Man sagt: “Es ist schwer zu wissen, ob diese Medizin wirklich hilft, oder nicht, weil man nicht weiss, ob der Schnupfen länger gedauert hätte, oder ärger gewesen wäre, wenn man sie nicht genommen hätte.” Wenn man dafür wirklich keinen Anhaltspunkt hat, ist es dann bloss schwer zu wissen?
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Denke, ich hätte eine Medizin erfunden; ich sage: diese Medizin, einige Monate hindurch genommen, verlängert das Leben jedes Menschen um einen Monat. Hätte er sie nicht genommen, so wäre er einen Monat früher gestorben. “Man kann nicht wissen, ob es wirklich die Medizin war; ob er nicht ohne sie ebenso lang gelebt hätte.” – Ist diese Ausdrucksweise nicht irreführend? Sollte es nicht besser heissen: “Es heisst nichts, von dieser Medizin zu sagen, sie verlängere das Leben; wenn eine Prüfung der Behauptung des Satzes in dieser Weise ausgeschlossen wurde ist.” Nämlich: wir haben hier zwar einen richtigen deutschen Satz nach Analogie oft gebrauchter Sätze gebildet, aber Du bist Dir nicht klar über den grundlegenden Unterschied in den Verwendungen dieser Sätze. Diese zu überblicken, ist nicht leicht. Der Satz liegt Dir vor Augen, aber nicht eine übersichtliche Darstellung der Verwendung.
                  Mit “Es heisst nichts .....” will ich also sagen // will also gesagt werden // : dies sind Worte, die Dich irreführen, sie spiegeln einen Gebrauch vor, den sie nicht haben. Sie rufen wohl auch eine Vorstellung hervor (der Verlängerung des Lebens, etc.), aber das Spiel mit dem Satz ist so eingerichtet, dass es die wesentlichen Pointe nicht hat, die dem Spiel mit ähnlich gebauten Sätzen keinen Nutzen gibt. (Wie der ‘Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel’ zwar aussieht wie ein Wettlauf, aber keiner ist.)