würde: Verschiedene Absicht Sieh die Absicht ja nicht als eine Atmosphäre an, als einen Schleier, den man erwähnen muß, wenn man
ganz explizit
vollständig
sein will.

 
  
 
  Man könnte vielleicht sagen: Die Situation enthält meistens die Absicht.

 
  
 
  Eine Bombe schlägt in meiner Nähe ein. Ich renne davon; ich glaube natürlich sie werde explodieren. Keinerlei Gedanke muß ˇmir hier
224.
durch den Kopf gegangen sein.

 
  
 
  Man sagt: “Ich habe natürlich angenommen, sie werde explodieren”. Etwas natürlich annehmen heißt
oft
meistens
nicht über das & das nachdenken.
  Hätte man mich gefragt, so hätte ich gesagt …. Aber das heißt nicht daß ich's mir in irgend einem Sinne sagte.

 
  
 
  “Ich war natürlich der Meinung er werde kommen.” – Ich habe dabei gar nicht an ihn gedacht.

225.


 
  
 
  Aber hier Du hast Du nur einen kausalen Zusammenhang genannt festgestellt. ⌊⌊Aber nun hast Du nur ‒ ‒ ‒⌋⌋ Du hast nur erklärt wie es dazu kam daß wir uns jetzt nach dem Wegweiser richten nicht worin dies // dies uns-nach-ihm-richten // besteht

 
  
 
  Nein ich habe mehr getan. Ich habe angedeutet daß sich Menschen nur dann nach Wegweisern richten, wenn sie sich ständig nach ihnen richten.

 
  
 
  So hätte sich also, wen
der das Zeichen E in den Kalender
wer E in den Kalender
eintrug gar nichts notiert?
  Du mußt bedenken,
226.
daß E ja Sieh's nicht als selbstverständlich an, daß [e|E]iner sich etwas notiert
wenn er
der
ein Zeichen in einen Kalender einträgt. Eine Notiz hat ja eine Funktion
. Und
, &
das “E” hat, soweit, keinec.
  Frage Dich, was ˇder Sinn der Zweck , einer Notis ist.
Ich möchte daß der Leser so denkt: merkwürdig
Denke so: “Ist es nicht seltsam
daß wir manchmal Zeichen in einen Kalender
schreiben
eintragen
– wozu tun wir das eigentlich?”


 
  
 
Denken wir uns nun eine Verwendung des E.
  Du machst folgen-
227.
de Erfahrung: Wenn Du eine bestimmte Empfindung hast siehst Du an einem Sphyg [m|M]anometer, daß Dein Blutdruck steigt.
Dadurch wirst Du in den
Dies setzt Dich
in den Stand gesetzt ein Steigen Deines Blutdrucks ohne Zuhilfenahme
des
eines
Apparats
anzusagen
zu konstatieren
. Ein sehr nützliches Ergebnis. Und nun
ist
scheint
es hier ganz gleichgültig, zu sein ob Du Deine Empfindung richtig wiedererkannt hast oder nicht, oder ob Du den Glauben richtig als Glauben erkennst.
228.

  Nehmen wir etwa an, Du irrtest Dich beständig in der Identifizierung, so macht es gar nichts. Und das zeigt schon, daß
dieser Irrtum eigentlich keine Annahme war.
diese Annahme auch nur eine Scheinannahme war

  Wir drehten an einem Knopf der mit dem übrigen Mechanismus gar nicht verbunden war. // Knopf der aussah als könnte man mit ihm etwas ˇan der Maschine einstellen, der aber er war aber ein leeres Zierat (war) & nicht mit dem Mechanismus ˇgar nicht
in Verbindung
verbunden
. //


 
  
 
  Wie aber, wenn wir so sagen wollten: Er ist
229.
geneigt immer wieder dasselbe Zeichen (“E”)
einzutragen
zu gebrauchen
; darum sagen wir er habe die gleiche Empfindung. (Ähnlich etwa: Er ist geneigt beim Beten nach oben zu
schauen
sehen
, darum sagen wir, Gott sei in der Höhe.)


 
  
 
“Empfindung” ist aber ein Wort der allgemeinen Sprache. Wechen Grund haben wir “E” die Bezeichnung für eine Empfindung zu nennen? Nun vielleicht eben die Art & Weise wie sie in diesem Sprachspiel ([s|S]teigen des Blutdrucks)
230.
verwendet wird.


 
  
 
∣   Aber ferner: Welchen Grund haben wir, “E” das Zeichen für eine Empfindung zu nennen. “Empfindung” ist nämlich ein Wort unsrer allgemeinen, [A|a]llen verständlichen Sprache. Der Gebrauch dieses Worts bedarf also einer Rechtfertigung, die Alle verstehen. Und es hülfe Dir auch nichts zu sagen, es müßte keine Empfindung sein, wenn er “E” schreibe habe er etwas & 4
 

Editorial notes

¤1) The heading / headword like remarks (and cross-references) on the top of pages 2, 4, 6, 8, 12, 14, 16 seem of earlier date than the surrounding text and are moved here.

¤2) Continuation from Ms-165,230.

¤3) The cross-references are to Ms-124 and (deleted) Ms-129.

¤4) Continuation in Ms-165,42.