Kann man denn etwas Anderes als ˇ◇◇◇ einen Satz verstehen?
     Oderˇ aber: Ist es nicht erst ein Satz, wenn man es versteht. Also: Kann man Etwas anders, als als Satz verstehen?

  
 
S 7

     Man könnte // möchte // davon reden, “einen Satz zu erleben”.
     Lässt sich dieses Erlebnis niederschreiben?



 
  
 
[Zu: “das Wort hat nur im Satz Sinn”]

     Da ist es wichtig, dass es in einem gewissen Sinne keinen halben Satz gibt.
     Das heisst, vom halben Satz gilt, was vom Wort gilt, dass
er
es
nur im Zusammenhang|des Satzes Sinn // Bedeutung // hat.

 
    
         Prüfen: Überlegen:
     Das Verstehen fängt aber erst mit dem Satz an. (uUnd darum interessiert es uns nicht.). // Das Verstehen fängt|aber erst mit dem Satz an. //

    
     Wie es keine Metaphysik gibt, so gibt es keine Metalogik. Das Wort “Verstehen”, der Ausdruck “einen Satz verstehen”, ist|auch nicht metalogisch, sondern ein Ausdruck wie jeder andre der Sprache.

  
 
     ˇMan könnte sagen: Wir haben es also in unsern Betrachtungen mit dem Verstehen des Satzes nicht zu tun; denn wir selbst müssen ihn verstehen, damit er für uns ein Satz ist. Was soll uns das Verstehen bekümmern? Wir müssen ja den Satz verstehen, daß er für uns ein Satz ist!

2
 
  
 
     Es wäre ja auch seltsam, dass die Wissenschaft und die Mathematik die Sätze gebraucht, aber von ihrem Verstehen nicht/spricht.

 
    
     Man sieht in dem Verstehen das Eigentliche, im Zeichen das Nebensächliche. – Uebrigens, wozu dann das Zeichen überhaupt? – Nur um sich Andern verständlich zu machen? Aber wie ist
dies
das
möglich[.| ?] Aber wie geschieht dies? – Hier wird Wir sehen hier [Man sieht hier da das Zeichen als eine Medizin betrachtet an // angesehen // , die im Andern die gleichen MagensSchmerzen Zustände hervorrufen soll, wie ich sie habe.

    
     Auf die Frage “was meinst du”, muss zur Antwort kommen: p; und nich[z|t] kommt zur Antwort: “ich meine p”, & nicht “ich meine das, was ich mit ‘p’ meine”.

  
U
 
S. 11 oder S 172

     Die gesamte Sprache kann nicht missverstanden
werden; sonst gäbe es …
werden. Denn sonst gäbe es
zu diesem Missverständnis wesentlich keine Erklärung // Aufk[k|l]ärung // .
     Das heisst eben, dDie (ganze) Sprache muss für sich selbst sprechen. ¥ [dazu 3/1] dazu 3/1

 
  
U
 
     Man kann es auch so sagen: wenn man sich immer in einem Sprachsystem ausdrückt und also, was ein Satz meint, nur durch Sätze dieses Systems erklärt, so fällt am Schluss ˇdie Meinung ganz aus der Sprache, also aus der Betrachtung, heraus und es bleibt die Sprache, das Einzige, was wir betrachten können. Was ein Satz meint, sagt eine Erklärung.

  
U
 
     Gesprochenes kann man nur durch die Sprache erklären, Gesprochenes erklärt man durch die Sprache; [,|d]arum kann man die Sprache (in diesem Sinne) nicht erklären.

  
U
 
     Ich will doch sagen: Die ganze Sprache kann man nicht interpretieren.
     Eine Interpretation ist immer nur eine im Gegensatz zu einer andern. Sie hängt sich an das Zeichen und reiht es in ein weiteres S[u|y]stem ein.

3
  
 
Zu S 2/3 etwa zu S. 94

     Alles was ich in der Sprache tun kann, ist etwas sagen: das eine sagen. (Das eine sagen im Raumeˇ der Möglichkeiten dessen, was ich hätte sagen können.) (Keine Metalogik.)



 
  
 
     Wenn Frege gegen die formale Auffassung der Arithmetik spricht, so sagt er gleichsam: diese kleinlichen Erklärungen, die Symbole betreffend, sind müssig, wenn wir diese verstehen. Und das Verstehen besteht quasi im Sehen // ist quasi das Se[e|h][h|e]n // eines Bildes, aus demdann alle Regeln folgen (wodurch sie verständlich werden). Frege sieht aber nicht, dass dieses Bild nur wieder ein Zeichen ist, oder ein Kalkül, der uns dem geschriebenen Kalkül erklärt.
     Aber das Verständnis gleicht überha[i|u]pt immer dem, welches Und, was wir Verstehen einer Sprache nennen, gleicht überhaupt dem Verständnis, welches wirˇ ◇◇◇ für einen Kalkül kriegen, wenn wir z.B. seine
Genesis
Entstehung
die Gründe seiner Entstehung, oderˇ seine praktische Anwendung, kennen lernen. Und
auch da lernen wir nur
natürlich lernen wir auch da wieder nur
einen uns übersichtlichern ˇSymbolismus statt des fremden kennen. (Verstehen heisst hierˇ etwa übersehen.)

  
 
Zu S 108 oder zum Kapitel: “Begleitet eine Kenntnis der gr. Regeln den Ausdr. d. Satzes wenn etc.”

     Wenn komplizierte ˇ
psychische
seelische
Vorgängeˇ hinter der Front der Symbole beim Verstehen des Wortes “und” eine Rolle spielen und das Verstehen etwas für uns wesentliches ist, wie kommt es, dass diese Vorgänge in der symbolischen Logik nie erwähnt werden? Wie kommt es, dass von ihnen in der Logik nie die Rede ist, noch sein braucht?



 
  
 
     (Im gewöhnlichen Leben,) wWenn ich jemandem einen Befehl gebe, so ist es mir gan ganz genug, ihm Zeichen zu geben. Und ich würde nie sagen: das sind ja nur Worte, und ich muss hinter die Worte dringen. Ebenso, wenn ich jemand etwas gefragt hätte und er gibt mir eine Antwort (also ein Zeichen), bin ich zufrieden – das war gerade, was ich erwartete – und wende nicht ein: das ist ja eine blosse Antwort. Es ist klar, dass nichts anderes erwartet werden konnte, und dass die Antwort den Gebrauch
des bestimmten Sprachspiels
der Sprache
einer Sprache voraussetzte.; Wie wie alles, was
wir sagen können.
zu sagen ist.
4
  
 
     Wenn man aber sagt “wie soll ich wissen, was er meint, ich sehe ja nur seine Zeichen”, so sage ich: “wie soll er wissen, was er meint, er hat ja auch nur seine Zeichen”.

 
  
 
     “Etwas habe ich aber doch gemeint, als ich das sagte!” – Gut, aber wie können wir, was es ist, herausbringen? Doch wohl nur|dadurch, dass er es uns sagt. Wenn wir nicht sein übriges Verhalten
als
zum
Kriterium nehmen sollen, dann also das, was er uns erklärt.
     Du meinst, was Du sagst.
5


 
  
  
  
 
     “Du hast mit der Hand eine Bewegung gemacht; hast Du etwas damit gemeint? – Ich dachte, Du meintest, ich solle zu Dir kommen”. Wie meinte er etwas? Hat er ˇalso etwas Anderes gemeint, als, was er
zeigte
ausdrückte
. Oder ist die Frage nur: hat er gemeint was er zeigte?


     Also er konnte etwas meinen, oder auch nichts meinen. Und wenn er etwas meinte, war es eben was er zeigte oder etwas Anderes?

     Die Frage ist, ob man fragen darf,Darf man hier fragen: “ …was hast Du gemeint”[.|?] – Auf diese Frage (aber) kommt ein Satz zur Antwort. Während, wenn man so nicht fragen darf, Darf man so nicht fragen, so ist das Meinen – sozusagen – amo[p|r]ph ist. Und “ich meine etwas mit dem Satz” ist dann von
ähnlicher Form
derselben Form,
wie: “dieser Satz ist nützlich”, oder “dieser Satz greift in mein Leben ein”.

  
 
     (Könnte [,|m]an
auch
aber
antworten: “ich habe etwas mit dieser Bewegung gemeint, was ich nur durch diese Bewegung ausdrücken kann”?)

 
    
     Wir unterscheiden doch Sprache, von dem, was nicht Sprache ist ˇ Schrift von dem, was keine Schrift ist. Wir sehen Stricheˇ etwa Folgen von Strichen auf einer Mauer, und und sagen, wir verstehen sie; undˇ wir sehen andere, undˇ wir sagen, sie bedeuten nichts (oder, uns nichts). Damit ist doch eineˇ sehr allgemeine Erfahrung charakterisiert, die wir nennen könnten: “etwas als Sprache verstehen” – ganz abgesehen
von dem
davon
, was wir aus
den Strichen (etc.)
dem gegebenen Gebilde
herauslesen. (Vergleiche: [D|d]ie Handlungen zweier Personen als Züge (Handlungen) eines Spiels verstehen.)

    
     Ich sehe eine deutsche Aufschrift und eine chinesische[.| :] Ist die chinesische etwa ungeeignet etwas mitzuteilen? ˇ↓Neue Zeile – Ich sage, ich habe [c|C]hinesisch nicht gelernt. Aber das Lernen der Sprache [h|f]ällt fällt dies fällt als blosse Ursache, Geschichte, aus der
gegenwärtigen Situation
Gegenwart
heraus. Nur auf seine Wirkungen kommt es an, und die sind Phänomene, die eben nicht eintreten, wenn ich das Chinesische
6a
sehe [| // ] anschaue // . (Warum sie nicht eintreten, ist ganz gleichgültig.)

  
 
     Geben wir denn den Worten, die uns gesagt werden, willkürliche Interpretationen? Kommt nicht das Erlebnis des Verstehens ˇmit dem Erlebnis des Hörens der Zeichen, wenn wir die S[ö|p]rache der Andern verstehen’?

 
  
 
     Wenn mir jemand etwas sagt und ich verstehe es, so geschieht mir dies ebenso, wie, dass ich höre was er sagt. // wie, dass ich, was er sagt, höre. //
     Und hier ist Verstehen
die Phänomene welche
das Phänomen, welches sich einstellt,
wenn ich einen deutschen Satz höre, und welches dieses Hören vom Hören eines Satzes einer mir nicht
bekannten
geläufigen
fremden Sprache unterscheidet.

 
  
 
     Denken wir an eine Chiffre: Ein Satz sei
mir
uns
in der Chiffre gegeben und auch der Schlüssel, dann ist
mir
uns
natürlich, in gewisserm Beziehung Sinne einer Beziehung, [[a|A]|a]lles zum Verständnis der Chiffre gegeben. Und doch würde ich, gefragt “verstehst Du diesen Satz in der Chiffre”,
vielleicht
etwa
antworten: Nein, ich muss ihn erst entziffern; und erst, wenn ich ihn z.B. ins Deutsche übertragen hätte, würde ich sagen “jetzt verstehe ich ihn”.
     Wenn man hier die Frage stellte: “In welchem Augenblick der Uebertragung (aus der Chiffre ins Deutsche) verstehe ich den Satz”, so würde man einen Einblick in das Wesen dessen erhalten, was wir “verstehen” nennen. // in das Wesen des Verstehens erhalten. //

 
  
 
     Ich sage einen Satz “ich sehe einen schwarzen Kreis”; aber auf die Worte // Wörter // kommt es doch nicht an; sagen // setzen // wir also statt dieses Satzes “a b c d e”. Aber nun kann ich nicht ohne weiteres mit diesem Zeichen den oberen Sinn verbinden (es sei denn, dass ich es als ein Wort auffasse und dies als Abkürzung des oberen Satzes). Diese Schwierig-
6b
sehe [| // ] anschaue // . (Warum sie nicht eintreten, ist ganz gleichgültig.)

 
  
 
     Geben wir denn den Worten, die uns gesagt werden, willkürliche Interpretationen? Kommt nicht das Erlebnis des Verstehens ˇmit dem Erlebnis des Hörens der Zeichen, wenn wir ‘die S[ö|p]rache der Andern verstehen’?

 
    
     Wenn mir jemand etwas sagt und ich verstehe es, so geschieht mir dies ebenso, wie, dass ich höre was er sagt. // wie, dass ich, was er sagt, höre. //

     Und hier ist Verstehen das Phänomen, welches sich einstellt, wenn ich einen deutschen Satz höre, und welches dieses Hören vom Hören eines Satzes einer mir nicht
bekannten
geläufigen
Sprache unterscheidet.

    
     Denken wir an eine Chiffre: Ein Satz sei uns in der Chiffre gegeben und auch der Schlüssel, dann ist uns natürlich, in gewisser Beziehung, [a|A]lles zum Verständnis der Chiffre gegeben. Und doch würde ich, gefragt “verstehst Du diesen Satz in der Chiffre”, etwa antworten: Nein, ich muss ihn erst entziffern; und erst, wenn ich ihn z.B. ins Deutsche übertragen hätte, würde ich sagen “jetzt verstehe ich ihn”.
     Wenn man hier die Frage stellte: “In welchem Augenblick der Uebertragung (aus der Chiffre ins Deutsche) verstehe ich den Satz”, so würde man einen Einblick in das Wesen dessen erhalten, was wir “verstehen” nennen. // in das Wesen des Verstehens erhalten. //

    
     Ich sage einen Satz “ich sehe einen schwarzen Kreis”; aber auf die Worte // Wörter // kommt es doch nicht an; sagen // setzen // wir also statt dieses Satzes “a b c d e”. Aber nun kann ich nicht ohne weiteres mit diesem Zeichen den oberen Sinn verbinden (es sei denn, dass ich es als ein Wort auffasse und dies als Abkürzung des oberen Satzes). Diese Schwierig-
7
keit ist doch aber sonderbar. Ich könnte sie so ausdrücken: Ich bin nicht gewöhnt statt ‘ich’ ‘a’ zu sagen und statt ‘sehe’ ‘b’, und statt ‘einen’ ‘c’, etc.. Aber damit meine ich nicht, dass ich, wenn ich daran gewöhnt wäre, mit dem Worte ‘a’ sofort das Wort ‘ich’ assoziieren würde; sondern, dass ich nicht gewöhnt bin ‘a’ an der Stelle von ‘ich’ zu gebrauchen – in der Bedeutung von ‘ich’.

  
/ ✓
 
  
/ ✓
 
     Ich verstehe einen Befehl als Befehl, d.h., ich sehe ˇin ihm nicht nur diese Struktur von Lauten oder Strichen, sondern sie hat – sozusagen – einen Einfluss auf mich. Ich reagiere auf einen Befehl (auch ehe ich ihn befolge) anders, als etwa auf eine Mitteilung oder Frage. (Ich lese ihn in anderem Tonfall mit anderer Geste.)

¥
S 19/2 ⋎
  
 
  
 
     Ich sage: Das Verstehen bestehe darin, dass ich eine bestimmte Erfahrung habe. ‒ ‒
     Dass diese Erfahrung aber
ein verstehen ist
das Verstehen dessen ist – was ich verstehe
besteht darin, dass diese Erfahrung ein Teil meiner Sprache ist.


 
  
/ ✓
 
      ˇBedenke auch: Man kann manchen Satz nur im Zusammenhang mit anderen verstehen. Wenn ich z[|.]B. irgendwo lese: In einer Erzählung steht:[n|N]achdem er das gesagt hatte, verliess er sie, wie am vorigen Tag,[.|,]. [F|f]ragt man mich, ob ich diesen Satz verstehe, so
ist
wäre
(es) nicht ganz leicht, dachrauf zu antworten. Es ist ein deutscher Satz und insofern
8
verstehe ich ihn. Ich wüsste, wie man diesen Satz etwa gebrauchen könnte, ich könnte selbst einen Zusammenhang für ihn erfinden. Und doch verstehe ich ihn nicht so, wie ich ihn verstünde, wenn ich das Buch ˇdie Erzählung bis zu dieser Stelle gelesen hätte. (Vergleiche Sprachspiele.)

    
     Was heisst es, ein gemaltes Bild zu verstehen? Auch da gibt es Verständnisstehen und Nichtverstehen.; Und auch
da
hier
kann “[V|v]erstehen” und “nicht verstehen” verschiedenerlei heissen. Wir können uns ein Bild denken, das Das Bild soll eine Anordnung stellt eine Anordnung von Gegenständen im dreidimensionalen Raum darstellen soll, aber wir sind ich bin für einen Teil des Bildesˇ bin ich unfähig, Körper im Raum darin körperlich zu sehen; sondern sehenˇ dort nur
Farbflecken auf der
die gemalte
Bildfläche. Wir können dann sagen, wir ich verstehen diese Teile des Bildes nicht. Es kann sein, dass die räumlichen Gegenstände, die dargestellt sind, uns bekannt, d.h. Formen sind, die wir aus der Anschauung von Körpern her kennen, [e|E]s können aber auch
Gegenstände
Formen
auch auf dem Bild dargestellt sein, die wir noch nie gesehen haben. Und da gibt es wieder den Fall, wo etwas ( z.B.) wie ein Vogel aussiehtschaut, nur nicht wie einer, dessen Art ich kenne; oder aber, wo ein räumliches Gebildeˇ ist dargestellt ist, dergleichen ich noch nie gesehen habe.
Vielleicht aber kenne ich alle Gegenstände, verstehe aber – in anderem Sinne – ihre Anordnung nicht.
Auch in diesen Fällen kann man von einem Nichtverstehen des Bildes reden, aber in einem anderen Sinne als im ersten Fall.


    
     Aber noch etwas: Angenommen, das Bild stelltelen Menschen dar, wäre aber klein, und die Menschen daraufˇ wären etwa einen Zoll Meter lang. Angenommen nun, es gäbe Menschen, die diese Länge hätten, so
könnten
würden
wir
diese
sie
in dem Bild erkennen und es würde uns nun einen ganz andern Eindruck machen,
als den gewöhnlichen. Und doch spielt in
obwohl doch die Illusion der dreidimensionalen Gegenstände ganz dieselbe wäre.
Und doch
besteht
ist
der tatsächliche // dieser tatsächl[o|i]che // Eindruck, wie er da ist, unabhängig davon, dass ich einmal Menschen in der gewöhnlichen Grösse, und nie Zwerge, gesehen habe Und doch spielt in den Eindruck den ichˇ beim Anblick des Bildes habe nicht d.h. es spielt in diesen Eindruck nicht … die Erinnerung hinein, wenn auch dies die Ursache
9
des Eindrucks ist.

    
     Dieses Sehen der gemalten Menschen als Menschen (im Gegensatz etwa zu Zwergen) ist ganz analog dem Sehen des Bildes // der Zeichnung // als dreidimensionales Gebilde. Wir können hier nicht sagen, wir sehen immer dasselbe und fassen es nachträglich, einmal als das Eineund , einmal als das Andre auf, sondern wir sehen jedes Mal etwas [a|A]nderes.

    
     Und so auch, wenn wir einen Satz mit Verständnis und ohne Verständnis lesen. (Erinnere Dich daran, wie es ist, wenn man einen Satz mit falscher Betonung liest, ihn daher nicht versteht, und nun auf einmal daraufkommt, wie er zu lesen ist.)

    
     (Beim (Lesen einer schleuderhaften Schrift.) kann man erkennen, was es heisst, etwas in das gegebene Bild hineinsehen.)

    
     Wenn man eine Uhr abliest, so sieht man einen Komple[l|x] von Strichen, Flecken etc., aber auf ganz bestimmte W[i|e]ise, wenn man ihn als Uhr und Zeiger
auffaßt.
auffassen will.


  
 
Zu “lernen der Sprache”

     Wir könnten uns den Marsbewohner denken, der auf der Erde erst nach und nach den Gesichtsausdruck der Menschen als solchen verstehen lernte und den drohenden erst nach gewissen Erfahrungen als solchen empfinden lernt. Er hätte bis dahin diese Gesichtsform
angesehen
angeschaut
, wie wir die [D|F]orm eines Steins betrachten.

 
  
 
Zu “lernen der Sprache”

     Kann ich so nicht sagen: er lernt erst die befehlende Geste in einer gewissen Satzform verstehen?

10
 
  
 
Zu: “lernen der Sprache”

     Chinesische Gesten verstehen wir so wenig, wie chinesische Sätze. [D.h. es gibt nicht nur für Sat Unverständnis für Sätze. Wie aber lernen wir die Sprache fremder Gesten?] Sie können uns durch Worte erklärt werden. Man kann uns sagen “das ist bei diesem Volk eine höhnische Gebärde”, etc.. Oder aber wir lernen die Gebärden verstehen wie wir als Kind die Gebärden & Mienen der Erwachsenen – ohne Erklärung – verstehen lernen. Und verstehen lernen heiß eben in diesem Sinne nicht erklären lernen & wir verstehen dann die Miene, können sie aber nicht durch einen andern Ausdruck erklären.]
11


 
  
  
  
U
 
     
Ich meine mit dem Wort “Verstehen” …
“Verstehen”, damit meine ich
ein Korrelat der Erklärung ˇ des Sinnes, nicht einer – etwa medizinischen – Beeinflussung.
     Mit dem Worte “Missverständnis” meine ich also wesentlich etwas, was sich durch Erklärung beseitigen lässt. Eine andere Nichtübereinstimmung nenne ich nicht “Missverständnis”.

¥
S 2/3 ⋎﹖
 
  
U
 
     Verständnis ents[ö|p]richt der Erklärung; soweit es aber der Erklärung nicht entspricht, ist es unartikuliert und
interessiert uns darum nicht
geht uns deswegen nichts an
; oder es ist artikuliert und entspricht dem Satz selbst,
dessen Sinn wir wiedergeben wollen.
dessen Verständnis wir beschreiben wollten.


 
  
 
     Wissen, was der Satz besagt, kann nur heissen: die Frage beantworten können “was sagt er?”.

 
  
 
     Den Sinn eines Satzes verstehen // kennen // ,
soll heißen
kann nur heissen
: die Frage “was ist sein Sinn” beantworten können.

 
  
U
 
     Denn ist hier “Sinn haben”ˇ, quasi, intransitiv gebraucht, so dass man also nicht den Sinn eines Satzes von dem eines anderen Satzes unterscheiden kann, dann ist das Sinnhaben
ein Vorgang den Gebrauch des Satzes begleitender Vorgang, der
eine, den Gebrauch des Satzes begleitende, Angelegenheit, die
uns nicht interessiert.

 
  
∫ ¿
 
     Das Triviale, was ich zu sagen habe, ist, dass auf den Satz “ich sage das nicht nur, ich meine etwas damit” und die Frage “was?”, ein weiterer Satz, in irgend welchen Zeichen, zur Antwort kommt.
12
 
  
? /
 
     Aber man kann fragen: Ist denn das Verständnis nicht etwas anderes als der Ausdruck des Verständnisses? Ist es nicht so, dass der Ausdruck des Verständnisses eben ein unvollkommener Ausdruck ist? ˇ Zeile Das heisst doch wohl, ein Ausdruck, der etwas auslässt, was wesentlich ˇunausdrückbar ist. Denn sonst könnte ich ja eben einen bessern finden. Also wäre der Ausdruck ein voll[,|k]ommener Ausdruck. ‒ ‒ ‒

 
  
/
 
     Es ist eine
geläufige
häufige
Auffassung, eine sehr häufige Auffassung: … dass Einer ˇsein Verständnis gleichsam nur unvollkommen ˇ zeigen kann zeigen kann, ob erˇ einen Satz [ ein Zeichen (einen Befehl) ] verstanden hat.
     Dass er gleichsam nur immer aus der Ferne darauf deuten, auch sich ihm nähern, es aber nie mit der Hand berühren // ergreifen // kann. Und das Letzte immer ungesagt bleiben muss.


