• Collapse

  • Annotate using Feed The Pundit
  • Ts-229 Diplomatic transcription
  • Facsimile
  • Ts-229,301[8]et302[1]
  • prev
  • next
  • Drag

  ​ 
1163.
Denk, ich wäre das Zwitterwesen, das aussprechen könnte “Ich glaube nicht, dass es regne[r|t]; und es regnet”. – Aber wozu dienen nun diese Worte? Welche Verwendung denke ich mir von ihnen
Ts-229,302
302
gemacht? “Er kommt. Ich. persönlich glaube es nicht, aber lass dich das nicht beirren.” – “Er kommt, verlass Dich drau[g|f]. Ich glaube es nicht; aber lass dich das nicht beirren.” Das klingt, als ob zwei Personen aus mir sprächen; oder als ob eine Instanz in mir dem Andern die Mitteilung machte, er komme, und diese Instanz wünscht, der Andere solle dementsprechend handeln, – während ein eine andere Instanz im gewissen Sinne mein eigenes Verhalten ankuendigt. Es ist so, als sagte man: “Ich weiss, dass diese Handlungsweise falsch ist, weiss aber, dass ich so [g|h]andeln werde.” // “Ich weiss, dass das ganz falsch ist, kann aber nicht anders handeln.” //
      “Er kommt, aber ich glaube es nicht”, kann also in einem Sprachspiel vorkommen. Oder besser: “Es lässt si[i|c]h ein Sprachspiel ausdenken, worin diese Worte uns nicht absurd vorkämen.

 

(2015–) Wittgenstein Source Bergen Nachlass Edition (WS-BNE). Edited by the Wittgenstein Archives at the University of Bergen under the direction of Alois Pichler. In: Wittgenstein Source, curated by Alois Pichler (2009–) and Joseph Wang-Kathrein (2020–). (N) Bergen: WAB.




To cite this element you can use the following URL:


BOXVIEW: http://wittgensteinsource.org/BTE/Ts-229,301[8]et302[1]_d

RDF: http://wittgensteinsource.org/BTE/Ts-229,301[8]et302[1]_d/rdf

JSON: http://wittgensteinsource.org/BTE/Ts-229,301[8]et302[1]_d/json