 
  
? /
 
     Man willˇ etwa sagen: Er versteht es ˇ
, was Du ihm befohlen hast
den Befehl
zwar ganz, kann dies aber nicht ganz zeigen, da er sonst schon tun müsste, was ja erst die in Befolgung des Befehls geschehen
soll
darf
. So kann er also nicht zeigen, dass er es ganz versteht. D.h. also, er weiss immer mehr, als er zeigen kann.

 
  
 
     Man möchte sagen: er ist mit seinem Verständnis bei der Tatsache // bei bei der Ausführung // , aber die Erklärung kann nie die Ausführung enthalten.
     Aber das Verständnis enthält nicht die Ausführung, sondern ist nur das Symbol, das bei der Ausführung übersetzt wird.


 
  
/
? /
 
     Die Schwierigkeit ist, die Grammatik des Wortes “meinen” klar zu sehen. Der Weg dazu, die Gr. … klar zu sehen, führt … Aber der Weg dazu ist nur der, über die Antwort auf die Frage “welches führt über die Frage “ … ist das Kriterium dafür, dass wir etwas so meinen” und welcher Art ist der Ausdruck, den dieses “so” vertritt. Die Antwort auf|die Frage “wie ist das gemeint”
stellt
hält
die Verbindung zwischen zwei sprachlichen Ausdrücken // zwi-
13
schen zwei Sprachen // her. Also fragt auch die Frage nach dieser Verbindung. Der Gebrauch der Hauptwörter “Sinn”, “Bedeutung”, “Auffassung” und anderer Wörter verleitet uns zu glauben, dass dieser Sinn etc. dem Zeichen so gegenübersteht, wie das Wort, der Name, dem Ding, das sein Träger ist. So|dass man sagen könnte: “[d|D]er Pfeil Das Zeichen hat eine ganz bestimmte Bedeutung, ist in einer ganz bestimmten Weise gemeint, die ich nur faute de mieux wieder durch ein Zeichen ausdrücken muss”. Die Meinung, die Intention wäre [w|q]uasi seine Seele, die ich am liebsten direkt zeigen möchte, aber auf die ich leider nur indirekt durch ihren Körper hinweisen kann. –

     Wenn ichˇ um den Sinn eines Pfeils zu erklären sage: “ich meine diesen Pfeil so, dass man ihm durch eine Bewegung in der Richtung vom Schwanz zur Spitze folgt”, so gebe ich eine Definition (ich setze ein Zeichen für ein andres), während es scheint, als hätte ich sozusagen die Aussage // Angabe //
die der Pfeil meint
des Pfeils
ergänzt. Ich habe den Pfeil durch ein neues Zeichen ersetzt, das wir statt des Pfeiles gebrauchen können. – Gebrauchen können –. Während es scheint, als wäre der Pfeil selbst wesentlich
unvollkommen
unvollständig
, ergänzungsbedürftig, und als hätte ich ihm nu[r|n] die nötige Ergänzung gegeben. Wie man eine Beschreibung eines Gegenstandes als unvollkommen erkennt und vervollständigt // vervollständigen kann // . Als hätte der Pfeil die Beschreibung angefangen und wir sie durch den Satz vollendet. – Auch so: Wenn ich, wie oben, sage “ich meine diesen Pfeil so, dass …”, so macht es den Eindruck, als hätte ich jetzt erst das Eigentliche beschrieben, die Meinung; als wäre der Pfeil gleichsam nur das Musikinstrument, die Meinung aber die Musik, oder besser: der Pfeil, das Zeichen – das heisst in diesem Falle – die Ursache des inneren, seelischen, Vorgangs, und die Worte der Erklärung erst die Beschreibung dieses Vorgangs. Hier spukt die Auffassung des Satzes als eines Zeichens des Gedankens; und des Gedankens als eines Vorgangs in der Seele, oder im Kopf.

14
 
  
? /
 
     Was die Erklärung des Pfeiles betrifft, so ist es klar, dass man sagen kann: “Dieser Pfeil bedeutet // sagt // nicht, dass du dorthin (mit der Hand zeigend) gehen sollst, sondern dahin.” – Und ich würde diese Erklärung natürlich verstehen. – und das diese Erklarung verstanden werden könnte.

 
  
 
ƪ       “Das müs[y|s]te man aber dazuschreiben”.
15


 
  
  
  
? /
 
     

Das Verständnis eines Satzes kann nur die Bedingung dafür sein, dass wir ihn anwenden können. D.h., es kann nichts sein, als diese Bedingung // die Bedingung // und es muss die Bedingung der Anwendung sein.



  
∕∕
 
     Wenn “einen Satz verstehen” heisst, in
bestimmter Weise
gewissem Sinn
nach ihm handeln, dann kann das Verstehen nicht die logische Bedingung dafür sein, dass wir nach ihm handeln.

  
? /
 
⌊⌊ Was wir ‘verstehenˇ lernen’ nennenˇ Das Kriterium des Verstehens ist manchmal ein Vorgang des Übertragens, Übersetzens, Übersetzens des Zeichens in eine andere eine Handlung; wir übertragen den Satz
in andere Zeichen
in eine andere Sprache
, wir zeichnen nach der Beschreibung ein Bild oder stellen uns eins vor; etc.
⌋⌋

 
  
/
 
  
? /
 
⌊⌊      Wir reden von dem Verständnis eines Satzes vielfach als der Bedingung dafür, daß wir ihn anwenden können ˇWir sagen “Wir können einen Befehl nicht befolgen wenn wir ihn nicht verstehen” oder “ehe wir ihn verstehen”. [das Wort “können”, “muß” verdächtig] ⌋⌋

 
  
/
 
  
 
⌊⌊      Wenn hier das Verstehen ein psychischer Vorgang ist unter dem ‘Verstehen’ gemeint ist ◇◇◇ & gesagt werden soll, daß dieser Vorgang erfahrungsgemäß
eintritt
eintreten muß
ehe ein Mensch einen Befehl befolgen kann, so interessiert uns diese Aussage nicht. – Sollte definiert werden[;| ,]ˇ den Befehl befolgen heiße man es nur, wenn jener psychische Vorgang eingetreten sei, so wäre diese Definition müßig.
     Soll aber ‘verstehen’ hier heißen: erklären können, – warum sollte das notwendig sein um den Befehl zu befolgen. Natürlich handelt es sich hier nicht um logische Notwendigkeit.
⌋⌋


 
  
/
 
     Man könnte es in gewissen Fällen geradezu als Kriterium des Verständnisses // Verstehens // ˇfestsetzen, dass man den Sinn des Satzes muss zeichnerisch darstellen können.

16
  
/
 
Zu S. 42

     Es ist sehr sonderbar: Das Verstehen einer Geste
werden
möchten
wir durch ihre // mit Hilfe ihrer // Uebersetzung in Worte erklären und das Verstehen von Worten durch eine Uebersetzung in Gesten. // Es ist sehr sonderbar: Wir sind versucht, das Verstehen einer Geste durch ihr entsprechende Worte zu erklären, und das Verstehen von Worten durch diesen entsprechende Gesten. // // … das Verstehen einer Ge[a|s]te als Fähigkeit zur erklären, sie in Worte zu übersetzen, … // Es ist sonderbar: eine Geste möchten wir durch Worte …

  
/
 
Zu S. 42

     Und wirklich werden wir Worte durch eine Geste und eine Geste durch Worte erklären.

  
 
     Wenn man mir sagt “bringe eine gelbe Blume” und ich stelle mir vor, wie ich eine gelbe Blume hole, so kann das zeigen, dass ich den Befehl verstanden habe. Aber ebenso, wenn ich ein Bild des Vorgangs male. – Warum? Wohl, weil das, was ich tue, mit Worten des Befehls beschrieben werden muss. Oder soll ich sagen, ich habe tatsächlich einen (dem ersten) verwandten Befehl ausgeführt.

 
  
/
 
     ⌊⌊ umgearb.⌋⌋ Nun ist die Frage: Muss ich wirklich in so einem Sinne das Zeichen verstehen, um etwa darnach handeln zu können? – Wenn jemand sagt: “gewiss! sonst wüsste ich ja nicht, was ich zu tun habe”, so würde ich antworten: “
Aber vom Wissen zum Tun ist ja doch wieder ein Sprung.
Aber es gibt ja keinen Uebergang vom Wissen zum Tun.
Und keine prinzipielle Rechtfertigung dessen, dass es das war, was dem Befehl entsprach”.

  
 
     Was heisst dann also der Satz: “Ich muss den Befehl verstehen, ehe ich nach ihm handeln kann[?|]? Denn dieser Satz // dies zu sagen, // hat natürlich einen Sinn. Aber gewiss // jedenfalls // wieder keinen metalogischen.

  
/
 
     ⌊⌊ überarb⌋⌋ Die Idee, die man von dem Verstehen hat, ist etwa, dass man dabei von
17
dem Zeichen näher an die verifizierende Tatsache kommt,ˇ von den Worten des Befehls näher zur Ausführung, etwa durch die Vorstellung. Und wenn man auch nicht wesentlich, d.h. logisch, näher kommt, so ist doch etwas an der Idee richtig, dass das Verstehen in dem Vorstellen der Tatsache besteht. Die Sprache der Vorstellung ist in dem gleichen Sinne wie die Gebärdensprache primitiv.

  
ü /
 
  
/
 
     [|A]uch wäre da die Frage möglich: Wie lange vor dem Befolgen musst Du denn den Befehl verstehen?

  
 
     (Es kann keine notwendige Zwischenstufe zwischen dem Auffassen eines Befehls und dem Befolgen geben.)

 
  
 
     Wenn das Verstehen eine notwendige Vorbereitung des Folgens war
, so hat es wohl dem Zeichen des Befehls etwas hinzugefügt. – Aber …
, so muss es dem Zeichen etwas hinzugefügt haben; aber
etwas, was ⌊⌊Wenn das Verstehen eine Vorbereitung des Befolgens war, so kann man
das Verstehen
es
so auffassen, daß es dem Zeichen (des Befehls) etwas hinzufügt; aber etwas was … Das Verstehen, wenn es eine Vorbereitung … , kann man so auffassen, …
⌋⌋

 
  
? /
 
[Zu: Die Kluft zwischen Befehl & Ausführung nicht durch Ähnlichkeit überbrücken]

     Wenn gesagt würde, dass der, der den Befehl erhält, ˇ wenn er ihn versteht eben ausser den Worten Vorstellungen erhält, die der Ausführung des Befehls ähnlich sind, (während es die Worte nicht sind), so
will ich noch weiter gehen & annehmen,
gehe ich noch weiter und nehme an,
dass der Befehl dadurch gegeben wird, dass wir de[m|n] Andern veranlassen die Bewegungen, die er etwa in 5 Minuten ausführen soll, jetzt durch mechanische Beeinflussung [)|(]etwa indem wir seine Hand führen) auszuführen veranlassen; und näher kann ich doch wohl der Ausführung des Befehls i[k|m] ˇ seinem Ausdruck des Befehls nicht kommen. Dann haben wir die Aehnlichkeit der Vorstellung durch eine viel
18
grössere Aehnlichkeit ersetzt. Und der Weg vom
Zeichen
Symbol
zur
wirklichen Ausführung
Wirklichkeit
scheint hier // nun // sehr verkürzt zu sein. (Ebenso könnte ich, um zu beschreiben, in welcher Stellung ich mich bei der und der Gelegenheit befunden habe, diese Stellung einnehmen.) (Siehe: Erwarten, Wünschen, etc.)
     Es ist damit auch gezeigt, dass ,
wie
dass
das Vorkommen von Phantasiebildern, & Vorstellungen, für den Gedanken Phantasiebilder, Vorstellungen, für den Gedanken … ganz unwes[r|e]ntlich ist sind. // Es ist damit auch das Unwesentliche der Phantasiebilder für den Gedanken gezeigt. //

 
  
/
 
[siehe S. 89/4] Zu: “Deuten”﹖

     Ich könnte auch sagen: Es scheint uns, als ob, wenn wir den Befehl ( z.B.
x
1 2 3
) verstehen, wir etwas hinzufügen, was ⌊⌊Es scheint uns, als ob wir das Verstehen dem Befehl durch das verstehen etwas hinzufügen, was …⌋⌋ die Lücke ˇzwischen Befehl & Ausführung füllt. Das heißt doch: was den Befehl in schattenhafter Weise ausführt. So dass wir dem, der sagt “aber Du verstehst ihn jaˇ, also ist er ja
vollständig
vollkommen
⌊⌊… “aber Du verstehst ihn ja, er ist also nicht unvollständig” ⌋⌋ antworten können: … Ja, aber nur, weil ⌊⌊… “Ja, aber ich verstehe ihn nur, weil …⌋⌋ ich noch etwas hinzufüge: die Deutung nämlich. (siehe: Erwartung etc.)

  
/
 
Zu: “Deuten”

     Nun müsste man allerdings darauf sagen: Aber was veranlasst
Dich gerade zu dieser
Dich denn zu gerade dieser
Deutung? Ist es der Befehl, dann war er ja schon eindeutig, da er nur diese Deutung befahl. Oder, hast Du die Deutung willkürlich hinzugefügt –, dann hast Du ja auch den Befehl nicht verstanden, sondern erst das, was Du aus ihm (auf eigene Faust) gemacht hast.

  
/
 
Zu: “Deuten”

     Eine ‘Interpretation’ ist doch wohl etwas, was in
Zeichen
Worten
gegeben wird. Es ist diese Interpretation im Gegensatz zu einer anderen (die anders lautet). – Wenn man also
sagen wollte
sagt
“jeder Satz bedarf noch einer Interpretation”, so hiesse das: kein Satz kann ohne einen Zusatz verstanden werden.

 
  
/
 
     
(Dieser Satz bleibt im §)
“Ich kann den Befehl nicht ausführen, weil ich nicht verstehe, was Du meinst. – Ja, jetzt verstehe ich Dich”.
     Was ging da vor, als ich plötzlich den Andern verstand?
⌊⌊
     Da gab es viele Möglichkeiten: Der Befehl konnte ˇ z.B. mit falscher Betonung gegeben worden sein, & es fiel mir plötzlich die richtige Betonung ein. Einem Dritten würde ich dann sagen: “jetzt verstehe ich ihn, er meint: …” & nun würde ich den Befehl in richtiger Betonung wiederholen. Und in der richtigen Betonung verstünde ich
ihn nun; d.h.,
nun den Befehl, das heißt:
ich müßte nun nicht noch einen abstrakten Sinn erfassen sondern es genügt mir vollkommen de[n|r] wohlbekannten deutschen Wortlaut zu haben. – Oder aber der Befehl
ist
wäre
mir in verständlichem Deutsch gegeben worden schiene mir aber ungereimt, da ich ihn in auf in irgend einer Weise mißversteheand; dann fiel mir eine Erklärung ein “ach, er meint …” & nun kann ich den Befehl ausführen. Oder es schwebten mir. …
¥
S. 20/4 ⋎⌋⌋ Ich konnte mich natürlich irren, und dass ich den Andern verstand, war eine Hypothese. Aber
19
es fiel mir etwa plötzlich eine Deutung ein, die mir einleuchtete. Aber war diese Deutung etwas anderes als ein
sprachlicher Ausdruck?
Satz der Sprache?
// als eine Erklärung? //

 
  
 
     Oder Ees konnten mir auch vor diesem Verstehen mehrere Deutungen vorschweben, für deren eine ich mich endlich entscheide. Aber das Vorschweben
der
von
Be[d|D]eutungen war das Vorschweben von Ausdrücken einer Sprache.
ch

 
  
/
 
⌊⌊ Wer zwischen zwei Arten
einen Befehl zu verstehen schwankt, der schwankt …
schwankt einen Befehl zu verstehen, schwankt
zwischen zwei Deutungen, zwischen zwei Erklärungen.

⌋⌋

 
  
/
 
→ S. 7/2

     Was heisst es: verstehen, dass etwas ein Befehl ist, wenn man auch den Befehl selbst noch nicht versteht? (“Er meint: ich soll etwas tun, aber was er wünscht, weiss ich nicht.”)
20
 
  
  
  
 
     Deuten wir denn etwas, wenn uns jemand einen Befehl gibt? Wir fassen auf, was wir hören oder sehen; oder; wir sehen, was wir sehen.

 
  
/
 
⌊⌊ Ein Zeichen deuten, ihm eine Deutung hinzufügen, ist ein Vorgang der wohl in
manchen
gewissen
Fällen geschieht aber durchaus nicht immer wenn ich ein Zeichen verstehe.
⌋⌋

 
  
/ ?
 
     Es gibt Fälle, in denen wir einen erhaltenen Befehl deuten und [D|F]älle, in denen wir es nicht tun.
     Eine Deutung ist eine Ergänzung des gedeuteten Zeichens durch ein Zeichen.

 
  
/
 
     Wenn mich jemand fragt: “wieviel Uhr ist es”, so geht in mir dann keine Arbeit des Deutens vor. Sondern iIch reagiere unmittelbar auf das, was ich sehe und höre.

 
  
/
  
  
/
 
     Ich deute die Worte; wohl; aber deute ich auch die Mienen? Deute ich, etwa, einen Gesichtsausdruck als drohend? , oder freundlich? – Es kan[h|n] geschehen. Auch das kann übrigens geschehen.

 
  
/
∕∕
 
     Wenn ich nun sagte: Es ist nicht genug, dass ich das drohende Gesicht wahrnehme, sondern ich muss es erst deuten. – Es zückt jemand das Messer
21
und ich sage: “ich verstehe das als eine Drohung”.

 
  
/
 
[Zu: “Behauptung, Frage, etc.] § 47

     
Welchen Sinn hat es, jemandem zu befehlen, …
Kann man jemandem befehlen,
einen Satz zu verstehen?
     Hier muss man verschiedene Fälle unterscheiden.

 
  
U ∕∕
U ∕∕ /
 
(Denken wir an verschiedene Befehle, die wir nicht ausführen können:
ein Gewicht zu heben das uns zu schwer ist,
einen Arm zu heben der gelämt ist,
ein Haar aufzustellen,
sich eines Namens zu erinnern der uns entfallen ist,
einen Satz zu verstehen)/. Kann man sagen, daß man den Befehl, den gelämten Arm zu heben in gewissem Sinne nicht versteht? [Bewegen der Finger bei verschränkten Händen.] Den Befehl verstehen, heißt etwa darstellen können wie es wäre wenn er ausgeführt würde. Und nun kann ich mir wohl vorstellen oder zeichnen etc wie es wäre wenn sich die Bewegung des Arms vollzöge; aber, wenn er sich auf den Befehl hin höbe, so würden wir doch nicht sagen, wir haben ihn gehoben. Wir hätten also den Befehl nicht ausgeführt. Denken wir an die Befehle: “habe Schmerzen!” & “rufe Dir Schmerzen hervor!” Ferner: “[s|S]telle Dir einen roten Kreis vor!”

22


 
  
  
  
/
 
⌊⌊ Wissen wie ein Wort gebraucht wird = Es anwenden können. ⌋⌋

 
  
 
⌊⌊ Vergleiche:
“Ich sehne mich nach ihm”
“Ich erwarte ihn”
“Ich weiß daß er kommen wird”
oder auch:
1 “ich habe mich
von Morgen an
den ganzen Tag
nach ihm gesehnt”
2 “ich habe ihn
von Morgen an
den ganzen Tag
erwartet”
3 “ich wußte vom Morgen an daß er kommen werde”
4 “ich hatte vom Morgen an Zahnschmerzen“
Kann man sagen “ich wußte vom Morgen an ununterbrochen daß er kommen werde”?
Vergleiche № 4 mit jedem der anderen Sätze.
5 “Ich konnte von meinem 10ten Jahr an Schachspielen”.
6 “Ich konnte seit damals nicht mehr hoch springen”
⌋⌋


 
  
? /
 
[Zu: “das [A|a]ugenblickliche Verstehen etc.”]

     Es ist merkwürdig, dass wir uns bei dem Gedanken, dass es jetzt 3 Uhr sein dürfte, die Zeigerstellung meist gar nicht genau oder überhaupt nicht vorstellen, sondern das Bild, gleichsam wie, in einem Werkzeugkasten der Sprache haben, aus dem wir wissen, das Werkzeug jederzeit hervorziehen // herausnehmen // zu können, wenn wir es brauchen. – Dieser Werkzeugkastenscheint mir die Grammatik mit ihren Regeln zu sein. ist er aber nicht die …? (Denken wir aber, welcher Art dieses Wissen ist.)

 
  
? /
 
[Zu: “das augenbl. Verstehen etc.”]
Zu M.S. p. 21/1 ﹖
     Es ist so, wie wenn ich mir im Werkzeugkasten der Sprache Werkzeuge zum künftigen Gebrauch herrichtete. Oder in Malkasten Farben (Ein Werkzeug ist ja auch das Abbild seines Zwecks.) [Dazu: Hypothese “ich sehe eine Kugel”.[)|]] Verwendung der Vorstellg. des Bildes einer Kugel.
 
  
/
 
     Was heisst es, zu sagen “ich sehe zwar kein Rot, aber wenn Du mir einen Farbkasten gibst, so kann ich es Dir darin zeigen”? Wie kann man wissen, dass man es zeigen kann, wenn …; dass man es also erkennen kann, wenn man es sieht? Ich

 
  
/
 
     
Betrachte nun den Satz:
Ich sage: Hier ist zwar nichts Rotes um mich, aber wenn hier etwas wäre, so
könnte ich es erkennen.

 
  
? /
 
⌊⌊ “Ich könnte Dir die genaue Farbe der Tapete zeigen, wenn hier etwas wäre was diese Farbe hat”. – “Wie weißt Du, daß Du sie erkennen würdest?” – “Weil ich sie mir jetzt vorstellen kann vorstelle Weil ich sie jetzt vor mir sehe.”
Anderseits aber Anderseits: “[i|I]ch kann mir jederzeit ˇwenn ich will einen roten Kreis vorstellen[,|.] wenn ich will”. – “Wie weißt Du, daß Du
es
das
kannst?”
⌋⌋


 
  
? /
 
a
b
c
d
!
!
!
!
e
f
g
h
Es ist etwa dies mein Wörterbuch und ich übersetze
mit ihm
darnach
den Satz b[e|d]ca in fhge. Nun habe ich im gewöhnlichen Sinne gezeigt, dass ich den Gebrauch des Wör-
23
terbuchs verstehe und kann sagen, dass ich auf gleiche Weise den Satz cdab übersetzen kann, wenn ich will. – Wenn also der Satz cdab ein Befehl ist, den entsprechenden Satz in der zweiten Sprache hinzuschreiben, so verstehe ich diesen Befehl, wie ich etwa den Befehl verstehe, !!!!!! Schritte zu gehen, wenn mir gezeigt wurde, wie die entsprechenden Befehle mit den Zahlen !, !!, !!!, ausgeführt werden.


 
  
 
     Aber natürlich kann das nicht anders sein, als wenn ich z.B. sage “ich will diesen Fleck rot anstreichen”, eine Vorstellung von der Farbe habe und nun “weiss“, wie diese Vorstellung in die Wirklichkeit zu übersetzen ist.

 
  
? /
 
[Zu: Erwartung] S. 364

     Ja, das ganze Problem ist schon darin enthalten: Was heisst es, zu wissen, wie der Fleck aussähe, wenn er meiner Vorstellung entspräche? “Du weißt, wie er aussähe? – Nun wie sieht er aus?”



 
  
? /
 
[Zu: Die Erwartung erwartet das was sie erfüllen wird] § 77

     Wenn ich die Vorstellung, die bei der Erwartung etc. im Spiel ist, durch ein wirklich gesehenes Bild ersetzen will, so scheint etwa folgendes zu geschehen: Ich sollte einen dicken schwarzen Strich ziehen und habe als Bild einen dünnen gezogen. Aber die Vorstellung geht noch weiter und sagt, sie weiss auch schon, dass der Strich dick sein soll. So ziehe ich einen dicken, aber etwas blasseren Strich; aber die Vorstellung sagt, sie weiss auch schon, dass er nicht grau sondern schwarz sein sollte. (Ziehe ich aber den dicken schwarzen Strich, so ist das kein Bild mehr.)



 
  
? /
 
     Etwas wissen, ist von der Art dessen, ist damit zu vergleichen: einen Zettel in
meiner Tasche
der Lade meines Schreibtisches
zu haben, auf dem es aufgeschrieben steht // ist // .





 
  
 
[Zu S. 182]
Wie ist es, wenn ich jemandem den Befehl gebe “stelle Dir einen roten Fleck vor” & nun sage: den Befehl verstehen heiße, wissen wie es ist, wenn er ausgeführt ist; oder gar sich vorstellen können, wie es ist, wenn …”
24
 
  
  
  
  
  
 
      Augustinus, wenn er vom Lernen der Sprache redet, redet ausschliesslich davon, wie wir den Dingen Namen beilegen, oder die Namen der Dinge verstehen. Hier scheint also das Benennen Fundament und Um und Auf der Sprache zu sein.
     
Diese Betrachtungsweise der Sprache
Diese Auffassung des Fundaments der Sprache
ist ˇwohl die, welche
ist offenbar aequivalent mit der, die
die Erklärungsform “das ist …” als fundamental auffasst. – Von einem Unterschied der Worte redet Augustinus nicht, meint also mit “Namen offenbar Wörter, wie “Baum”, “Tisch”, “Brot”, und gewiss die Eigennamen der Personen; dann aber wohl auch “essen”, “gehen”, “hier”, “dort”; kurz, alle Wörter. Gewiss aber denkt er zunächst an Hauptwörter und an die übrigen als etwas, was sich finden wird. (Und Plato sagt, dass der Satz aus Haupt- und Zeitwörtern besteht.)
     Sie beschreiben eben das Spiel einfacher, als es ist.
     Dieses Spiel kommt aber wohl in der Wirklichkeit vor. – Nehmen wir etwa an, ich wollte aus Bausteinen, ein Haus aufführen, die mir ein Andrer zureichen soll, ein Haus aufführen, so könnten wir erst ein Uebereinkommen dadurch treffen, dass ich auf einen Stein zeigend sagte “das ist eine Säule”, auf einen andern zeigend “das heisst Würfel”, – “das heisst Platte” u.s.w.. Und nun bestünde die Anwendung im Ausrufen jener Wörter “Säule”, “Platte”, etc. in der Ordnung, wie ich die Bausteine brauche.
Und ganz
26
ähnlich ist ja das Uebereinkommen
a
b
c
d
!
!
!
!
und etwa eines, das mit Farben arbeiten würde.


 
  
 
     Augustinus beschreibt wirklich einen Kalkül; nur ist nicht alles, was wir Sprache nennen, dieser Kalkül.
     (Und das muss man in einer grossen Anzahl von Fällen sagen, wo es sic[(|h] fragt: ist diese Darstellung brauchbar oder unbrauchbar. Die Antwort ist dann: “ja, brauchbar; aber nur dafür, nicht für das ganze Gebiet, das Du darzustellen vorgabst”.)


 
  
 
      Es ist also so, wie wenn jemand als erklärteˇ jemand: “spielen besteht darin, dass man Dinge, gewissen Regeln gemäss, auf einer Fläche verschiebt …” und wir in ihm antworteten: Du denkst da gewiss an die Brettspiele, und auf sie ist Deine Beschreibung auch anwendbar. Aber das sind nicht die einzigen Spiele. Du kannst also Deine Erklärung richtigstellen, indem Du sie ausdrücklich auf diese Spiele einschränkst.

     Man könnte also sagen, Augustinus stelle das Lernen der Sprache zu einfach dar // stelle die Sache zu einfach dar // ; aber auch: er stelle eine einfachere Sache dar.
     (Wer das Schachspiel einfacher beschreibt – mit einfacheren Regeln – als es ist, beschreibt damit dennoch ein Spiel, aber ein anderes.)


 
  
 
      Ich w[i|o]llte ursprünglich sagen: Wie Augustinus das Lernen der Sprache beschreibt, das kann uns zeigen, woher sich diese Auffassungˇ der Bedeutung überhaupt eigentlich schreibt // … , von welcher welchem primitiven Anschauung Bild … // .
     Man könnte den Fall mit dem einer Schrift vergleichen, in der Buchstaben zum Bezeichnen von Lauten benützt würden, aber auch zur Bezeichnung der Stärke Betonung und als Interpunktionszeichen.
Fassen wir dann diese Schrift als eine Sprache zur Beschreibung des Lautbildes auf, so
27
könnte man sich denken, dass Einer diese Schrift so auffasste, als entspräche einfach jedem Buchstaben ein Laut und als hätten die Buchstaben nicht auch ganz andere Funktio[h|n]en. – Und so einer – zu einfachen – Beschreibung der Schrift gleicht Augustinus' Beschreibung der Sprache völlig.



 
  
 
[Vielleicht auch zu “Komplex & Tatsache”]
[ M.S. ˇ groß S 113]
     Man kann z.B. – für [a|A]ndere verständlich – ⌊⌊Hierher gehört auch: Man kann – für Andere verständlich –⌋⌋ von Kombinationen von Farben mit Formen sprechen (etwa der Farben rot und blau mit den Formen Q[i|u]adrat und Kreis) zusammengeschlossen, [◇◇◇] ebenso wie von Kombinationen verschiedener Formen oder Körper. Und hier haben wir die Wurzel
meines
des
irreleitenden Ausdrucks, die Tatsache sei ein Komplex von Gegenständen. Es wird also, dass ein Mensch krank ist, verglichen mit der Zusammenstellung zweier Dinge, wovon das eine der Mensch, ist das andere die Krankheit wäre. Hüten wir uns davor, // Hüten wir uns davor, … // zu ve[f|r]gessen, dass dasˇ nur Vergessen wir nicht, daß das nur … ein Gleichnis ist.
     Oder man muss sagen, es verhält sich hier mit dem Wort “Kombination”, oder “Komplex”, wie mit dem Wort “Zahl”, das auch in verschiedenen – mehr oder weniger logisch ähnlichen – Weisen (Bedeutungen) gebraucht wird.



 
  
 
     “Bedeutung” kommt von “deuten”.

 
  
 
     Was wir Bedeutung nennen, muss mit der primitiven Gebärdensprache (Zeigesprache) zusammenhängen.

 
  
 
      Wenn ich etwa die wirkliche Sitzordnung an einer Tafel nach einer Aufschreibung kollationiere, so hat es einen guten Sinn, beim Lesen jedes Namens auf einen bestimmten Menschen zu zeigen. Sollte ich aber etwa die Beschreibung eines Bildes mit dem Bild vergleichen und ausser dem Personen-
28
verzeichnis sagte die Beschreibung auch, dass eine gewisse Person eine andere küsst, so wüsste ich nicht, worauf ich als Korrelat des Wortes “küssen” zeigen sollte. Oder, wenn etwas stünde “A ist grösser als B”, worauf soll ich beim Wort “grösser” zeigen? – Ganz offenbar kann ich ja gar nicht auf etwas diesem Wort entsprechendes in dem Sinne zeigen, wie ich etwa auf die Person A im Bilde zeige.
     Es gibt freilich einen Akt “die Aufmerksamkeit auf die Grösse der Personen richten”, oder auf ihre Tätigkeit, und in diesem Sinne kann man au[v|c]h das Küssen und die Grössenverhältnisse kollationieren. Das zeigt, wie der allgemeine Begriff der Bedeutung entstehen konnte. Es geschieht da etwas Analoges, wie wenn man das Pigment an Stelle der Farbe tritt.
     Und der Gebrauch des Wortes “kollationieren” ist hier so schwankend, wie der Gebrauch des Wortes “Bedeutung”.


 
  
 
     Die Wörter haben offenbar ganz verschiedene Funktionen im Satz und diese Funktionen erscheinen uns ausgedrückt in den Regeln, die von den Wörtern gelten. Wie in einem Stellwerk mi

 
  
 
Die Bedeutg. des Wortes – & auf die Bedeutg. zeigen

 
  
 
     Wie in einem Stellwerk mit Handgriffen die verschiedensten Dinge ausgeführt werden, so mit den Wörtern der Sprache, die Handgriffen entsprechen. Ein Handgriff ist der einer Kurbel und diese kann kontinuierlich verstellt werden; einer gehört zu einem Schalter und kann nur entweder umgelegt oder aufgestellt werden; ein dritter gehört zu einem Schalter, der drei oder mehr Stellungen zulässt; ein vierter ist der Handgriff einer Pumpe und wirkt nur,
solange
wenn
er auf- und abbewegt wird; etc.: aber alle sind Handgriffe, werden mit der Hand angefasst.

¥
⋎ S. 42/1
 
  
/
/
 
     Vergleich der verschiedenen Arten von Linien // der Linien mit verschiedenen Funktionen // auf der Landkarte mit den Wortarten im Satz. Der Unbe-
29
lehrte sieht eine Menge Linien und weiss nicht, dass sie sehr verschiedene Bedeutungen haben. Grenzen, Meridiane, Straßen, Schichtenlinien, Buchstaben.
     Denken wir uns den Plan [w|e]ines Weges gezeichnet und mit einem Strich durchstrichen, der anzeigen soll, dass dieser Plan nicht auszuführen ist // dass dieser Weg nicht zu gehen ist // . Ein solches Zeichen sei durch einen Strich durchstrichen um zu zeigen dass es falsch ist. Auf dem Plan sind viele Striche gezogen, aber der, der ihn durchstreicht, hat eine gänzlich andere Funktion a[a|l]s die anderen.

 
  
? /
 
     Der Unterschied der Wortarten ist wie der Unterschied der Spielfiguren, oder, wie der noch grössere, einer Spielfigur und des Schachbrettes.

¥
S. 42/1 ⋎
30


 
  
  
  
 
      W[o|i]r können in der alten Ausdrucksweise sagen: das Wesentliche am Wort ist seine Bedeutung.

 
  
/
/
 
      Wir sagen: das Wesentliche am Wort ist seine Bedeutung; wir können da[x|s] Wort durch ein anderes ersetzen, das die gleiche Bedeutung hat ⌊⌊Wir können in … sagen: [d|D]as Wesentliche ist die Bedeutg. des Wortes, nicht das Wort. Wir können also das Wort durch ein anderes ersetzen, das die gleiche Bedeutg. hat. …⌋⌋. Damit ist gleichsam ein Platz für das Wort fixiert und man kann ein Wort für das andere setzen, wenn man es an den gleichen Platz setzt.

 
  
? /
 
⌊⌊ Kann man aber in diesem Sinne in einem Gedicht Worte durch andere ersetzen? Welche Art Unterschied macht es, wenn ich in einer Betrachtung der Gesetze des freien Falls das Wo “Schnelligkeit” statt “Geschwindigkeit” sage oder statt des Buchstaben v ˇ etwa einen Hebräischen gebrauche; anderseits aber, wenn ich ein Wort eines Gedichts durch das Zeichen A ersetze, wobei ich erkläre A solle die gleiche Bedeutung haben, wie des Wortes haben. Das wäre als wollte ich ein finsteres Gesicht machen & dazusagen daß es das gleiche bedeuten solle wie ein freundliches Lächeln. ⌋⌋

 
  
/
 
¥
⋎ S. 31/1

     Wenn ich micht entschlösse (in meinen Gedanken) statt “rot” ein neues Wort zu sagen, wie würde es sich zeigen, dass dieses an dem Platze des Wortes “rot” steht? Wodurch ist die Stelle // der Platz // eines Wortes bestimmt? Angenommen etwa, ich wollte auf einmal alle Wörter meiner Sprache durch|andere ersetzen, wie könnte ich wissen, welches Wort an der Stelle eines früheren steht[.| ?] , an welcher Stelle eines der neuen Worte steht? Sind esˇ etwa immer die Vorstellungen, die bleiben und den Platz des Wortes halten? So dass an einer Vorstellung quasi ein Haken ist, – und hänge ich an den ein Wort, so ist ihm
dadurch
damit
der Platz angewiesen?
     Oder: Wenn ich mir den Platz merke, was merke ich mir da?


 
  
? /
 
     Man könnte z.B. ausmachen, im Deutschen statt “nicht” immer “
non
not
” zu setzen und dafür statt “rot” “nicht”. So dass das Wort “nicht” in der
31
Sprache bliebe und doch könnte man nun sagen, dass “
non
not
so gebraucht wird, wie früher “nicht”, und dass jetzt “nicht” anders gebraucht wird als früher.

 
  
? /
 
     Der Ort eines Wortes in der Sprache // Grammatik // ist seine Bedeutung. Die Bedeutung könnte ich den Ort eines Wortes in der Grammatik nennen.



 
  
? /
 
     Wäre es nicht ähnlich, wenn ich mich entschlösse, die Formen der Schachfiguren zu ändern, oder etwa eine Figur, die wir jetzt “Rössˇel” nennen würden, als Königsfigur zu nehmen? // … oder etwa die Figur eines Pferdchens als König zu nehmen? // Wie würde es sich nun zeigen, dass das hö[z|l]zerne Pferdchen Schachkönig ist? Kann ich hier nicht sehr gut von einem Wechsel der Bedeutung reden?



 
  
 
Wir verstehen unter “Bedeutung des Namens” nicht den Träger des Namens. Unter “Bedeutung
eines
des
Namens” wird nicht … verstanden.
⌊⌊Unter der Bedeutung eines Namens wird nicht sein Träger verstanden.⌋⌋

 
  
 
     Man kann sagen, dass die Worte “der Träger des Namens ‘N’” dieselbe Bedeutung haben wie der Name [|] N’ – also für einander eingesetzt werden können.

 
  
 
     Aber heisst es nicht dasselbe, zu sagen “zwei Namen haben einen Träger” und “zwei Namen haben ein- und dieselbe Bedeutung”? (Morgenstern, Abendstern, Venus.)

 
  
/
 
      Wenn mit dem Satz “‘A’ und ‘B’ haben denselben Träger” gemeint ist: “der Träger
des Namens
von
‘A’” bedeutet dasselbe wie “der Träger
des Namens
von
‘B’”, so ist alles in Ordnung, weil das dasselbe heisst wie A = B.
Ist aber mit dem Träger von ‘A’ etwa der Mensch gemeint, von dem es sich feststellen lässt,
32
dass er auf den Namen ‘A’ getauft ist; oder der Mensch, der das Täfelchen mit dem Namen ‘A’ um den Hals trägt; etc., so ist es gar nicht gesagt, dass ich mit ‘A’ diesen Menschen meine, und dass die Namen, die den gleichen Träger haben, dasselbe bedeuten.

 
  
 
     Aber zeigen wir nicht zur Erklärung der Bedeutung auf den Gegenstand, den der Name vertritt? Ja; aber dieser Gegenstand ist nicht ‘die Bedeutung’, obwohl sie durch das Zeigen auf diesen Gegenstand bestimmt wird.

 
  
 
     Aber es bestimmt hier schon das richtige Verstehen des Wortes ‘Träger’ in dem besondern Fall (Farbe, Gestalt, Ton, etc.) die Bedeutungˇ sozusagen bis auf eine letzte Bestimmung. D.h. der H erklärende Hinweis auf den Träger entscheidet nur noch eine Frage nach der Bedeutung von der Art: “Welcher dieser Leute ist Herr N?”, “Welche Farbe heißt ‘lila’?”, “Welcher Ton ist das hohe C?”.



 
  
 
⌊⌊ Man kann sagen: Die Bedeutung
eines
des
Wortes lehren, heißt seinen Gebrauch lehren & das kann man durch Hinweisen auf den Träger eines Namens tun, wenn dieser Gebrauch, sozusagen, schon bis auf eine letzte Bestimmung bekannt ist.
     Erinnere Dich daran, daß durch die selbe hinweisende Geste auf denselben Körper ˇdie Bedeutung von Worten verschiedener Art erklärt werden können kann. Z.B.: “das heißt ‘Holz’”, “das heißt ‘braun’”, “das heißt ein ‘Stab’”, “das heißt ein ‘Federstiel’”. ⌋⌋

 
  
 
⌊⌊      Denken wir aber
dagegen
wieder
an das Zeigen & Benennen von Gegenständen,
wie
durch das
man Kindern die Anfänge der Sprache lehrt. Hier kann man natürlich nicht sagen, diese Erklärung (wenn man das eine Erklärung nennen will) gebe noch eine letzte Bestimmung über den Gebrauch des Wortes, & das Kind kann auch noch nicht fragen “wie heißt das?”. (ˇD.h., [D|d]iese ‘Erklärung’ ist nicht die Antwort auf die Frage “wie heißt dieser Gegenstand”.) ⌋⌋

 
  
? /
 
     Wenn ich sage “die Farbe dieses Gegenstands heisst ‘violett’”, so muss ich die Farbe mit den ersten Worten “die Farbe dieses Gegenstands” schon benannt haben, sie schon zur Taufe gehalten haben, damit
die Namengebung geschehen kann.
der Akt der Namengebung das sein kann, was er ist.
Denn ich könnte auch sagen “der Name dieser Farbe (der Farbe dieses Dings) ist von Dir zu bestimmen, und der den Namen gibt, müsste nun schon wissen, wem er ihn gibt (an welchen Platz der Sprache er ihn stellt[.|)].

 
  
? /
 
     Ich könnte
so
also
erklären, die Farbe dieses Flecks heisst “rot”, die Form “Kreis”. ƪ
     Und hier stehen die Wörter “Farbe” und “Form” für Anwendungsarten (grammatische Regeln) und sind // bezeichnen // in Wirklichkeit Wortarten, wie “Eigenschaftswort”, “Hauptwort”. Man könnte sehr wohl in der (
deutschen
gewöhnlichen
) Grammatik
die Bezeichnungen
neben diesen Wörtern die Wörter
“Farbwort”, “Formwort”, “Klangwort” einführen. (Aberˇ mit demselben Recht auch “Baumwort”, “Buchwort”?)
33
 
  
ü ? /
 
     Der Name, den ich einem Körper gebe, einer Fläche, einem Ort, einer Farbe, hat
in jedem dieser Fälle eine
jedes Mal
andere Grammatik. Der Name “A” in “A ist ge[bl|lb]” hat eine andere Grammatik, wenn
es
A
der Name eines Körpers
als
und
wenn es der Name der Fläche eines Körpers ist[;| ,] ob nun
der
ein
Satz “dieser Körper ist gelb” sagt, dass die Oberfläche des Körpers gelb ist, oder dass er durch und durch gelb ist. “Ich zeige auf A” hat verschiedene Grammatik, je nachdem A ein Körper, eine Fläche, eine Farbe ist etc.. ⌊⌊Und man zeigt in anderem Sinne auf den Körper A, auf die Länge A eines Körpers, & auf die Farbe A. Und man zeigt in anderem Sinne auf einen Körper, auf seine Länge, & auf seine Farbe.⌋⌋ ⌊⌊ D.h. es ist
etwa
z.B.
eine Definition möglich: auf eine Farbe zeigen heißt auf den Körper zeigen der sie hat.
⌋⌋ Und so hat auch das hinweisende Fürwort “dieser” andere Bedeutung (d.h. Grammatik), wenn es sich auf Hauptwörter verschiedener Grammatik bez[e|i][i|e]ht // … Hauptwörter mit verschiedener Grammatik bezieht. // [Worin soll der Unterschied dieser Grammatiken liegen?]

 
  
∫ ¿ ¿
 
⌊⌊      Man kann sagen “dieser Körper ist durch & durch gelb” aber nicht, “seine Oberfläche ist durch & durch gelb”. ⌋⌋

 
  
 
⌊⌊      Auf eine Zahl deuten. ⌋⌋

 
  
∫ ¿ ¿
 
⌊⌊ Und wer (mit der Hand) auf einen Körper zeigt, zeigt dadurch, aber eben darum in anderem Sinne, auf seine Farbe, seine Gestalt, den Ort an dem er sich befindet. Wie der, welcher jemand Klavier spielen hört, dadurch in anderem Sinne das Musikstück hört, welches gespielt wird & in noch anderem Sinne die Schönheit des Stückes. – Aber was heißt es “er hört in anderem Sinne”, “er zeigt in anderem Sinne”. Was ich meine wäre jedenfalls in einer Definition ausgedrückt die etwa sagte: auf eine Farbe zeigen heißt: auf einen Körper zeigen der die Farbe hat. Also etwa F(φ) = (∃x).φx[:|.]Fx Daß F von φ in anderm Sinne ausgesagt wird als von x heißt, daß ich statt Fx nicht wieder einen Ausdruck wie die rechte Seite setzen kann⌋⌋
34


 
  
  
    
⌊⌊ “Bedeutung, das was die Erklärung der B. erklärt” d.h.: Fragen wir nicht was ˇ die Bedeutung sei, sondern sehen wir
nach
uns an
was man die “Erklärung der B.” nennt.
⌋⌋




  
? /
 
     Man sagt dem Kind: “nein, kein Stück Zucker mehr!” und nimmt es ihm weg. So lernt das Kind die Bedeutung des Wortes ‘kein’.
     Hätte man ˇihm mit denselben Worten ein Stück Zucker gereicht, so hätte es gelernt, das Wort anders zu verstehen. Es hat damit gelernt, das Wort gebrauchen, aber auch ein bestimmtes Gefühl mit ihm zu verbinden, es in bestimmter Weise zu erleben.

  
? /
 
     Veranlassen wir es dadurch nicht, Worten einen Sinn beizulegen, ohne dass wir sie durch ein anderes Zeichen ersetzen, also ohne diesen Sinn au[c|f] andere Weise auszudrücken? Veranlassen wir es nicht gleichsam, für sich etwas zu tun, dem kein äusserer Ausdruck gegeben wird, oder wozu der äussere Ausdruck nur im Verhältnis einer Hindeutung steht? Die Bedeutung liesse sich nicht aussprechen, sondern nur auf sie von ferne hinweisen. Sie liesse sich gleichsam nur verursachen. Aber welchen Sinn hat es dann überhaupt, wenn wir von dieser Bedeutung reden? (Schlag und Schmerz)

 
    
⌊⌊ Was wollen wir unter ‘Bedeutung’ eines Worts verstehen? Ein charakteristisches Gefühl, das das Aussprechen (Hören) des Wortes begleitet? (Das und-Gefühl, wenn-Gefühl James's) Oder wollen wir das Wort ‘Bedeutung’ ganz anders gebrauchen; &, z.B, sagen zwei Worte haben die gleiche Bedeutung wenn dieselben gramm. Regeln von beiden gelten? Wir können es halten, wie wir wollen, aber wir müssen ˇ aber wissen daß dies zwei gänzlich verschiedene Gebrauchsweisen (Bedeutungen) des Wortes ‘Bedeutung’ sind. (Man kann vielleicht auch von einem spezifischen Gefühl reden welches der Schachspieler bei Zügen mit dem König empfindet.) ⌋⌋

  
/
 
     Gibt mir die Erklärung des Wortes die Bedeutung, oder verhilft sie mir nur zur Bedeutung? So dass also das Verständnis in der Erklärung nicht niedergelegt wäre, ⌊⌊Ist die Bedeutung das Gefühl, dann ist die Bedeutung in der B Erklärung nicht niedergelegt …⌋⌋ sondern durch sie nur äusserlich bewirkt, wie ⌊⌊aber durch sie etwa bewirkt wie …⌋⌋ die Krankheit durch eine Speise.

  
 
⌊⌊ In einem Sinn ist kann man die Erklärung der Bedeutung die Aufklärung Ausschließung von Mißverständnissen nennen. Sie sagt, das Wort hat diese Bedeutung, nicht jene. ⌋⌋

 
  
 
⌊⌊ Und “Erklärung der Bedeutung” nennen wir vielerlei. ⌋⌋

 
  
∕∕
 
     Das Problem äussert sich auch in der Frage: Wie erweist sich ein Missverständnis? Denn das ist dasselbe wie das Problem: Wie zeigt es sich, dass
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ich richtig verstanden habe? Und das ist: Wie kann ich die Bedeutung erklären?
     Es fragt sich nun: Kann sich ein Missverständnis darin äussern, dass, was der Eine bejaht, der Andere verneint?


  
? /
 
     Nein, denn dies ist eine Meinungsverschiedenheit und kann als solche aufrecht erhalten werden. Bis wir annehmen, der Andere habe Recht ….

  
/
 
[Zu S. 48]

     Wenn ich also, um das Wort “lila” zu erklären, auf einen Fleck zeigend sage “dieser Fleck ist lila”, kann diese Erklärung dann auf zwei Arten funktionieren? einerseits als Definition, die den Fleck als Zeichen gebraucht, anderseits als Erläuterung? Und wie das letztere? Ich müsste annehmen, dass der Andere die Wahrheit sagt und dasselbe sieht, was ich sehe. Der Fall, der wirklich vorkommt, ist etwa folgender: A erzählt dem B in meiner Gegenwart, dass ein bestimmter Gegenstand lila ist. Ich höre das, habe den Gegenstand auch gesehen und denke mir: “jetzt weiss ich doch, was ‘lila’ heisst”. Das heisst, ich habe aus jenen Sätzen // jener Beschreibung // eine Worterklärung gezogen.
     Ich könnte sagen: Wenn das, was A dem B erzählt, [wa|di]e Wahrheit ist, so muss das Wort “[L|l]ila” diese Bedeutung haben.
     Ich kann diese Bedeutung also auch quasi hypothetisch annehmen und sagen: wenn ich das Wort so verstehe, hat A Recht. Aber dem “so” entspricht eine Hinweisende Definition.

 
  
/
 
     Man sagt: “Ja, wenn das Wort das bedeutet, so ist der Satz wahr”.

 
  
? /
 
     Nehmen wir an, die Erklärung der Bedeutung war nur eine Andeutung: konnte man nicht sagen: Ja, wenn diese Andeutung so verstanden wird, dann gibt das Wort in dieser Verbindung einen wahren Satz etc.. Aber dann muss nun nun dieses “so” ausgedrückt sein. Die Erklärung immer nur eine Andeutung.
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     Die Erklärung eines Zeichens muss﹖﹖ jede Meinungsverschiedenheit kann jede … beseitigen. in Bezug auf seine Bedeutung beseitigen können.
     Und ist dann noch eine Frage nach der Bedeutung zu entscheiden?


  
 
     Missverständnis nenne ich das, was durch eine Erklärung zu beseitigen ist. Die Erklärung der Bedeutung eines Wortes schliesst Missverständnisse aus.

 
  
? /
 
⌊⌊ Wie kann Einer nach der Erklärung einer Wortbedeutung fragen? – Z.B. so: “Welche Farbe heißt ‘violett’?”; aber au, oder: “welches
heißt
ist
das 3 gestrichene C?”; aber auch so: “was heißt das Wort ‘ne pas’?”.
⌋⌋

 
  
? /
 
⌊⌊ Auf die ersteˇ & zweite Frage wird man durch ein Zeigen antworten & die Frage hatte das auch vorausgesehen. Die dritte Frage könnte man durch eine Übersetzung ins Deutsche beantworten (oder auch durch Beispiele der Anwendung). – Wie aber, wenn ein mathematisch nicht vorgebildeter fragte “Was bedeutet das Wort ‘Integral’?”. Da müßte man wohl antworten: das kann ich Dir erst dann erklären // : das ist ein mathematischer Ausdruck, den ich Dir erst … // , wenn Du mehr Mathematik verstehen wirst. ⌋⌋

 
  
 
⌊⌊ Ich habe einmal als Kind nach der Bedeutung des Wortes “etwas” gefragt. [oder war es “vielleicht”?] Man antwortete mir: “das verstehst Du noch nicht”. Wie aber hätte man es erklären sollen?! Durch eine Definition? oder hätte man mir sagen sagen sollen, oder sollte man sagen, das Wort sei undefinierbar? Wie ich es später verstehen gelernt habe, weiß ich nicht; aber ich habe wohl Phrasen worin das Wort vorkommt anwenden gelernt. Und dieses Lernen hatte wohl am meißten Ähnlichkeit mit einem Abrichten [abgerichtet wWerden].⌋⌋

 
  
 
⌊⌊ Ich will wollte hier [auf dieser → Seite] das Wesen des Mißverständnisses im Gegensatz zum Unverständnis der Sprache darstellen. ⌋⌋

 
  
 
     
Ein Missverständnis ist:
Das sind Missverständnisse
“Ist das eine Orange? ich dachte das sei eine”.
     
Wie is es mit diesem:
Kann man sagen:
“Ist das rot? ich dachte, das sei ein Sessel”?
     Aber [k|K]ann man sich nicht einbilden (wenn man etwa nicht deutsch versteht) “rot” heisse laut) (d.h. werde so gebraucht, wie tatsächlich das Wort “laut” gebraucht wird)[.| ?] Wie wäre aber die Aufklärung dieses Missverständnisses? Etwa so: “rot ist
diese
eine
Farbe, keine Tonstärke”? – Eine solche Erklärung könnte man natürlich geben, aber sie wäre nur dem verständlich, der sich bereits ganz in der Grammatik auskennt.

 
  
 
     Der Satz “ist das rot? ich dachte, das sei ein Sessel” hat nur Sinn, wenn das Wort “das” beide Male im gleichen Sinn gebraucht wird und dann muss ich entweder “rot” als Substantiv, oder “ein Sessel” als Adjektiv auffassen.

 
  
 
“Heißt ‘weak’ schwach? ich dachte, es heiße Woche.”

 
  
 
     Die Aufklärung
wird in einer Spr. gegeben, die …
kann nur verstanden werden, wenn sie in einer Sprache gegeben wird, die
unabhängig von dem Missverständnis besteht.

  
? /
 
⌊⌊ Was für Konsequenzen will ich daraus ziehen?! Hängt damit zusammen daß die Erklärung an Stelle des Zeichens gebraucht werden kann. Der Satzt sollte sagen daß die Erklärung nur innerhalb der schon ihrem Wesen nach verstandenen Sprache geschieht. Die Erklärung entscheidet nur zwischen Möglichkeiten die der Fragende selbst voraussehen konnte. Nicht die Spracheˇ als solche wird für ihn aufgebaut, sondern nur diese Ausdrucksweise. Da die Aufklärung ja verstanden wird so konnte sie auch als Möglichkeit schon früher ins Auge gefaßt werden; es konnte auch nach ihr unmittelbar gefragt werden, so daß der Erklärende nur mehr “ja” oder “nein” zu antworten hatte. Und mit “ja” & “nein” konnte er nicht das Wesen der Sprache erklären.

⌋⌋

 
  
 
Zu S. 43

     Ist es denn nicht denkbar, dass ein grammatisches System in der Wirklichkeit zwei (oder mehr) Anwendungen hat?
     Ja, aber wenn wir das überhaupt sagen können, so müssen wir die beiden
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Anwendungen auch durch eine Beschreibung unterscheiden können.

 
  
? /
 
[Vagueheit des Wortes “Wortart.] Zu S. 43

     Zu sagen, ˇdass das Wort “rot” mit allen Vorschriften, die von ihm gelten, das bedeuten könnte, was tatsächlich das Wort “blau” bedeutet; dass al[z|s]o durch diese Regeln die Bedeutung nicht fixiert ist, hat nur einen Sinn, wenn ich die beiden Möglichkeiten der Bedeutung ausdrücken kann und dann sagen, welche die von mir bestimmte ist.
     (Diese letztere Aussage ist aber eben die Regel, die vorher zur Eindeutigkeit gefehlt hat.)
 
  
? /
 
     Die Grammatik erklärt die Bedeutung der Wörter, soweit sie zu erklären ist. Und zu erklären ist sie soweit, als nach ihr gefragt werden kann; und nach ihr fragen kann man soweit, als sie zu erklären ist. Die Bedeutung ist das, was wir in der Erklärung der Bedeutung eines Wortes erklären.

 
  
/
 
  
 
     Mißverstandnis Unverständnis.
     Dies Erklärg der Bedeutgˇ immer nur eine Andeutg.
38


 
  
  
  
? /
 
⌊⌊ Man möchte mit dem Gedächtnis & der Assoziation den Mechanismus des Bedeutens erklären.⌋⌋

 
  
/
 
⌊⌊ Aber wir fühlen, daß es uns nicht auf
eine
die
Erklärung eines Mechanismus ankommen kann. Denn diese Erklärung ist wieder eine Beschreibung von Phänomenen durch die // in der // Sprache. Sie sagt, etwa, : wenn das Wort ‘rot’ gehört wird, springt die Vorstellung rot hervor. (Eine Tafel durch den Druck auf eines Knopfes) Nun, wenn das eintritt, – was weiter? Wir wollen
eben
ˇja
die Erklärung eines Kalküls, nicht eines Mechanismus hören.
⌋⌋ ⌊⌊Und die Erklä⌋⌋rung des Mechanismen stellt sich außerhalb des Kalküls auf. Sie hat mit dem, was uns interessiert, nichts zu tun. Sie ist selbst eine Beschreibung in der Sprache & eine die in den Kalkül, der uns etwa erklärt werden soll, nicht eingreift. Während wir eine Erklärung brauchen, die ein Teil dieses Kalküls ist.
 
  
/
 
     Wenn ich sage, das Symbol ist das, was diesen Effekt hervorruft, so fragt es sich eben, wie ich von diesem Effekt reden kann, wenn er gar nicht da ist. Und wie ich weiss, dass es der ist, den ich gemeint habe, wenn er eintritt // kommt // .

 
  
/
 
⌊⌊       “Das was Die Worte Der Ausdruck … was diesen Effect hervorruft” ist sind … ist ja wieder ein Symbol. Und dieser Satz erklärt daher das Wesen des Symbols nicht.⌋⌋

 
  
/
 
     Es ist darum keine Erklärung, zu sagen: sehr einfach, wir vergleichen die Tatsache mit unserem Erinnerungsbild, – weil vergleichen eine bestimmte Vergleichsmethode voraussetzt, die nicht gegeben ist. die nur wieder beschrieben ist.

 
  
/
 
     Wie soll er wissen, welche Farbe er zu wählen hat, wenn er das Wort “rot” hört? – Sehr einfach: er soll die Farbe nehmen, deren Bild ihm beim Hören des Wortes einfällt. – Aber wie soll er wissen,
was das ist: “die Farbe, die …
was die “Farbe” ist, “deren Bild
ihm einfällt”? Braucht es dafür ein weiteres Kriterium? u.s.f..
     (Es gibtˇ übrigens auch ein Spiel: die Farbe wählen, die einem beim Wort “rot” einfällt.)

 
  
/
 
⌊⌊      Man kann aber auch sagen, daß dieser Satz (die Bedeutung des Zeichens ‘rot’ sei die Farbe, die ich mit dem Wort assoziiere)
die
zwa eine
Erklärung einer bestimmten Bedeutung, d.h. eine Definition, ist; aber nicht die Erklärung des Begriffs der Bedeutung “‘rot’ bedeutet die Farbe, die mir beim Hören des Wortes ‘rot’ einfällt” ist eine Definition.
⌋⌋

 
  
/
 
⌊⌊ Bezieht sich auf das, was Frege, & gelegentlich Ramsey, al vom Wiedererkennen als einer Bedingung des Symbolisierens sagte.
Wie ist denn das Kriterium dessen, daß ich die Farbe rot richtig wiedererkannt habe? Etwaˇ so etwas wie das Erlebnis der Freude beim Wiedererkennen? ⌋⌋

 
  
/
 
     (Die psychologischen – trivialen – Erörterungen über Erwartung, Assoziation, etc. lassen immer das eigentlich Merkwürdige aus und man merkt ihnen an, dass sie herumreden, ohne den springenden Punkt zu berühren.) ⌊⌊ Und umsomehr, als es nie notwendig ist die Wirkungsweise eines Wortes durch Assoziation & Gedächtnis zu erklären & weil man statt der Vorstellungsbilder immer wirkliche (gemalte) Bilder verwenden könnte. ⌋⌋

 
  
/
 
     Wenn ich Worte wählen kann, dass sie der Tatsache – in irgend einem Sin-
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ne – passen, dann muss ich also schon vorher einen Begriff dieses Passens gehabt haben. Und nun fängt das Problem von Neuem an, denn, wie weiss ich, dass dieser Sachverhalt dem Begriff vom ‘Passen’ entspricht.

 
  
/
 
     Aber warum beschreibe ich dann die Tatsache gerade so? Was liess Dich diese Worte sagen?

 
  
 
     Und wenn ich nun sagen würde: “alles was geschieht, ist eben, dass ich auf diese Gegenstände sehe und dann diese Worte gebrauche,” so wäre die Antwort: “also besteht das Beschreiben in weiter nichts? und ist es immer eine Beschreibung, wenn Einer …?” Und darauf müsste ich sagen: “Nein. Nur kann ich den Vorgang nicht anders, oder doch nicht mit einer andern Multiplizität beschreiben, als, indem ich sage: ‘ich beschreibe, was ich sehe’; und darum ist keine Erklärung mehr möglich, weil mein Satz bereits die richtige Multiplizität hat.”

 
  
/
 
     Ich könnte auch so fragen: Warum verlangst Du Erklärungen? Wenn diese gegeben sein werden // würden // , wirst Du ja doch wieder vor einem Ende stehen. Sie nnen Dich nicht weiter führen, als Du jetzt bist. (‘Nähmaschine’)

 
  
 
     In welchem Sinne sagt man, man kennt die Bedeutung des Wortes A, noch ehe man den Befehl, in dem es vorkommt, befolgt hat? Und inwiefern kann man sagen, man hat die Bedeutung durch die Befolgung des Befehls kennengelernt? Können die beiden Bedeutungen miteinander in Widerspruch stehen?

 
  
 
     Ich wünscheˇ mir, einen Apfel zu be[j|k]ommen. In welchem Sinne kann ich sagen, dass ich noch vor der Erfüllung des Wunsches die Bedeutung des Wortes “Apfel” kenne? Wie äusser[s|t] sich denn die Kenntnis der Bedeutung? d.h., was versteht man denn unter ihr.
     Offenbar wird das Verständnis des Wortes durch eine Worterklärung gege-
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ben, welche nicht die Erfüllung des Wunsches ist.

 
  
? /
 
⌊⌊ Es ist eine Funktion des Wortes “rot” uns die Farbe in Erinnerung zu rufen & es könnte z.B. gefunden werden, daß sich dazu das Wort “rot” besser eignetˇ als ein anderes (daß seine Bedeutung etwa schwerer vergessenˇ oder verwechselt wird). als Aber wir hätten uns, wie gesagt, statt des Mechanismus der Assoziation ◇◇◇ einer Tabelle (oder dergl.) bedienen können; & nun müßte unser Kalkül eben mit dem assoziierten oder gemalten Bild [Muster] weiterschreiten. Die Zweckmäßigkeit eines Zeichens in jenem Sinne interessiert uns nicht. (Im Gegensatz dazu: Kratylos: “Bei weitem … erste beste”.⌋⌋

 
  
 
     Die Bedeutung ist eine Festsetzung, nicht Erfahrung. Und damit nicht Kausalität. Was das Zeichen suggeriert, findet man durch Erfahrung. Es ist die Erfahrung, die uns lehrt, welche Zeichen am seltensten missverstanden werden. Das Zeichen, soweit es suggeriert, also soweit es wirkt, interessiert uns nicht. Es interessiert uns nur als Zug in einem Spiel: Glied in einem System, das selbständig ist. // Glied in einem System; das seine Bedeutung in sich selbst hat. // Glied in einem System, das selbstbedeutend ist; das seine Bedeutung in sich selbst hat. //

 
  
/
 
     Unsere Weise von den Wörtern zu reden, können wir durch das beleuchten, was Sokrates im “Kratylos” sagt. Kratylos: “Bei weitem und ohne Frage ist es vorzüglicher, Sokrates, durch ein Aehnliches darzustellen, was jemand darstellen will, als durch das erste beste.” – Sokrates: “Wohl gesprochen, …”.

  
? /
? /
 
[Zu § 14 S 58 oder § 89 S 414]

     Es wäre charakteristisch für eine bestimmte irrige Auffassung, wenn ein Philosoph glaubte, ˇEin Philosoph könnte glauben einen Satz Ich könnte mir denken, daß ein Philosoph glaubte, einen Satz …
in
mit
roter Farbe drucken lassen zu müssen, da ers erst so ganz das ausdrücke, was der Autor sagen will. (Hier hätten wir die magische Auffassung der Zeichen statt der logischen.) ⌊⌊          Aber wäre das wirklich so unsinnig, verwenden wir denn nicht wirklich Sperrdruck? – Ich wollte sagen: die Wirkung eines Satzes auf das Gemüt ist nicht sein Sinn. ⌋⌋
     (Das magische Zeichen würde wirken wie eine Droge, und für sie wäre die kausale Theorie richtig.)




  
/
 
     Die Untersuchung, ob die Bedeutung eines Zeichens seine Wirkung ist, ist eine grammatische Untersuchung.

  
/
 
     Ich glaube, auf die kausale Theorie der Bedeutung kann man einfach antworten, dass wir, wenn Einer einen Stoss erhält und umfällt, das Umfallen
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nicht die Bedeutung des Stosses nennen nennen.

 
  
 
     Die Verwendung eines Plans einer Landkarte, daß wir uns in irgend einer Weise nach ihm ihr richten, ist eine Uebersetzung in unsere Handlungen. Eine Uebertragung in unsere Handlungen. ⌊⌊Daß wir ihr Bild in unsere Handlungen übertragen.⌋⌋ Es ist klar, dass da kausale Zusammenhänge gesehen werden, aber es/wäre komisch, die als das Wesen eines Planes auszugeben. // aber würde man sagen, sie sind es die den Plan zum Plan machen? // ⌊⌊Es ist klar daß hier kausale Zusammenhänge stattfinden; aber würden wir sagen …?⌋⌋

 
  
 
     Der Sinn der Sprache ist nicht durch
ihre Wirkung
ihren Zweck
bestimmt. Oder: Was man den Sinn, die Bedeutung, in der Sprache nennt, ist nicht ihre Zweck Wirkung. Damit meinte ich, ursprünglich daß, was wir Sinn eines Satzes nennen & durch eine sprachliche Erklärung erklärt wird, nichts mit dem zu tun hat, was diese Wirkung beabsichtigte Wirkung der Sprache hervorrufen hilft.

 
  
 
     Es ist wirklich “the meaning of meaning” was wir untersuchen: Nämlich // [o|O]der // die Grammatik des Wortes “Bedeutung”.
42



 
  
  
  
/
 
⌊⌊ als Zitat⌋⌋
Zu: S. 29

     Jeder, Beistrich der einen Satz liest und versteht, sieht die Worte // die verschiedenen Wortarten // in verschiedener Weise, obwohl sich ihr Bild und Klang ⌊⌊Jeder, der einen Satz einer ihm geläufigen Sprache liest, nimmt die Worte der verschiedenen Wortarten in anderer Weise auf obwohl sich ihr Bild & Klang …⌋⌋ der Art nach nicht unterscheidet. Wir vergessen ganz, dass ‘nicht’ und ‘Tisch’ und ‘grün’ als Laute oder Schriftbilder betrachtet sich nicht wesentlich voneinander unterscheiden und sehen es nur klar in einer uns fremden Sprache. (James.) (Bedeutungskörper.)



 
  
 
⌊⌊ Anderseits sagt man: ich verstehe diese Geste, wie: ich verstehe dieses Thema, es sagt mir etwas & das heißt hier:ˇ ich erlebe es es greift in mich ein. Ich folge ihm mit bestimmtem Erlebnis. ⌋⌋

 
  
 
     Das “Nicht” macht eine abwehrende // verneinende // Geste.
     Nein, es ist eine abwehrende Geste.
     “Das Verstehen der Verneinung ist dasselbe, wie das Verstehen einer abwehrenden Geste.”

 
  
 
⌊⌊ Den Kopf schütteln


Verstehen des Wortes “nicht” im Sinne von “wissen wie es gebraucht wird” & dagegen das Verstehen einer Geste, der Eindruck den mir die Geste macht.
⌋⌋

 
  
/
 
⌊⌊ Wie lernt man eine Geste verstehen, die uns nicht durch Worte erklärt (definiert) wird? ⌋⌋
     Gefragt, was ich mit “und” im Satze “gib mir das Brot und die Butter” meine, würde ich mit einer Gebärde antworten, und diese Gebärde würde die Bedeutung // würde, was ich meine // illustrieren. Wie das grüne Täfelchen “grün” illustriert und wie die W-F-Notation “und”, “nicht”, etc. illustriert.

¥ S. 16/1,2 ⋎
 
  
 
⌊⌊ [Wo anders besser]⌋⌋
     Die Geste des Wortes “vielleicht” des Wortes “bitte” & “danke” als Erklärung der Bedeutung dieser Wörter.
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     Zur Grammatik gehört nur das nicht, was die Wahrheit und Falschheit eines Satzes ausmacht. Nur darum kümmert sich die Grammatik nicht. Zu ihr gehören alle Bedingungen des Vergleichs des Satzes mit der Wirklichkeit // mit den Tatsachen // . Das heisst, alle Bedingungen des Verständnisses. (Alle Bedingungen des Sinnes.)

 
  
 
Die Anwendung der Sprache geht über diese hinaus, aber nicht die Deutung der Schrift- und oder Lautzeichen. Die Deutung vollzieht sich noch im Allgemeinen, als Vorbereitung auf jede Anwendung. ⌊⌊Die Deutung der Schrift & Lautzeichen durch hinweisende Erklärungen gehört nicht in die Anwendung ist nicht Anwendung … der Sprache sondern zu ihrer Grammatik ist ein Teil der Sprachlehre. Die Deutung vollzieht sich … Anwendung.⌋⌋ Sie geht in der Sprachlehre vor sich und nicht im Gebrauch der Sprache.

 
  
∫ /
 
     Soweit sich die Bedeutung der Wörter in der in der eingetroffenen Tatsache (Handlung) ˇ Erwartg, in der Befolgung des Befehls zum Vorschein kommt, zeigt, kommt sie (schon) in der Beschreibung der Tatsache zum Vorschein. (Sie wird also ganz in der Sprachlehre bestimmt.)
     (In dem, was sich hat voraussehen lassen; worüber man schon vor dem Eintreffen der Tatsache reden konnte.)


 
  
? /
 
⌊⌊ “Das nennt man einen Krautkopf” ist eine hinw. Def., & gehört zur Sprachlehre. “Gib mir diesen Krautkopf” ist ein Satz der Sprache, der die Wortsprache verläßt da er eine Gebärde & ein Objekt ˇverlangt worauf gezeigt wird. erlangt. ⌋⌋

 
  
 
     Ist nicht der Grund, warum wir Der Grund, warum wir … glauben, mit der hinweisende Erklärung
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das Gebiet der Sprache, des Zeichensystems, zu verlassen, dass wir dieses Heraustreten aus den Schriftzeichen mit einer Anwendung der Sprache, etwaˇ mit einer Beschreibung dessen, was ich sehe // wir sehen // , verwechseln.

  
 
[Zu § 13]

     Man könnte fragen wollen: Ist es denn aber ein Zufall, dass ich zur Erklärung vomn Zeichen, also zur Ver[f|v]ollständigung des Zeichensystems aus demn Schrift- oder Lautzeichen heraustreten muss? Trete ich damit nicht eben in das Gebiet, in dem // worin // sich dann das zu Beschreibende // das Beschriebene // absp[e|i]elt? Aber dann ist // erscheint // es seltsam, Aber ist es nicht seltsam, … dass ichˇ dann überhaupt mit dem Schriftzeichen etwas anfangen kann.? – Man
sagt etwa, daß …
fasst es etwa so auf, dass
die Schriftzeichen bloss die Vertreter jener Dinge sind, auf die man zeigt. – Aber wie seltsam, dass so eine Vertretung möglich ist. Und es wäre nun das Wichtigste, zu verstehen, wie denn Schriftzeichen die andern Dinge vertreten können.
     Welche Eigenschaft müssen sie haben, die sie zu dieser [B|V]ertretung befähigt. Denn ich kann nicht sagen: statt Milch trinke ich Wasser und esse statt Brot Holz, indem ich das Wasser die Milch und Holz das Brot vertreten lasse. (Erinnert an Frege.)

 
  
 
     Ich kann nun freilich doch sagen, dass das Definiendum das Definiens vertr[e|i]tt; und hier steht dieses hinter jenem, wie die Wählerschaft hinter ihrem Vertreter. Und in diesem Sinne kann/man auch sagen, dass das in der hinweisenden Definition erklärte Zeichen den Hinweis vertreten kann, da man ja diesen wirklich in einer Gebärdensprache für jenes setzen könnte. Aber doch handelt es sich hier um eine Vertretung im Sinne einer Definition, denn die Gebärdensprache ˇist // bleibt // eine Sprache.
     Ich möchte sagen: Von einem Befehl in der Gebärdensprache zu seiner Befolgung ist es ebenso weit, wie von diesem Befehl in der Wortsprache.
     Denn auch die hinweisenden Erklärungen müssen ein für allemal gegeben werden.
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werden.
      D.h., auch sie gehören zu dem Grundstock von Erklärungen, die den Kalkül vorbereiten, und nicht zu seiner Anwendung ad hoc.
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/
 
     Der falsche Ton in der Frage, ob es nicht primäre Zeichen (hinweisende Gesten) geben müsse, während unsere Sprache auch ohne die andern, die Worte, aus[l|k]ommen könnte, liegt darin, dass man eine Erklärung der bestehenden Sprache zu erhalten erwartet, statt der
einfachen
blossen
Beschreibung.

 
  
 
     Nicht die Farbe Rot tritt an Stelle des Wortes “rot”, sondern die Gebärde, die auf einen roten Gegenstand hinweist, oder das rote Täfelchen.

  
 
⌊⌊ Man kann nun sagen: ein [R|r]otes Täfelchen ist das ein primäres Zeichen für rot, das ein Wortch “rot” ein sekundäres, weil ich ich es die Bedeutung des Wortes
“rot”
“rouge”
erklärt wenn ich auf einˇ rotes Täfelchen zeige etc. dagegen nicht, wenn ich sage “rot” heiße soviel wie “rouge”. Aber ist dies unter allen Umständen so? Muß immer ein roter Gegenstand oder ein rotes Vorstellungsbild gegenwärtig sein, wenn ich das Wort rot verstehen soll? Denke an den Befehl “stelle Dir einen roten Fleck auf blauem Grund vor”.
     Und wie ist es mit anderen Wortarten Bindewörtern Propositionen etc.?
⌋⌋

 
  
? /
 
⌊⌊ Nur als Probe des Puzzlements⌋⌋
⌊⌊
     Ist es nicht (für mich) ein Kriterium
meines
des
Verständnisses des Wortes “perhaps” daß ich es ins Wort “vielleicht” übersetzen kann?

Und wenn ein Befehl lautet “stell' Dir einen roten Kreis vor”, muß ich da wirklich das Wort rot zuerst in ein Farbmuster übersetzen ehe ich den Befehl verstehe // befolgen kann // ?
⌋⌋
     Nun sage ich aber: “Es gilt mit Recht als ein Kriterium des Verstehens // Verständnisses // des Wortes “rot”, dass Einer einen roten Gegenstand auf Befehl aus anders gefärbten herausgreifen kann; dagegen ist das richtige Uebersetzen des Wortes “rot” ins Englische oder Französische kein Beweis des Verstehens. Darum ist das rote Täfelchen ein primäres Zeichen für “rot”, dagegen jedes Wort ein sekundäres // abgeleitetes // Zeichen.” ((Aber das zeigt nur, was ich mit dem “Verstehen des Wortes rot” meine. ⌊⌊Wenn [e|E]iner sagte: “es gilt mit Recht als ein Zeichen des Verständnisses … so
könnte
würde
ich antworten: das zeigt nur daß was Du hier mit “verstehen” meinst.
⌋⌋ Und was heisst “es gilt mit Recht …”? Heisst es: Wenn ein Mensch einen roten Gegenstand auf Befehl etc. etc., dann hat er erfahrungsgemäss
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auch das Wort ‘rot’ verstanden. Wie man sagen kann, gewisse Schmerzen gelten mit Recht als Symptom dieser und dieser Krankheit? So ist es natürlich nicht gemeint. Also soll es wohl heissen, dass die Fähigkeit, rote Gegenstände herauszugreifen, der spezifische Test Probe dessen ist, was wir Verständnis des Wortes ‘rot’ nennen. Dann bestimmt diese Angabe also, was wir
mit
unter
diesem Verständnis meinen. Aber dann fragt es sich noch: wenn wir das Uebersetzen ins Englische etc. als Kriterium ansähen, wäre es nicht auch das Kriterium von dem, was wir ein Verständnis des Wortes nennen? Es gibt nun den Fall, in welchem wir sagen: ich weiss nicht, was das Wort ‘rot’ // ‘rouge’ // bedeutet, ich weiss nur, dass es das Gleiche bedeutet, wie das Englische ‘red’. So ist es, wenn ich die beiden Wörter in einem Wörterbuch auf der gleichen Zeile gesehen habe, und dies ist die Verifikation des Satzes und sein Sinn. Wenn ich denn sage “ich weiss nicht, was das Wort ‘rot’ // ‘rouge’ // bedeutet”, so bezieht sich dieser Satz auf eine Möglichkeit der Erklärung die[w|s]er Bedeutung und ich könnte, wenn gefragt “wie stellst Du Dir denn vor, dass Du erfahren könntest, was das Wort bedeutet”, Beispiele solcher Erklärungen geben (die die Bedeutung des Wortes “Bedeutung” beleuchten würden). Diese Beispiele wären dann entweder der Art, dass statt des unverstandenen Worts ein verstandenes – etwa das deutsche – ge[w|s]etzt würde, oder, dass die Erklärung von der Art wäre “diese (hinweisend) Farbe heisst ‘violett’”. Im ersten Falle wäre es für mich ein Kriterium dafür, dass er das Wort ‘rouge’ versteht, : dass er sagt, es entspreche dem deutschen ‘rot’. “Ja”, wird man sagen, “aber nur, weil Du schon weisst, was das deutsche ‘rot’ bedeutet”. – Aber das bezieht sich ja ebenso auf die hinweisende Definition. Das Hinweisen auf das rote Täfelchen ist/auch nur darum // dann // ein Zeichen des Verständnisses, weil // wenn // vorausgesetzt wird, dass er die Bedeutung dieses Zeichens versteht // kennt // , was etwa soviel heisst, als dass er das Zeichen auf bestimmte Weise verwendet. – Es gibt also wohl // allerdings // den
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Fall, wo Einer sagt “ich weiss, dass dieses Wort dasselbe bedeutet, wie jenes, weiss aber nicht, was es bedeutet (sie bedeuten)”. Willst Du den ersten Teil dieses Satzes verstehen, so frage Dich: “wie konnte er es wissen?” – willst Du den zweiten Teil verstehen, so frage: “wie kann er erfahren, was das Wort bedeutet?” –

 
  
/
 
⌊⌊      Ist denn das ‘primäre Zeichen’ unmißverständlich // unmißdeutbar // ?⌋⌋

 
  
/
 
⌊⌊      Kann man sagen es müsse eigentlich nicht mehr verstanden werden?⌋⌋

 
  
 
⌊⌊ Denken wir auch an den Fall, wenn wir sagen: “Ja, wenn das Wort das bedeutet, (bedeuten soll), ist der Satz wahr.” ⌋⌋
 
  
? /
 
      Welches ist denn das Kriterium unseres Verständnisses: das Aufzeigen des roten Täfelchens, wenn gefragt wurde “welches von diesen Täfelchen ist rot”, – oder, das Wiederholen der hinweisenden Definition “das ist ‘rot’”? ⌊⌊ Welches ist das Kriterium unseres Verständnisses: das richtige Gebrauchen des Wortes oder das Definieren? Das Auswählen eines roten Gegenstands aus anderen wenn es verlangt wird, oder das hinweisende Erklären des Wortes “rot”.
… : das Wort richtig gebrauchen, oder, seine Definition geben?
Das Auswählen eines … ,
Einen roten Gegenstand … auswählen …,
wenn es verlangt wird, oder, die hinweisende Erklärungˇ des Wortes ‘rot’ geben? ⌋⌋
     Die Lösung be[k|i]der Aufgaben betrachten wir als Zeichen des Verständnisses. Hören wir jemand das Wort ‘rot’ gebrauchen und zweifeln daran, dass er es versteht, so können wir ihn zur Prüfung fragen “welche Farbe
nennst Du
nennen wir
‘rot’”. Anderseits: “wenn wir jemandem die hinweisende Erklärung gegeben hätten “diese Farbe heisst ‘rot’” und nun sehen wollten, ob er
sie
diese Erklärung
richtig verstanden hat, so würden wir nicht von ihm verlangen, dass er sie wiederholt, sondern wir gäben ihm etwa die Aufgabe, aus einer Anzahl von Dingen die roten herauszusuchen. In jedem Fall ist das, was wir “Verständnis” nennen, eben dadurch // durch das // bestimmt, was wir als Probe des Verständnisses ansehen (durch die Aufgaben bestimmt, die wir zur Prüfung des Verständnisses stellen).))

 
  
? ? /
 
¥
⋎ S. 35/2, 3

     ⌊⌊ Falsch, aber kein uninteressantes Denken.⌋⌋ Wie ist es, wenn ich eine Bezeichnungsweise festsetze; wenn ich z.B. für den eigenen Gebrauch gewissen Farbtönen Namen geben will. Ich werde das etwa mittels einer Tabelle tun (es kommt immer auf derlei hinaus). Und nun werde ich doch nicht den Namen zur falschen Farbe schreiben (zu der Farbe der ich ihn nicht geben will). Aber warum nicht? Warum soll nicht ‘rot’ gegenüber dem grünen Täfelchen stehen und ‘grün’ gegenüber dem roten, etc.? – Ja, aber dann müssen wir doch wenigstens wissen, dass ‘rot’ nicht das ge-
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genüberliegende Täfelchen meint. – Aber was heisst es “das wissen”, ausser, dass wir uns etwa neben der geschriebenen Tabelle noch eine andere vorstellen, in der die Ordnung richtiggestellt ist. – “Ja aber dieses Täfelchen ist doch r[p|o]t, und nicht dieses!” – Gewiss; und das ändert sich ja auch nicht, wie immer ich die Täfelchen und Wörter setze; und es wäre natürlich falsch, auf das grüne Täfelchen zu zeigen und zu sagen “dieses ist rot”. Aber das ist auch keine Definition, sondern eine Aussage. – Gut, dann nimmt aber doch unter allen möglichen Anordnungen die gewöhnliche (in der das rote Täfelchen dem Wort ‘rot’ gegenübersteht) einen ganz besonderen Platz ein. – ((Da gibt es jedenfalls zwei verschiedene [D|F]älle: Es kann die Tabelle mit grün gegenüber ‘rot’ etc. so gebraucht werden, wie wir die Tabelle in der gewöhnlichen Anordnung gewöhnlich gebrauchen. Wir würden also etwa
den,
dem,
der sie gebraucht, von dem Wort ‘rot’ nicht auf das gegenüberliegende Täfelchen blicken sehen, sondern auf das rote, das schräg darunter steht (aber wir müssten auch diesen Blick nicht sehen) und finden, dass er dann statt des Wortes ‘rot’ in einen Ausdruck das rote Täfelchen einsetzt. Wir würden dann sagen, die Tabelle sei nur anders angeordnet (nach einem andern räumlichen Schema), aber sie verbinde die Zeichen, wie die gewohnte. – Es könnte aber auch sein, dass der, welcher die Tabelle benützt, von der einen Seite horizontal zur andern blickt und nun in irgend welchen Sätzen das Wort ‘rot’ durch ein grünes Täfelchen ersetzt; aber nicht etwa auf den Befehl “gib mir das rote Buch” ein grünes bringt, sondern ganz richtig das rote (d.h. das, welches auch wir ‘rot’ nennen). Dieser hat nun die Tabelle anders benützt, als der Erste, aber [c|d]och so, dassˇ das Wort ‘rot’ die gleiche Bedeutung für ihn hatte, wie für uns. (Zu einer Tabelle gehört übrigens wesentlich die Tätigkeit des
Aufsuchens
Nachschauens
in der Tabelle.) Es ist nun offenbar der zweite Fall,
der
welcher
uns interessiert und die Frage ist: kann ein grünes Täfelchen als Muster der roten Farbe dienen? Und da ist es klar, dass dies (in einem Sinn) nicht möglich
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ist. Ich kann mir eine Abmachung denken, wonach Einer, dem ich eine grüne Tafel zeige und sage, male mir diese Farbe, mir ein Rot malt; wenn ich dasselbe sage und zeige ihm blau, so hat er gelb zu malen u.s.w., immer die komplementäre Farbe; und daher kann ich mir auch denken, dass Einer meinen Befehl auch ohne eine vorhergehende Abmachung so deutet. Ich kann mir ferner denken, dass die Abmachung gelautet hätte “auf den Befehl ‘male mir diese Farbe’, male immer eine gelblichere, als ich Dir zeige”; und wieder kann ich mir die Deutung auch ohne Verabredung denken. Aber kann man sagen, dass einer ein rotes Täfelchen genau kopiert, indem er einen bestimmten Ton von grün (oder ein anderes Rot alsd das des Täfelchens) malt und zwar so, wie er eine gezeichnete Figur, nach verschiedenen Projektionsmethoden, verschieden und genau kopieren kann? – Ist also hier der Vergleich zwischen Farben und Gestalten richtig, und kann ein grünes Täfelchen einerseits als der Name einer bestimmten Schattierung von rot stehen und anderseits als ein Muster dieses Tones? wie ein Kreis als der Name einer bestimmten Elipse verwendet werden kann, aber auch als ihr Muster. – Kann man also dort wie hier von verschiedenen Projektionsmethoden sprechen, oder gibt es für das Kopieren einer Farbe nur eine solche: das Malen der gleichen Farbe? Wir meinen diese Frage so, dass sie nicht dadurch verneint wird, dass uns die Möglichkeit gezeigt wird, mittels eines be[w|s]timmten Farbenkreises und der Festsetzung eines Winkels von einem Farbton auf irgend einen andern überzugehn. Das, glaube ich, zeigt nun, in wiefern das rote Täfelchen gegenüber dem Wort ‘rot’ in einem andern Fall ist, als das grüne. Uebrigens bezieht sich, was wir hier für die Farben gesagt haben, auch auf die Formen von Figuren, wenn das Kopieren ein Kopieren nach dem Augenmass und nicht eines mittels Messinstrumenten ist. – Denken wir uns nun aber doch einen Menschen, der vorgäbe “er könne die Schattierungen von Rot in Grün kopieren” und auch wirklich beim Anblick des roten Täfelchens mit allen (äusseren) Zeichen des genauen Kopierens einen grünen Ton mischte und so fort bei allen ihm gezeig-
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ten roten Tönen. Der wäre für uns auf derselben Stufe, wie Einer, der Diesem Dem gegenüber wären wir in der gleichen Lage, wie einem, der … der auf die gleiche Weise (auch durch genaues Hinhorchen) Farben nach Violintönen mischte. Wir würden in dem Fall sagen: “Ich weiss nicht, wie er es macht”; aber nicht in dem Sinne, als verstünden wir nicht die verborgenen Vorgänge in seinem Gehirn oder seinen Muskeln, sondern, wir verstehen nicht, was es heisst “dieser Farbton sei eine Kopie dieses Violintones”. Es sei denn, dass damit nur gemeint ist, dass ein bestimmter Mensch erfahrungsgemäss einen bestimmten Farbton mit einem bestimmten Klag a Klang assoziiert (ihn zu sehen behauptet, malt, etc.). ⌊⌊ Anderseits wäre ich vielleicht befriedigt, wenn man mir sagte, der Mann kopiere insofern, als er einen
tiefern Violinton
dunkleren Ton
dunkler male & die sieben Töne der Oktav in den “sieben Farben des Regenbogens”.
⌋⌋ Der Unterschied zwischen dieser Assoziation und dem Kopieren, auch wenn ich selbst beide Verfahren kenne, besteht darin // zeigt sich darin // , dass es für die assoziierte Gestalt keinen Sinn hat, von Projektionsmethoden zu reden, und dass ich von dem assoziierten Farbton sagen kann “jetzt fällt mir bei dieser Farbe (oder diesem Klang) diese Farbe ein, vor 5 Minuten war es eine andere”. Etc.. Wir könnten auch niemandem sagen “Du hast nicht richtig assoziiert”, wohl aber “Du hast nicht richtig kopiert”. Und die Kopie einer Farbe – wie ich das Wort gebrauche – ist nur eine; und es hat keinen Sinn, (hier) von verschiedenen Projektionsmethoden zu reden.))

 
  
 
⌊⌊ Besser auslassen!⌋⌋
[Zu: Begriff der Mischfarbe] S. 473 § 100]

     Es ist die Frage: Wenn sich die Regel, das Muster stehe für die Komplementärfarbe, ihrem Wesen nach nur auf die Farben (oder Wörter) blau, rot, grün, gelb bezieht, ist sie dann nicht identisch mit der, welche das grüne Zeichen als Wort für “rot”, und umgekehrt, etc. festsetzt? Denn eine Regel // Allgemeinheit // , die ihrem logischen Wesen nach einem logischen Produkt äquivalent ist, ist nichts anderes, als dieses logische Produkt. (Denn man kann nicht sagen: hier ist das grüne Zeichen; nun hole mir ein Ding von der komplementären Farbe, welche immer das sein mag. D.h., “die komplementäre Farbe von rot” ist keine Beschreibung von grün; wie “das Produkt von 2 und 2” keine Beschreibung von 4.) Die Bestimmung, die Komplemen-
52
tärfarbe zu nehmen, als Bedeutung des Täfelchens zu nehmen, ist dann wie ein Querstrich in einer Tabelle; ein Querstrich in der Grammatik der Farben gezogen. Es ist klar, dass ich mit Hilfe einer solchen Regel eine Tabelle herstellen // konstruieren // kann, ohne noch aus der Grammatik herauszutreten, also
vor
von
jeder Anwendung der Sprache. Anders wäre es, wenn die Regel (R) hiesse: das Täfelchen bedeutet immer einen etwas dunkleren Farbton, als sein eigener // der seine // ist. Man muss nur wieder auf den verschiedenen Sinn der Farb- und der Gestaltprojektion achten (und bei der letzteren wieder auf den Unterschied der Abbildung nach visuellen Kriterien
und
von
der Uebertragung mit Messinstrumenten). Das kopieren nach der Regel R ist ‘kopieren’ in einem andern Sinne als dem, in welchem das Hervorbringen des gleichen Farbtons so genannt wird. Es handelt sich also nicht um zwei Projektionsmethoden, vergleichbar etwa der Parallel- und der Zentralprojektion, durch die ich eine geometrische Figur mit Zirkel und Lineal in eine andere projizieren kann. (Die Metrik der Farbtöne.)
     Wenn ich das berücksichtige, so kann ich also in dem veränderten Sinn des Wortes “Muster” (der dem veränderten Sinn des Worts “kopieren” entspricht), das hellere Täfelchen zum Muster des dunkleren Gegenstandes nehmen.



 
  
? /
 
⌊⌊ Als Erwägung nicht uninteressant.⌋⌋
     Könnten wir nicht zur hinweisenden Erklärung von ‘rot’ ebensowohl auf ein grünes, wie auf ein rotes Täfelchen zeigen? denn, wenn diese Definition nur ein Zeichen statt des andern setzt, so sollte dies doch aufs gleiche hinauslaufen // keinen Unterschied machen // . – Wenn die Erklärung nur ein Wort für ein andres setzt, ist es auch gleichgültig // so macht esa auch keinen // . Bringt aber die Erklärung das Wort mit einem Muster in Zusammenhang, so ist es nun nicht unwesentlich, mit welchem Täfelchen das Zeichen verbunden wird (denke auch wieder daran, dass eine Farbe der andern nicht
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im gleichen Sinn zum Muster dienen kann, wie ihr selbst). “Aber dann gibt es also willkürliche Zeichen und solche, die nicht willkürlich sind!” – Aber denken wir nur an die Verständigung durch Landkarten, Zeichnungen, und Sätze anderseits: die Sätze sind so wenig willkürlich, wie die Zeichnungen,. Aber die Worte sind willkürlich. (Vergleiche die Abbildung / = o, – = x.) Wird denn aber ein Wort eigentlich als Wort gebraucht, wenn ich es nur in Verbindung mit einer Tabelle gebrauche, die den Uebergang zu Mustern macht? Ist es also nicht falsch, zu sagen, ein Satz sei ein Bild, wenn ich doch nur ein Bild nach ihm und der Tabelle zusammenstelle? Aber so ist also doch der Satz und die Tabelle zusammen ein Bild. Also zwar nicht adbcb allein, aber dieses Zeichen zusammen mit
a
b
c
d
!
!
!
!

     Aber es ist offenbar, dass auch adbcb ein Bild von ↑→ genannt werden kann. Ja aber, ist nicht doch das Zeichen adbcb ein willkürlicheres Bild von als dieses Zeichen von der Ausführung der Bewegung? Etwas ist auch an dieser Uebertragung willkürlich (die Projektionsmethode) und wie sollte ich bestimmen, was willkürlicher ist.
     Ich vergleiche also die Festsetzung der Wortbedeutung durch die hinweisende Definition, der Festsetzung einer Projektionsmethode zur Abbildung räumlicher Gebilde. Dies istˇ aber
allerdings
freilich
nicht mehr,
wie
als
ein Vergleich. Ein ganz guter Vergleich, aber er enthebt uns nicht der Untersuchung des Funktionierens der Worte, ﹖–getrennt von dem Fall der räumlichen Projektion–﹖. Wir können allerdings sagen – d.h. es entspr[o|i]cht ganz dem Sprachgebrauch –, dass wir uns durch Zeichen verständigen, ob wir Wörter oder Muster gebrauchen; aber das Muster ist kein Wort, und das Spiel, sich nach Worten zu richten, ein anderes als das, sich nach Mustern (zu) richten. (Wörters sind der Sprache nicht wesentlich.) Kann man aber vielleicht sagen, dass Muster ihr wesentlich wä-
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ren? (Muster sind der Benützung // dem Gebrauch // von Mustern wesentlich, Worte, der Benützung // dem Gebrauch // von Worten.)

 
  
 
     ﹖–Vergiss hier auch nicht, dass die Wortsprache nur eine unter vielen möglichen Sprachen ist–﹖ und es Uebergänge von ihr in die andern gibt. Untersuche die Landkarte
auf das
darauf
hin, was in ihr dem Ausdruck der Wortsprache entspricht.

 
  
/
 
     ‘Primär’ müsste eigentlich heissen: unmissverständlich.

 
  
/
 
     Es klingt wie eine lächerliche Selbstverständlichkeit, wenn ich sage, dass der, welcher glaubt die Gebärden // Gesten // seien die primären Zeichen, die allen andern zu Grunde liegen, ausser Stande wäre, den gewöhnlichsten Satz durch Gebärden zu ersetzen.

  
 
     Regeln der Grammatik, die eine “Verbindung zwischen Sprache und Wirklichkeit” herstellen, und solche, die es nicht tun. Von der ersten Art etwa: “diese Farbe nenne ich ‘rot’”, – von der zweiten: “non-non-p = p”. Aber über diesen Unterschied besteht ein Irrtum: der Unterschied scheint prinzipieller Art zu sein; und die Sprache wesentlich etwas, dem eine Struktur gegeben, und
das
was
dann der Wirklichkeit aufgepasst wird.

  
 
     “Ich will nicht verlangen, dass in der erklärenden Tabelle das rote Täfelchen, horizontal gegenüber dem Wort ‘rot’ stehen soll, aber irgend ein Gesetz des Lesens der Tabelle muss es doch geben. Denn sonst verliert ja die Tabelle ihren Sinn”. Ist es aber gesetzlos, wenn die Tabelle so aufgefasst wird, wie die Pfeile andeuten? “Aber muss dann nicht eben das Schema der Pfeile vorher gegeben werden?” Nur, sofern auch das Schema



früher gegeben wird.
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? /
 
     ““Wird da aber dann nicht wenigstens eine gewisse Regelmässigkeit im Gebrauch gefordert?! Würde es angehen, wenn wir einmal eine Tabelle nach diesem, einmal nach jenem Schema zu gebrauchen hätten? Wie soll man denn wissen, wie man diese Tabelle zu gebrauchen hat?”” – Ja, wie weiss man es denn heute? Die Zeichenerklärungen haben doch irgend einmal // irgendwo // ein Ende.

 
  
ü ? /
 
     Nun gebe ich aber natürlich zu, dass ich, ohne vorhergehende Abmachung einer Chiffre, ein Missverständnis hervorrufen würde, wenn ich, auf den Punkt A zeigend, sagte, dieser Punkt heisst [|]B’. Wie ich ja auch, wenn ich jemandem den Weg weisen will, mit dem Finger in der Richtung weise, in der er gehen soll, und nicht in der entgegengesetzten. Aber auch ﹖–diese Art des Zeigens–﹖ könnte richtig verstanden w[a|e]rden, und zwar ohne dass dieses Verständnis das gegebene Zeichen durch ein weiteres ergänzte. Es liegt in der menschlichen Natur, das Zeigen mit dem Finger so zu verstehen. Und so ist die menschliche Gebärdensprache primär in einem psychologischen Sinne.

 
  
? /
 
     Ist das Zeigen mit dem Finger unserer Sprache wesentlich? Es ist gewiss ein merkwürdiger Zug unserer Sprache, dass wir Wörter hinweisend erklären: das ist ein Baum, das ist ein Pferd, das ist grün, etc.. (Ueberall auf der Erde // bei den Menschen // finden sich Brettspiele, die mit kleinen Klötzchen auf Feldern gespielt werden. Ueberall auf der Erde findet sich eine Schrift // eine Zeichensprache // , die aus geschriebenen Zeichen auf einer Fläche besteht.)

 
  
 
      Ich bestimme die Bedeutung eines Worts, indem ich es als Name eines Gegenstandes erkläre, und auch, indem ich es als gleichbedeutend mit einem andern Wort erkläre. Aber habe ich denn nicht gesagt, man könne ein Zeichen nur durch ein anderes Zeichen erklären? Und das ist gewiss so, sofern ja die
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hinweisende Erklärung “das (Pfeil) ist N” ein Zeichen ist. Aber ferner bildet hier auch der Träger von “N”, auf den gezeigt wird, einen Teil des Zeichens. Denn:
/dieser (Pfeil) hat es getan/ = /N hat es getan/.
Dann heisst aber ‘N’ der Name von diesem Menschen, nicht vom Zeichen “dieser (Pfeil)”, von dem ein Teil auch dieser Mensch ist. Und zwar spielt der Träger in dem Zeichen eine ganz besondere Rolle, verschieden von der eines andern Teiles eines Zeichens. (Eine Rolle, nicht ganz ungleich der des Musters.)


 
  
 
     Die hinweisende Erklärung eines Namens ist nicht nur äusserlich verschieden von einer Definition wie “1 + 1 = 2”, indem etwa das eine Zeichen
in
aus
einer Geste meiner Hand, statt in einem Laut- oder Schriftzeichen besteht, sondern sie unterscheidet sich von dieser logisch; wie die Definition, die das Wort dem Muster beigesellt, von der eines Wortes durch ein Wort. Es wird von ihr in andrer Weise Gebrauch gemacht.
     Wenn ich also einen Namen hinweisend definiere und einen zweiten durch ihn // den ersten // , so steht dieser zu jenem in anderem Verhältnis // ist dieser zu jenem in anderer Beziehung // , als zum Zeichen, das in der hinweisenden Definition gegeben würde. D.h., dieses letztere ist seinem Gebrauch nach wesentlich von dem Namen verschieden und daher die Verbaldefinition und die hinweisende Definition, ‘Definitionen’ im verschiedenen Sinne des Worts.

 
  
? /
 
     Ich kann von primären und sekundären Zeichen sprechen – in einem bestimmten Spiel, einer bestimmten Sprache. – Im Musterkatalog kann ich die Muster die primären Zeichen und die Nummern die sekundären nennen. Was soll man aber in einem Fall, wie dem der gesprochenen und geschriebenen Buchstaben sagen? Welches sind hier die primären, welches die sekundären Zeichen?
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     Der Begriff vom sekundären Zeichen ist doch dieser: Sekundär ist ein Zeichen dann, wenn, um mich nach ihm zu richten, ich eine Tabelle brauche, die es mit einem andern (primären) Zeichen verbindet, über welches ich mich erst nach dem sekundären richten kann.
     ⌊⌊ “Primär, das Zeichen, welches allein genügt hätte wenn es nicht zu unbequem wäre es immer mitzuführen”.⌋⌋

     Die Tabelle garantiert mir die Gleichheit aller Uebergänge nicht, denn sie zwingt mich ja nicht, sie immerg gleich zu gebrauchen. Sie ist da wie ein Feld, durch das Wege führen, aber ich kann ja auch querfeldein gehen.
     Ich mache den Uebergang in der Tabelle bei jeder Anwendung von Neuem. Er ist nicht, quasi, ein für allemal in der Tabelle gemacht. (Die Tabelle verleitet mich höchstens, ihn zu machen.) ⌊⌊
     Wie ist es aber, wo keine Tabelle gebraucht wird wieˇ z.B. im Fall der gesprochenen & geschriebenen Buchstaben?
     Das [l|L]autes Lesen & anderseits Abschreiben eines geschriebenen Satzes. ⌋⌋

 
  
/
 
     Welcher Art ist denn meine Aussage über die Tabelle: dass sie mich nicht zwingt, sie so und so zu gebrauchen? Und: dass die Anwendung durch die Regel (oder die Tabelle) nicht anticipiert wird[.| ?] Wohl von derselben Art wie die Bemerkung, daß die Zeichenerklärungen doch einmal ein Ende haben. Und das ist ähnlich, wie wenn man sagt: “Was nützt Dir die Annahme eines Schöpfers, sie schiebt doch das Problem nur hinaus.” Diese Bemerkung hebt einen Aspekt meiner Erklärung hervor, den ich vielleicht früher nicht gesehen hatte. Man könnte auch sagen: “Sieh Deine
Theorie
Erklärung
doch so an! – bist Du jetzt noch immer von ihr befriedigt?”
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? /
 
⌊⌊ Wir fragen:
Wie gebrauchst Du das Wort, was machst Du damit, – das wird mich lehren, wie Du es verstehst.
⌋⌋

 
  
? /
 
     Die Grammatik,ˇ – möchte ich könnte man sagen – das sind die Geschäftsbücher der Sprache; aus denen alles zu ersehen sein muss, was nicht vage Gefühle betrifft, sondern wesentliche Fakten. // Die Grammatik ist das Gesch[f|ä]ftsbuch der Sprache; woraus alles zu ersehen sein muss, was nicht Gefühle betrifft, sondern Tatsachen. // ⌊⌊… aus denen alles über
unsere
die
Transaktionen zu ersehen sein muß
⌋⌋

 
  
 
      ⌊⌊ Man könnte in gewissem Sinne sagen, daß es uns auf Nuancen nicht ankommt. ⌋⌋

 
  
? /
 
Ich will also eigentlich sagen: es gibt nicht Grammatik und Interpretation der Zeichen. Sondern, soweit von einer Interpretation, also von einer
Deutung
Erklärung
der Zeichen, die Rede sein kann, soweit muss sie die Grammatik selbst besorgen.
     Denn ich brauchte nur zu fragen: Soll die Interpretation durch Sätze erfolgen? Und in welchem Verhältnis sollen diese Sätze zu der Sprache stehen, die sie schaffen?
Ist besonders wichtig Gilt besonders für
sogenannte
die
‘Deutungen’ mathematischer Theoreme


 
  
∫ ¿
 
[Zu den Bemerkungen über die Mengenlehre]

     Wenn ich sage, dass ein Satz, der Mengenlehre etwa, in Ordnung ist, aber eine neue Interpretation erhalten muss, so heisst das nur, dass dieser Teil der Mengenlehre bleibt in sich unangetastet, muss aber in eine andere grammatische Umgebung gerückt werden.
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? /
 
      Was ist ein Satz? Wovon unterscheide ich denn einen Satz? Oder, wovon will ich ihn denn unterscheiden? Von Satzteilen in seinem grammatischen System (wie die Gleichung vom Gleichheitszeichen), oder von alle[n|m], was wir nicht Satz nennen, also diesem Sessel, meiner Uhr, etc. etc.? Denn, dass es Schrift- oder Lautbilder gibt, die Sätzen besonders ähnlich sind, braucht uns eigentlich nicht zu kümmern.

 
  
 
     Oder wir müssen sagen: Vom Satzbegriff // Satz // kann nur in einem // innerhalb eines // grammatischen Systems gesprochen werden. // … kann nur in der Erklärung eines grammatischen Systems die Rede sein. //

 
  
? /
 
     Es geht mit dem Wort “Satz” wie mit dem Wort “Gegenstand” und andern: Nur auf eine beschränkte Sphäre angewandt sind sie zulässig und dort sind sie natürlich. Soll die Sphäre ausgedehnt werden, damit der Begriff ein philosophischer wird, so verflüchtigt sich die Bedeutung der Worte und es sind leere Schatten. Wir müssen sie dort aufgeben und wieder in den Grenzen benützen.

 
  
 
     Nun möchte man aber sagen: “Satz ist alles, womit ich etwas meine”. Und
61
gefragt “was heisst das, ‘etwas’ meinen”,
würde
müsste
ich Beispiele anführen. Nun haben diese Beispiele zwar ihren Bereich, auf den sie ausgedehnt werden können, aber weiter führen sie mich doch nicht. Wie ich ja in der Logik nicht ins Blaue verallgemeinern kann. Hier handelt es sich aber nicht um Typen, sondern darum, dass die Verallgemeinerung selbst etwas bestimmtes ist; nämlich ein Zeichen mit vorausbestimmten grammatischen Regeln. D.h., dass die Unbestimmtheit der Allgemeinheit keine logische Unbestimmtheit ist. So als hätten wir nun nicht nur Freiheit im logischen Raum, sondern auch Freiheit, diesen Raum zu erweitern, oder zu verändern.
     Also nicht nur Bewegungsfreiheit, sondern eine Unbestimmtheit der Geometrie.

  
/ ∫
 
     Ueber sich selbst führt uns kein Zeichen hinaus; und auch kein Argument.

  
? /
 
     (Wenn wir sagen, Satz ist jedes Zeichen, womit wir etwas meinen, so könnte man fragen: was meinen wir und wann meinen wir es? Während wir das Zeichen geben? u.s.w., u.s.w..)

 
  
? /
¿
 
     Wenn ich frage “was ist die allgemeine Form des Satzes”, so kann die Gegenfrage lauten: “haben wir denn einen allgemeinen Begriff vom Satz, den wir
nur
nun
exakt fassen wollen?” – So wie: Haben wir einen allgemeinen Begriff von der Wirklichkeit?



  
? /
 
     Die Frage kann auch lauten: Was geschieht, wenn ein neuer Satz in die Sprache aufgenommen wird: Was ist das Kriterium dafür, dass er ein Satz ist? oder, wenn das Aufnehmen in die Sprache ihn zum Satz stempelt, worin besteht diese Aufnahme? Oder: was ist Sprache?
  
? /
 
      Da scheint es nun offenbar, dass man das Zeichengeben von anderen Tätigkeiten unterscheidet. Ein Mensch schläft, isst,
62
trinkt, gibt Zeichen (bedient sich einer Sprache).

 
  
? /
 
     Was ist ein Satz? Wodurch ist dieser Begriff bestimmt? – Wie wird dieses Wort (“Satz”) in der nicht-philosophischen Sprache gebraucht? Satz, im Gegensatz wozu?

 
    
     Ich kenne einen Satz, wenn ich ihn sehe.

  
/
 
     Diese Frage ist fundamental: Wie, wenn wir eine neue Erfahrung machen, etwa einen neuen Geschmack oder einen neuen Hautreiz kennen lernen: woher weiss ich, dass, was diese Erfahrung beschreibt, beschreiben wird, ein Satz ist sein wird? Oder, warum soll ich das einen Satz nennen?
Nun,
Wohl
mit demselben Recht, womit // mit
dem
welchem
// ich
vom Beschreiben oder von
von
einer neuen Erfahrung gesprochen habe. Denn Erfahrung und Satz sind äquivalent. Aber warum habe ich das Wort Erfahrung gebraucht, im Gegensatz wozu?
     Wie kann ich überhaupt von einem neuen “Geschmackeiner möglichen neuen Sinneserfahrg. reden? Ich kann ihn mir ja nicht vorstellen! – ˇAntwort: Wie wird so ein Ausdruck gebraucht?

  
/ ?
 
     Habe ich denn, was geschehen ist, schon bis zu einem Grade damit charakterisiert, dass ich sagte, es sei eine Erfahrung? Doch offenbar gar nicht. Aber es scheint doch, als hätte ich es schon getan, als hätte ich davon schon etwas ausgesagt: “dass es eine Erfahrung ist”. In diesem falschen Schein liegt unser ganzes Problem. Denn, was vom Prädikat “Erfahrung” gilt, gilt vom Prädikat “Satz”.

  
 
     Das Wort “Satz” und das Wort “Erfahrung” haben schon eine bestimmte Grammatik.

 
  
 
     Das heisst, ihre Grammatik muss im Vorhinein bestimmt sein und hängt nicht von irgend einem künftigen Ereignis ab.

 
  
 
     Hier ist auch der Unsinn in der “experimentellen Theorie der Bedeutung”
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ausgesprochen. Denn die Bedeutung ist in der Grammatik festgelegt.

 
  
 
     Wie verhält sich die Grammatik des Wortes “Satz” zur Grammatik der Sätze?

 
  
 
     “Satz” ist offenbar die Ueberschrift der Grammatik der Sätze. In einem Sinne aber auch die Ueberschrift der Grammatik überhaupt, also äquivalent den Worten “Grammatik” und “Sprache”.

 
  
/
 
     Das ist auch, was damit gemeint ist, dass es in der Welt zwar Ueberraschungen gibt, aber nicht in der Grammatik. ¥

  
? /
 
     Es scheint unsere Frage noch zu erschweren, dass auch die Worte “Welt” und “Wirklichkeit” Aequivalente des Wortes “Satz” sind.

 
  
 
     Aber es ist doch lächerlich, die Welt, oder/die Wirklichkeit, abgrenzen zu wollen. Wem soll man sie denn entgegenstellen. Und so ist es mit der Bedeutung des Wortes “Tatsache”.
     Aber man gebraucht ja diese Wörter auch nicht als Begriffswörter.


 
  
/
 
     Etwas ist ein Satz nur in einer Sprache. [Zu S. 93]



  
? /
 
⌊⌊ F.u.i. ⌋⌋
     Wenn ich nun sage: aber die Sprache kann sich doch ausdehnen, so ist die Antwort: Gewiss, aber wenn dieses Wort “ausdehnen” hier einen Sinn hat, so muss ich jetzt schon wissen, was ich damit meine, muss angeben können, wie ich mir so eine Ausdehnung vorstelle. Und was ich jetzt nicht denken kann, das kann ich jetzt auch nicht ausdrücken, und auch nicht andeuten. ⌊⌊ Bezieht sich auf die Kontroverse über die Möglichkeit einer neuen Sinneswahrnehmung & über ungelöste Probleme in der Mathematik ⌋⌋

 
  
? /
 
     Und das Wort “jetzt” bedeutet hier: “in
dieser Grammatik”
diesem Kalkül”
, oder: “wenn die Worte mit diesen grammatischen Regeln gebraucht werden”.
64
 
  
/
/
 
[Zu S. 79]

     Hier haben wir dieses bohrende Problem: wie es möglich ist, an die Existenz von Dingen auch nur zu denken, w[d|e]nn wir immer nur Vorstellungen – ihre Abbilder – sehen. // : wie es denn möglich ist, auch nur auf den Gedanken zu kommen! // Wie konnte ich nur auf den Ged. kommen” heißt hier: “was bedeutet denn der Gedanke, inwiefern ist er denn ein Ged. da ihm doch nichts entspricht? ⌊⌊
     Als wäre der Gedanke ein Zauber. Was meinen wir denn mit der Existenz von Dingen, d.h. welche Anwendung hat denn dieser Begriff. Ein Gedanke ist ja bloß ein Ausdruck & hinter dem kann kein Zauber stecken // sein // . Was dieser Ausdruck leistet muß sich an seiner Anwendung zeigen.
⌋⌋

  
/
 
[Zu S. 79]

     Hierher gehört die alte Frage: “wie bin ich dann aber überhaupt zu diesem Begriff gekommen” (etwa zu dem der ausser mir liegenden Gegenstände). (Es ist ein Glück, [d|e]ine solche Frage aus der Entfernung als alte Gedankenbewegung betrachten zu können; ohne in ihr verstrickt zu sein.) Zu dieser Frage ist ganz richtig der Nachsatz zu denken: “ich konnte doch nicht mein eigenes Denken transcendieren”, “ich konnte doch nicht sinnvoll das transcendieren, was für mich Sinn hat”. Es ist das Gefühl, dass ich nicht auf Schleichwegen (hinterrücks) dahin kommen kann, etwas zu denken, was zu denken mir eigentlich verwehrt ist. Dass es hier keine Schleichwege gibt, auf denen ich weiter kommen könnte, als auf dem direkten Weg. Es gibt in der Grammatik nicht direktes & indirektes Wissen.
ƪ

    
     Wir haben es natürlich wieder mit einer falschen Analogie zu tun: Es hat guten Sinn zu sagen “ich weiss, dass er in diesem Zimmer ist, weil ich ihn höre, wenn ich auch nicht hineingehen und ihn sehen kann”.

  
 
     “Satz” ist so allgemein wie z.B. auch “Ereignis”. Wie kann man “ein Ereignis” von dem abgrenzen, was kein Ereignis ist?
     Ebenso allgemein ist aber auch “Experiment”, das vielleicht auf den ersten Blick spezieller zu sein scheint.


 
  
/
 
     “Da geschah ein Ereignis …”: das heisst nicht “ein Ereignis” im Gegensatz zu etwas Anderem.

 
  
 
     Rechtmässiger Gebrauch des Wortes ‘Sprache’: Es bedeutet entweder die Erfahrungstatsache, dass Menschen reden (auf gleicher Stufe mit der, dass
65
Hunde bellen), oder es bedeutet: festgesetztes System der Verständigung // festgesetztes System von Wörtern und grammatischen Regeln // in den Ausdrücken “die englische Sprache”, “deutsche Sprache”, “Sprache der Neger” etc.. ‘Sprache’ als logischer Begriff könnte nur mit ‘Satz’ äquivalent, und dann
die
eine
Ueberschrift eines Teiles der Grammatik sein.


 
  
? /
 
     Könnten wir etwas ‘Sprache’ nennen, was nicht wirklich angewandt würde? Könnte man von Sprache reden, wenn nie eine gesprochen worden wäre? (Ist denn Sprache ein Begriff, wie ‘Centaur’ // vergleichbar mit dem Begriff ‘Centaur’ // , der besteht, auch wenn es nie ein solches Wesen gegeben hat?)
     (Vergleiche damit ein Spiel, das nie gespielt wurde, eine Regel, nach der nie gehandelt wurde.)

 
  
? /
 
     Was tut der, der eine neue Sprache konstruiert (erfindet)? nach welchem Prinzip geht er vor? Denn dieses Prinzip ist der Begriff ‘Sprache’.

  
 
     Eine Sprache erfinden, heisst, eine Sprache konstruieren. Ihre Regeln aufstellen. Ihre Grammatik verfassen.

 
  
? /
 
     
Verändert
Erweitert
jede erfundene Sprache den Begriff der Sprache?

  
? /
 
⌊⌊ Überlege, welches Verhältnis sie zum früheren Begriff hat. Denke einerseits an an das Verhältnis der komplexen Zahlen zumˇ älteren Zahlbegriff; anderseits an das Verhältnis einer neu aufgeschriebenen Multiplikation von Kardinalzahlen die zum ersten Mal hingeschrieben wird zumˇ allgemeinen Begriff
der
dieser
Multiplikation von Kardinalzahlen. // anderseits an den Fall, wenn zum ersten Mal gewisse (etwa sehr große) Kardinalzahlen angeschrieben & miteinander multipliziert werden & an das Verhältnis dieser neuen Multiplikation zu dem allgemeinen Begriff … //
⌋⌋

 
    
     Was für das Wort “Sprache” gilt, muss auch für den Ausdruck “System von Regeln” gelten. Also auch für das Wort “Kalkül”.

  
 
     Wie bin ich denn zum Begriff ‘Sprache’ gekommen? Doch nur durch die Sprachen, die ich gelernt habe.
     Aber die haben mich in gewissem Sinne über sich hinausgeführt, denn ich wäre jetzt im Stande, eine neue Sprache zu konstruieren, z.B. Wörter zu
66
erfinden. Also gehört diese Methode der Konstruktion noch zum Begriff der Sprache. Aber nur, wenn ich ihn so festlege. Immer wieder hat mein “u.s.w.” eine Grenze.

  
 
     Der Begriff: sich einander etwas mitteilen. Wenn ich z.B. sage: ‘Sprache’ werde ich jedes System von Zeichen nennen, das Menschen untereinander vereinbaren, um sich miteinander zu verständigen, so könnte man hier schon fragen: Und was schliesst Du unter dem Begriff ‘Zeichen’ ein?

 
  
 
     Was nenne ich “Handlung”, was “Sinneswahrnehmung”?

 
  
/
 
     Die Worte “Welt”, “Erfahrung”, “Sprache”, “Satz”, “Kalkül”, “Mathematik” können alle nur für triviale Abgrenzungen stehen, wie “essen”, “ruhen”, etc..

 
  
? /
 
     Denn, wenn auch ein solches Wort der Titel unserer Grammatik wäre – etwa das Wort “Grammatik” – so hätte doch dieser Titel nur dieses Buch von andern Büchern zu unterscheiden.

 
  
 
     Allgemeine Ausführungen über die Welt und die Sprache gibt es nicht.

 
  
 
     Aber warum zerbreche ich mir über den Begriff ‘Sprache’ den Kopf, statt Sprache zu gebrauchen?!
     Dieses Kopfzerbrechen ist nur dann berechtigt, wenn wir einen allgemeinen Begriff haben.


 
    
     Ich finde bei Plato auf eine Frage wie “was ist Erkenntnis” nicht die vorläufige Antwort: Sehen wir einmal nach, wie dieses Wort gebraucht wird. Sokrates weist es immer zurück, von Erkenntnissen statt von der Erkenntnis zu reden.
67
  
? /
 
     Aber wenn so der allgemeine Begriff der Sprache sozusagen zerfliesst, zerfliesst da nicht auch die Philosophie? Nein, denn ihre Aufgabe ist es nicht, eine
ideale
neue
Sprache zu schaffen, sondern die zu reinigen, die vorhanden ist. ⌊⌊… denn ihre Aufgabe ist es nicht etwas Neues an Stelle der unserer Sprache zu setzen sondern
bestimmte
einzelne
Mißverständnisse in unserer Sprache
zu beseitigen
aufzuklären
.
⌋⌋

  
? /
 
     Der, welcher darauf aufmerksam macht, dass ein Wort in zwei verschiedenen Bedeutungen gebraucht wurde, oder dass bei dem Gebrauch
eines
dieses
Ausdrucks uns dieses Bild vorschwebt, und der überhaupt die Regeln feststellt (tabuliert), nach welchen Worte gebraucht werden, hat gar keine Pflicht, eine Erklärung (Definition) des Wortes “Regel” (oder “Wort”, “Sprache”, “Satz”, etc.) zu geben. // … , hat garnicht die Pflicht übernommen, … //

¥
  
? /
 
/     Die Philosophie hat esˇ auch in demselben Sinn mit Kalkülen zu tun, wie sie es mit Gedanken zu tun hat (oder mit Sätzen und Sprachen). Hätte sie's aber wesentlich mit dem Begriff des Kalküls zu tun, also mit dem Begriff des Kalküls vor allen Kalkülen, so gäbe es eine Metaphilosophie. Und die gibt es nicht. (Man könnte alles, was wir zu sagen haben, so darstellen, dass das als ein leitender Gedanke erschiene.) /

  
? /
 
     So ist es mir erlaubt, das Wort ‘Regel’ zu verwenden, ohne notwendig erst die Regeln über dieses Wort zu tabulieren. Und diese Regeln sind nicht Ueber-Regeln.



  
 
     Das Wort “Regel” muss in der Erklärung eines Spiels nicht gebraucht werden (natürlich auch kein äquivalentes).

 
  
? /
 
     Wie gebrauchen wir denn auch das Wort ‘Regel’, (wenn wir etwa von Spielen reden)? Im Gegensatz wozu? Wir sagen z.B. “das folgt aus dieser Regel”, aber dann könnten wir ja/die Regel des Spiels zitieren, und so das Wort
68
⌊⌊Wohl auszulassen! schon anders und vielleicht besser gesagt.⌋⌋ “Regel” ersetzen. Oder wir sprechen von “allen Regeln des Spiels” und müssen sie dann entweder aufgezählt haben (und dann liegt (wieder) der erste Fall vor), oder wir sprechen von den Regeln, als einer Gruppe, die auf bestimmte Art aus
bestimmten
gegebenen
Grundregeln
Grundpositionen
erzeugt werden und dann steht das Wort “Regel” für den Ausdruck dieser
Grundregeln
Grundpositionen
und Operationen. Oder wir sagen “Das ist eine Regel, das nicht”, wenn etwa das Zweite nur ein einzelnes Wort ist, oder eine Konfiguration der Spielsteine. (Oder: “nein, das ist nach der neuen Abmachung auch eine Regel”.) Wenn wir etwa das Regelverzeichnis des Spiels aufzuschreiben hätten, so könnte so etwas gesagt werden und dann hiesse es: Das gehört hinein, das nicht. Aber nicht vermöge einer bestimmten Eigenschaft (nämlich der, eine Regel zu sein), wie wenn man etwa lauter Aep[v|f]el in eine Kisten packen möchte und sagt “nein, das gehört nicht hinein, das ist eine Birne”. ˇ[Zeile]] Ja aber wir nennen doch manches “Spiel”, manches nicht, und manches “Regel”, und manches nicht! Aber auf die Abgrenzung alles dessen, was wir Spiel nennen, gegen alles andere, kommt es ja nie an. Die Spiele sind für uns die Spiele, von denen wir gehört haben, die wir aufzählen können, und etwa noch einige nach Analogie anderer neu gebildete; und wenn jemand etwa ein Buch über die Spiele schriebe, so brauchte er eigentlich das Wort “Spiel” auch im Titel nicht, sondern als Titel könnte eine Aufzählung der Namen der einzelnen Spiele stehen. Und gefragt: Was ist denn aber das Gemeinsame aller dieser Dinge,
dessentwegen
weshalb
Du sie zusammenfasst? könnte er sagen: ich weiss es nicht in einem Satz anzugeben, aber Du siehst ja viele Analogien. Im übrigen ist diese // scheint mir diese // Frage müssig, da ich auch wieder, nach Analogien fortfahrend, durch unmerkbare Stufen, zu Gebilden kommen kann, die niemand mehr im gewöhnlichen Leben “Spiel” nennen wollte. Ich nenne daher “Spiel” das, was auf dieser Liste steht, wie auch, was diesen Spielen bis zu einem gewissen (von mir nicht näher bestimmten) Grade ähnlich ist.
69
Im übrigen behalte ich mir vor, in jedem neuen Fall zu entscheiden, ob ich etwas zu den Spielen rechnen will oder nicht.

  
/
 
Es ist, wie wenn man für gewisse Spiele einen Strich mitten durchs Spielfeld zieht um die Parteien zu scheiden, das Feld aber weiter im übrigen nicht begrenzt, da es nicht nötig ist.

 
  
 
⌊⌊ Wenn Frege sagt, mit unscharfen Begriffen wisse die Logik nichts anzufangen so ist das insofern
die
eine
Wahrheit // wahr // , als gerade die Schärfe der Begriffe zur Methode der Logik gehört. Das ist es was der Ausdruck, die Logik sei normativ, bezeichnen kann. ⌋⌋

 
  
? /
 
     
Und so verhält es sich mit dem Begriff ‘Regel’.
Ebenso verhält es sich nun auch mit dem Begriff der Regel.
Nur in ganz besonderen // speziellen // Fällen d.h.: nicht immer, wenn wir das Wort ‘Regel’ gebrauchen handelt es sich uns darum, die Regeln von etwas abzugrenzen, was nicht Regel ist, und in allen diesen Fällen ist es leicht, ein unterscheidendes Kriterium zu geben. Das heisst, wir brauchen das Wort “Regel” im Gegensatz zu “Wort” “Konfiguration der Steine” und einigem Andern, und diese Grenzen
können leicht klar gezogen werden.
sind klar gezogen.
Dagegen
ziehen wir dort nicht Grenzen, wo …
ist es müssig, Grenzen dort zu ziehen, wo
wir sie nicht brauchen. Verhält es sich hier nicht ebenso, wie mit dem Begriff ‘Pflanze’? Wir gebrauchen dieses das Wort “Pflanze” in bestimmtem Sinne, aber, im Falle einzelliger Lebew[a|e]sen war die Frage eine Zeit lang schwebend, ob man sie Tiere oder Pflanzen nennen solle, und es liessen sich auch beliebig viel andere Grenzfälle konstruieren, für die die Entscheidung, ob etwas noch unter den Begriff Pflanze falle, erst zu treffen wäre. I[x|s]t aber darum die Bedeutung des Wortes “Pflanze” in allen anderen Fällen verschwommen, sodass man sagen könnte, wir gebrauchen das Wort, ohne es zu verstehen? Ja, würde uns eine Definition, die den Begriff nach verschiedenen Seiten begrenzte, die Bedeutung des Wortes in allen Sätzen klarer machen, sodass wira auch alle Sätze, in denen es vorkommt, besser verstehen würden? Offenbar nein.

 
  
 
⌊⌊ Wenn wir sagen “der Boden war ganz mit Pflanzen bedeckt” so meinen wir gewöhnlich nicht Bakterien (D.h. wir würden diese Deutung wenn sie vorgeschlagen würde, ablehnen)
Wir würden, müßten wir bestimmte Grenzen ziehen, in den verschiedenen Fällen wenn wir das Wort im gewöhnlichen Leben gebrauchen verschiedene Grenzen ziehen. Und manchmal mußten wir auch Grenzen andeuten.
⌋⌋

 
  
 
⌊⌊      “Ein großes Stück Kuchen”, “ein großer Kirchturm”, “ein großer Hund” ⌋⌋

 
  
 
⌊⌊      Die Logik zieht ihrem Wesen nach Grenzen aber in der Sprache die wir sprechen sind solche Grenzen nicht gezogen. Das heißt aber nicht daß nun die Logik die Sprache falsch darstellt, oder eine ideale Sprache. Sie portraitiert die Farbige verschwommene Wirklichkeit als Federzeichnung das ist ihre Aufgabe. ⌋⌋

 
    
     (Sokrates stellt die Frage, was Erkenntnis sei und ist nicht mit der Aufzählung von Erkenntnissen zufrieden. Wir aber kümmern uns nicht viel um diesen allgemeinen Begriff und sind froh, wenn wir Schuhmacherei, Geometrie etc. verstehen.)

  
/
 
     Wir glauben nicht, dass nur der ein Spiel ˇ wirklich versteht, der eine Definition des Begriffs ‘Spiel’ geben kann.
70
 
  
? /
 
     (Ich mache es mir in der Philosophie immer leichter und leichter. Aber die Schwierigkeit ist, es sich leichter zu machen und doch exakt zu bleiben.)
  
/
 
     Der Gebrauch des Wortsˇ “Spiel” “Satz” “Sprache” etc. hat die Verschwommenheit des normalen Gebrauchs aller Begriffswörter unserer Sprache. Zu glauben sie wären darum unbrauchbar oder doch nicht ideal ihrem Zweck entsprechend wäre, als wollte man sagen “… der Lichtschein meiner Lampe ist unbrauchbar, weil man nicht weiß, wo es er anfängt & wo es er aufhört”.
      Will ich zur Aufklärung & ˇzur Vermeidung von Mißverständnissen im Gebiet eines (solchen) verschwommenen
Sprachgebrauchs
Begriffs
scharfe
klare
Grenzen ziehen, so werden sich die scharf umgrenzten Bezirke zu dem wirklichen Sprachgebrauch verhalten wie die scharfen Konturen in einer Federzeichnung zu den allmählichen Farbübergängen im Gesicht in der Wirklichkeit die sie darstellt. … zu allmählichen Ubergängen von Farbflecken in der Wirklichkeit die die Zeichnung darstellt. // die dargestellt ist //
71


 
  
  
  
/
 
     Ich glaube nicht, dass die Logik in einem andern Sinne von Sätzen reden kann, als wir für gewöhnlich tun, wenn wir sagen “hier steht ein Satz aufgeschrieben” oder “nein, das sieht nur aus wie ein Satz, ist aber keiner”, etc. etc.

  
/
 
     Die Frage “was ist ein Wort” ist ganz analog der “was ist eine Schachfigur”.

  
? /
 
     Wir redenˇ natürlich von dem räumlichen und zeitlichen Phänomen der Sprache. Nicht von einem unräumlichen und unzeitlichen Unding. Aber wir reden von ihr so, wie von den Figuren des Schachspiels,
von ihrem Gebrauch im Spiel, nicht von ihren …
indem wir Regeln für sie tabulieren, nicht ihre physikalischen Eigenschaften beschreiben
. ⌊⌊ Gehört eigentlich zu: ‘Verstehen kein Akt während des Redens etc. ⌋⌋

  
/
 
     Wir können in der Philosophie auch keine grössere Allgemeinheit erreichen, als in dem, was wir in Leben und Wissenschaft sagen // aussprechen // . (D.h., auch hier lassen wir alles, wie es ist.)

  
/
 
     So ist eine aufsehenerregende Definition der Zahl keine // nicht die // Sache der Philosophie.
72
 
  
 
     Die Philosophie hat es mit den bestehenden Sprachen zu tun und nicht vorzugeben, dass sie von einer abstrakten Sprache handeln müsse.

 
  
/
 
⌊⌊ Wir fühlen beim
Studium des
Nachdenken über das Problem
der Sprache & der Bedeutung leicht die Versuchung anzunehmen, Wir können leicht dahin kommen zu denken Wir können leicht in der Untersuchung der Spr. & der Bed. dahin kommen zu denken … wir dürften eigentlich nicht von Wörtern & Sätzen im ganz hausbackenen Sinn reden sondern von Wörtern etc. in einem sublimierten Sinn, abstrakteren Sinn. So als wäre ein bestimmter Satz nicht eigentlich was irgend ein Mensch ausspricht sondern ein Idealwesen (die Klasse aller gleichbedeutenden Sätze oder dergleichen.) Aber ist auch der Schachkönig von dem die Schachregeln handeln ein solches Idealding ein abstraktes Wesen. ⌋⌋

 
  
/
 
     Wenn ich nämlich über die Sprache – Wort, Satz, etc. – rede, muss ich die Sprache des Alltags reden, – Aber gibt es denn eine andere?

  
/
 
     Ist diese Sprache etwa zu grob, materiell, für das, was wir sagen wollen? Und kann es eine andere geben? Und wie merkwürdig, dass wir dann mit der unseren dennoch // überhaupt // etwas anfangen können.

  
/
 
     Dass ich beim Erklären der Sprache (in unserem Sinne) schon die volle Sprache (nicht etwa eine vorbereitende, vorläufige) anwenden muss, zeigt schon, dass ich nur Aeusserliches über die Sprache sagen // vorbringen // kann.

  
/
 
     Ja, aber wie können uns diese Ausführungen dann befriedigen? – Nun, Deine Fragen waren ja auch schon in dieser Sprache abgefasst; mussten in dieser Sprache ausgedrückt werden, wenn etwas zu fragen war!

  
/
 
     Und Deine Skrupel sind Missverständnisse.

  
/
 
     Deine Fragen beziehen sich auf Wörter, so muss ich von Wörtern reden.

  
/
 
     Man sagt: Es kommt nicht auf das // auf's // Wort an, sondern auf seine Bedeutung, und denkt dabei immer an die Bedeutung, als ob sie nun eine Sache von der Art des Worts wäre, allerdings vom Wort verschieden. Hier ist das Wort, hier die Bedeutung. (Das Geld, und die Kuh, die man dafür kaufen kann. Anderseits aber: das Geld, und sein Nutzen.)

73.
  
/
 
     Ueber die Spracheˇ des Alltags sind nicht mehr
Bedenken
Skrupeln
berechtigt, Über unsere Sprache sind nicht mehr Bedenken gerechtfertigt, … als ein Schachspieler über das Schachspiel hat, nämlich keine. ((Hier ist nicht gemeint “über den Begriff der Sprache”. Sondern es heisst eher: “sprich ruhig darauf los, wie ein Schachspieler spielt, es kann Dir nichts passieren, Deine Skrupel sind ja nur Missverständnisse, ‘philosophische’ Sätze.”))
74


  
  
  
 
     Was ist ein Satz? – Vor allem gibt es in unseren Sprachen einen Satzklang. (Daher Unsinngedichte wie die Lewis Caroll's) Daher reden wir von Unsinng Und was wir oft Unsinn nennen ist nicht eine Beliebige

 
  
ü /
 
     Bei der Frage nach der allgemeinen Satzform bedenken wir, dass die gewöhnliche Sprache zwar einen bestimmten Satzrythmus hat, aber nicht alles, was diesen Rythmus hat, ein Satz ist.
      D.h. wie ein Satz klingt und keiner ist. – Daher die Idee vom sinnvollen und unsinnigen ‘Satz’.

  
a ? /
 
     Anderseits ist dieser Rythmus aber natürlich nicht wesentlich. Der Ausdruck “Zucker Tisch” klingt nicht wie ein Satz, kann aber doch sehr wohl den Satz “auf dem Tisch liegt Zucker” ersetzen. Und zwar nicht etwa so, dass wir uns etwas Fehlendes hinzudenken müssten, sondern, es kommt wieder nur auf das System an, dem der Ausdruck “Zucker Tisch” angehört.

  
/
 
     Es fragt sich also, ob wir ausser diesem irreführenden Satzklang noch einen allgemeinen Begriff vom Satz haben. (Ich rede jetzt von dem, was durch [|] & ’, ‘ V ’, ‘C’, zusammengehalten wird.)

  
 
/     Denken wir uns, wir läsen die Sätze eines Buches verkehrt, die Worte in umgekehrter Reihenfolge; könnten wir nicht dennoch den Satz verstehen? Und klänge er jetzt nicht ganz unsatzmässig? /
75
  
/
 
Zu § 18 S 76 § 19 S. 79

     Hat es einen Sinn, zu sagen: “Ich habe so viele Schuhe, als eine Wurzel der Gleichung x³ + 2x ‒ 3 = 0 Einheiten hat” ⌊⌊… als eine Lösung der Gleichung … ergibt”⌋⌋? Hier könnte es scheinen als hätten wir eine Notation, der wir es eventuell nicht ansehen können, ob sie Sinn hat oder nicht. ⌊⌊… deren Grammatik allein nicht bestimmt ob ob ein Satz Sinn hat oder nicht // was ein sinnvoller Satz ist & was nicht // .⌋⌋

⌊⌊ Daß es also von vornherein nicht bestimmt wäre ⌋⌋
     Wenn der Ausdruck “die Wurzel der Gleichung F(x) = 0” eine Beschreibung im Russell'schen Sinne wäre, so hätte der Satz “ich habe n Aepfel und n + 2 = 6” einen andern Sinn, als der: “ich habe 4 Aepfel”.
     Wir haben in dem ersten Satz ein ausserordentlich lehrreiches Beispiel dafür, wie [s|e]ine Notation auf den ersten Blick einwandfrei erscheinen kann, nämlich so, als verstünden wir sie; und dass wir in Wirklichkeit einen unsinnigen Satz nach Analogie eines sinnvollen gebildet haben und nur glauben, die Regeln des ersteren zu übersehen. So ist “ich habe n Schuhe und n² = 4” ein sinnvoller Satz; aber nicht “ich habe n Schuhe und n² = 2”.



  
 
⌊⌊ Dies gibt ein herrliches Beispiel dafür, was es heißt, einen Satz verstehen (meinen). ⌋⌋

 
  
 
⌊⌊ Inwiefern ist das Verstehen – das augenblickliche Verstehen – des Satzes ein Kriterium dafür, daß der Satz Sinn hat?
76
⌋⌋

 
    
18
Was als Satz gelten soll, ist in der Grammatik bestimmt.






¥ ⋎ S. 75/1
¥ ⋎Anfang des § 40 S. 171 & 170 v.
¥ ⋎ S. 114/3
  
 
     Die Erklärung
:
,
die man erhält, wenn man nach dem Wesen des Satzes fragt: Satz sei alles, was wahr oder falsch sein könne – ist nicht so ganz unrichtig. Es ist die Form der Wahrheitsfunktion (in welcher Form der Zeichengebung immer ausgedrückt), die das logische Wesen des Satzes ausmacht.

  
 
⌊⌊ Die Erklärung: Satz sei alles, was wahr oder falsch sein könne “Satz ist alles … kann” bestimmt den Begriff des Satzes in einem bestimmten Sprachsystem als das was in diesem System als Argument Argument einer Wahrheitsfunktion auftritt ist.

Und wenn wir von dem sprechen, was der Satzform als solcher wesentlich ist so
sind es manchmal
meinen wir oft
die Wahrheitsfunktionen. Wenn ich sagte die allgemeine Form des Satzes sei “es verhält sich so & so” so war eben das gemeint.
⌋⌋

 
  
 
     ‘p’ ist wahr = p. Man gebraucht das Wort “wahr” in Zusammenhängen wie “was er sagt ist wahr”, das aber sagt dasselbe wie “er sagt ‘p’, und p ist der Fall”.

  
? /
 
     “Wahr” und “falsch” sind tatsächlich nur Wörter einer bestimmten Notation der Wahrheitsfunktion.

  
a ? /
 
     Wenn man sagt, Satz sei alles, was wahr oder falsch sein könne, so heisst das dasselbe wie: Satz ist alles, was sich verneinen lässt.

  
 
     Wenn wir von dem sprechen, was der Satzform als solcher wesentlich ist, so meinen wir die Wahrheitsfunktionenfunktion.

77
  
 
     Man kann natürlich auch nicht/sagen, ‘Satz’ sei dasjenige, wovon man ‘wahr’ und ‘falsch’ aussagen könne, in dem Sinn, als könnte man versuchen, zu welchen Symbolen die Wörter ‘wahr’ und ‘falsch’ passten und danach entscheiden, ob etwas ein Satz ist. Denn das würde nur dann etwas bestimmen, wenn diese Worte in einer bestimmten Weise gemeint [i|s]ind, das aber können sie nur im Zusammenhang sein. // … wenn diese Worte in einer bestimmten Weise gemeint sind, d.h. bereits eine bestimmte Grammatik haben. // Und eben im Zusammenhang mit einem Satz. Alles, was man machen kann, ist hier, wie in allen diesen Fällen, das grammatische Spiel bestimmen, seine Regeln angeben und es dabei bewenden lassen.

  
? /
 
     Was ein Satz ist, wird durch die Grammatik bestimmt. D.h., innerhalb der Grammatik.
     (Dahin zielte auch meine “allgemeine Satzform”.)

  
 
[Zu: “Was ist ein Erfahrungssatz”]

     Man kann nicht sagen “dieser Struktur fehlt noch etwas, um ein Satz zu sein”. Sondern es fehlt ihr etwas, um in dieser Sprache ein Satz zu sein. Wie man sagen kann // Man kann sagen // : dem Zeichenausdruck “2 + 2 4” fehlt etwas, um eine Gleichung zu sein.

 
  
 
     Den Russen, welche statt “er ist gut” sagen “er gut” geht nichts verloren, und sie denken sich auch kein Verbum dazu.

 
  
? ∫
 
[Zu: “Was ist ein Erfahrungssatz”]

     Den kompletten Satz zu charakterisieren ist so unmöglich, wie die komplette Tatsache.

 
  
/
 
     Kann man den Begriff des “Satzes” festlegen? oder die allgemeine Form des Gesetzes? – Warum nicht! Wie man ja auch den Begriff ‘Zahl’ festlegen könnte, etwa durch das Zeichen “/0, x, x + 1/”. Es steht mir ja frei, nur das Zahl
78
zu nennen; und so steht es mir auch [c|f]rei, eine analoge Vorschrift zur Bildung von Sätzen oder Gesetzen zu geben und das Wort “Satz” oder “Gesetz” ˇ [Ramsey] als ein Aequivalent dieser Vorschrift zu gebrauchen. Wehrt man sich dagegen und sagt, es sei doch klar, dass damit nur gewisse Gesetze von andern abgegrenzt worden seien, so antworte ich: Ja, Du kannst freilich nicht eine Grenze ziehen, wenn Du von vornherein entschlossen bist, keine anzuerkennen! – Sollen die “Sätze” den unendlichen logischen Raum erfüllen, so kann von keiner allgemeinen Satzform die Rede sein. Es fragt sich dann natürlich: Wie gebrauchst Du nun das Wort “Satz”? im Gegensatz wozu? Etwa im Gegensatz zu “Wort”, “Satzteil”, “Buchteil”, Erzählung”, etc..

  
/
 
     (Ein Satz, der von allen Sätzen oder allen Funktionen handelt. Was stellt man sich darunter vor? // Was meint man damit? // Es wäre wohl ein Satz der Denkt man an einen Satz der Logik.? Denken wir nun daran, wie der Satz non2n p = p bewiesen wird.)
⌊⌊ 0˙a11 a12 a13
0˙a21 a22 a23
0˙a31 a32 a33
‒ ‒ ‒
‒ ‒ ‒


⌋⌋

  
? /
 
     Wenn ich “es verhält sich so und so” als allgemeine Satzform gelten lasse, dann muss ich 2 + 2 = 4 unter die Sätze rechnen, denn es ist grammatisch richtig, zu sagen: “es verhält sich so, dass 2 + 2 gleich 4 ist”. Es braucht weitere Regeln, um die Sätze der Arithmetik auszuschliessen.

  
? /
 
[Zu: “Was ist ein Erfahrungssatz”]

     Falsche Ideen über das Funktionieren der Sprache: Broad, der sagte, etwas werde eintreffen, sei kein Satz. Was spricht man dieser Aussage damit ab? Etwas anderes, als, dass sie Gegenwärtiges oder Vergangenes beschreibt? – Die Magie mit Wörtern. Ein solcher Satz, wie der Broads, kommt mir so vor, wie ein Versuch, eine chemische Aenderung magisch zu bewirken; indem man den Substanzen, quasi, zu verstehen gibt, was sie tun sollen (wenn man etwa Eisen in Gold überführen wollte, indem man ein Stück Eisen mit der rechten und zugleich ein Stück Gold mit der linken Hand fasste).
79


 
    
  
ü /
 
     Man könnte sagen: “Wie mach ich's denn, um ein Wort immer
sinnvoll
richtig
anzuwenden, schau ich immer in der Grammatik nach? Nein, dass ich etwas meine – was ich meine, hindert mich Unsinn zu sagen. Aber was meine ich denn? Ich sage: ich rede vom Teilen eines Apfels, aber nicht vom Teilen der Farbe Rot, weil ich beim “Teilen eines Apfels” mir etwas denken kann, etwas vorstellen, etwas wollen kann; beim Ausdruck “Teilen einer Farbe” nicht.
Oder ist es so …
Und ist es etwa so
dass man bei diesem Wort nur noch keine Wirkung auf andere Menschen beobachtet hat?! Richtiger wäre es zu sagen daß ich mir bei den Worten “Teilen eines A.” etwas denke, vorstelle, will; beim Ausdruck Teilen der Farbe rot nicht.

  
 
     Wie mach ich's denn, etwas mit ihm meinen? Ich stelle mir wohl etwasˇ bei meinen Worten vor, will etwas
mit ihnen
damit
, treibe etwas
mit ihnen
damit
, kurz verwende sie in einem Sprachspiel.
     Ich brauche das Wort zu einem Zweck & darum nicht unsinnig.


 
  
/
 
⌊⌊ Was machen wir nun wenn wir der Wortgruppe “ich teile rot” einen Sinn geben? Ja wir könnten doch ganz verschiedenes aus ihr machen: Einen Satz der Arithmetik, einen Ausruf, einen Erfahrungssatz, etc. einen unbewiesenen Satz der Mathematik. Ich habe also eine beliebige Auswahl. Und wie ist die begrenzt? Das ist schwer zu sagen: durch allerlei Arten von Nützlichkeit & auch durch die Formelle Ähnlichkeit der Gebilde mit gewissen primitiven Satzformen & alle diese Grenzen sind verschwimmend. ⌋⌋

 
  
 
⌊⌊ “Rot kann man nicht teilen” heißt also: Erinnere Dich daran daß Du in dem Spiel zu welchem dieser Satz seiner Form nach zu gehören scheint nichts
anzufangen weißt
anfangen kannst
.
⌋⌋

 
  
? ü /
 
⌊⌊ Der Satz “ich teile rot” kann doch einen Sinn haben ich doch … geben (z.B. kann er dasselbe sagen wie ich teile etwas Rotes) Was, wenn ich fragte; welches Wort welcher Fehler macht den Satz zum Unsinn? Warum soll es gerade das Wort “Rot” sein? Da sieht man daß wir bei diesem Satz auch in seiner unsinnigen Gestalt an ein ganz bestimmtesˇ gramm. System sinnvoller Sätze denken. Daher sagen wir auch “rot kann man nicht teilen” geben also eine Antwort; während man auf eine Wortzusammenstellung wie “ist hat gut” nichts antworten würde. ⌋⌋ ⌊⌊ Denkt man nun aber an ein bestimmtes vorhandenes System Sp Sprachspiel & seine Anwendung dann sagt der Satz daß “ich teile rot” unsinnig ist vor allem, daß er nicht zu dem bestimmten Spiel gehört zu dem er seiner Erscheinung nach⌋⌋ zu gehören scheint.

 
  
? /
 
     “Woher weiss ich, dass
man
ich
Rot nicht teilen kann?” – Die Frage selbst heisst nichts. Ich möchte sagen:
Man
Ich
muss mit der Unterscheidung von Sinn und Unsinn anfangen. Vor ihr ist nichts möglich. Ich kann sie nicht begründen.

 
  
/
 
     Welcher Art nun sind die Regeln, welche sagen, dass die und die Zusammenstellungen von Wörtern keinen Sinn haben? Sind sie von der Art derjenigen Vorschriften welche etwa sagen, dass es keine Spielstellung im Schach ist, wenn zwei Figuren auf dem gleichen Feld stehen, oder wenn eine Figur
80
auf der Grenze zwischen zwei Feldern steht, etc.? Diese Sätze sind
ahnlich gewissen
wieder wie gewisse
Handlungen, ﹖–wie wenn man etwa ein Schachbrett Wenn man z.B. ein Schachbrett –﹖ aus einem grösseren Stück ˇ eines karierten Papiers herausschneidetschnitte. Sie ziehen eine Grenze. – Was heisst es denn, zu sagen: “diese Wortzusammenstellung heisst nichts”. Von einem Namen kann man sagen “diesen Namen habe ich niemandem gegeben” und das Namengeben ist eine bestimmte Handlung (ˇwie das umhängen eines Täfelchens).
     Denken wir an
eine
die
Darstellung einer Reise auf der Erde durch eine Linie
die in den Proj. der zwei H. gezogen ist. Wir können nun sagen:
in der Projektion der zwei Halbkugeln und dass wir sagen:
ein Linienstück, das auf der Zeichenebene die Grenzkreise
dieser
der
Projektionen verlässt, ist in dieser Darstellung sinnlos.
D.h.:
Man könnte auch sagen:
nichts ist darüber ausgemacht worden.

  
? /
 
[Zu: “und auf gleiche Weise …”]

     Gesichtsraum und Retina. Es ist, wie wenn man eine Kugel orthogonal auf eine Ebene projiziert, etwa in der Art, wie die beiden Halbkugeln der Erde in einem Atlas dargestellt werden, und nun könnte einer glauben, dass, was auf der Ebene ausserhalb der beiden Kugelprojektionen vor sich geht, immerhin noch einer möglichen Ausdehnung dessen entspricht, was sich auf der Kugel befindet. Hier wird eben ein kompletter Raum auf einen Teil eines andern Raumes projiziert; und analog ist es mit den Grenzen der Sprache im Wörterbuch. // in der Grammatik. // Für S. 124 M.S﹖

 
  
 
⌊⌊
⌋⌋
81



 
    
20
Der Sinn des Satzes, keine Seele.







¥ ⋎ S. 75/1
siehe §25 S. 93
4
  
 
     Die Methode des Messens, z.B. des räumlichen Messens, verhält sich zu einer bestimmten Messung genau so, wie der Sinn eines Satzes zu seiner Wahr- oder Falschheit.

2
  
 
⌊⌊      Der Sinn einer Längenangabe wird durch die Beschreibung der Meßmethode erklärt; die Wahrheit der Längenangabe ⌋⌋
 
  
? /
 
     Der Sinn
des
eines
Satzes ist nicht pneumatisch, sondern ist das, was auf die Frage nach der Erklärung des Sinnes zur Antwort kommt. Und – oder – der eine Sinn unterscheidet sich vom andern, wie die Erklärung des einen von der Erklärung des andern. ⌊⌊→ Also auch: der Sinn des einen Satzes unterscheidet sich vom Sinn des andern wie der eine Satz vom andern. ⌋⌋

3
  
? /
 
     Welche Rolle der Satz im Kalkül spielt, das ist sein Sinn.

1
    
     Der Sinn steht (also) nicht hinter ihm (wie der psychische Vorgang der Vorstellung etc.).

  
/
 
     Was heisst es denn: “entdecken, dass ein Satz keinen Sinn hat”?
     Und was heisst das: “wenn ich etwas damit meine, muss es doch Sinn haben”? Worin besteht dieses Meinen?
     “Wenn ich etwas damit meine …” – wenn ich was damit meine?! ¥ [dazu S. 75/1]

82
  
ü /
 
     Was heisst es: “Wenn ich mir etwas dabei vorstellen kann, muss es doch Sinn haben”?
     Wenn ich mir was dabei vorstellen kann? Das, was ich
sagte?
sage?
– Das heisst nichts. // Dann heisst dieser Satz nichts. // – Und ‘Etwas’? Das würde heissen: Wenn ich die Worte auf diese Weise benützen kann, dann haben sie Sinn. Oder eigentlich: wenn ich sie zum Kalkulieren benütze, dann haben sie Sinn.
     Die Antwort wäre: wenn der Sinn ist daß ich mir etwas vorstelle. Aber es heißt wohl auch: wenn ich mir ein Bild danach machen kann so garantiert das mir andere Anwendungen.


  
 
  
? /
 
     Ja, man könnte unsere Frage in einer sehr elementaren Form stellen: Warum eine Sprache nicht mit bloss einem Wort möglich ist // auskommen könnte // , da es ja doch vorkommt, dass ein Wort (in einer Sprache) mehrere Bedeutungen hat. (Warum also nicht alle?)

83


 
    
21
Aehnlichkeit von Satz und Bild.







¥ ⋎§ 43 S. 189/1 & S 188 v
¥⋎ S. 289/1,2, ¥ S. 217/1
  
 
     In welchem Sinne kann ich sagen, der Satz sei ein Bild? Wenn ich darüber denke, möchte ich sagen: er muss ein Bild sein, damit er mir zeigen kann, was ich tun soll, damit ich mich nach ihm richten kann. Aber, dann willst Du // also // bloss sagen, dass Du Dich nach dem Satz richtest in demselben Sinne, in dem Du Dich nach einem Bild richtest. ⌊⌊ Das Bild ist eine Beschreibung. ⌋⌋

 
  
 
     Ist jedes Bild ein Satz? Und was heisst es, etwa zu sagen, dass jedes als ein Satz gebraucht werden kann?

 
  
 
     Ich kann die Beschreibung des Gartens in ein gemaltes Bild, das Bild in eine Beschreibung übersetzen.

 
  
/
 
⌊⌊ vielleich unnütz⌋⌋
     Zu sagen, dass der Satz ein Bild ist, hebt gewisse Züge in der Grammatik des Wortes “Satz” hervor.

  
 
     Das Denken ist ganz dem Zeichen von Bildern zu vergleichen.
     Man kann aber auch sagen: Das Denken ist (wesentlich) mit keinem Vorgang zu vergleichen und was wie ein Vergleichsobjekt scheint, ist in
84
Wirklichkeit ein Beispiel.

    
     Wenn ich den Satz mit einem Masstab verglichen habe, so habe ich, strenggenommen, nur einen Satz, der mit Hilfe eines Masstabes die Länge eines Gegenstands // eine Länge // aussagt
aussagt
beschreibt
, als Beispiel für alle Sätze herangezogen. // als Beispiel eines Satzes herangezogen. //
ch

  
 
     Wenn man die Sätze als Vorschriften auffasst, um Modelle zu bilden, wird ihre Bildhaftigkeit noch deutlicher.

 
  
 
     Die Sprache muss von der Mannigfaltigkeit eines Stellwerks sein, das die Handlungen veranlasst, die ihren Sätzen entsprechen.

 
  
 
     Die Uebereinstimmung von Satz und Wirklichkeit ist der Uebereinstimmung zwischen Bild und Abgebildetem nur so weit ähnlich, wie der Uebereinstimmung zwischen einem Erinnerungsbild und dem gegenwärtigen Gegenstand.

 
  
 
     Der Satz ist der Tatsache so ähnlich wie das Zeichen ‘5’ dem Zeichen ‘3 + 2’. Und das gemalte Bild der Tatsache, wie ‘!!!!!’ dem Zeichen ‘!! + !!!’.

 
  
 
      Z.B. a, b, c, d bedeuten Bewegungen und zwar a = , b = , c = , d = . Also heisst z.B. bccbda der Linienzug










. Nun, ist der Satz “bccb
da
ad
” nicht ähnlich jenem Linienzug? Offenbar ja, in gewisser Weise. (Ist es nicht genau die Aehnlichkeit einer Photographie und des photographierten Gegenstandes?)
85


 
  
  
  
? / ∫
 
     Wie ist es mit den Sätzen, die in Dichtungen vorkommen. Hier kann doch gewiss von einer Verifikation nicht geredet werden und doch haben diese Sätze Sinn. Sie verhalten sich zu den Sätzen, für die es (eine) Verifikation gibt, wie ein Genrebild zu einem Portrait. Und dieses Gleichnis dürfte wirklich die Sache vollständig darstellen.

@
  
 
⌊⌊ Die Beschreibung eines wirklichen Gegenstandes verhält sich zu der Beschreibung in einer Dichtung wie ein Portrait zu einem Genrebild.⌋⌋

 
  
 
     Wenn ich ein Bild anschaue, so sagt es mir etwas, auch wenn ich keinen Augenblick glaube (mir einbilde), die Menschen seien wirklich oder es habe wirkliche Menschen gegeben, von denen dies ein verkleinertes Bild sei. Es sagt mir etwas” kann aber hier nur heissen, es bringt eine bestimmte Einstellung in mir hervor.”
     Denn wie, wenn ich fragte: “was sagt es mir denn?

  
 
     Meine Stellung gegen das Bild ist auch keine hypothetische, so dass ich mir etwa sagte “wenn es solche Menschen gäbe, dann …”

 
  
/
 
     Wenn ich ein Genrebild ansehe, so halte ich die gemalten Menschen darin nicht für wirkliche Menschen, andererseits ist ihre Aehnlichkeit mit Menschen für das Verständnis des Bildes wesentlich.
86
 
  
/
 
     Wenn man es für selbstverständlich hält, dass sich der Mensch an seiner Phantasie vergnügt, so bedenke man, dass diese Phantasie nicht wie ein gemaltes Bild oder ein plastisches Modell ist, sondern ein kompliziertes Gebilde aus heterogenen Bestandteilen: Wörtern und Bildern. Man wird dann das Operieren mit Schrift- und Lautzeichen nicht mehr in Gegensatz stellen zu dem Operieren mit “Vorstellungsbildern” der Ereignisse.

  
? /
 
     Die Illustration in einem Buch ist dem Buch nichts fremdes, sondern gesellt sich hinzu wie ein verwandter Behelf einem andern, – wie etwa eine Reibahle dem Bohrer.
     (Wenn einen die Hässlichkeit eines Menschen abstösst, so kann sie im Bild, im gemalten, gleichfalls abstossen, aber auch in der Beschreibung, in den Worten.)

⋎ S. 390
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     “Meine Erwartung ist so gemacht, dass, was immer kommt, mit ihr übereinstimmen muss, oder nicht.”

  
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     Der Satz ist als Richter hingestellt und wir fühlen uns vor ihm verantwortlich.

  
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     Ich sage, die Hand über demn Tisch haltend, “ich wollte, dieser Tisch wäre so hoch”. Nun ist das Merkwürdige: die Hand über dem Tisch an und für sich drückt gar nichts aus. D.h., sie ist eine Hand über einem Tisch, aber kein Symbol (wie der Pfeil, der etwa die Gehrichtung anzeigen soll, an sich nichts ausdrückt).

 
  
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     “Die Hand zeigt dahin”. Aber in wiefern zeigt sie dahin? einfach, weil sie sich in einer Richtung verjüngt? (Zeigt ein Nagel in die Wand?) D.h., ist es dasselbe zu sagen “sie zeigt etc.”
und
oder
“sie verjüngts sich in dieser Richtung”?
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     Man kann eine Lehne auf das Mass eines Körpers einstellen, vorbereiten. Dann liegt in dieser Einstellung zwar das eingestellte Mass, aber in keiner Weise, dass ein bestimmter Körper es hat. Ja vor allem liegt darin keine Annahme darüber, ob der Körper dieses Mass hat, oder nicht hat.

 
    
     Ich sagte, der Satz wäre wie ein Masstab an die Wirklichkeit angelegt:
Und
Aber
der Masstab ist, wie alle richtigen Gleichnisse des Satzes, ein besonderer Fall eines Satzes. Und auch er bestimmt nichts, solange man nicht mit ihm misst. Aber Messen ist Vergleichen (und muss heissen, Uebersetzen).


  
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     Man möchte sagen: Lege den Masstab an einen Körper an; er sagt nicht, dass der Körper so lang ist. Vielmehr ist er an sich gleichsam ˇich möchte sagen tot und leistet nichts von dem, was der Gedanke leistet. Es ist, als hätten wir uns eingebildet, das Wesentliche am lebenden Menschen sei die äussere Gestalt, und hätten nun einen Holzblock von/dieser Gestalt hergestellt und sähen mit Enttäuschung den toten Klotz, der auch keine Aehnlichkeit mit dem Leben hat.

  
 
     Man könnte sagen, “die Erwartung ist kein Bild, sie bedient sich nur eines Bildes. Ich erwarte etwa, dass meine Uhr jetzt auf 7 zeigen wird und drücke dies durch ein Bild der Zeigerstellung aus. Dieses Bild kann ich nun mit der wirklichen Stellung vergleichen; die Erwartung aber nicht.

 
  
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     Mein Gedanke ist immer: wenn einer die Erwartung sehen könnte, dass er sehen // erkennen // müsste, was erwartet wurde.
      Aber so ist es ja auch: wer den Ausdruck der Erwartung sieht, sieht was erwartet wird. Und wie könnte man es auf andere Weise, in anderem Sinne sehen?!

  
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      Gut, ich sage: wenn ich meine Uhr herausziehe, wird sie mir jetzt entweder dieses Bild der Zeigerstellung bieten, oder nicht. Aber wie
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kann ich es ausdrücken, dass ich mich für eine dieser Annahmen entscheide?
      Jeder Gedanke ist der Ausdruck eines Gedankens.

 
  
 
     Ich könnte mein Problem so darstellen: Wenn ich untersuchen wollte, ob die Krönung Napoleons so und so stattgefunden hat, so könnte ich mich dabei, als einer Urkunde, des Bildes bedienen, statt einer Beschreibung. Und es frägt sich nun, ist die ganze Vergleichung der Urkunde mit der Wirklichkeit von der Art, wie der Vergleich der Wirklichkeit mit dem Bild, oder gibt es dabei noch etwas Andres, von andrer Art?

 
  
 
     Aber womit soll man die Wirklichkeit vergleichen, (:) als mit dem Satz? Und was soll man andres tun, (:) als sie mit ihm zu vergleichen?

 
  
 
     Wenn man das Beispiel von dem, durch Gebärden mitgeteilten Befehl betrachtet, möchte man einerseits immer sagen: Ja, dieses Beispiel ist eben unvollkommen, die Gebärdensprache zu roh, darum kann sie den beabsichtigten Sinn nicht vollständig ausdrücken” – aber tatsächlich ist sie so gut wie jede denkbare andere, und erfüllt ihren Zweck so vollständig, wie es überhaupt denkbar ist.
     (Es ist eine der wichtigsten Einsichten, dass es keine Verbesserung der Logik gibt.)


 
  
 
⌊⌊ Der Befehl die Zahlen 1 bis 4 zu quadrieren. ⌋⌋